Hochseefischen / Geschäftsidee

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Hochseefischen / Geschäftsidee

Beitragvon webwood » 28.07.2019, 22:48

Holla,

es ist noch ein paar Jährchen Zeit, doch wenn es gesundheitlich klappt, werden mein Schatz und ich mal eine Weile auf den Kanaren verbringen.
Nur als Rentner rumhängen und Bier trinken ist indess nicht mein Ding. Mein Plan ist, dort ein gebrauchtes Fischerboot zu kaufen und Turns zum Schleppen und Pilken anzubieten. Fliegenfischen kann man auf den Kanaren (ich habs probiert) einfach vergessen.
Nun meine Frage an Euch: Wenn ihr auf den Kanaren Urlaub machen solltet, wäre es für euch interessant, auf einem kleinem, aber natürlich seetüchtigem, Boot ( z.B. ohne Toilette) einen Turn zu machen?
Was ich bisher so ausfindig machen konnte, sind nur Anbieter auf den Kanaren mit 10-15 Meter Jachten und entsprechen Komfort, aber auch entsprechenden Preisen. Da wäre ich preislich natürlich deutlich günstiger. Bootspatent, Gewerbeanmeldung, Fischereierlaubnis etc. habe ich noch nicht im Detail recherchiert (Wir lernen gerade erst mal spanisch)
Der Vorteil meiner (sagen wir mal Geschäftsidee dazu), wäre neben den geringeren Buchungskosten, dass ich nur ein/zwei Angler mitnehmen würde. Bei meinem letzten Tripp waren 6 Angler an Bord und 5 Engländer waren eigentlich schon beim Auslaufen hackedicht.
Was meint Ihr, bestünde da eine Nachfrage und auch für die "Ja-Aber" Kommentare wäre ich dankbar.

Muchas gracias

Thomas
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Re: Hochseefischen / Geschäftsidee

Beitragvon flo staeuble » 29.07.2019, 07:49

Servus Thomas, für eine derartige Unternehmung würde ich mich selbst als Kernzielgruppe bezeichnen. Genau so was such ich immer. Und habs auch schonmal (sardinien) gefunden. Allerdings muss ich gestehen, dass ich bei einem mehrstündigen Trip froh wäre, nicht ins Meer kacken zu müssen:-) Insofern: a Klo wär scho ned schlecht.
Grüße vom Flo
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Re: Hochseefischen / Geschäftsidee

Beitragvon Hardy » 29.07.2019, 10:23

moin Thomas,

ich gehöre ganz im Gegenteil zu Flo nicht zur Kernzielgruppe und kenne die normalen Preise für solche Trips nicht.
Mein kaltes Buchhalterherzchen sagt mir allerdings, dass du vorher sehr genau die die Kosten der Unternehmung eruieren solltest.
Mein Chef hat ein seetüchtiges Motorboot, von daher habe ich ein bisschen mitbekommen, was Anschaffung und Unterhalt verschlingen können.
Wenn du das aber mehr als Hobby sehen willst und dir hier durch die Mitfahrer ein Teil der Betriebskosten wieder reinholst, warum nicht. Ich kann mir durchaus schlechtere Möglichkeiten denken, seinen Ruhestand zu verbringen. Im Übrigen gilt: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. 8)

Groetjes
Hardy

flo staeuble hat geschrieben:Allerdings muss ich gestehen, dass ich bei einem mehrstündigen Trip froh wäre, nicht ins Meer kacken zu müssen:-)
Grüße vom Flo


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Re: Hochseefischen / Geschäftsidee

Beitragvon Sigi » 29.07.2019, 10:42

Moin Thomas,

auch ich würde mich zu der Zielgruppe zählen.
War mal vor Jahren mit einem Berufsfischer (Langleinen) 9 Std. zwischen Terceira und Pico (Azoren) auf dem Meer.
Selbst bei Windstille, jedoch einer Dünung von mehreren Metern auf dem Atlantik würde ich mich ungern auf die Bordkante setzen.
Auf anderen Komfort kann ich gern verzichten.

Gruß
Sigi
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Re: Hochseefischen / Geschäftsidee

Beitragvon Maggov » 29.07.2019, 13:08

Hallo Thomas,

schöner Plan. Die Betriebskosten hat Hardy schon erwähnt. V.a. der Sprit und die Liegestelle fressen einiges...

Was mir noch auffiel:
Die Kanaren liegen exponiert und der Atlantik ist mit dem Mittelmeer nicht zu vergleichen was das Wetter betrifft. Das Boot wird eine gewisse Größe brauchen um bei rauen Bedingungen nicht in einem Fiasko zu enden.

Auch die Versicherung solltest Du recherchieren. Nicht nur für das Boot sowie für das Gewerbe. Dann noch die steuerliche Seite - falls Du Unterstützung vom Staat beziehst oder Rente so kann sich dass schnell nicht mehr rechnen.

Vielleicht auch einen Gedanken wert: Wo auf den Kanaren? Ist da ein Flughafen in der Nähe? Willst Du mit einem Anbieter von einer Unterkunft zusammen arbeiten? ...

Viel zu überlegen, aber schöne Gedanken wenn man sich das Ergebnis dann vorstellt ;)

Da ich als Moderatorenkollegen sicherlich umsonst mit darf biete ich mich gerne als Testfischer an - sobald Du Deinen Kapitän gemacht hast. Können dann gerne spanisch reden :mrgreen:

LG

Markus
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Re: Hochseefischen / Geschäftsidee

Beitragvon webwood » 29.07.2019, 19:44

An meine Berater,

schon mal danke für die Tips,
Toilette ist halt so eine Sache. Ein Portapotti Campingklo hätte sicher immer Platz, aber keine Privatsphäre. Mir schwebt ein offenes Boot ohne Kajüte vor, einfach weil es günstiger ist.
Natürlich werde ich die Kosten genau im Auge behalten. Mein Spanisch ist aber noch nicht gut genug und plus/minus Null wären für mich schon ein absoluter Erfolg. Leben will ich davon nicht. Ich bin ja Rentner und bevor die Sache in Arbeit ausartet..... :wink:
Wo auf den Kanaren ich aufschlagen werde, kann ich noch nicht sagen. Die nächsten Urlaube werden wir die Inseln mal mit anderen Augen abchecken. Was fix ist, es wird eine der grösseren Inseln mit Airport werden. Und was auch sicher ist, mein Boot, so es denn was wird, wird nicht in einer Tourihochburg liegen. Ist zwar kaufmännisch vieleicht ein Fehler, doch geht es mir primär um mein Leben. Auserdem sind , so weit ich das schon rausgefunden habe, die Liegegebühren in abgelegenen Fischerhäfen deutlich günstiger, als in den Marinas der Zentren. Die Wohnungsmieten, schließlich brauche ich eine Wohnung, sind auch günstiger und eigentlich hat ja wohl fast jeder Tourist einen Leihwagen. So groß sind die Inseln ja nun auch nicht. Evtl. könnte ich auch einen Shuttleservice anbieten, das ist aber Zukunfsmusik und ich will ja gar kein richtiges Geschäft aufziehen von dem ich leben könnte.
Vor dem Meer selbst habe ich großen Respekt. Ich bin Segler am Starnberger- und Ammersee und selbst in so einem Binnensee kann man erstklassig ertrinken. Es ist ganz klar, das ich erstmal mein Revier mit Tide, Strömung etc. kennenlernen muss, bevor ich erstmals mit einem Gast rausfahre.

und lieber Markus, im Austausch mit frischen Weißwürsten, Brezen, Hendlmeiersenf und ein paar Flaschen Augustiner, darfst umsonst mitfahren.

Bitte gebt weiter eure Meinungen ab, ich bin froh darum und so ein bischen Bammel, ob ich so ein Faß aufmachen soll, habe ich schon.

Muchas gracias y hasta pronto en mi barco de pesca

Thomas
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Re: Hochseefischen / Geschäftsidee

Beitragvon thomas riegel » 30.07.2019, 16:58

Hallo Thomas,
die Idee ab vom Mainstream finde ich schon mal toll. Aber einige Sachen darfst du einfach nicht in den Skat drücken, auch wenn es die low budget Version sein soll.
Das Boot muss absolut hochseetüchtig sein und eher eine Nummer größer ausfallen. Du brauchst die komplette Sicherheitsausrüstung inkl Funk GPS, Echolot und Kartenplotter. Wenn du es gewerblich betreiben willst brauchste du auch entsprechende Versicherungen und behördliche Genehmigungen und ein offizielle Genehmigung vom Touristenverbund für gewebrliche Ausfahrten.
Das ganze ist kein Spaß und keine Kaffeausfahrt mit Freund in die nächste Bucht. Du transportierts Gäste, für die du vol umfänglich verantwortlich bist. Ach noch was ein Boot ohne Toilette ist ein Null Go. Die meisten Unglücke beim Segelen passieren bei was????
Über Bord pinkeln!! Das ist absolut falsch und das sollte man im Vorfeld schon mal im Blick haben. Außerdem könte sich ja mal die eine oder andere weibliche Fischerin einfinden. Der erklärst du mal, dass kein Klo da ist.
Nichts für Ungut. Schlaf da noch mal drüber und gehe es größer und professioneller an.
Liebe Grüße
Thomas
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Re: Hochseefischen / Geschäftsidee

Beitragvon webwood » 30.07.2019, 18:49

Hallo Namensvetter,

ja meine Idee ist ein bischen tricky und vieleicht einfach ein Blödsinn. Andererseits sind die Fischer der Kanaren sehr wohl mit kleineren, doch auf Grund der Bauform sicherlich seetüchtigen Booten in eigener Sache, also ohne Charter unterwegs. Die sind dort allerdings auch aufgewachsen und können, so wie ich es z.B. an meinen Binnenseen an der Farbe des Wasser erkennen kann, ob ein Gewitter kommen wird, besser als ich dort, entscheiden ob sie rausfahren werden.
Toilette, obwohl ich eigentlich nur so 4 Stunden Trips plane ist wirklich ein Knackpunkt. Ich selbst pinkle im Ruderboot sogar in dem kleinen Pilsen- und Wörtersee, die wirklich keine rechten Wellen haben, lieber im Knien in einen Eimer. Versicherung, Genehmigung etc. sind natürlich eine Nummer für sich, doch gibt es Agenturen die einem bei den Behördengängen helfen. (Keine Ahnung was das kosten wird). Ansonsten Safty-First für meine Gäste ist absolute Pflicht. Vieleicht werden es auch nur Trips zum Pilken und Hegenefischen in Ufernähe. Das macht ja auch Späß und ich habe bisher auf den Canaren mit dieser Technik weit besser, als mit Schleppen gefangen. How ever, die anderen Anbieter rechen vermutlich mit dem gleichen Bleistift wie ich. Entweder werde ich teurer und habe den Nachteil, kein Einheimischer zu sein, oder ich muss eine Stellschraube finden, wo ich günstiger sein kann. Gleiche Leistung aber günstiger geht nicht.

Viele Grüße
Thomas
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Re: Hochseefischen / Geschäftsidee

Beitragvon webwood » 30.07.2019, 22:32

Nachschlag
https://www.milanuncios.com/barcos-de-p ... .htm#fotos
So was in der Art stelle ich mir vor. 5.500 Ocken sind auch wirlich sehr,sehr gut in Schlagweite. Hübsch barucht den Kahn ja nicht zu sein, solange er zweckmässig ist. Ich denke zumindest, dass ein solches für die Kanaren gebautes Fischerboot, dort auch seetüchtig sein sollte. Bei extremen Wetter fährt man halt nicht raus, doch die Kanaren sind die Inseln des Frühlings. So weit mir bekannt pustet der Passat ziemlich brav und konstant. Im Lee der Inseln ist der Wellengang moderat, andererseits im Süden, also Luv, ist die Landschaft auf Teneriffa viel grüner und die Küste besser (was mich interessiert) zum Bodyboarden geeignet und touristisch hat man da eher seine Ruhe. Ballermann brauche ich echt nicht.
Es sind noch 5 Jahre bis zur Rente, das reicht um die Sprache zu lernen und Patente etc. zu erwerben. Ich kann es mir daher echt erlauben, die ganze Hochseefischerei chillig anzugehen, zu lernen habe ich ja auch noch eine ganze Menge.
Das Threat wird also mehr zu einem Blog ( als Mod darf ich dass wohl, gell Michael :mrgreen: )
Ich möchte euch daran teilhaben lassen, was für eine spinnerte Idee ein Fischer-Renter so zu realiesen versucht und ob was daraus wird. (Gesundheit ist leider auch ein Thema, meine Frau hatte einen Appoplex, ich Arthrose). How ever - Think pink!

Für Eure Meinung und Ratschläge bin ich echt dankbar.

Thomas

PS: Das real Big/Big Game-fisching mit lebenden Köderfischen wird es bei mir nicht geben. Nicht mal eine Made kommt an den Haken. Soviel Fliegenfischer bleibe ich auch im Atlantik. Habe gegoogelt, aber so angeln, das geht gar nicht!
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Re: Hochseefischen / Geschäftsidee

Beitragvon DerRhöner » 30.07.2019, 22:49

Hallo beisammen

Ich hab im Pazifik mal zwei Fahrten gemacht. Einmal auf einem Pott mit allem Comfort und um den war ich froh, da es von Morgengrauen bis Sonnenuntergang ging. Später bin ich dann mal 5h auf einem kleinen Boot in der Art gefahren, die Dir vorschwebt. Das war prima, aber eben für 4-5h.

Das wäre für mich die Kernfrage: Ich glaube Du wirst Kundschaft finden, die den "kleinen" Trip haben will. Sei es aus finanziellen Gründen, oder weil die Gattin nur einne halben Tag verzichtet, oder weil sie eben auch keinen Bock auf besoffene Briten haben, oder oder oder. Die Frage wäre, ob die Gewässer, die mit einem 5h-Trip erreichbar sind, eine ordentliche Fischerei hergeben. Wenn das so ist. würde ich aktiv diese Art Trips anbieten. Damit hast Du eine Nische, die wenig andere stretig machen werden und in der Du eine Zielgruppen findest, die sich bewusst für diese Art Fischerei entscheidet. Wichtig ist nur, dass Du die Vorzüge herausstreichst und Dich nicht als Kompromisslösung (quasi 12-Trips im Gummiboot zum Gummibootpreis) anbietest.

Gruss

Christian
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Re: Hochseefischen / Geschäftsidee

Beitragvon Olaf Kurth » 31.07.2019, 09:16

Lieber Thomas,

ich spiel mal den advocatus diabolo und möchte Dir als Außenstehenden mit rudimentären Sprachkenntnissen und ohne Kenntnis der lokalen Fischereiszene von der Geschäftsidee eines gewerblich genutzten Fischbootes abraten. Die bürokratischen, bzw. technischen Hürden sind ein Punkt, ein weit aus wichtigerer Punkt ist ein zutiefst menschlicher Aspekt:
Ich kann mir vorstellen, dass das Chartergeschäft auch für kleine Fischerboote überall auf den Kanaren ein stark umkämpfter Markt ist. Zeitgleich mit Dir haben derzeit einige tausend Leute verteilt über Europa ähnliche Gedanken. Vor Ort auf Teneriffa, Gran Canaria, etc. liegen einheimische Fischer mit ihren Booten und warten in der lukrativen Zeit auf Gäste. Sie müssen sich und ihre Familien mit den Ausfahrten ernähren. Glaubst Du wirklich, dass sie mögliche Konkurrenten mit offenen Armen empfangen?

Das letzte Mal war ich gemeinsam mit fünf anderen Anglern auf einem größeren Charterboot von Puerto de Mogan (Gran Canaria) aus auf Bonitos unterwegs. Wir fingen mit Poppern an der Oberfläche bei leichter Fahrt sehr gut. Wenn gestoppt wurde ging es mit Naturködern abwärts und ich fing die begehrten Kugelfische für die Gastronomie. Während eines Stopps sah ich jagende Delphine und meterlange Seeschildkröten mit langen Hälsen an der Wasseroberfläche. In einiger Entfernung entdeckte ich ein kleineres Boot, wie Du es beschrieben hast. Nicht mehr als fünf Meter lang, ein Mann saß am Steuer, ein anderer Mann saß angegurtet im Kampfstuhl und hielt eine gebogene Rute in der Hand. Als wir näher kamen und ich die Szenerie weiter beobachtete, fiel mir sprichwörtlich der Kiefer runter, denn ich sah, wie ein mächtiger Blauer Marlin aus dem Wasser sprang und er war länger als das ganze Boot!

Zurück zum Thema: Die Geschäftsidee birgt in meinen Augen zu viele Risiken und Hürden, die Dir sehr schnell die Laune verderben können. Stell Dir vor, Du hast einen passenden Platz gefunden, alles mit Mühe und Not organisiert und könntest loslegen. Zu diesem Zeitpunkt hast Du schon einiges investiert. So langsam müsste Geld auf Grund der laufenden Kosten in die Kasse fließen. Die Ersparnisse müssen herhalten, Deine Gesundheit hat gelitten und Du wirst immer skeptischer.

Ruhiges Rentnerleben, den Alltag genießen? - Nööö, bei Dir sieht es anders aus, Du hast eine Kugel in Gang gesetzt und sie rollt und wird größer. Jetzt kommen andere Gedanken, "hätte ich das alles doch früher gewusst....." und Du denkst plötzlich wehmütig an die ruhigen Tripps auf dem Starnberger- und Ammersee zurück. Es war in der Heimat alles so vertraut und unkompliziert.......

Willst Du das wirklich?

Liebe Grüße,

Olaf
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
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Re: Hochseefischen / Geschäftsidee

Beitragvon FlyandHunt » 31.07.2019, 14:06

Hallo Thomas,

ich gebe auch mal meinen Senf dazu.

Ich habe bisher einen Salzwasser Halbtages Trip gemacht. Vor der Küste / den Inseln vor Auckland (Neuseeland).
Es war nur auf Fliegenfischen ausgelegt, auf Red Snapper, Kahawai und Kingfish. An dem Tag blieb es leider nur bei einigen gefangenen Red Snappern und Kahawais die der Fliege folgten.

Das Boot: modern, aber recht einfach. Keine Kajüte, keine Toilette.
Ich muss sagen, mehr brauchte ich nicht. Es ging ums Fischen, ich hatte einen Top Guide und es wurden Fische gefangen. Das zählt. Beschränk dich lieber auf Einzel Guiding oder max. 2 Personen auf dem Boot. Mach nur Halb Tages Trips.

Mein Tipp: Investiere erstmal so viel, wie du für dich selbst ein Fischerboot fürs private Vergnügen kaufen würdest. Dann hast du nicht immer im Kopf, ich muss damit Geld verdienen etc. Du hast einfach die persönliche Freiheit mit dem Boot raus zufahren, mit der Familie besondere Strände (falls es das gibt) erkunden, zu angeln etc.
Wenn das finanziell alles kein Problem ist, kannst du ja Schritt für Schritt Behörden Gänge erledigen.

Denk dran, neben Boot, Liegeplatz, Sprit etc., kommt natürlich noch Ausrüstung, Angeln, Schnüre, Vorfächer, Fliegen etc. dazu. (Denke das ist kein unerheblicher Teil)

Hier noch das Boot. An dem Tag hatten wir recht starken Wind und ordentlich Wellengang. Das Boot (6m lang) hat einen super Job gemacht.

Boot.PNG
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„There is no greater fan of fly fishing than the worm. “ Patrick F. McManus
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Re: Hochseefischen / Geschäftsidee

Beitragvon webwood » 31.07.2019, 14:41

Lieber "Advocatus diaboli"
Danke für deine Meinung. Bevor ich dich lieber Olaf einfach anrufe, antworte ich lieber öffentlich. Es sollen ja alle mitLesen:
Ich sehe vieles anders als Du:
Klar bin ich ein "Ausenstehender" doch die Leute dort sind einfach extrem nett und hilsbereit. Mann muss halt den ersten Schritt selbst machen. Zu den Sprachkentnissen. Ich habe noch rund 5 Jahre Zeit die Sprache zu erlenen. Das sollte auch in meinem Alter noch möglich sein. Wenn nicht, kann ich das ganze knicken, da hast du recht.
Manuela und ich sind aber gewiss keine "Deutschlands dümmste Auwanderer von RTL" oder wie immer diese Sendung lautet.
Ich frage hier in unserem Forum jetzt schon, also Schnellschuß wird unser Plan mal ganz gewiss nicht. Es sind auch noch ettliche Urlaube auf den Canaren, mit entsprechendem Focus vor uns, bevor wir hier die Zelte abbrechen. Das einige tausen Leute ganau das planen, was ich vorhabe, wage ich sehr zu bezweifeln.
Ich war im Norden Teneriffas, da ist es touristisch eher beschaulich. Das Wetter ist ja auch nicht so immer super toll, Wenn es, wie du sagst so viele Einheimische gibt, die Big-Game Turns anbieten, weil sie ihre hungernden Kinder ernähren müsse, so frage ich mich, weshalb ich quer über die Insel fahren musste, um den nächsten Anbieter (Los Gigantes) zu erreichen. Auserdem "sorry" wir sind in der EU. Es ist ja auch kein Thema, so sich ein Spanier in Deutschland selbstständig macht.

Die Bürokratie ist echt eine Sache für sich. Beispiel Angelschein für das Küstenfischen. Hat zwar eh keiner der Einheimischen, doch konkret sieht der Verwaltungs-Act so aus:
Du fährst zur "Administración municipal", das ist die Regionale Behörde. Dort brauchst du zwei Passbilder und eine Menge Zeit, Dann bekommst du einen Zahlungsbeleg, den du natürlich nicht vor Ort bezahlen kannst. Da musst du bei der nächsten Bank einzahlen, dann wieder zurück, warten und hast irgenwann deinen Fischereilappen.
Nervig, aber nicht unmöglich und wie ich schon schrieb, gibt es Agenturen die bei Behördengängen helfen.

Du schreibst "
Olaf Kurth hat geschrieben: So langsam müsste Geld auf Grund der laufenden Kosten in die Kasse fließen. Die Ersparnisse müssen herhalten,
Die Ersparnisse gehen schon beim allersten, Schritt, der was kostet drauf. Ich habe ein Budget und binn mit eurer Hilfe und weiteren Recherchen dabei einen Businessplan zu erstellen. Aber nochmals und ganz klar. Ich muss davon nicht leben!!! Es ist ein Zubrot zu einem Hobby obwohl Jammern natürlich der Gruß der Kaufleute ist. Welches Risiko gehe ich denn ein? Eigentlich gar keines. Wenn ich keine Gäste finde, kann ich vieleicht das Boot mit der Rente finanzieren oder icht verkaufe es wieder. Es geht ja um Sachwerte und die Kosten für die Administration etc. habe ich dann halt in den Sand gesezt. Das Risiko ist durchaus überschaubar.

Und der Megafisch am kleinen Boot, ja ich bin ein alter Mann auf dem Meer (Hemingway), da denke ich auch darüber nach. Zum einen habe ich wirklich noch keinen Peil, wo ich aufschlagen werde, nicht mal welche Insel. Sicher ausserhalb der Tourihochburgen und ob dann das Angelrevier Marlins hat, ist ja mal unklar. Im Zweifel habe ich einen Seitenschneider an Bord. Bevor Passagier und Boot in Gefahr kommen, wird ein Fisch gepierct. Vieleicht lasse ich das Schleppen auch ganz. Eine Menge Sprit und ganz und gar keine Garantie, das mein Gast was fängt. Wenn ich nur pilken/paternoster fischen anbiete, kann ich sogar sagen "Geld zurück" wenn kein Fisch gefangen wird. Das ist aber learning bei doing. Auserdem ist es durchaus möglich den Gast nach seinen Wünschen zu fragen und dann entsprechend zu angeln, Das ist ja der Witz, kostengünstig und nur mit einem max zwei Gästen raus zu fahren. Die grossen Boote mit 5-6 Gästen an Bord können das nicht bieten, oder haben nur einen Gast mit echt dickem Geldbeutel an Bord

Und ja, in der Heimat war es vertraut und so.... aber auch langweilig. Auf zu neuen Ufern!!! Und deppert bin ich ja auch nicht. Mein Haus in Peißenberg verkaufe ich nicht.
Da wird mein Stiefsohn einziehen und auch die Ferienwohnung weiter betreiben. Ich habe also gewiss nicht alle Brücken hinter mir verbrannt, und wenn es gesundheitlich bessere Probleme geben sollte, habe ich immer die Option zurück zu kommen.

Liebe Grüße

Thomas
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Re: Hochseefischen / Geschäftsidee

Beitragvon Butenbremer » 31.07.2019, 16:49

Hallo Thomas,

sicher bist Du nicht der "dümmste Auswanderer" aber was bei RTL gezeigt wird, ist auch nicht 100% Realität, sondern abgekartetes Drama, damit es nicht zu langweilig wird. Vor allem: die Leute bekommen bestimmt ganz gut Geld dafür, dass sie sich bei ihrem Privatleben filmen lassen. Vielleicht kannst Du so Dein Boot finanzieren :mrgreen:

Eine andere Frage, die mich als Mitleser beschäftigt: Deine Kernkompetenz ist das Fliegenfischen - warum müssen es dann die Kanaren sein, wo Du Dir alles neu erarbeiten musst. Wenn ich an Deiner Stelle über Rente und Aussteigen und Zubrot nachdenken würde, dann an einem Ort, wo man ein Fliegenfischer-Guiding machen könnte. Ich sehe ein, dass die klimatischen Bedingungen auch eine Rolle spielen, aber vielleicht gäbe es Alternativen. Ganz zu schweigen davon, dass Du selbst als Rentner doch sicher auch weiter fliegenfischen möchtest!?

TL
Bernd
Was ist schlimmer, Unwissen oder Gleichgültigkeit? Keine Ahnung, ist mir auch egal!
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Re: Hochseefischen / Geschäftsidee

Beitragvon webwood » 31.07.2019, 18:03

Hallo Bernd,

vom Boot aus kann ich Karpfen, Hecht und vor allem Renken fischen so man eine Hegene mit Nympfen noch gerade so als Fliegenfischen bezeichnen mag. Du hast völlig recht. Ich muss mir Wissen erarbeiten, doch das Klima und die Leute dort sind einfach toll. Das ist der Hauptfocus. Ich habe auch schon mal mit Norge schwer geliebäugelt. Die Landschaft dort ist dramtisch schön, aber ein halbes Jahr Winter sind mir einfach zu heftig.
Als Fliegenfischer-Guide mein Zubrot zu verdienen kommt nicht in Frage. Sicherlich habe ich Ahnung davon, doch alleine hier im Forum gibt es haufenweise kompetentere Fischer als ich.
Ich mag die Kanaren wegen Land und Leute und wegen des ewigen Frühlings. Ich habe das Glück, mir eine zeitlang einen anderen Wohnort leisten zu können. Die Idee mit dem Hochseefischen ist alleinig, weil es mir selbst Freude macht und so mit Geld bin ich nun wirklich nicht gesegnet, dass ich mir einfach so ein Boot nebst Unterhalt ohne Einnahmen leisten könnte. Ansonten mit "Nix Zubrot" käme ich auch über die Runden, könnte mir aber ein Boot auf den Kanaren nicht recht leisten. Auserdem einfach so, Richtung Rente zu schlittern, ohne Plan was ich dann mache, ist einfach nicht mein Ding. Ein Ziel im Leben brauche ich. Ich war ja auch fast mein ganzes Berufleben selbstständig. Ob ich mein Ziel erreichen werde, steht auf einem anderen Blatt. Vieleicht gurke ich bei Rentenbeginn mit dem Rollator rum. Dann muss ich umdisponieren.
How ever. Muchas gracias auch für Deine/Eure skeptischen Meinung/en.

No risk/no fun,

Thomas
PS: Das Fliegenfischen werde ich keinesfalls aufgeben. Meeräschen und Co. Sinnvollerweise sollte ich aber mal lernen mit der Zweihand zu werfen. Ich habe sogar eine passende Rute, doch werfe ich an der Ammer mit der Einhand immer noch weiter. Hatte einfach noch keinen Bock, mich auf wirklich weite Würfe zu konzentrieren. Am Atlantik ist das bei der Klippenfischerei sicherlich von Vorteilt, wenn man es kann.
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