von Spessart Räuber » 05.11.2010, 18:26
Hallo Florian,
die von dir angegebenen Lebenserwartungswerte entsprechen den Werten um ca. 1600. Der Hauptfaktor für die geringe Lebenserwartung war die enorme Säuglings- und Kleinkindersterblichkeit die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts auf einem für uns unvorstellbar hohen Wert blieb. Wer die ersten zehn Jahre überlebte hatte gute Chancen 60 bis 70 Jahre alt zu werden. Ein weiterer wichtiger Faktor war die zu dieser Zeit sehr schlechte Ernährungslage der Bevölkerung (nicht im hygienischen Sinn). Hungernöte ließen ganze Landstiche veröden (Siehe Irland Mitte des 19. Jahrhunderts). Die große Gefahr, an Epedemien zu sterben sorgte ebenfalls für eine nicht zu lange Lebensspanne.
Interessanterweise haben auch damals die "gutsituierten" Menschen deutlich länger gelebt als die Armen. Das lag, nach entsprechenden Studien, zumeist an der ausreichenden Versorgung mit Nahrung. Die hygienischen Zustände waren auch in den Wohnbereichen dieses Teils der Bevölkerung deutlich besser.
Zum Thema: Nie waren Lebensmittel so sicher wie heute
Das gilt ganz klar für den hygienischen Bereich. Die Produkte der Lebensmittelindustrie hingegen sind eher gesundheitsschädlich als gesund. Darüber gibt es ausreichede Untersuchung. Sogenanntes "Processed Food" ist ernährungstechnisch ein einzige Katastrophe, allerdings ist es hygienisch (im Normalfall) vollkommen unbedenklich.
Was die Kontrollen angeht: Aus eigener Erfahrung kann ich da nur sagen: Vergiß es!
Was das Thema Flüssigrauch betrifft: Ich bin der Meinung, das der sog. Fortschritt, speziell in der Lebensmittelindustrie mehr Schaden als Nutzen für den Verbraucher hat. Die einzigen Vorteile sind für den Anwedner zu sehen, der Verbraucher hat nichts davon. Das Argument, echter Rauch sei krebserregend ist durchaus richtig, ich will aber gar nicht wissen, was Flüssigrauch so alles anrichtet.
Diese Meinung mag "Mainstream" sein, ich habe mehr den Eindruck, sie ist eher ungewöhnlich. Ich werde regelmäßig gefragt, warum ich so aufwendig koche (z.B. mein Fonds selber herstelle). Meine Antwort: Ich will keine Chemie im Essen und auch nichts essen, das mit extrem hohen Temperaturen unter enormem Druck "gekocht" wurde. stößt bei den meisten Leute auf Unverständnis - da ist doch nicht dabei, oder? Hauptsache schmeckt und macht satt - Mahlzeit! Wer diese Einstellung nicht nachvollziehen kann, sollte sich mal damit befassen was die in der Lebensmittelindustrie sehr häufig verwendete "modifizierte Stärke" genau ist.
Just my two Cents
Cheers
Klemens
It is ironical that the "holier than thou" attitude adopted by some fly-fishermen, which has its origins in the trout fishing dry-fly cult of Edwardian days, is based on a curios fallacy.