Hochseefischen / Geschäftsidee

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Re: Hochseefischen / Geschäftsidee

Beitragvon Magellan » 31.07.2019, 19:05

Hallo Thomas

Ein interessantes Idee!

Dann hole ich mal ein wenig aus ;-),
und lasse all die formalen Behördlichen 0815 Abläufe und das pragmatisch Kaufmännische beiseite die es nötig werden lassen dein Geschäftsprojekt zu realisieren. Denn wenn ich deine vorherigen post richtig verstanden habe, ist dein Vorhaben definitiv als ein Geschäftlich motiviertes zu verstehen.

Es wird Faktoren geben die nicht mechanisch ablaufen...

Ein schneller Blick ins w.w.w bringt mir weit über 100 Anbieter, natürlich reden wir hier von hochseetüchtigen Booten und entsprechenden Arrangements. Aber „ihr“ habt alle ein gemeinsames Anliegen: Die Gäste chartern Euch um einen erfolgreichen Angeltag/e zu erleben... egal wie groß das Boot, ob mit oder ohne sanitäre Einrichtung.

Deshalb: „Deine future guests“ werden dich primär aus einem Grund besuchen wollen: Fisch zum Verzehr fangen! Wie wirst du das garantieren können? Natürlich wirst du das! mit der entsprechenden Kenntnis des Gewässers... Angel Methoden etc.pp.

Wird dein Vorhaben auf einem generelles kill only, also des sinnvollen Verwerten des Fanges beruhen? Was wirst du machen, wenn unerwartet ein Gamefish einsteigt? Ich kenne deine ethische Einstellung bzw. diese die Du hier vertritts. Wirst Du den Fang generell abschlagen, Thunfische, einen Marlin oder Mero?

Was ist wenn dein Gast auf C&R besteht, er wollte doch gar nicht einen solchen Fisch fangen? Aber ok, auf ein schnelles Foto und ab ins Wasser?

Du wirst Dienstleister sein, ein Guide sozusagen, wirst Menschen kennenlernen mit denen du deine Zeit verbringst, Gäste die sich gut aufgehoben fühlen wollen, bist du der Typ dafür?
Auch wirst du keine Hilfe von den locals erwarten können, du bist ein Konkurrent und noch dazu Gringo...

Kommen wir zur Vermarktung deine Charter Geschäftes: Rechnen wird sich deine Geschäftsidee nur mit einem entsprechenden „flow“ an Gästen wie erreichst du diese?
Social media? Mund zu Mund Propaganda? Hast du Bock darauf das konsequent durchzuziehen? Das kann Zeitintensiv sein, auch Fotos könnten eine interessante Visitenkarte sein...

Zur Lage: die Kanaren liegen etwas weiter ab als die Balearen, wenn mich mein bescheidenen Kentnisse in Geogfafie nicht täuschen... weshalb sollten die Gäste zu den Kanaren fliegen um zu pilken?


Gruss
Heiko
Patagonia, what else?
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Re: Hochseefischen / Geschäftsidee

Beitragvon webwood » 31.07.2019, 21:34

Hallo Heiko,

du hast Recht, von nix kommt nix. Natürlich brauche ich eine Hompage. Dienstleiter zu sein ist schon mal selbstverständlich und ich darf mit einigem Stolz sagen, dass unsere Ferienwohnung, die mit Abstand bestgebuchte in Peissenberg ist. Das haben wir uns hart erarbeitet. Also Dienstleister zu sein und den Gästen den bestmöglichen Service zu bieten, ist für mich selbstverständlich. C und R kann ich mehr sehr gut vorstellen und vieleicht (da habe ich noch zu wenig Erfahrung im Drill) bestehe ich sogar auf barbless Hook. Fangen, Foto, Mülltonne geht gar nicht. Meine ethischen Grundsätze, die wir fast alle hier im Forum teilen, werde ich auch als Skipper beibehalten.
Das irgendjemand wegen mir auf die Kanaren fliegt, erwarte ich gewiss nicht. Meine potientelle Kundschaft macht eben Urlaub und schaut dann mal im Netz, was man so vor Ort machen könnte.
Ich google ja auch im und schon vor dem Urlaub, was ich anschauen/machen will. Du hast mir und dafür danke ich sehr, bewussst gemacht, dass auf meinem Boot die Fliegenfischerethik gelten wird. Also Fisch essen oder schonends releasen. Ich werde das in meiner zukünftigen Homepage explizid hervorheben. Dass ich als "Gringo" nicht gerade offene Türen einrennen werde ist mir schon klar, doch als ich mich in BRD selbständig machte, bekam ich auch keinen Blumenstrauß von meinen Mitbewerbern.

Viele Grüße
Thomas

PS: bei meinem letzten Trip waren "Gut aufgelandene" Briten an Bord. Beim Pilken (Paternoster) hatten die mangels Reaktion kaum gefangen, bis auf einen Weaver/Petermänchen. Ich bin gerade noch dazwischen gesprungen, bevor der besoffene Depp den Fisch anlangt. Ich hatte indessen u.a. einige Kugelfischzwerge gefangen, zu klein um sie zu essen. Mein Skipper fand es saukomisch diese Fische mit dem Mund aufzublasen und dann ins Wasser zu werfen. Genau da, also fischen mit Respekt vor der Kreatur plus günstiges Boot, sehe ich meine Marktlücke.
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Re: Hochseefischen / Geschäftsidee

Beitragvon Hans. » 01.08.2019, 00:06

Lieber Thomas,

Ost- und Nordsee kenne ich von diversen Urlauben her recht gut. Dann ging es mal an die französische Atlantikküste, und mir war schnell klar, an einem Ozean zu sein. Allein vom Ufer aus die Wellen zu sehen, diese wahnsinnige Dünung. Oder das Meer ist glatt, aber innerhalb weniger Minuten ändert sich dramatisch trotz Windstille und blauen Himmels alles, einfach weil es 2000 Kilometer Richtung USA einen Sturm gab und die Wellen davon irgendwann die Küste erreichen. Da nützen Binnenseeerfahrungen wenig. Wenn Du wirklich mit Gästen rausfahren willst, solltest Du bis dahin jeden Urlaub dort verbringen und mit einem gemieteten Boot jeden Tag rausfahren. Um wenigstens e t w a s Erfahrung zu sammeln. Du lädst Dir mit den Gästen an Bord eine große Verantwortung auf.

Viele Grüße
Hans
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Re: Hochseefischen / Geschäftsidee

Beitragvon Maggov » 01.08.2019, 15:56

Hallo Thomas,

ich denke ich verstehe worauf Heiko hinaus will und ich fürchte Du musst Dich damit durchaus nochmals auseinander setzen.

Gehen wir mal davon aus Du willst mit dem Rentnerbusiness nicht reich werden aber auch nicht drauf zahlen.

Sobald Du dieses Ziel verfolgst musst Du auch akzeptieren dass Du ein geschäftliches Interesse verfolgst. Wenn Du Dich nun mittels "ethischer" Grenzen auf eine zu enge Zielgruppe einschißt wirst Du Dein Boot niemals genug auslasten können um Liege- und Spritkosten rein zu bekommen.

Genau da liegt für mich der Unterschied zwischen einem bezahlten Guide und einem Spezl der Dich begleitet. Im letzteren Fall kannst Du Dir Deine Gäste aussuchen. Als Guide kennst Du Deine Kunden (zumindest in den ersten Jahren) zumeist nicht. Im Erstkontakt kann alles prima sein und am Wasser zeigt sich dann der wahre Mensch. Dann ist der Tag gebucht und der Gast an Board. Es gilt dann den A**** zusammen zu kneifen (und das Mundwerk) und den Tag irgendwie würdevoll über die Bühne zu kriegen. Vergiß die Idee den Trip ab zu brechen - die Chance auf einen virtuellen Shit-Storm lassen sich nur wenige Gäste entgehen zumal solche Trips zu Unkostenpreise schnell und gerne das reguläre Budget eines alternativen Tagesausfluges übersteigen werden.

So reizvoll Guiding ist - Du machst Dein Hobby zum Beruf und das birgt nun mal das immanente Risiko dass das Lächeln beim Fischen zunehmend schwindet...

Du musst Dir erst in der Zielgruppe von Fischern die so fischen wie Du es gerne hättest einen Namen machen und diese müssen dann auch noch zufällig Urlaub auf Deiner Insel machen. Alternativ sind Heiko's erste Punkte wieder relevant: Mit einer ausgefeilten Kommunikationsstrategie kannst Du das wahrscheinlich beschleunigen.

BTW: Soweit ich weiß kann man auf den Kanaren auch gut im Süsswasser fischen. Da gibt es Stauseen mit Bass-Bestand und anderen interessanten Fischen für die Fliege. Warum unbedingt gleich mit dem Boot anfangen? nur als Idee...

Die Idee von Hans sich über RTL und Co quersubventionieren zu lassen finde ich gar nicht so übel. Sicherlich eine Geschmackssache ob man sich so im Fernsehen sehen will aber Bezahlung und kostenlose Werbung sind vielleicht einen Sprung über den eigenen Schatten wert...

LG

Markus
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Re: Hochseefischen / Geschäftsidee

Beitragvon Fliegenwickler » 02.08.2019, 19:37

Hallo Thomas,
Ich habe in letzter Zeit Urlaub auf Lanzarote gemacht.
Dort sieht die Situation wie folgt aus:
Gebucht habe ich bei einem Italiener. Der war der letzte Big Game Captain der
Noch Big Game Ausfahrten angeboten hat.
Alle anderen Boote haben auf russische Juxangler gewartet.
In den Häfen konnte man überall Big Game Boote kaufen. Ziehmlich runtergekommene Teile.
Viele der deutschen Kapitäne haben ihre Boote zum Lachsfang in die Kieler Bucht verlegt.
Vor 20 Jahren sah das auf den Kanaren noch anders aus .
Der Fisch wird auch hier weniger . Also aus meiner Sicht keine optimale Situation.

Aber ich habe noch einen Tip. Auf Gran Canaria, im Puerto de Mogan gibt es einen Global Angler Leser, der genau den Weg beschritten hat,den du gehen möchtest. Er hilft Dir bestimmt gerne weiter.

Tight Lines

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Re: Hochseefischen / Geschäftsidee

Beitragvon webwood » 05.08.2019, 19:06

Fliegenwickler hat geschrieben:
Aber ich habe noch einen Tip. Auf Gran Canaria, im Puerto de Mogan gibt es einen Global Angler Leser, der genau den Weg beschritten hat,den du gehen möchtest. Er hilft Dir bestimmt gerne weiter.


Vielen liebe Dank, genau den Tip bekam ich netterweise auch schon per PN. Das Heft habe ich natürlich sofort bestellt. Mitte September geht mein Flieger und ich werde meinen Fokus neben Wohnungen auch mal auf die einlaufenden Boot richten. Wenn dort überwiegend betrunkene Typen (keine Resentiments bzgl. Natiolalität :wink: ) von Bord torkeln, lasse ich die Idee sausen. Ich möchte schon mit richtigen Anglern zum fischen rausfahren und kein Saufboot sein. Das könnte ich auch auf meiner zukünftigen HP deutlich machen, nebst dem respektvollem Umgang mit den Fischen, sei es abschlagen oder releasen. Vieleicht ist das sogar eine Marktlücke. Andererseits, wie sich Gäste benommen haben, weiß man auch immer erst hinterher. (Ich habe eine Ferienwohnug und einiges erlebt). Ich muss ja nun auch keine schwarzen Zahlen schreiben, ein Zubrot zu Hobby wäre indess ganz nett. Derzeit beschäftige ich mit der spanischen Bürokratie. Die hat was! Auserdem muss ich wirklich noch sehr viel spanisch lernen.

Viele Grüße

Thomas

Am Rande lieber Olaf
Olaf Kurth hat geschrieben:und ich fing die begehrten Kugelfische für die Gastronomie

Fugu!!!? Wer ausser lebensmüden Japanern isst denn diese hochgiftigen Fische?
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Re: Hochseefischen / Geschäftsidee

Beitragvon webwood » 07.10.2019, 23:09

Hallo,

komme gerade vom Urlaub auf Gran Canaria zurück. Habe einiges gelernt. Die Anzahl der Boote, welche Big Game anbieten dürfen ist behördlich limitiert. Da brauche ich als Ausländer wohl gar nicht erst mal fragen. Andererseits sind Boote schon durchaus in meiner Schlagweite zu haben. So z.B. ein Fischerboot (Gfk) mit zwei Aussenbordern (5 und 15 PS) und 5,5 m Länge. Hat allerdings im Unterwasserbereich Osmose, aber das habe ich bei meinem früheren Segelboot auch reparieren können. Kostet halt ein paar Ocken und sehr viel Arbeit. Liegeplatz wäre 15€ im Monat. Wenn ich schon Rentner wäre, hätte ich zugeschlagen. Also "Geschäftsidee" kann ich wohl knicken, aber es wäre auch ohne Zubrot in meinem finanziellen Rahmen realisierbar. Auserdem kann ich Freunde ja mitnehmen. Die müssten sich halt selbst die Angellizenz besorgen, bzw. kenne ich zumindest in Melenara im Hiperdino Markt einen Angelladen, der einem die Bürokratie für 20€ abnimmt und die Lizenz besorgt. Das sich dann jemand an den Spritkosten beteiligt, halte ich für selbstverständlich und Gewinn will ich ja wirklich nicht erwirtschaften.
Ansonsten noch zu Gran Canaria an sich, wenn jemand einen Urlaub planen sollte. Die Kanaren sind vom Klima her einfach ein Traum, aber diese Insel ist im Vergleich zu Teneriffa ein öder Steinbrocken (auch im regenreicheren Norden). Auserdem haben die da ein Problem mit ihrer Kanalisation. Höhe San Augustin (da war ich) stinkt gerade bei Flut das Meer heftig nach Kanalisation. Ich bin auch mal rund um die Insel gefahren. Diesen "speziellen Duft" bekommt man öfters in die Nase.

Viele Grüße
Thomas
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Re: Hochseefischen / Geschäftsidee

Beitragvon Trockenfliege » 08.10.2019, 12:02

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