Tana

In unserer Film-, Video- und Foto-Ecke könnt Ihr Eure selbst gefertigten Video-Clips und Fotos zum Thema "Fliegenfischen & mehr" den anderen Forum-Teilnehmern präsentieren. Außerdem ist Raum für Hinweise auf interessante Filme und Fernseh-Sendungen.

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Tana

Beitragvon Baitos » 12.01.2018, 15:19

Servus,

weckt die Sehnsucht:

https://www.arte.tv/de/videos/065297-003-F/grenzfluesse/

Gruß,

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Re: Tana

Beitragvon Joosti » 13.01.2018, 16:46

Hallo Baitos,

ich habe den Bericht gesehen.

Klar sind 40.000 Gastangler pro Jahr eine riesige, kaum vorstellbare Anzahl, der Tana ist aber fast genauso groß.
Ich persönlich finde es sehr dreist vom Produzenten des Beitrags, die Sportfischer als schuldige für den Rückgang der Lachsbestände darzustellen und gleichzeitig die Einheimischen, welche seit Generationen Lachsfallen im Fluss aufstellen als die Leidtragenden.

Mal im Ernst, wie viele Fische fängt 1 Sportfischer, der als Gast irgendwo hinfährt in seinem zweiwöchigen Angelurlaub ? Und wie viele Lachse hat 1 einziger Farmer jeden Tag in seiner Falle ? Mal abgesehen davon dass die meisten Einheimischen, welche heute noch die Grundrechte innehaben schon lange nicht mehr auf den kommerziellen Lachsfang zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes angewiesen sind. Das wurde selbst in dem Bericht so erläutert
Ich hab mir das oft genug angeschaut, wie die Einheimischen Fischer ihre Stellnetze leeren.
In den 70er 80er Jahren waren da mehrere hundert Fische pro Tag, pro Netz keine Seltenheit, heute sind es bei weitem nicht mehr so viele aber dem Sportfischer dafür den Schwarzen Peter zuzuschieben, also ich weiß ja nicht.

Nur meine bescheidene Meinung..

TL Joosti
"Lachsfischen gefährdet Ihren Job, Ihre Gesundheit und das Glück Ihrer Familie" :D
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Re: Tana

Beitragvon Oli » 14.01.2018, 23:28

Danke Baitos fürs reinstellen.
Ein wirklich klasse Bericht.
Vor 3 Jahren, auf meiner Reise zum Nordkin/Kjöllefjord, konnte ich mir für zwei Tage entlang des Utsjoki und des Tana, ein Bild von dieser grandiosen
Fluß-Landschaft machen.
Nein, ich war nicht zum Lachsfischen dort. (Aber ich fing einen Smolt mit der Hand an einen zuführenden Bächlein :wink: )
Was mir damals besonders aufgefallen war, waren wirklich die Massen an Anglern, die wirklich fast jede längere Stromschnelle, jede Kehre und etlich Sandbänke
regelrecht belagerten, in der Hoffnung, des Fisch ihres Lebens zu landen.
Was mir allerdings noch auffiel und auch von Einheimischen bestätigt wurde, war der Umstand, daß der Fluß wohl mehrere Jahre schon hintereinander (auch zu der Zeit im Juli),
im kurzen Frühling, Sommer und Herbst sehr wenig Wasser führte. Was wohl mit ausbleiben von Niederschlägen im Zusammenhang stand.
Desweiteren wurde mir von den letzten vereinzelten Fischern mit Lachslizensen/Stellnetze aus der nördlichen Finnmark berichtet (ich fragte dort nach Lachs zum mitnehemen),
daß die Lachszüge zu den Mündungen der Flüsse der Region nicht besonders ergiebig waren, sogar teilweise ausblieben.
Daß es immer mehr Angler werden, ist natürlich der ausgebauten Straße entlang dieses Stroms und der damit wachsenden Infrastruktur, zu verdanken.
Aber das ändert nichts an der Situation, daß im Verhältnis zu früher, verhältnismäßig wenige Fische aufsteigen.
Ich hatte bei den Bericht nicht den Eindruck, daß bewußt die Schuld bei den Anglern gesucht wurde.
Es war nur eine Momentaufnahme - die ich damals gemacht hatte, als auch beim Bericht.
Aber dank dieses Berichts, kann ich jetzt für mich 1 und 1 zusammenzählen und somit diesen Fluß mit ganz anderen Augen betrachten.
Wie schon geschrieben, ich war vor drei Jahren oben.
Ob der letzte Winter, dank der heftigen Schneemassen, die Situation geändert hat, kann ich nicht sagen.
Dazu fehlen mir Vergleiche und Statistiken, um das beurteilen zu können.
Evtl. weiß ja jemand mehr......


Aber die Sehnsucht bleibt......
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Re: Tana

Beitragvon Baitos » 16.01.2018, 11:16

Servus,

ich war 2006 in der Gegend und bin mal drübergefahren. Gefischt habe ich damals im Tana nicht, obwohl ich es eigentlich vorhatte. Einige Norweger hatten mir davon abgeraten, mit der Begründung die Finnen würden den Fluss ohne Maß und Ziel leerfischen. Ich hab mich damals schon gewundert, dass man bei einem derartigen Strom mit der Angelfischerei Einfluss auf die Population nehmen können soll. Aber es gab ja genügend andere ausgezeichnete Flüsse auf dem weg und der Tana war mir für die kurze Zeit eh etwas zu groß. Wenn ich jetzt wieder Bilder von der Landschaft sehe wächst meine Sehnsucht enorm.


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Re: Tana

Beitragvon Noellgen, H » 18.01.2018, 18:51

Hallo,
Ich habe im Juni 2013 mit drei Freunden am Storfossen auf Lachse gefischt.

Nachdem wir ein, zwei Tage relativ planlos am großen Fluß herumgeirrt
waren wurden wir zum Glück von einigen "Profis" eingeladen, sich an ihrer Rotation
zu beteiligen.
Bei diesen Profis handelte es sich um deutsche Ruheständler, die seit Jahren an
dieser Stelle fischen.
Sie reisen mit dem Wohnwagen an und bleiben üblicherweise 4-6 Wochen.
Aus Erfahrung wissen sie, wo bei welchem Wasserstand die fängigen Stellen sind.
Dort bilden sie dann eine Rotation, die Stelle wird von morgens 6 bis abends 6
Uhr abwechselnd befischt. Das ist die erlaubte Fischzeit für Uferangler.
Um fünf nach 18 Uhr wimmelt der Fluß von samischen Langbooten, die Samen
mit ihren Gästen sind unterwegs, die Bootsfischei ist ihnen vorbehalten.

Unsere neuen Freunde erzählten, früher sei man von einer Fangquote von
einem Fisch pro Mann und Tag ausgegangen, das wurde aber 2013 schon lange nicht mehr
erreicht.
Sie erzählten uns auch die Geschichte von den Finnen, die angeblich alles auf den
Kopf hauen.
Die zahlreichen Reusen und Netzfallen auf norwegischer Seite konnte man aber
nicht den Finnen anlasten.
Nun, wir hatten Glück, jeder fing einen Grilse in dieser Woche, der Urlaub war gerettet.

Ich denke es herrscht eine beträchtliche Überfischung, sowohl die Touristen als auch
die Samen überfischen den Fluß. Da sollte jeder vor seiner eigenen Türe kehren.
Folgen dann noch ein oder zwei schlechte Laichjahre, dann bricht der Bestand zusammen.


Gruß,

Heiner
Noellgen, H
 
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