Schnurverwirrung

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Schnurverwirrung

Beitragvon orkdaling » 29.09.2017, 10:19

Moin moin,
hab da mal eine Frage zu den Test`s bzw den Angaben. (ich will nicht ueber Testergebnisse und deren Qualitæt diskutieren)
Da findet man zB das die Schnur XY auf den ersten 9,14m ... wiegt und damit schon an der oberen Toleranz der næchst høheren Klasse liegt.
Muss ich das wissen?
Oder ist viel wichtiger das die Keule eine Længe von... hat und dabei ... wiegt. Auf meinen Ruten steht ja auch nicht mehr die Klasse nach AFTMA / AFFTA sondern das Wurfgewicht.
Eine uebergewichtige Keule die vielleicht nur 8,8m lang ist, aber die gesamte Schnur bei 12m genau soviel wiegt wie eine Schnur mit 11,6m Keule, warum muss ich da wissen was diese oder jene Schur bei 9,14m wiegt?
Noch verrueckter wird es bei Ruten die gleich mal mit 3 Klassen angegeben werden, dann wære die Schnur fuer die untere Klasse zu schwer aber fuer die obere Klasse zu leicht.
Jeder weiss doch das er eine kurzkeulige Schnur gegen Wind oder fuer grøssere Fliegen fischt, eine mittlere um auf Weite zu gehen und eine extrem lange Keule um bei ruhigem Wetter Fliegen auf Entfernung ab zu legen.
Wichtig fuer mich ist daher die Keulenlænge und das Gewicht sowie das Profil dieser Keule, egal was diese Schnur bei 9,14m wiegt.
Und warum ist das fuer mich wichtig - weil es eben keine Schnur gibt die entwickelt wurde "um Fische zu erreichen die andere nicht erreichen" oder die sich "fuer jegliche Fischerei" eignet.
Aber vielleicht hab ich auch einen ganz anderen Ansatz, ich kauf mir keine Schnur die zur Rute passt sondern zum Fisch den ich unter den jeweiligen Bedingungen fangen will.
Also, welchen Fisch mit welcher Fliege unter welchen Bedingungen entscheidet ueber die verwendete Schnur, kurz oder langkeulig und dabei egal was die 9,14m wiegen,
danach mach ich mit Gedanken mit welcher Rute ich das realisieren kann.
Spielt dabei keine Rolle ob Einhand und WF oder Doppelhand und Kopf, da achtet ma ja auch auf WG und Keulenlænge.
Fuer mich ist also der Messpunkt nach den ueberholten Aftma-Klassen nicht zeitgemæss und den finde ich auch nicht auf den Seiten der Hersteller.
Gruss Hendrik
orkdaling
 
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Re: Schnurverwirrung

Beitragvon Hawk » 29.09.2017, 10:55

Stimm ich dir zu, konsequent wäre es wenn die Hersteller auf Ruten und Schnüren statt oder zusätzlich zur Aftma Klasse das Keulen Gewicht in Gramm dazuschreiben würden. Bei den Schnüren wird das ja schon regelmäßig gemacht, bei den Ruten eher selten.

Das mit der Aftma Klasse ist grade bei extrem kurz oder langkeuligen Schnüren Schwachsinn.Bei sehr kurzen keulen liest man häufig das die Schnur nach Aftma einer 2-3 Klassen höheren Schnur entspricht.
Das die Keule genausoviel oder weniger wiegt wie eine Aftma konforme langkeule der selben klasse wird dabei dann gerne vergessen :roll:
Gruß
Sven
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Re: Schnurverwirrung

Beitragvon Magellan » 29.09.2017, 16:26

orkdaling hat geschrieben: ... wiegt und damit schon an der oberen Toleranz der næchst høheren Klasse liegt.
Muss ich das wissen?


Möglicherweise ziehen andere Forennutzer einen Mehrwert aus solchen infos...

orkdaling hat geschrieben:Aber vielleicht hab ich auch einen ganz anderen Ansatz, ich kauf mir keine Schnur die zur Rute passt sondern zum Fisch


Dieser Ansatz ist unbestreitbar so inhaltsvoll wie viele deiner Posts :roll:

orkdaling hat geschrieben:Jeder weiss doch das er eine kurzkeulige Schnur gegen Wind oder fuer grøssere Fliegen fischt,


Du möchtest doch hier die Anfänger nicht verwirren, oder? Das ist doch relativ und absolut situationsabhängig welches Schnur Profil bei Wind verwendet wird. Und die Definition
"größerer" Fliegen ist ein streitbares Thema...

orkdaling hat geschrieben:Fuer mich ist also der Messpunkt nach den ueberholten Aftma-Klassen nicht zeitgemæss...
Gruss Hendrik


... da gehen wir beide konform.

Gruß
Heiko
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Re: Schnurverwirrung

Beitragvon Noellgen, H » 29.09.2017, 16:40

Hallo,

der einzige, der das mit den Gewichtsangaben auf Schnur und Rute konsequent umsetzt
ist meines Wissens Henrik Mortensen mit seiner Salmologic Serie.
Man nimmt die Schnur passend zur Rute und fertig. Das ist zumindestens für Anfänger eine
feine Sache.
Ansonsten kann man ja den Schusskopf etwas schwerer wählen als voraussichtlich benötigt und
dann stufenweise kürzen bis das individuelle "Wohlfühlgewicht" erreicht ist.

Gruß,

Heiner
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Re: Schnurverwirrung

Beitragvon Trockenfliege » 29.09.2017, 17:24

Um die Verwirrung noch etwas zu erhöhen: Ich behaupte mal aus meiner Erfahrung raus, dass ich mit langen Keulen höhere Gewichte mit der gleichen Rute händeln kann als mit einem Schusskopf.
War gerade in Dänemark: Bei einem Schusskopf von 17gr intermediat war die Rute schon gut ausgelastet, werfe ich dagegen eine langkeulige 7er oder 8er floating kann ich 20gr in der Luft halten.
Woran liegst? Luftwiderstand ? Zuggeschwindigkeit? ...... Oder das gleiche Keulengewicht bei gleicher Länge aber unterschiedlichen Durchmessern (schwimmend sinkend).
Die sinkende Schnur zieht viel heftiger, da sie weniger Luftwiderstand hat.

Zur ursprünglichen Frage: Ja, mich interessiert es, je mehr Info ich bekommen kann, desto besser.
So sind zB. die Durchmesser der Runningline von WF Schnüren sehr wichtig!
Es macht einen großen Unterschied, ob sie 1,1mm dick ist (Rio Gold)oder 0,88 (meine alte 3M Schnur)! Die dünnere schiesst natürlich deutlich besser, mit der dickeren kann ich dafür leichter mehr Schnur in der Luft halten.

Und über die Gewichtsrelation 9,14m - Gesamtkeule erfahre ich auch was über das Profil, falls dieses nicht vom Hersteller angegeben ist, siehe Triangel taper versus Profil mit viel Frontgewicht.
Leider ist es heute sehr viel schwieriger geworden, eine passende Schnur zu bekommen, wenn man nicht als diese Angaben hat und man sie nicht probewerfen kann.
Und probewerfen kann die Schnüre meistens selbst dann nicht, wenn ein Laden sie führt, denn die haben ja nicht jede Schnur offen aus einer Rolled da.

LG
Reinhard
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Re: Schnurverwirrung

Beitragvon orkdaling » 29.09.2017, 17:29

Hallo Heiko,
nee Anfænger will ich nicht verwirren, man muss den Satz als ganzes sehen (kurrzkeulig, mittlere und langkeulige Schnur)
Hætte ja das Wørtchen "hauptsæchlich" einfuegen kønnen, aber wie dem auch sei, ich denke das die meisten verstehen was gemeint ist.
Und wie ich schon erwæhnte, die Angabe des Gewichts laut Aftma bringt mir oder anderen rein gar nichts wenn ich eine kuerzere Keule habe oder aber eine Rute die mit WG angegeben ist.
Daher finde ich auch die AFTMA Angaben , heute reden wir von AFFTA, als ueberfluessig und gerade Anfænger verwirrend.
Heiner, nicht nur H.M. gibt nun konsequent das Wurfgewicht an, auch GL sowohl bei EH und DH Kopflænge und Gewicht. Was man logischer weise bei ihnen auch auf der Rute findet.
Wenn aber wie zB bei LTS 7/8/9# auf der Rute steht, was kauft der Anfænger dann fuer eine Schnur? Einen Schusskopf oder eine Vollschnur und in welcher Klasse?
Also ist fuer mich, Andere kønnen andere Schluesse ziehen, die Angabe der Kopflænge und dessen Gewicht sowohl bei EH und DH zielbringender, Auf meinen Ruten steht ja auch das WG in gramm bzw das WG Fenster.
Und wenn ich Test`s lese, egal ob Schnur oder Rute, finde ich zumindest bei meiner Lektuere ( Flugfiske i Norden, Jakt og Fiske, Alt om Fiske, Newsletter von GL und HM oder Zpey) nicht eine einzige AFFTA Angaben mehr.
Gruss Hendrik
orkdaling
 
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Re: Schnurverwirrung

Beitragvon Trockenfliege » 29.09.2017, 17:36

@ orkdaling: Natürlich wirft jede Fliegenrute 4 - 5 Schnurklassen - wenn wir von affta-konformen Schnüren sprechen!

Das habe ich hier aber schon einige male vorgekaut, aber trotzdem:

Fangen wir oben an. Wenn du eine 8er Rute mit einem 9m , 24gr Schusskopf wirfst, dann wirfst du gerade eine Klasse 12!
Wenn du eine entsprechende Keule von 24gr, aber vielleicht 11m Länge wirfst hast du eine 10/11er.

Wenn du dann eine Rio Gold mit ca. 24gr Kopfgewicht wirfst hast du dann eine 9er, eine DT 8 passt auch noch sehr gut und wenn du ein sehr kontrolliertes Werfen mit großen Schnurlängen in der Luft praktizieren möchtest passt auch noch eine DT 7. Ups, da sind wir schon bei 6 Schnurklassen :D

LG
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Re: Schnurverwirrung

Beitragvon orkdaling » 29.09.2017, 21:20

Hallo Reinhard, was soll so eine Rechnerei wenn es ganz einfach geht.
Fuer mich und nur darum ging es, hat sich die Gewichtsangabe nach AFTMA/AFFTA ueberholt weil nich aussagekræftig.
Um zu sehen was zu meiner Rute passt brauche ich das Gewicht der Keule sowie deren længe und wenn møglich das Profil.
Um bei deiner 8# zu bleiben, auf meiner Salmologic steht ein WG 18 - 20 gramm und genau das wirft sie auch am besten. Da ist es egal ob ich solch eine Schnur bei Baltic oder Mortensen kaufe.
Wenn ich bei der DH eine Angabe von zb 30 - 34 gramm finde dann kann ich genau solch einen Kopf kaufen. Da ist dann aber das Profil wichtig. Ich kann diese Rute mit einem kurzen Skagit oder eben mit einen lang auslaufenden Spey Kopf werfen. Schau dir mal die grundverschiedenen Profile dieser Køpfe an - bei gleichem Gewicht.
Nicht anders ist es bei den EH wo von 6,5m ueber 8,5m im kurzem Bereich bis hin zu langen Keulen von 12,5 bis 14,5m alles mit einer Rute geworfen wird., je nach Bedingung und Einsatzzweck.
Wo bitte brauche ich da die Angaben der erten 9,14m? Ich jedenfalls nicht und ich kenne auch keinen der danach fragt, weder Kæufer noch Hændler.
Oder mal am Beispiel von GL, eine 8# Bullet hat bei einer Kopflænge von 8,5m und17g und ist fuer die Salmologic zu leicht. Dagegen hat die Experience WF 7 aber 19g bei 14,1m Kopflænge und liegt damit im Fenster. Das sagt mir das ich die Bullet eine Klasse høher nehmen muss, bei der Experience reich die 7#. Mal abgesehen davon das die Salmologic soviel Power hat das du natuerlich auch eine andere Schnur mit 20 oder 22g werfen kannst.
Genug Beispiele angefuehrt, meine Meinung ist klar, bin gespannt was weitere FF dazu sagen.
Gruss Hendrik
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Re: Schnurverwirrung

Beitragvon fjorden » 30.09.2017, 00:32

Hallo,
also ich habe am besten geworfen als ich noch nicht gewogen habe. Eine meiner Lieblingsschnüre an der Küste war eine Loop Distance 75 WF 8 F, die ich mit Intermediate Polyleader 8noch mal 2 gr.) mit einer 7er Rute fischte und prima klar kam. Irgendwann kam die Wiegerei auf. Die Schnur wog nur 12,8 gr., im AFTMA Fenster im 8er Rahmen. Ab da begann die Unsicherheit, vielleicht doch zu leicht, etc. Inzwischen bin ich wieder bei meinen alten Schnüren angekommen und fische regelmäßig eine Snowbee WF 8 F bei ruhigen Bedingungen und die Loop bei viel Wind. Die Spektren, die mit einer Rute geworfen werden können sind in der Regel auch mehr als 2 gr. Ich werfe mit meiner Lieblingsküstenrute im Prinzip von 15 gr bis 21 gr. Bin auch der Meinung, dass sich bei den Ruten was verändert hat. Damals war eine 6er tatsächlich eine heute ist es meist eine 7er oder 8er Rute.
Gruß
Fjorden
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Re: Schnurverwirrung

Beitragvon orkdaling » 30.09.2017, 09:18

moin moin,
Fjorden, natuerlich macht jeder seine Erfahrungen mit seinen Ruten.
Ich fische ja auch zB eine Scott 9ft 6# und Sumo 10ft 6# und beide brauchen eine andere Schnur, es sind ja grundlegend verschiedene Ruten.
Wenn ich aber davon ausgehe das heute die Rutenangaben sowieso nicht stimmen dann bræuchte auf dem Schnurkarton nur noch 6# oder 8# stehen.
Aber wenn ich will das Rute und Schnur passen und das sowohl vom Gewicht und Profil, damit ich sie fuer die jeweilige Rute oder den jeweiligen Einsatzzweck kaufen kann, brauche ich wie schon geschrieben die Angaben zur Længe, Gewicht und Profil der Keule. Bei einer 8 oder 14m Keule sind die 9,14m fuer mich vøllig uninteressant.
Und darum finde ich in meiner Lektuere, meinen Tests, auf den Verpackungen der Schnuere keine Angaben zu AFFTA sonder zum Schnurgewicht.
Um nichts andere ging es, weder um Rutenklassen oder Runningdiskussion.
Alles andere ist wie bei den Strickweibern, da sagt die eine, diese Wolle musst du fester ziehen und die andere sagt nee, ich hab duennere Finger als du.
Recht haben wohl beide.
Gruss Hendrik

Finde weder bei Rio, SA oder GL solche Angaben aber interessante Infos.
https://cdn-tp2.mozu.com/15440-22239/cm ... 0647243546
http://www.scientificanglers.com/wp-con ... Long-1.jpg
http://www.guideline.no/WF+lines+for+sa ... FRvQ3W.ips
orkdaling
 
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Re: Schnurverwirrung

Beitragvon Trockenfliege » 30.09.2017, 19:36

Rutenklassen - Schnurklassen:
Die Schnurklassenangaben für Ruten haben sich in den letzten Jahrzehnten nicht so stark verändert, von einigen Ausreißern abgesehen ( zB. Sage RPL+, SP+ , RPLXI).

Nur die Annahmen von den heutigen Fliegenrutenschwingern haben sich geändert, scheint mir!

Viel scheinen heute zu meinen, dass das optimale Wurfgewicht einer Fliegenrute dem des definierten affta Gewichtes entspricht, zB. bei einer 6er Rute - affta 6 bei 9,14m ist ca. 10,2 gr, also muss dies das optimale Wurfgewicht sein.
Das ist völlig falsch und hat auch noch nie gestimmt!!
Ich fische seit 37 Jahren mit der Fliege und besitze viele Ruten aus allen Epochen, altes Glas aus den 60er und 70ern, die ersten Kohlefaser Ruten von Shakespeare und Fenwick, Orvis Graphit, HLS, diverse Sage-Generationen, Looomis IMX, Winston BII uva bis zu aktuellsten Modellen.

Keine dieser Ruten wirft das ihrer Klassenangabe entsprechende affta Gerwicht optimal, also keine wäre mit einer Keule von 9,14 in der angegebenen Klasse max. ausgelastet!

Aber die meisten kommen mit einer DT Schnur der entsprechenden Klasse gut zurecht und damit mit dem ca. 1,5 fachen des affta Gewichtes. Denn um eine DT händeln zu können, muss die Rute ( und der Werfer) ca. 15m in der Luft halten können. Und wenn ich dann auf WF umsteigen wollte, muss diese eben je nach Keulenlänge eine höheren Klasse haben.
Genauso haben wir es früher auch gelernt.

Und die Rutenangaben sind heute noch genauso, nur das halt (fast) keiner mehr mit einer DT fischt.

Und jetzt kommen halt die Schnurhersteller in den Ring. Manche dachten, tun wir dem Kunden was gutes und labeln unsere Schnur nicht mehr mit der tatsächlichen affta Klasse, sondern schreiben auf die Packung, was auf der passenden Rute stehen sollte.
Und das bringt die Verwirrung! Jetzt gibt es aktuell 5er WF Schnüre, die tatsächlich affta konform sind und daher eher auf eine 4er Rute passen und es gibt 5er WF Schnüre, die für eine 5er Rute optimiert sind und daher deutlich über der affta Klassifizierung liegen.

zB. Rio Outbound oder Airflow 40+ - die sind 2,5 Klassen unterlabelt, meine WF 7 Airflow entspricht nachgewogen eher einer 9er Schnur und ich brauche schon eine kräftige 7er Rute ( CNC Affinity X), um die zu werfen - sie ist also keine 7er Schnur im klassischen Sinn, sondern für eine 7er Rute gedacht!

Und daher sind für mich so viele Angaben wie möglich interessant, um eine Schnur theoretisch bewerten zu können.
Schon allein die 2 grundverschiedenen Profile Triangel taper versus dicker Spitzenbereich. Wenn ich jetzt nur das Gesamtgewicht der Keule habe, weiss ich nicht, wie ausgeprägt die jeweiligen taper sind - stark übergewichtig inm Spitzenbereich oder eher moderat. Die Profilbilder der Hersteller sind da zu allgemein.

So hat die Airflow 40+ ein für mich überraschend starkes Triangeltaper nebst sehr dünner Runningline, was zum Weitwerfen eher untauglich ist. Die Schnur ist meinem Geschmack nach mehr was für diverse Rollwurfvarianten ( solange das Keulenende noch im Spitzenring steckt) aber keine vernünftige Weitwurfschnur, dafür ist sie im Spitzenbereich zu leicht, bzw. der hintere Keulenbereich zu schwer. Aber als Weitwurfschnur wird/wurde sie verkauft!

Natürlich sind bei dieser Vielfalt an "Klassifizierungen" der Schnüre eine Gewichtsangabe der Keule nebst der Keulenlänge, das Mindeste ´, was auf der Verpackung stehen sollte.
Aber auch der Durchmesser der Runningline ist bei Schnüren interessant, die in der Hauptsache nur weitgeworfen werden ( Meerforelle), da gibt es deutliche Unterschiede.

Also abschliessend: Die Rutenangaben passen auch heute noch genauso gut oder schlecht wie früher, nur die Denke vieler heutiger Werfer hat sich geändert.
In Zukunft wird sich wohl das reine Gewichts -Konzept durchsetzen, wobei wir dann eventuell die amerikanischen Grain auf Gramm übersetzen müssen;)).

LG
Reinhard
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Re: Schnurverwirrung

Beitragvon fjorden » 30.09.2017, 22:37

Hallo Reinhard,
ich würde dir da widersprechen. Die heutigen Ruten sind in der Regel unterzeichnet. Wenn für eine 6er Rute z.B. 16 gr Wurfgewicht angegeben werden dann wäre das damals vor 20 - 25 Jahren eine 7er oder sogar 8er Rute gewesen. Das Durchschnittswurfgewicht der 6er Ruten von damals lag bei ca. 13,5 gr.
Die DTs wurden auch nicht anders gemesen. 9,14 m haben die AFTMA Klasse bestimmt. Und da ist es dann kein Unterschied zu einer Longbelly Keulenschnur. Was es jedoch damals nicht gab waren Kurzkeulenschnüre wo das gewicht auf 7 oder 8 m verteilt ist.
Gruß
Fjorden
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Re: Schnurverwirrung

Beitragvon Trockenfliege » 01.10.2017, 11:14

Hallo Fjorden,

ich weiss nicht, wie viel Erfahrung du mit älteren Ruten hast - ich habe nicht nur viel Erfahrung mit denen - ich besitze sie auch und habe sie auch alle geworfen!
Es gab früher auch die weicheren Glasruten aus England oder Amerika, die tatsächlich aus heutiger Sicht etwas hoch angesetzt waren ( für meine Definition - siehe DT Wurfvermögen).

Nach deiner Sichtweise (WF Wurfvermögen) passen aber derren Angabe.

Aber es gab genauso viele Glasruten, die eher unterzeichnet waren: Shakespeare 5/6 oder DAM Allround 6/7: Mir denen streamer ich heute auf Hecht - mit einer 19,5gr Keule Klasse 9!

Auch meine alten Sportex Kohlefaserblanks ( aus den 80ern) waren eher eine Klasse unterzeichnet - nach meinem Verständniss: eine mit 5/6 im Katalog angegebene wirft eine DT 6 bis ins Leinenende!
Die Fenwick HMG passen ganz gut, die Orvis Graphit ( 70er/80er) auch, die Orvis HLS (80er) fallen kräftiger aus - meine 6er HLS verträgt deutlich mehr als 13,5gr - und die ist ca. 23 Jahre alt.

Die gerade erworbene 6-teilige RST (M1, ca. 1985) , aufgebaut von oder für Robert Peter Silberhorn hat laut Katalogangabe die Klasse 4/5 ( es gab die nur in einer Ausführung meines Wissens) - meine Rute ist aber mit 5/6 beschriftet und Robert Peter Silberhorn gehört nicht zu den Unwissenden!
Es gag aber auch Ruten, auch im Kohlefaserbereich, die für ihre Angaben etwas leicht ausfielen, aber man kann das nicht verallgemeinern.

Ich gebe dir recht, dass die heutigen Ruten, je nach Modell, eher mal mehr als weniger vertragen als angegeben, aber wenn du deine Ruten mal mit einer entsprechenden DT werfen kannst, probier es mal aus, das passt auch heute noch in den allermeisten Fällen.
Aber nochmal zu deinem Verständniss: Ruten waren noch nie so gelabelt, dass sie mit dem affta Gewicht von 9,14m ( bei einer 6er zB. 10,4gr) optimal/maximal ausgelastet gewesen wären - niemals!
Das schreibst du ja selber: " Durchschnittswurfgewicht der 6er Ruten..lag bei 13,5gr". Das wäre, wenn wir es in eine Keule von 9,14m "übersetzten" eine Klasse 8!
Also hat auch aus deinen Erkenntnissen heraus nicht die affta Klasse für 9,14m die Rutenklasse bestimmt.


LG
Reinhard
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Re: Schnurverwirrung

Beitragvon orkdaling » 01.10.2017, 12:02

Moin moin ihr beiden,
schaut mal hier die Aktuelle DT Schnur von GL http://www.guideline.no/Fario+DT+%28Nyh ... norWebshop
ZB 5# - 15 g bei 12,5m Messpunkt . warum wohl. Weil diese Schnur nicht dazu gemacht ist mit 9,14m in der luft zu wedeln.
Kønnte allerdings auch eine WF mit dem entsprechenden Profil nutzen , hab da einige in 6# bis 8# wo die Keule 12,5 bis 14,m ausmacht.
Und zur Ueber oder Unterzeichnung von Ruten, das ist auch herstellerabhængig bzw klassifiziert der Eine nach EH und der Andere nach DH was zusætzlich zur Verwirrung sorgt.
Gruss Hendrik
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Re: Schnurverwirrung

Beitragvon fjorden » 02.10.2017, 07:52

Hallo Reinhard,
Trockenfliege hat geschrieben:also hat auch aus deinen Erkenntnissen heraus nicht die affta Klasse für 9,14m die Rutenklasse bestimmt.

Nein natürlich nicht das tatsächliche Wurfgewicht. Da jedoch Keulenschnüre in der Regel einen ca. 12 m Kopf hatten, passte es. Ich sag mal grob:
# 5 ca. 11 - 12 gr.
# 6 ca. 13 - 14 gr.
# 7 ca. 15 - 16 gr.
# 8 ca. 17 - 18 gr.
Das es Ruten gab, die falsch gezeichnet waren war damals schon. Da ich seit Anfang der 90iger nur M.A.C. Ruten fische war ich immer auf der sicheren Seite, da Theo die Ruten immer vermessen hat. Ich kam auch immer mit den entspechenden Schnüren, ja, auch ich habe für eine 7er Rute eine WF 8 Schnur genommen und würde eine DT in der entsprechenden Klasse nehmen, da selbst wenn die Rute mehr wirft kann ich das bei einer DT ausgleichen. Will ich jedoch am Bach auf kurze Entfernung fischen wurde auch damals empfohlen, die DT eine Klasse höher zu nehmen. Also grundsätzlich sind wir uns einig, dass eine Gewichtsangabe auf Ruten und Schnüren vieles vereinfachen würde!
Gruß
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