Barben!

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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Barben!

Beitragvon eagle » 09.07.2012, 16:44

Guten Tag, miteinander,
in die Elbe münden u.a. in unserem Gebiet die Wesenitz, Müglitz, Gottleuba…
Nun, eigentlich sind dies nicht meine bevorzugten Reviere. Es ergab sich aber, dass ich Anfang Juni beim zufälligen „Vorbeigucken“ einen befreundeten Fliegenfischer antraf, dem es mit seiner 2-Handrute gelang, Döbel in Richtung Strommitte zu fangen, die über das normale Maß waren. Das war der Grund, dass ich doch meine 8/9er Einhandrute ( mit SoliTip - Spitze von Th. Matschewski ) aktivierte und mit einem Schusskopf (sinkend) zum Einsatz brachte. Das „Leckerli“ an der 18er GTM-Strong war ein kurzer, stark beschwerter Mini-Streamer mit schwarzen Marabou-Federn und kupfernem Kopf.
Nach ca. 15 Min. und ganz langsamen Einstrippen kam der „Stopp“, der sich als Biss entpuppte. Schnell ging es nicht, aber es war erfolgreich- das Pumpen!
Keine Sorge, das Fotografieren passierte schnell (!), die herrliche BARBE überstand das Prozedere ohne Probleme!
Gruß, Eagle
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Re: Barben!

Beitragvon Tigersclaw » 10.07.2012, 00:07

Petrie zur Barbe :)
noch jemand der ab und an in der Elbe und Nebenflüßen die Fusselpeitsche schwingt ;).

Ich hatte in der Müglitz schon das Glück, auf Fliege ne knapp 60er Barbe zu fangen. Ist schon was anderes als ne Durchschnittsforelle. Vor allem wenn man sich mit der Größe verschätzt und meint man kann so ne "kleine" Barbe mit nem 14er tippet und ner 3/4 Rute locker drillen ;)

Aber nun mal ne Frage an die Barbenspezies. Ich hatte es schon mehrmals, das Barben teilweise sehr sehr nahe an mich oder befreundeten Fliegenfischer herankamen ( einmal sogar durch!!! die Beine schwammen), aber keine Fliege annahmen. Egal was wir den vor die Rüssel hielten ;/. Und ja, man konnte sie teilweise beim "Grunddurchwühlen" und fressen beobachten :( . Sind Barben echt so wählerisch?

Henry
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Re: Barben!

Beitragvon Seeadler » 10.07.2012, 02:19

Hallo Henry,

sicher, dass es nicht zur Laichzeit (Mai-Juni/Juli) war, als sie so beißunlustig waren?

Viele Grüße,
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Re: Barben!

Beitragvon Frank. » 10.07.2012, 09:57

Tigersclaw hat geschrieben:Ich hatte es schon mehrmals, das Barben teilweise sehr sehr nahe an mich oder befreundeten Fliegenfischer herankamen ( einmal sogar durch!!! die Beine schwammen), aber keine Fliege annahmen.


Lieber Henry,

das Phänomen kenne ich auch (ist freilich schon lange her - die Barben sind bei uns seit einigen Jahren so gut wie komplett verschwunden). Man konnte die Barben sogar regelrecht anlocken, wenn man ein wenig mit den Füßen scharrte und so eine Wolke im Wasser erzeugte. Ich glaube, dass sie dann Kleinstlebewesen suchten bzw. aufnahmen, die aus dem Kies herausgewühlt worden waren. Bei Äschen war übrigens exakt dasselbe zu beobachten.

Dein Frank
Das sind Deine Beobachtungen, mein Lieber, andere haben andere Beobachtungen gemacht.
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Re: Barben!

Beitragvon Seeadler » 11.07.2012, 00:51

Hallo,

ja kenne das Phänomen von Äschen auch. Habe es bevor ich es selbst erlebt habe immer eher als Anglerlatein abgetan, dass man Äschen am besten im ruhigen Wasser hinter den eigenen Beinen fangen könne - bis ich es selbst genauso erlebt habe. Wusste allerdings bis jetzt nicht, dass Barben ähnlich "zutraulich" sein können.

Viele Grüße,
Seeadler
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Re: Barben!

Beitragvon Tigersclaw » 11.07.2012, 13:52

Heyho und danke für eure Beiträge.

Das die bewusst zu uns geschwommen sind, war eher nicht der Fall, da die Fische erst nahe herankamen, wo wir still standen. Sobald wir uns zu viel bewergt hatten, sind die auch wieder auf "Abstand" gegangen. ( der "Vorfall" mit dem durch die Beine schwimmen war vor 2 Jahren).
Aber auch dieses Jahr konnte ich an einige Barben sehr nahe (3-4 m) ran und sie beim gelegentlichen Fressen und Gründeln beobachten, aber egal welche Fliege.... Keine Reaktion....(ok mit nem woooly bugger hatte ich es nicht versucht ;) ) Ok das war vor ca 14 Tagen oder 3 Wochen wo sie vielleicht noch bisl in Laichstimmung waren, aber da sie ja vor mir gefressen hatten...

Wollte eben mal gezielter auf die Knaben gehen.


Henry

ps: Eagle: An deiner Fangstelle (MüMü) stehe ich auch ab und an mit der Fliegenrute ;) hatte bisher nur Brassen, Barsche und Lauben. Wenn ich mehr zeit hab, setz ich mich lieber mit der Feeder hin ;)))
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Re: Barben!

Beitragvon strongbow » 14.07.2014, 14:41

Frank. hat geschrieben:
Tigersclaw hat geschrieben:Ich hatte es schon mehrmals, das Barben teilweise sehr sehr nahe an mich oder befreundeten Fliegenfischer herankamen ( einmal sogar durch!!! die Beine schwammen), aber keine Fliege annahmen.


Lieber Henry,

das Phänomen kenne ich auch (ist freilich schon lange her - die Barben sind bei uns seit einigen Jahren so gut wie komplett verschwunden). Man konnte die Barben sogar regelrecht anlocken, wenn man ein wenig mit den Füßen scharrte und so eine Wolke im Wasser erzeugte. Ich glaube, dass sie dann Kleinstlebewesen suchten bzw. aufnahmen, die aus dem Kies herausgewühlt worden waren. Bei Äschen war übrigens exakt dasselbe zu beobachten.

Dein Frank



Die Technik funktioniert auch bei Forellen - im Westen der USA ist sie als "San Juan Shuffle" bekannt (und verpönt oder verboten, weil damit die Gewässerbodenfauna systematisch zerstört wird).

Man braucht zu Ihrer Ausführung lediglich:

- eine scheußliche "Fliege" namens San Juan Worm,
- ein paar kleine Bleischrote,
- einen fetten Bißanzeiger.

Dann losshufflen, Wurm in die selbstgelegte Futterspur legen und abtreiben lassen und warten, bis der strike indicator vehement unter Wasser gezogen wird. Ist das noch Fliegenfischen - ich glaube nicht.

Ich gebe aber zu, dass ich es auch probiert habe. Ich war jung und brauchte den Erfolg.

Strongelchen
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Re: Barben!

Beitragvon Olaf Kurth » 17.07.2014, 20:32

Seeadler hat geschrieben:Wusste allerdings bis jetzt nicht, dass Barben ähnlich "zutraulich" sein können.



Doch, doch, diese Erfahrung habe ich schon mehrfach gemacht,

ich kenne Bereiche an der Unteren Sieg, da postiere ich mich ein wenig oberhalb der Fressbahnen und lasse die Barben an mir vorbeischwimmen. Diese "Tuchfühlung" ist wahrscheinlich nur möglich, weil ich mich sehr behutsam bewege und Ruhepausen einlege. Im Wasser befinden sich hier und da Baumreste, abgebrochene Stämme und starke Äste. Je nach Wasserstand und -druck bewegt sich das Totholz, so dass es den Fischen nicht ungewöhnlich erscheint, wenn sich da was "menschliches" bewegt. Wenn ich längere Zeit im Wasser verharre, nehme ich scheinbar einen "Baumcharakter" an und die Fische werden weniger misstrauisch (soweit meine Theorie).

Ob das wirklich so ist, weiß ich nicht. Ich habe es aber in den vergangenen Jahren im Juli öfter erlebt. Als Schwarmfische reagieren Barben und Äschen auf Störungen/Irritationen offensichtlich anders als andere Fischarten. Meeräschen sind mir z.B. in den küstennahen Fließgewässern von Asturien mehrfach zwischen den Beinen hin und hergeschwommen, ich "stand" förmlich im Fisch. Ich würde generell auf einen großen Hakenbogen achten, der besser in Barbenmaul hängen bleibt.

Liebe Grüße,

Olaf
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