Neubrandenburger hat geschrieben:Ja, aber ich werde wegen der Schonzeit an ein anderes ähnliches Gewässer ausweichen müssen, denn ohne Haken zu fischen wäre kein sinnvolles Üben meiner Meinung nach.
Hi Ben,
steige hier spät ein und Du hast schon viel Hilfe und auch Warnhinweise erhalten. Die kleinen Bäche sind wirklich sehr empfindliche Dinger und von daher macht es auch Sinn die Strecke nur vorsichtig zu begehen und zu beobachten während der Schonzeit. Lass die Trutten in Ruhe ablaichen und Du hast viele Jahre Spaß an Deinem Bach
Waten würde ich bei dem Untergrund und der breite nicht - ich würde eher aus Komfortgründen mit Gummistiefeln und im Sommer mit kurzer Hose los. Das Waten würde bei Totholz (das ich auch immer drin lassen würde - andere beneiden Dich drum!) auch zu viel Scheuchwirkung haben - so ruhig geht das m.M. nach kaum.
Was die Gerätewahl betrifft so würde ich auch eher zu einer leichten Schnurklasse und einer kurzen Rute tendieren. Eine halbwegs durchgängige Aktion hilft bei Rollwürfen erschwert aber bei Überkopfwürfen das Zielen durch die "löcher". Ist aber auch eine Übungssache eine halbwegs enge Schlaufe mit einer langsameren Rute zu werfen. Als Schnur würde ich eine WF mit kurzer Keule wählen um die Rute möglichst schnell auf zu laden. U.U. macht auch eine Schnurklasse höher Sinn um die Ladung zusätzlich zu fördern.
Bei der Fliegenwahl kannst Du aufgrund des niedrigen Befischungsdrucks sicher gut trocken fischen. Das erleichtert das Werfen und Du hast keine Hänger am Grund / Totholz unter Wasser. Wenn Du eine relativ grosse Fliege mit steifer Hechel nimmst (idealerweise gepalmert) dann hast Du auch einen gewissen Schonhakeneffekt für kleine Fische die die Fliege einfach schlecht ins Maul kriegen. Ich denke Vertrauen in die Fliege ist an dem Bach wichtiger als Matching the Hatch (gewisse Ausnahmen im Frühjahr und Herbst mal aussen vor. Vorfach wurde bereits erwähnt - sehe ich auch so, kann ruhig stark sein.
Gerade in der Laichzeit sieht die die grossen Fische in den Seitenbächen - ist ja auch logisch denn die sorgen dort für den Nachwuchs. Also nicht enttäuscht sein wenn die im Sommer wieder weg sein sollte. Im Frühjahr und im Herbst sind somit die besten Chancen einen dieser Ausnahmefische zu fangen.
Für mich war dieses Jahr der (beobachtete) Fang einer definitiv wilden BF auf knapp 2000 Meter Höhe mit 47 cm und fast 2 kg in einem ca. 50cm breiten Almwiesenbach der Beleg dafür dass auch Kleinstgewässer Ausnahmefische beinhalten. Der Fisch konnte nicht aufgestiegen sein da stromab ein Wasserfall eine absolut unüberwindbare Barriere darstellte... Der Drill dieser Fische stellt sich nach meiner Erfahrung oft relativ unspektakulär dar wenn kein verwachsener Unterstand existiert in den der Fisch abhauen kann - oft ist schlicht zu wenig Platz für den Fisch seine Stärken aus zu spielen und dann arbeitet sich der Fisch in einem relativ kleinem Gumpen einfach müde... Aber es sind wunderbare (Wild)Fische und aufgrund der Umstände und der Seltenheit Fänge die man nicht vergisst.
Solche Bäche sind kleine Perlen - hüte sie und bewahre sie Dir so gut Du kannst im jetzigen Zustand. Wie schon geschrieben sind sie die letzten Rückzugsgebiete die unsere Fische noch haben und deshalb sollten wir uns dort mit allem gebotenen Respekt bewegen und auch so fischen. Die Polbrillen und Biervariante kann da auch mal ein prima Ersatz sein

LG
Markus