mein 2. Chile-Argentinien-Film (vor 1990)

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mein 2. Chile-Argentinien-Film (vor 1990)

Beitragvon volki » 17.08.2016, 09:20

in Vimeo ist jetzt auch mein 2. Film hochgeladen: Bilder aus Chile/Argentinien (vor 1990)

https://vimeo.com/179059631

https://vimeo.com/178180360

Begleit-Notizen zu meinen zwei alten Filmen zu Süd-Chile und Argentinien

Ich habe noch einen 2. Film erstellt, aber von den Trips VOR 1990. Daher noch keine Videos, sondern nur Bilder und gescannte Dia’s. Die Filme sind keine reinen Fisch, Fang& Drill-Filme, sondern eher auch Reisefilme und zeigen die damaligen Gegebenheiten
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Das erste Mal war's 1981, noch Militär-Diktatur in Chile und auch in Argentinien.
Die erste Reise war ganz speziell. Damals arbeite meine Tochter in der Crew-Planung von Swissair, (Gott habe sie Seelig), und Eltern hatte Spezial-Flug-Preise, weltweit auf dem Streckennetz der SR, pauschal ca. 500 €. Gleichzeitig konnte man anstelle von Geld noch AK-Flug-Bon geben, die es nebst der Aktien-Dividende gab. Daher flogen wir quasi „gratis“, weil ich ein paar Aktien hatte
Im Flugzeug, noch einer Coronado, https://de.wikipedia.org/wiki/Convair_CV-990
wurden wir „erkannt“. Da gab es Spezial-Betreuung. In Rio, wollten wir kurz vor dem Karneval 3 Tage Zwischenstopp machen. Da wurden wir vom SR-Stations-Manager persönlich abgeholt und auf Schleichwegen durch die Airport-Katakomben geleitet. Auf die Frage warum: SR hätte keine Bewilligung, bei einer Zwischenlandung in Rio, Passagiere aus und wieder einsteigen zu lassen.(Kabotage-Regel)
Auf den Flug nach Santiago lernten wir dann noch einen Mitarbeiter der chilenischen Botschaft in Bern kennen, der sich anerbot, uns durch die Immigration zu helfen. War dann aber nicht nötig, da uns auch dort der Stations-Manager durch die Immigration „führte“. In einem Gespräch empfahl er uns dann den „Lago Todos los Santo“ nahe P. Montt. Dort hätte ein Bekannter eine Lodge am Ufer, der sei auch Schweizer.

Also beim Autoclub do Chile einen Mietwagen organisiert und die ganze Strecke (ca. 1000 km) bis in den Süden gefahren. Mit Militär-Strassensperren, hatten wir nie Probleme, was später verwundert zur Kenntnis genommen wurde. Nur die breiten Risse in der Fahrbahn, vom letzten Erdbeben, bleiben in Erinnerung
Wir logierten dann in der „Hosteria Petrohué“ am See, die Alberto Schirmer-Rot gehörte. Die Insel im See gehört seiner Grossmutter. http://www.hotelpeulla.cl/historia
http://www.welt.de/reise/Fern/article10 ... Chile.html
Dank dieser „Beziehung“ hatte ich dann auch später „Vitamin B“, um den Schlüssel zum Tor für den Zugang nach Cayutue zu erhalten. Ich erinnere mich noch gut, der Botero zweifelte, dass ich den Schlüssel bekomme. Ich bin dann zum Haus der ehemaligen deutschen Auswanderer hoch und nach dem niemand antwortete, einfach in die Küche. Da sass eine alte Frau am Tisch, die hocherfreut mit mir schwäbisch sprach und mir den Schlüssel gab. Zum Staunen des Botero. Sonst hätte nur ausgewählte Gäste Zugang zu diesem Natur-Juwel, mit einen glasklaren Super-Bach

Es war überhaupt ein komisches Gefühl da unten. In Chile wird ein „komisches“ Spanisch gesprochen, das ich mit meinen wenigen Stunden Unterricht kaum begriff. Wenn dich in einem Laden niemand verstand, einfach den Chef rufen lassen, der sprach meist eine Art Deutsch (D-A-CH). In Coyhaiqui unten, am „Arsxx der Welt“ , habe ich in einem Supermarkt eingekauft und auf der andern Seite des Gestells, durch die Büchsen durch, sprach ein Ehepaar mit 2 Schäferhunden deutsch miteinander
Auf dem ersten Trip, 1981 fuhren meine Frau und ich, auf dieser „Trans-Andina-Route“ von hinteren Ende des Lago Esmeralda (Todos del Santos) mit einem kleinen Bus, am M. Tronador vorbei, über einen niederen Anden Pass (1000 müM) ans hintere Ende des See, (Lac Nahuel Napi ), wo vorne Bariloche liegt. Zu dieser Zeit hatte Argentinien einen komplett verdrehten Devisen Kurs. Die damalige Währung war so überbewertet, dass ein Ami im Restaurant 8 US-Dollar bezahlen musste, für ein Coca-Cola. Mein Mietwagen dort, ein Renault R-4 (!! ) hätte pro km etwa eine DM (=CHF) gekostet. Aber ich war ja vom Auto Fach.

In der Swissair gab es damals einen kleinen Fliegenfischer-Club, die habe mir dann alles gesagt, wie und wo. Sogar wo man in Bariloche das beste Fleisch bekam. Sehr wichtig ! . Einer hatte einen Bekannten, auch einen Schweizer, der eine Ski-Verleih-Fima in Bariloche hatte, und Gott und „alle“ Generäle“ kannte. Der nahm sich dann uns an, und reichte uns im Schweizer-Club rum, u a war der damalige Chef des National-Parks mit einer Schweizerin verheiratet, die uns dort Türen öffnete und Tipps gab. Theoretisch hätte wir uns jeden Abend auf der Polizeistation melden müssen, für Touristen in der Diktatur normal, auf das wurde dann bei uns verzichtet.
Einer der Swissair-Fischer sagte, wenn ich zum Traful komme, müsse ich unbedingt zur „Estanzia Prima Vera“ und dort beim „Majordomus“ einen schönen Gruss von ihm ausrichten, dann dürfe ich übers Land zum Auslauf des Traful (Boca di Traful) was sich dann auch so ergab. (Bilder sind im 2. Film)
Später gehörte die Ranch dann dem Eigner von CNN, http://www.tedturner.com/turner-ranches ... primavera/
Ich kannte aus Norwegen (vom Laerdal) den Senior-Chef von ORVIS. Perkins. Es hatte damals gerade eine Serie Rollen „Made in Argentina“. Die würden in Junin gemacht, ich müsse dort unbedingt bei Hersteller vorbei, Name habe ich vergessen. Aber als ich in Junin in der „Hosteria Chimehuin“ war stelle mich die Inhaberin, eine alte Dame aus Österreich dem „Fabrikbesitzer“ vor, der wiederum führte mich dann in einen Kreis von Fliegenfischern ein. Alles Lokale oder „internationale „Grössen“ die sich dort jährlich trafen..
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Am „Rio Malleo“ der ein 50 km langes Tal durchfliesst, gehörte das Land links vom Ufer einer Familie Olson, die dort auch ein Lodge betreibt, mit Fantasiepreisen. Die andere, rechte Seite, gehört einem bekannte Polo-Pferdezüchter. Es ist strikte verboten das Land zu betreten, auch wenn niemand sichtbar ist. Am Abend ist dann einfach das Tor durch dicke Rohre geschlossen und du bist eingesperrt. Anstatt dem Olson 100 US-$ für den Zutritt zu zahlen, rief ich den Pferdezüchter an und fragte seine Frau, ob wir vielleicht auf ihrer Seite an den „Malleo“ fahren dürften, um zu Fischen. Selbstverständlich. Das bestimmte Tor lasse sie für uns öffnen. Es ist schon ein komisches Gefühl. unten stehst du im Wasser und über dir schauen 1o Pferde zu, wie du wirfst.
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Irgendeinmal war im „Fliegen-Fischen“ Magazin, ein Beitrag zu Riesenforellen in Süd Chile. Der Autor (Name vergessen) hatte einen Angler- Shop in Nord-Deutschland und suchte Mitreisende. Auf meine Anfrage zu „Wie, Was und Wo“ erhielt ich keine Antwort und als ich sein Frau in D anrief, wusste sie auch nicht, wo ihr Mann genau wäre dort unten. Aus dem Wenigen, das er geschrieben hatte, musste das Ziel der „Rio Ibanez“ ganz unten beim riesigen „Lago Carrera“ sein, südlich des Flugplatzes Balmaceda bei Coyhaique.
Als ich dann, mutterseelen allein, in Balmaceda ausstieg und ich endlich mein schweres Gepäck hatte, war der Flugplatz praktisch menschenleer. „Flugplatz“ ist etwas übertrieben, eine lange Piste und ein Holzschopf, das war alles. Mit Mühe und Not konnte ich dann bei einem Transporter mitfahren, der mich zu einem Hotel in Coyhaiqui brachte.
Da war aber kein deutscher Fischer weit und breit. Beide Mietwagen des dortigen Autoclub do Chile waren trotz meiner Reservation weg, Ich bekam dann für 50 US-$ den Privatwege des Lehrers. Mit dem fuhr ich dann zu diesem etwa gut 100 km entfernten „Puerto Ibanez, zum Fluss. Hier sollen im dortigen Herbst, die legendären Riesen-Forellen aus dem See zum Laichen aufsteigen.
Der Fluss war aber grau vom Gletscher-Schmelzwasser. Aber da wo Seitenbäche einlaufen, bildete sich ein klarer Wasserzug, da traf ich dann auf einen Ami. Es stellte sich dann heraus, dass er „meinem „ Mietwagen hatte. Wir freundeten uns dann schnell an. Da im Städtchen nur noch der Apotheker und der Arzt Fliegenfischer waren, machten die hoch erfreut frei, um mit uns 2 Gringos zum Fischen zu fahren. Was wohl die Patienten sagten, dass er einzige Arzt weit und breit, mit 2 Gringo fischen ging.!

Es traf sich dann gut, dass einer der beiden Mietwagen eigentlich zurück nach Puerto Montt musste. Ich „übernahm“ dann diese „Aufgabe“ und so bereiste ich den „Carretera Austral“ kurz nach seiner Fertigstellung, nur Naturstrasse, geplant, nicht geteert. Noch keine Tankstelle an der ganzen Strasse, trotz der 700 km. Vielleicht sei es möglich in Puyuhuapi Benzin zu bekommen, dort sei eine Tankstelle im Bau. Die Strasse war noch nicht bis P. Montt gebaut, man musste noch mit der Fähre von Chaiten zur Insel Chiloe um nach P. Mont zu kommen.
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Re: mein 2. Chile-Argentinien-Film (vor 1990)

Beitragvon Magellan » 17.08.2016, 13:15

Hallo Volki

volki hat geschrieben:Es hatte damals gerade eine Serie Rollen „Made in Argentina“. Die würden in Junin gemacht, ich müsse dort unbedingt bei Hersteller vorbei, Name habe ich vergessen.


Zu der Serienrolle Made in Argentina: es war eine STH Rolle, damals von 1976-2006 in Junin de los Andes gefertigt, nicht Junin, das liegt in der Provinz Buenos Aires ;-)
Danach übernahm DHAMS die Produktion. STH als Rolle exestiert noch heute, allerdings wurde die Marke übernommen, von Orvis?

volki hat geschrieben:Irgendeinmal war im „Fliegen-Fischen“ Magazin, ein Beitrag zu Riesenforellen in Süd Chile. Der Autor (Name vergessen) hatte einen Angler- Shop in Nord-Deutschland und suchte Mitreisende


Das war der gute Thomas Dürkop, DER Deutsche Fliegenfischer Pionier Patagoniens, der den deutschen Lesern erstmals von Südamerikas dicken Forellen per Pferd ;-) berichtete.

Ja Volki,
Interessante Zeiten waren das … glücklicherweise sind DIESE Vergangenheit, wenn auch noch Anfang der 90er Chiles Militärjunta bzw. deren ideologische Nachwehen omnipresent waren. Da war es durchaus intelligent nicht zu kommentieren was man als Rucksackreisender mitbekam… ob das jetzt in Santiagos noblen “Providencia” oder in chiles Süden und seiner mitunter militant Auftretenden Jugend geschah.

Da hatte ich in Argentinien zu dieser Zeit das generell bessere Gefühl ;-)
Allerdings, auch noch Heute brauch es Vitamin B um den Schlüssel zu bekommen...

Danke für Deine interessante Geschichte!

Gruss
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Re: mein 2. Chile-Argentinien-Film (vor 1990)

Beitragvon volki » 17.08.2016, 16:31

Zu der Serienrolle Made in Argentina: es war eine STH Rolle, damals von 1976-2006 in Junin de los Andes gefertigt, nicht Junin, das liegt in der Provinz Buenos Aires Danach übernahm DHAMS die Produktion. STH als Rolle exestiert noch heute, allerdings wurde die Marke übernommen, von Orvis?

Ich habe noch heute 2 Stück davon, eine "Kleine" für 5er und eine "Grosse" für 7er-Schnur mit Ersatz-Spulen.

Das war der gute Thomas Dürkop, DER Deutsche Fliegenfischer Pionier Patagoniens, der den deutschen Lesern erstmals von Südamerikas dicken Forellen per Pferd ;-) berichtete.

In einem späteren Jahr trafen wir uns dann zufällig bei Donna Elena in der Hosteria Chimehuin in Junin d.l.Andes. Zusammen unternahmen wir einen Float-Trip mit den Olsons auf dem R. Aluminé. Seinen Anteil schuldet er mir noch heute, (haha), denn Olson kassierte einfach bei mir.

Allerdings, auch noch Heute brauch es Vitamin B um den Schlüssel zu bekommen...
Warst du schon am Cayutue?
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Re: mein 2. Chile-Argentinien-Film (vor 1990)

Beitragvon Magellan » 18.08.2016, 15:51

Hallo Volki

Nein, am Gayutue war ich nicht. Meine Anmerkung betr. des "Schlüssels" war dahingehend gemeint, das dieser noch immer unumgäglich ist, um an wirklich interessante Gewässerabschnitte zu gelangen, ob in Chile oder Argentina.

Gruss
Heiko
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Re: mein 2. Chile-Argentinien-Film (vor 1990)

Beitragvon OWK » 19.08.2016, 16:15

Da hat sich viel verändert heute z.b. braucht man kein Schlüssel mehr um an den Cayutue zu kommen. Mit dem Geländewagen kommt man bis ca 3km ran und kann von dort aus auf einen Wanderweg bis zum Cayutue laufen.
Er ist stark besucht von Rucksacktouristen viel zelten auch dort für eine Nacht. Die fischerei ist sicher nicht mehr so wie vor 20 Jahren.
Die Frage ist was man unter interessante Gewässerabschnitte versteht. Will ich nur riesen Forellen und unberührte Gewässer befischen braucht man vielleicht den Schlüssel zum Paradies. Wenn das Land nicht gerade eine fly fishing lodge gehört bekommt man den auch meistens wenn man fragt. Ich lebe seit 2011 in Santiago de Chile nächste Jahr geht es wieder zurück nach Deutschland . Anfang 2017 geht es zum letzten mal für 5 Wochen zum Fischen in den Süden. Wir fischen zu 3. in der Familie und haben uns nie einen Guide genommen einfach schon aus Kostengründen. Ich habe auch keine Lust im Auto oder Zelt zu schlafen da für bin ich einfach zu konfi. Wir haben uns einfach immer eine Hütte gemietet und sind von da aus immer an die Flüsse gefahren wo man ohne viel Umstände und Stunden lange Wanderung ran kam. 10m rechts und links vom Fluss sind nach chilenischen Gesetzt öffentliches Land. Das sieht so mancher Landbesitzer anders es ist aber so. Wir haben immer alle Fische gefangen manchmal nur jeder einen manchmal 30 am Tag große und kleine. In all den Jahren bin ich zu meinen eigenen erstaunen genau nur 5 anderen Fischern im Fluss begegnet. So kann man auch ohne viel Aufwand und Schlüssel eine schöne und einfache fischerei haben. Manch einer macht sich zu viel Druck um das optimale aus dem Urlaub herauszuholen, es geht auch einfach.
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