Äschen - Besatz !

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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Äschen - Besatz !

Beitragvon Michael. » 12.06.2006, 13:55

Hallo,

aufgrund der Aufgabe einer Donaustrecke erreichte uns die Anfrage eines dort ansässigen Vereins, der seinen Äschen-Besatz selber züchtet, nach Abnahme von 5000 Stück Äschensetzlingen und 100 Laichäschen. Der Preis der Äschen, bei Abholung der Gesamtmenge, beträgt 75 Cent/Stück. Die Setzlinge messen 12-16 cm. Die Laichäschen sind 4-jährig, 30-45cm lang. Alle Fische sind in absolut perfektem Zustand. Der Preis der Laichäschen beträgt bei Abholung der Gesamtmenge 2,50 Euro/Stück.

Wir wissen, das Äschenbesatz - nicht nur wegen des Überhand nehmenden Kormoran-Fraßdruckes - derzeit schwer zu beschaffen ist und das deshalb das o.g. Angebot fast nicht mit Gold aufzuwiegen ist...

Wir würden als (Fraß-) geschädigter Verein natürlich gerne selbst zuschlagen, allerdings übersteigt die Gesamtmenge unser Budget bei weitem, die Transportmöglichkeiten haben wir ebenfalls nicht. Gerne würden wir uns jedoch mit einem anderen Verein reinteilen, wir haben Interesse an 500 Setzlingen und evtl. 50 Laichäschen.

Wie auch immer: Interessenten jeder Art melden sich bitte umgehend bei mir: [email]---[/email].

Gruß
Michael
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Beitragvon Thomas aus Hamm » 12.06.2006, 14:09

Unser Verein hat sicherlich großes Interesse, frage ist und die kann ich nicht beantworten, machen die Äschen einen Transport von 600 km unbeschadet mit ?

Wir haben heute Abend Vereinssitzung, ich melde mich morgen.............


Gruß thomas
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Beitragvon Michael. » 12.06.2006, 17:28

machen die Äschen einen Transport von 600 km unbeschadet mit ?



Hallo Thomas,

das machen die ! Aber nur in einem ordentlichen Fischtransportbehälter mit Sauerstoff, Wasserfilter und ggf. Kühlung !

Gruß
Michael
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Beitragvon hares ear » 13.06.2006, 10:46

Hallo Leute,
vielleicht kann ich helfen. Es müsste möglich sein von den Lebendforellen oder Aal Transporten preiswert Rückfracht zu kaufen.
Wenn ich was erreiche melde ich mich bei Euch per PN,
Gruss
Florian
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Beitragvon Peter Pan » 13.06.2006, 15:22

Denkt bitte bei aller Begeisterung an das Einzugsgebiet der Äschen. Soweit ich gesehen habe, liegt keiner der Interessenten im Donaueinzugsgebiet.
Das könnte vielleicht Probleme geben.

Gruß,

Peter
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Beitragvon Thomas aus Hamm » 13.06.2006, 15:47

Original geschrieben von Peter Pan
Denkt bitte bei aller Begeisterung an das Einzugsgebiet der Äschen. Soweit ich gesehen habe, liegt keiner der Interessenten im Donaueinzugsgebiet.
Das könnte vielleicht Probleme geben.

Gruß,

Peter


Hallo Peter,

genau das ist der Grund warum sich unser Vorstand gegen dieses lukrative Angebot ausgesprochen hat.


TaH
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Beitragvon Michael. » 13.06.2006, 17:53

Hallo Peter,

die Problematik mit dem "Gen-Pool" ist schon klar und sehr wichtig.

Nur was macht man, wenn keinerlei Elterntiere aus dem vorhandenen Einzugsgebiet für eine natürliche oder künstliche Repro mehr verfügbar sind, sprich Äschenstämme in ganzen Einzugsgebieten nahezu völlig vernichtet wurden ?

a) Wiedereinbürgerung eines neuen Äschenstammes aus 1 (einem !) anderen Einzugsgebiet ?
oder
b) Den Besatz ganz unterlassen und damit leben, dass der Äschenbestand im Fluss-System auf lange Sicht erloschen bleibt :( ?

Ist damit vielleicht schon eingetreten, was "grüne" Fachkräfte schon länger herumposaunen? Alles regelt sich selber: wenn keine Äschen mehr da sind, werden auch die Kormorane wieder weniger, was regt ihr euch denn auf ?

Also was nun ?

Gruß
Michael
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Beitragvon Rattensack » 13.06.2006, 20:27

Hallo Michael!

Nana, jetzt übertreibst aber schon gewaltig. Es stimmt, dass manche Äschenstrecken zu 90 % leergefressen sind. Dass Äschen aus ganzen Einzugsgebieten (und ich meine jetzt Einzugsgebiete im Sinn von Donau/Rhein/Elbe bzw. deren nächstkleineren Zubringern - darum geht's ja in dem Zusammenhang) derart weggefressen wurden, dass (mit viel gutem Willen und Engagement) keine autochthonen Mutterfische zu beschaffen sind, das ist ganz einfach nicht wahr.

Also bitte lass die Kirche im Dorf. Mich hat die oben genannte Anzeige schon sehr gewurmt, schlicht weil ich schade finde, wenn derartiges Besatzmaterial, das ausnahmsweise einmal wirklich standorttypisch zu sein scheint

1) dem lokalen Bestand verloren geht, und
2) unter Umständen den Äschenbestand in einem anderen Einzugsgebiet verfälscht. Leider ist es ja so, dass je schwächer der Restbestand an Äschen ist, umso eher eine genetische Verfälschung durch Besatz fremder Herkunft eintritt.

Ich gehe davon aus, dass sich der Verein schon in der näheren Umgebung entsprechend umgehört hat, ob es nicht Interessenten gibt?

Clemens

P.S. Zynisch gesprochen: Der nächste Schritt wär dann wohl: Ebay-Versteigerung: "Wegen Pachtauflösung Fischbestand von 3 km Bach zu versteigern - Elektroaggregat vorhanden";) :D :(
Zuletzt geändert von Rattensack am 13.06.2006, 20:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Olaf Kurth » 13.06.2006, 22:22

Hallo Michael, ----------------------------------------------------------------------------------------- ich kenne den sagenhaften Äschenstamm an eurer Strecke auch und würde auf keinen Fall einen massiven Neubesatz mit Tieren aus einem völlig unterschiedlichen Verbreitungsgebiet vornehmen. Der Schutz der lokalen Äschenpopulation hätte für mich oberste Priorität! Ein massiver Neubesatz wäre der Todesstoß für euren über Jahrzehnte ans Gewässer angepassten Äschenstamm. Ich würde versuchen die wenigen Laichäschen zu finden und mit ihnen in mühsamer Kleinarbeit den alten Stamm wieder aufzubauen. Für erfahrene Fischzüchter ist das kein Problem.------------------------------------------ Gruß, Olaf ------------------
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
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Beitragvon Peter Pan » 14.06.2006, 07:31

Hallo Michael,

an der Sinn hatten wir das Glück, mit dem Äschenprojekt vor dem massiven Kormoraneinfall anzufangen. Dadurch hat unser Fischzüchter einen kleinen Bestand an Muttertieren aufbauen können.
Da wir in diesem Jahr bedingt durch Hochwasser und Kormoraneinfälle deutlich weniger Laichfische fangen konnten, ist das ein hilfreiches "Polster".

Gibt es denn wirklich keine Äschen in Eurem Einzugsgebiet, mit denen Ihr einen Einstieg versuchen könntet?
Weitere Infos zum Äschenprojekt der ARGE-Sinntal.

Petri und tight lines,

Peter
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Beitragvon Harald aus LEV » 14.06.2006, 09:27

Hallo Michael,
häufig bekommst Du von den Fischereibehörden vorgeschrieben, daß Besatz nur von Fischzüchter innerhalb eines bestimmten örtlichen Aktionsradius bzw. innerhalb Deines Bundeslandes zu erfolgen hat.
Gruß
Harald
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Beitragvon saschenka » 07.08.2006, 22:23

Hi, ich moechte Euch bitten, auf diese zweifelhafte, Besatzaktion zu verzichten.
Es gibt garantiert im Einzugsgebiet Eures Flusses noch Elterntiere.
Wir haben die selben Probleme u. ich kann Euch 100% sagen, dass diese Aktion unnoetig ist.........
Versucht lieber Elterntiere aus benachbarten Strecken zu bekommen und sucht Euch nen guten Zuechter, der mit Euch ein langangelegtes Programm auflegt.
Kopf hoch und etwas mehr Geduld!
Liebe Grueße aus Oberbayern
saschenka
 


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