Kaviar der Forelle

Fisch auf den Tisch. Etwas für den Magen, wie der Titel schon ausagt. Hier fachsimpeln alle Köche/-innen und Freunde der Gaumenfreuden. Natürlich mit Kernpunkt rund um den Fisch.

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Kaviar der Forelle

Beitragvon fly fish one » 29.11.2018, 23:17

Ich mag Kaviar...hüstel, ich meine natürlich Seehasenrogen oder womit auch immer die Tiefkühlregale gefüllt sind. :badgrin: Ich mag den wirklich sehr, auch die Varianten mit den grossen Eiern. Ich habe von Fischerkollegen nun schon immer neugierig die Rezeptvorschläge gelesen, bis, ja bis ich mich heute mal selber getraut habe. Ich muss sagen: "Mein lieber Scholli!" Eine Delikatesse und nicht mit dem Tiefkühlregal zu vergleichen! Wozu braucht es echten Kaviar und die Russen, wenn es auch eine bayerische Forelle und ein eingewanderter Preuße tun?

Das beste war wirklich, ich habe mich das sonst nie getraut, direkt und frisch entnommen und pur! Alter Schwede! Dann gesalzen und 1 Stunde liegen lassen. Frisches Hofpfister Brot, Butter, Frischkäse, eben der Klassiker und dazu einen frischen Salat mit überbackenem Camembert. Was nicht auf´s Brot wollte wurde pur dazu gelöffelt. Begleitet von einem bodenständigen bayerischen Hell schoss der Kolesterinspiegel unter die Schädeldecke. :shock: Aber ich kann nicht sagen, dass ich mich schlecht fühle! Nein ganz im Gegenteil! :D Das Gefühl kenn ich sonst nur wenn ich Austern vertilge. :mrgreen: Aber so wie die Franzosen, mit allem was diese Frucht des Meeres zu bieten hat.

Jetzt aber mal ernsthaft. Wir haben zu zweit gegoogelt, weil wir nicht wußten wie den Rogen reinigen. Er hängt an einer grossen Haut. Nachdem ich feststellte wie fest die Eier eigentlich sind, habe ich sie davon einfach abgestreift, in ein feines Sieb. Da tropft noch ein wenig Flüssigkeit ab. Von da in eine Plastikschüssel (man soll kein Metall verwenden). Kein Abspülen, abwaschen oder sonst was. Das habe ich zumindest aus dem Indernet rausgefunden, wegen Osmose und so (Bio LK: Osmose ist die Diffusion durch eine semipermeable Membran! :badgrin: ). Sie hängen dann immer noch in kleineren Bündeln untereinander zusammen, aber ohne Haut. Das stört also nicht. Dann wirklich einfach nur noch Salzen. Mit einem Gummilöffel leicht unterheben. Wir haben die Mischung 25 Gramm Salz auf ein Kilo Rogen angewendet. Schmeckt super und nur ganz fein salzig. Ganz anders als alles was ich bisher als Rogen gegessen habe und sehr delikat!

Frank - bin gespannt was ihr noch so empfehlen könnt!
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Re: Kaviar der Forelle

Beitragvon fly fish one » 30.11.2018, 20:20

Vielleicht noch ein Nachtrag. Soweit die Recherche ergeben hat, soll das auch mehrere Tage ohne Probleme haltbar sein. Ich habe alles (400 Gramm!!) auf einige kleinere Schraubdeckel Gläser verteilt und im Kühlschrank deponiert. Jetzt gibt es einfach jeden Abend Forellenkaviar. Ich sehe das gelassen, aber wenn ich hier nicht mehr aufschlage ist doch irgend was schief gelaufen! Man soll den Rogen auch einfrieren können. Was ich nicht wollte, weil ich den einfach jetzt essen möchte.

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Re: Kaviar der Forelle

Beitragvon Hickey » 01.12.2018, 12:33

Ich drehe das Zeug immer durch den Fleischwolf, unter Verwendung der größten Löcher. Die Eier bleiben dabei vollkommen intakt, aber die Haut bleibt zurück. Danach waschen, einsalzen und etwas warten - fertig.
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Re: Kaviar der Forelle

Beitragvon webwood » 01.12.2018, 16:46

Frisches Hofpfister Brot, Butter, Frischkäse, eben der Klassiker und dazu einen frischen Salat mit überbackenem Camembert. Was nicht auf´s Brot wollte wurde pur dazu gelöffelt. Begleitet von einem bodenständigen bayerischen Hell


Über Geschmack, lieber Frank soll man nicht streiten, was ich auch gewiss nicht beabsichtige, doch finde ich du erschlägst den köstlichen Geschmack des Kaviars mit deinen diversen Zutaten.
Vorschlag: Probiere doch mal ein frisches Baguette mit sehr dünn Butter und darauf ordentlich Kaviar. Dazu einen trockenen Weißwein (Chablis z.B).
Das ist nun keine Hauptmahlzeit, aber in meinen Augen ein kulinarisches Gedicht.

TL
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Re: Kaviar der Forelle

Beitragvon fly fish one » 01.12.2018, 19:25

Lieber Kollegen,

vielen Dank. Das mit dem Fleischwolf ist eine gute Idee! Und Dein Vorschlag, lieber Thomas, "weniger ist mehr", den setze ich gleich heute Abend um. Zwar nicht mit Baguette, aber mit unserem Spitzenbrot vom Hofpfister. Die grundsätzliche Erleuchtung in der eigenen Zubereitung von Fischrogen liegt in der Erkenntnis, dass die käuflichen Varianten deutlich salziger und einen völlig anderen Geschmack haben. Vermutlich liegt es auch an der Frische. Ich "kämpfe" gerade mit der Familie, weil die sich nicht recht an die grossen Eier rantrauen. Ich versuche die Andersartigkeit gegenüber allen käuflichen Gutes zu unterstreichen. Dann sind sie zusätzlich etwas pikiert, weil die Eier trotz Entfernung der Haut noch zu kleineren Klumpen verbunden sind. Da wäre Michaels Fleischwolf jetzt nicht schlecht. Ich bin aber auch in unsere Familie der wagemutigere Esser. [Wobei, für Austern habe ich ein paar Jahre Anlauf gebraucht. Aber das ist eine andere sehr delikate und schöne Geschichte.]

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Re: Kaviar der Forelle

Beitragvon AlexWo » 02.12.2018, 13:40

Hallo Frank,

was das noch optisch und auch dezent geschmacklich aufwertet ist feingehackter Dill.
Mit Salz bin ich auch eher sparsam.

LG

Alex
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