Rezept für Steckerlfisch?

Fisch auf den Tisch. Etwas für den Magen, wie der Titel schon ausagt. Hier fachsimpeln alle Köche/-innen und Freunde der Gaumenfreuden. Natürlich mit Kernpunkt rund um den Fisch.

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Rezept für Steckerlfisch?

Beitragvon Obi » 08.05.2011, 06:34

Hallo zusammen,

ich bin auf der suche nach einem guten Rezept für Steckerlfisch. Kann mir da jemand einen Tipp geben?

Welche Fische nehmt Ihr dafür :?:

Wie würzt Ihr :?:


Vielen Dank schon mal vorab und :wink:


Beste Grüße, der Obi
„De Woch fangt scho guat o“ (Kneißl Hias, 1901)
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Beitragvon Olaf Kurth » 09.05.2011, 19:35

Hallo namenloser Kollege,

dann will ich mal: Du nimmst Paprika (Hauptbestandteil), Salz, Pfeffer, Thymian, Majoran, Knoblauch und eine Prise Curry. In südlichen Landesteilen kommen noch ein paar Gramm fertiges Bratfischgewürz als Geschmacksverstärker dazu, du kannst es aber auch mit Fondor probieren, oder die Geschmacksverstärker weglassen - schmeck's einfach ab!

Als Fisch hat sich eindeutig die frische (oder gefrorene) Makrele bewährt, da sie einen ausreichendenden Fettanteil hat und nicht so leicht verbruzelt. Die Fische gut mit dem fertigen Gewürzmix (siehe oben) einreiben, aufstecken und los geht's. Aber Vorsicht bei der Zubereitung am offenen Feuer, du musst die Fische stets im Blick haben und den Abstand der schräg zur Glut aufgestellten Fische beobachten. Lieber einmal mehr gedreht, als von einer Seite zu lange angeschmurgelt.
Guten Appetit!!!

Liebe Grüße,

Olaf
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
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Beitragvon webwood » 09.05.2011, 19:38

Servus Obi,

je fetter der Fisch, desto besser.
Das ist für uns Flifis nicht ganz leicht.
Aal ist hervoragend geeignet, nur habe ich mit der Fliege leider.....
Makrele ist natürlich bestens geeignet, aber in Bayern verhältnismässig selten. Karpfen habe ich mal probiert, schmeckte dann aber letztlich doch wie "Karpfen". Forelle geht, wird aber recht schnell trocken. In Alu eingewickelt wird sie einfach besser.
Das ist jetzt wohl nicht das was du hören wolltest, aber probiere doch mal Folgendes:
Eine Trutte mit Salz, Pfeffer und Paprika (kein Schreibfehler "Paprika!"
innen und außen ordentlich einreiben, Petersilie und etwas Butter in den Bauchraum, außen mit Wammerl (Bauchspeck, dünn) einwickeln. Alufolie mit Butter einreiben und den Fisch einpacken. Dann rauf auf den Grill.

TL

Thomas
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Beitragvon Svartdyrk » 09.05.2011, 21:14

Thomas,

fast genau so, kenne (mache) ich das auch. Hab nur noch was Knoblauch & Dill dabei. Und das ist nicht nur mit Forellen super lecker... :daumen


Gruß Svart :smt048
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Beitragvon greypanther » 09.05.2011, 21:22

Hi Thomas & Svart,

glaube nicht, dass es sich im vorliegenden Falle um Forellen handeln soll.

Berlin und Salmoniden passen gewässertechnisch nicht so wirklich zusammen. Ich glaube es geht da mehr um Rotauge, Brasse & Co.

Aber letztendlich ist das ja, in Bezug auf die Gewürze, wirklich unerheblich.
Mein Tipp: Weißfische entsprechender Größe gut würzen, als Steckerlfisch braten und dann im Rahmen eines Fischerfestes an Nichtangler verkaufen. :lol:

P.S.: ich persönlich bevorzuge wilde Forellen aus einem Lough/Loch auf einer Insel am See gegrillt am Feuer aus morschen Ästen. Da braucht's nur etwas Salz und Pfeffer, und eine Spitzenmahlzeit ist fertig.
Zuletzt geändert von greypanther am 09.05.2011, 21:36, insgesamt 2-mal geändert.
Gruß
Klaus


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Beitragvon webwood » 09.05.2011, 21:32

Lieber Klaus,

Obis und Svarts Revier kenne ich nicht, wo ich mir aber sicher bin ist, dass mit diesem Rezept eine Forelle vorzüglich mundet, man kann natürlich auch ebenso einen Saibling oder eine Renke nehmen. Wenn man gerade eine Huchen zur Hand hat, geht das natürlich auch

Duck und weg

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Beitragvon Siegfried. » 10.05.2011, 08:00

Hallo Baumarkt,
noch was zur Historie gefällig? Das Original des Steckerlfischs war in den meisten Fällen die Nase, regional (z.B. an der Mosel) noch um mit Dreck und Fleck (wie mein Vater aus Westpreußen/Kaschubien sagte) in Fett schwimmend ausgebackene Elritzen (Pfrillen) ergänzt. Beide wurden auf ihren Laichzügen gefangen und waren daher massenhaft verfügbar, um sie mit dem ersten Wein vom Vorjahr per Fest in die winterhungrige Wampe zu befördern. Ob die Zubereitungsart in der Lage ist, die ca. 1 Million loser Fleischgräten in den Nasen eßbar zu bekommen, weiß ich mangels eigener Erfahrung nicht. Ohne das dürfte das Essen aber eher eine Strafaktion und ohne aktuellen Blasisussegen mit akuter Lebensgefahr verbunden sein.

Zudem dachte ich, weiß es aber nicht wirklich, dass am Rhein passend zur Jahreszeit auch die Maifische, fett! wie sie sind und ebenfalls massenhaft zu bekommen, z.T. ebenfalls so verarbeitet wurden. Feste dafür gab es auf jeden Fall u.a. in Poll (Köln).

Petri Heul

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Beitragvon Bäschwatz » 10.05.2011, 20:41

Hallo
Zum Maifisch kann ich bestätigen das er sehr gut schmeckt. Aber Warnung vor dem Inhalt der Gallenblase.
In Hessen ist das Viech geschützt.
Brassen eignen sich auch sehr gut.
Um so größer desto besser.
Abschuppen ohne ausnehmen, mit Billigflex ausm Baumarkt. Hauptsache leicht und nicht zu schnell. Mit abgegurkter Fächerscheibe gehts am besten.
Die schwarzen Ränder der Haut die etwas bitteren Geschmack erzeugen können, sind dann auch gleich weg.
Filet runterschneiden ist übungsbedürftig.
Geht mit einem kurzen Ausbeinmesser ganz gut.
Nun zu den Gräten.
Ich benutze ein Schneidbrett in das ich eine etwa 0.5 mm tiefe Auflage für das Filet reingfräst habe.
Das Messer kann somit die nach unten liegende Haut nicht durchschneiden.
Lange gerade Speckmesser sind von Vorteil.
Und ordentlich scharf müssen sie sein.
Dann in Abständen von etwa 2 mm das Filet quer zu den Gräten bis kurz vor die Haut durchschneiden.
Ob die Filets gebacken , frittiert, gegrillt oder geräuchert werden ist dann egal.
Gruß Thilo
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Beitragvon Svartdyrk » 10.05.2011, 21:43

Thilo,

Du entschuppst Braxen mit der Flex? Isst dann derartiges auch noch??

Ich benutze ein Schneidbrett in das ich eine etwa 0.5 mm tiefe Auflage für das Filet reingfräst habe.

was denn für'n Filet? :?

Gruß Svart :smt048
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Beitragvon mikesch » 10.05.2011, 21:53

Siegfried Darschnik hat geschrieben:... Das Original des Steckerlfischs war in den meisten Fällen die Nase, regiona ...
Hallo Siegfried,
Kann mich noch sehr gut daran erinnern, das Die ein Nachbar in meiner Kinderzeit zu sehr schmackhaften Steckerlfischen verarbeitet hat. Daneben wurde jeglicher Weißfisch ebenso zubereitet.
Die Fische wurden auf gewässerte Holzstäbe aufgespießt und mit einer Salz- u. Pfeffermischung eingerieben. Dann wurde der Spezial-Holzgrill angeheizt und die Fische schräg über der Glut aufgestellt.
Einfach nur lecker.

Wenn jemand Probleme mit Gräten beim Essen hat, sollte er sich vielleicht ein bisschen mit der Anatomie von Fischen beschäftigen. :lol: 8)
Oder eine Brille auf die Nase setzen, nicht den Fisch, sondern den eigenen Gesichtserker. 8)
fishing isn't a sport, it's a passion.

Gruß Michael
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Beitragvon Bäschwatz » 10.05.2011, 23:34

Hi Svart
Die Methode hab ich beim letzten noch damals tätigen Rheinfischer gesehen. Geht gut.
Riesensauerei aber effektiv.
Als die Flex lief kamen die Wildschweine an den Zaun weil sie wußten das es die Abfälle zu futtern gibt.
Er nahm aber nur große Brassen 45-50cm .
Die Seiten werden vom nicht ausgenommenen Fisch nach dem abflexen runtergeschnitten. Mit der Flex werden nur die Schuppen entfernt.
Hab das mal mit Topfbüsten für Lebensmittelanwendung probiert. Ging mit Fächerscheibe besser.
Er lässt die Fischhälften durch sowas wie nen Walzensteaker mit Rundmessern laufen. Ist für den Hausgebrauch zu aufwendig und teuer.
So kam das ausgefräste Schneidbrett zustande.
Gruß Thilo
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Beitragvon Siegfried. » 11.05.2011, 18:34

Hallo Michael (Chiemgau),
interessant, dass du es noch gesehen hast. Ich kenne es tatsächlich nur aus der historischen Literatur, danach muss es z.T. wirkliche Volksfeste darum herum gegeben haben.

Nicht die Augen sind das Problem bei den Fleischgräten (also den dünnen verzweigten, lose im Fleisch steckenden Biestern) sondern die Geduld das ganze Gekröse da raus zu pulen und wenns nicht klappt, wie gesagt .. Blasius ... oder Ungläubige wie ich + :smt059 ?

@Thilo: Mit der Flex weiß ich nicht, hab ich Angst, aber das Schuppen bei Weißfischen ist doch eh kein so großes Problem. (Barsche, Zander, bäh).
Für die Grätenscheiderei gibt es mittlerweile allerdings Profi- und Amateurgeräte in hygienisch einwandfreier Edelstahlausführung zu kaufen. Entwicklet zwar für die Karpfenvermarktung in Franken und der Oberpfalz aber betimmmt auch für andere Filets tauglich. Reklame, Preise etc. im Heimatorgan der bayrischen Fischerei, der Zeitschrift "Fischer & Teichwirt".

Glück auf

Siegfried
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Beitragvon Bäschwatz » 11.05.2011, 22:33

Hallo Siegfried
Die Show mit der Flex,muß man live gesehen haben.
...Und das abgegurkte Ausbeinmesser mit dem er die Seiten runtergeschnitten hatte...
In einer Zeit die erst mal nachgemacht werden muß.
Und was das Schneidgerät für die Gräten anbelangt...
Für eine Schnittbreite von etwa 400 mm sind so ebbes um 200 Kreismessser gefällig.
Rostfrei , scharf wie Rasierklingen und troßdem stabil genug...
Auch wenn ich sowas wie an der Quelle hocke, hab ich das kostenbedingt gleich mal verworfen.
Vom Rest des Apparates rede ich mal garnicht erst.
Das spezielle Schneidbrett mit dem langen geraden Messer tut's erst mal.
Egal wie..
Beton, es kommt drauf an was man draus macht.
Die Methode gilt für viele Anwendungen.
Gruß Thilo
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Beitragvon Obi » 12.05.2011, 15:57

Tach auch!

Jetzt muss ich mich auch mal wieder zu Wort melden. Erst mal vielen lieben Dank für die Rezepte zu den Würzmischungen und den Fischarten. :!: Das wird bei nächster Gelegenheit mal getestet - ich liebe Steckerlfisch !!!

Ich weiss allerdings nicht ob ich das mit der Flex so austesten will :wink: Ich werde mein Glück wohl erst mal mit Makrelen versuchen. Die sind glaub ich für den Anfang schön einfach in der Handhabung und auch gut zu essen :P

In Ermangelung eines echten Steckerlfisch-Grills: Das mit dem Grillen dürfte doch auch gut funktionieren, wenn man den Steckerlfisch einfach oben auf den Windschutz vom Grill quer über die Glut hängt .... :idea:

Übrigens - In Brandenburg gibts das eine oder andere Salmoniden-Gewässer...... :wink:


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Beitragvon Bäschwatz » 12.05.2011, 22:27

Hi Obi
Makrelen sind nix verkehrtes.
Aber bloß nicht nach dem Grillen lange im Kühlschrank aufheben.
Makrele ist was Haltbarkeit anbelangt,ein heikler Fisch.
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