C&R in der Laichzeit

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C&R in der Laichzeit

Beitragvon flo staeuble » 04.10.2016, 07:08

liebe menschen,

gibts ne erkenntnis in sachen obiger frage?
also konkret - beeinflusst ein drill plus zurücksetzen einer bachforelle das laichverhalten derselben?

natürlich freu ich mich über antworten wie "das würd ich in jedem fall vermeiden, ich glaube....."

aber wenn jemand mit belegen oder ähnlichem aufwarten kann, freu ich mich doppelt.

liebe grüße vom flo
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Re: C&R in der Laichzeit

Beitragvon Headi » 04.10.2016, 10:54

Lieber Flo,

gerade überlege ich fieberhaft, wie eine solche Erkenntnis gewonnen werden könnte.
Markieren? Beobachten? Im Testbecken? Scheint mir alles unplausibel, daher denke ich, dass es dazu keine Untersuchung gibt. Aus dem Bauch heraus würde ich sagen: Fische brauchen für ein gutes Laichergebnis alle Reserven, ein C&R-"Vergnügen" wird die Akkus des Fisches sicher nicht füllen.

Es wird dir niemand Absolution erteilen können für den Fang einer "fehlgefangenen" Rotgetupften in der Schonzeit. Es hiflt nur: Mass und Ziel, im Zweifel lieber nicht...


Gruß
Florian
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Re: C&R in der Laichzeit

Beitragvon Lutz/H » 04.10.2016, 12:24

Moin

In der Tat eine gute Frage die wahrscheinlich hier schwer zu beantworten ist,
ich denke das Experten aus der Fischzucht eventuell in Verbindung mit Erfahrungen aus p&t
Gewässern da Wissen haben könnten.
Ich habe gerade mal per Google quer gelesen aber auch keinen passenden Link gefunden.
So allgemein gesprochen mit meiner bescheidenen Erfahrung ist eher das Stressverhalten
welches in der Laichzeit sowieso vorhanden ist der Punkt, ein Fang gibt dann zusätzlich Stress
was einem Fisch/Forelle sicherlich nicht gut bekommt. Da Salmoniden die direkt vor dem Laichakt
stehen i.d.R. keine Nahrung mehr zu sich nehmen (soviel mir bekannt), kommen dadurch bedingt Schäden
durch C&R wie Druckstellen,beschädigte Schleimschicht usw. eher nicht vor.
Passieren kann so ein Fang natürlich in Mischgewässern immer mal, gezielt wird wohl
keiner von uns in der Schonzeit auf Forellen fischen.

Gruß Lutz
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Re: C&R in der Laichzeit

Beitragvon Olaf Kurth » 04.10.2016, 12:35

flo staeuble hat geschrieben:gibts ne erkenntnis in sachen obiger frage?



Ja, lieber flo,

diese Erkenntnis gibt es für die Bachforellen-Regionen in vielen Bundesländern schon sehr lange:

SCHONZEIT!


Konkret heißt das: Diese sensiblen kleinen Fließgewässer werden in dieser Zeit nicht befischt, es wird aus naheliegenden Gründen auch nicht gewatet. Verantwortungsvolle Angler (auch Fliegenfischer) schonen die wertvollen Laichgewässer.
Womit? Mit Recht......

Liebe Grüße,

Olaf
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
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Re: C&R in der Laichzeit

Beitragvon Maggov » 04.10.2016, 15:18

Lieber Flo,

geht aus Deiner Frage nicht direkt hervor aber so wie ich Dich kenne vermute ich dass Du hier auf das Fangen einer BF als "Beifang" beim Äschen- oder RBF-fischen abzielst und nicht auf das gezielte Fangen und Zurücksetzen von BF während der Schonzeit. Richtig?

Watfischen schließe ich bei Dir aus da ich denke zu wissen auf welches Wasser Du abzielst und das dort ja eigentlich nicht relevant ist.

Das Laichverhalten sollte sich dadurch nicht verändern - der Fisch wird nach wie vor laichen wollen - den Laicherfolg könnte es m.M. nach schon beeinflussen, sei es dass er erstmal geschwächt nicht teilnehmen / sich durchsetzen kann, den Drill nicht packt (z.B. weil schon zu geschwächt), andere Fische durch den Drill im Laichgeschäft gestört warden (das ware aber beim Drill jedes Fisches an dieser Stelle wahrscheinlich) oder, oder, oder...

An einer Strecke die primär BF Bestand aufweist würde ich es mir deshalb auch überlegen ob ich unbedingt dort fischen musst. An Strecken in denen auch ein gutes Aufkommen an RBF oder Äschen besteht würde ich Methode und Stelle entsprechend berücksichtigen (z.B. keine Streamer fischen, primär trocken mit klein(st)en Fliegen, klassische BF Standplätze wie z.B. Uferunterspülungen meiden und eher mittig im Fluss fischen, Bereiche mit gutem Lichteinfall wählen und tendenziell Mittags fischen und nicht nahe der Dämmerung etc.). Das hatte mir mal ein österreichischer Flyfi-Freund erzählt und hörte sich für mich sehr plausibel an. Wenn Du Strecken hast wo man super siehst käme das Fischen auf gesichtete Fische auch noch als guter Weg in Betracht - RBF und Äschen erkennt man ja gut bei klarem Wasser.

LG

Markus
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A. A. Lucas in Fishing and Thinking, 1959
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