Die ewige 45er

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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Die ewige 45er

Beitragvon Hans. » 13.11.2014, 10:22

Liebe Freunde !

All die Jahre, die ich nun schon zum Fliegenfischen gehe, begegnen mir am Wasser immer wieder einmal Gleichgesinnte, die eben gerade eine 45er Forelle verloren haben. Meistens heißt es mit einem Achselzucken: Ausgeklinkt! Welche Güte des Schicksals, dass ich nach diesem heftigen Verlust Minuten später vor Ort bin. Der Geschockte findet ein Gegenüber, seinen Kummer loszuwerden. Es tut gut, sich das von der Seele zu reden. Diese Forelle muss ein ganz ausgebuffter Profi sein. Kennt alle Tricks, den Haken wieder loszuwerden. Nur wachsen will sie einfach nicht :wink:

Petri Heil !
Hans
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Re: Die ewige 45er

Beitragvon fjorden » 13.11.2014, 11:12

Hallo Hans,
45 cm für eine Bachforelle ist ja in vielen Gewässern, gerade in denen mit keinem maßigen Besatz, ein ordentlicher Fisch und meistens die Schallgrenze. Ich habe die in den Jahren in denen ich auf Bachforelle gefischt habe, die zugegeben lange zurück liegen (10 Jahre), nicht gebrochen. Habe aber auch eher Kleinstbäche oder Oberläufe befischt und da ist eine 45er ein kapitaler Fisch. Diese Schallgrenze habe ich übrigens auch bei der Äsche nur 1 x gebrochen.
Bei Meerforellen, die mein Zielfisch Nummer 1 ist, müßte es dann die ewige 70er heißen.
Gruß
Fjorden

p.s. und natürlich wachsen die Fische die man verliert mit den Jahren.
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Re: Die ewige 45er

Beitragvon greypanther » 13.11.2014, 21:51

Servus Hans,

mit 45 cm Länge bringt eine Bachforelle so etwa ein Kilo auf die Waage. Wahrlich kein Riese seiner Art!
Dennoch sind Fische dieser Größenklasse, im Besonderen in kleineren Gewässern und hohem Befischungsdruck, nicht gerade häufig. Erstaunlich deshalb, dass bei Elektroabfischungen selbst in Kleinstgerinnseln oft recht große Forellen (auch ü45) gefangen werden.
Warum gehen die Burschen dann nur so ungern an unsere Fliegen? Ganz einfach, würden sie das so leichtfertig tun, wie sich das der Flifi gerne wünscht, dann hätte sie der Selektions(Befischungs)-Druck der einer seiner zahlreichen Freßfeinde schon längst in den Forellenhimmel befördert. Die Tatsache, dass ein Fisch überdurchschnittlich groß wird, ist der Tatsache geschuldet, dass er ja viel vorsichtiger und schlauer als sein Nachbar ist und nicht gleich jedes angebotene Leckerli schnappt. Aber, das ist ja ein alter Hut, wollte es nur nochmal erwähnen.
Die Moral von der Geschicht? Meine Signatur verrät es.
Gruß
Klaus


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Re: Die ewige 45er

Beitragvon gespliesste » 14.11.2014, 01:09

Hallo,

die story von Hans kenne ich auch zu genüge ... Es gibt Fischer den nehme ich das ab und anderen die verlieren quasi täglich 45'er - da hab ich dann auch meine Zweifel.

greypanther hat geschrieben:mit 45 cm Länge bringt eine Bachforelle so etwa ein Kilo auf die Waage. Wahrlich kein Riese seiner Art!


Kein Riese seiner Art? Was ist den ein "Riese" in Deutschland in einem naturbelassenen Fluss? Da schwingt ja immer mit, ich fange grundsätzlich nur viel größere ...
Wir waren vor kurzem an der Wiesent in einer recht "berühmten" Pension für Fliegenfischer und der Betreiber hat auf unsere interessierten Fragen ein wenig aus der Erfahrung der letzten 30 Jahre berichtet. Die Wiesent ist ja im Sinne des Nahrungsaufkommens (auch, aber nicht ausschliesslich mit der Maifliegenzeit) ein extrem produktiver Fluss in Deutschland. Er meinte früher in der Hochzeit war eine Forelle mit einem Pfund schon ein extrem guter Fisch, heute ist die Erwartungshaltung der Fliegenfischer eine andere. Woher sollen denn auf einmal all die kapitalen Forellen kommen?

Die Fische und der Fluss haben sich seit der Zeit nicht geändert. Eine 45cm Forelle die in einem Fluss in Deutschland aufgewachsen ist, ist für mich nach wie vor ein absoluter Ausnahmefisch (gemessen mit dem Maßband).
Diese Prahlerei und die damit verbundene Erwartungshaltung liegt mir gar nicht. Gerade die Anfänger bekommen da zu unrecht Komplexe.

Noch schlimmer als "die ewie 45'er" finde ich den Ausdruck "50+", der mir auch immer wieder mit "gerade eben verlorenen Fischen" begegnet.

LG,

Olaf
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Re: Die ewige 45er

Beitragvon Olaf Kurth » 14.11.2014, 09:24

gespliesste hat geschrieben: Eine 45cm Forelle die in einem Fluss in Deutschland aufgewachsen ist, ist für mich nach wie vor ein absoluter Ausnahmefisch (gemessen mit dem Maßband).
Diese Prahlerei und die damit verbundene Erwartungshaltung liegt mir gar nicht.



Ein "Ausnahmefisch" ist eine 45cm Forelle allemal, lieber Olaf,

aber sie kommen in unseren Fließgewässern sehr regelmäßig vor (das hat nichts mit Prahlerei zu tun). Ich erinnere an ein E-Fischen (gemeinsam mit der NABU Regionalgruppe Wittgenstein) an einem Seitenbach (Laichbach) meines Privatgewässers vor drei Jahren. Ich mache einen großen Schritt und der Mini-Mini-Bach fließt zwischen meinen Beinen durch. Dort sollte auf ca. 120m der relativ gerade Verlauf des Gewässers durch massiven Totholzeintrag verändert werden und vor den Baumaßnahmen sollte der Fischbestand entnommen und weiter unterhalb wieder eingesetzt werden. Wir fingen 128 (!) wilde Bachforellen, darunter allein drei Stück zwischen 45 und 52cm - hätte mir das jemand gesagt, ich hätte es nicht geglaubt.

Das Gejammer über die "soeben verlorene 50+ Forelle" kenne ich, doch ich muss betonen, dass ich wirklich glaubwürdige Fliegenfischer kenne (hallo Peter, hallo Hardy :lol: ). Untereinander verständigen wir uns regelmäßig über den Standort wirklich kapitaler Fische. Wir kennen uns schon jahrelang und wenn einer von ihnen einen großen Fisch aufgrund meiner Empfehlung fängt, dann freue ich mich. Im umgekehrten Fall wird das ähnlich gesehen.

Klaus hat das Phänomen kapitaler und sehr scheuer Forellen beschrieben und ich teile seine Meinung. Vermutlich liegt es u.a. an unseren klassischen Fliegenmustern, denn mit ihnen lockt man selten eine räuberisch lebende Gumpenbewohnerin hinter'm Ofen vor. Da ich schon komplette Mäuse und komplette Frösche im Magen großer Forellen gefunden habe, liegt ein kleiner Mausstreamer in der Fliegenbox. Wenn ich so etwas anbinde und im "Indianerstyle" am Wildbach unterwegs bin, ist das meist sehr effektiv, doch ist das noch Fliegenfischen?

Schlimmer wäre es für mich nur, wenn ich mich während meines Schaffens noch von zwei Leuten filmen lasse würde, wenn z.B. neben mir jemand mit dem Kescher steht und wartet, dass ich den Fisch endlich müde gedrillt habe, das erschöpfte Tier minutenlang in die Kamera halte und den Fisch wieder schwimmen lasse. Das hat für mich nichts mit Fliegenfischen zu tun.

Liebe Grüße,

Olaf
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
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Re: Die ewige 45er

Beitragvon Frank. » 14.11.2014, 09:32

Lieber Olaf,

ob die Wiesentäler — eines. Der deutschen Gewässer mit dem höchsten Befischungsdruck überhaupt! — ein geeignetes Referenzgewässer für große Altforellen ist, darf allerdings füglich bezweifelt werden …
Doch, natürlich gibt es diese Wildfisch-Klopper von (zum Teil sehr deutlich) ü50, aber die finden sich dort, wo man nur sehr wenige Angler findet, wo es keine Tageskarten gibt oder wo sie sehr schwierig zu erreichen sind.
Vor allem Wiesenbäche halten buchstäblich überragende Fische versteckt. Natürlich fängt man die nicht alle Tage, und man muss für sie manchmal viel Zeit und körperliche Anstrengungen aufbringen — aber man fängt sie, wenn man sie zu finden weiß.
Klar, das Geschwätz, um das es hier geht, kenne ich zur Genüge. Aber ich kenne auch sehr genau die Gegenbeispiele.

Dein Frank

(Kleiner Nachtrag zum anderen Olaf, der fast zeitgleich gepostet hat: Ich könnte noch ein paar »Hallo-Rufe« hinzufügen — aber die gingen auch in die Richtung schweigender Genießer, die allenfalls im engsten Freundeskreis Bilder zeigen oder erst gar keine machen)
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Re: Die ewige 45er

Beitragvon fjorden » 14.11.2014, 09:45

Hallo,
ich habe in meiner Jugend bewußt die Kleinstbäche (Wiesenbäche) in meinem Verein in Südniedersachsen abgeklappert. Damals noch mit 3,00 m Rute und Fliege mit Schrottblei vor und habe diese in kaum erahnende Lücken im Gras oder Totholz gehalten. Meine größten Bachforellen habe ich in diesen Oberläufen, wo sonst kaum wer fischte, gefangen. Selbst in den Rinnsälen, die diesen Kleinstbach speisten waren in den "tieferen" Ausspülungen Bachforellen, die sich dort nur schwerlich drehen konnten. Später mit der Fliegenrute eher weiter nach unten orientierend, da ich ja werfen wollte und die Tippfischerei mit der Fliegenrute mich nicht erfüllte, habe ich nie wieder so große Bachforellen gefangen. Auch weil der Befischungsdruck dort auch größer war.
Gruß
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Re: Die ewige 45er

Beitragvon Frank. » 14.11.2014, 10:16

Hi Fjorden!

Fangen die Namen der Bäche, von denen du sprichst, zufällig mit den Buchstaben D, E, G und R an? — Ja, dort gibt es noch immer richtig große Fische, an die man aber nur in der ganz frühen Saison herankommt, wenn der Bewuchs das noch zulässt.

Dein Frank
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Re: Die ewige 45er

Beitragvon greypanther » 14.11.2014, 13:07

Danke Frank und Olaf (Kurth)!
Ihr habt meinen - zugegebener Maßen etwas kryptisch formulierten - Gedanken richtig interpretiert und aufgenommen. Damit habt ihr meine direkte Antwort an Olaf vorweg genommen und mir so erspart.
Gruß
Klaus


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Re: Die ewige 45er

Beitragvon webwood » 14.11.2014, 14:23

Man mag mich der Prahlerei für schuldig halten, Monsterfische gibt es und zwar auch noch deutlich ü 45.
2013 war ich in der Spinnstrecke der Ammer unterwegs. Dort ist der Befischungsdruck zwar höher, als in unserer reinen Fliegenfischerstrecke an der Ammer, dafür kennen die Trutten in der Spinnstrecke keine Fliegen und Nymphen.
Ich fischte von einer Steinpackung aus und hatte eine kleine Äsche am Band, als eine Bafo, welche bestimmmt sehr,sehr deutlich ü 45 war, auf meine Äsche losging. Freund Jan war in etwa meiner Höhe, auf dem gegenüberliegenden Ufer und hatte die Attacke der Riesenforelle auch beobachtet. Somit habe ich wenigsten einen Zeugen. Das mir der Fisch abgekommen sei, kann ich natürlich nicht sagen, ich hatte in ja nicht mal gehakt. Diese Trutte hat mich dann angefixt. Wenn ich fischen ging, dann machte ich Jagd auf "meine" Forelle. Alles Mögliche habe ich ausprobiert und mit einem Mausstreamer bekam ich dann auch mal einen gewaltigen Biss. Ob es dieser Fisch war kann ich nicht sagen, Der Anbiss war zu weit weg und das Wasser sehr schnell. Ein Biss im schnellen Wasser läßt zudem den Fisch subjektiv größer erscheinen, da man ja nur einen orderntlichen "Rumms" in der Rute spürt und der Wasserdruck einem einen viel größeren Fisch vorgaukeln kann. 2013 habe ich in Folge sehr schlecht gefangen, weil ich nur diesen einen Fisch wollte, doch es wird schon seinen Grund haben, warum diese clevere Bafo so groß wurde.

Tight lines

Thomas

Ach ja, @ lieber Frank. Erinnerst du dich an die Mangfall? Da ist dir doch auch mal ein Fisch abgekommen. Der war doch wohl auch ein klein bischen mehr als ü 45.
Angler sterben nie, die riechen nur so.
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Re: Die ewige 45er

Beitragvon Frank. » 14.11.2014, 14:40

Ja, klar. Die vergesse ich bestimmt nicht … Aber der Brocken aus der Ammer, der dann mit deiner Hilfe im Backofen landete, war ja eine nette Entschädigung (ich weiß aber gar nicht mehr genau, wie groß die war).
Mangfall: Das machen wir nächstes Jahr wieder, okay?

Dein Frank

Edit, Nachtrag: Ich habe nachgeschaut — die Ammer-Forelle hatte 44 …
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Re: Die ewige 45er

Beitragvon Michl » 14.11.2014, 19:33

Hallo Hans,
die schwimmt bei uns auch!
Manchmal auch als "Mords Gerät" oder "Riesenvieh" bezeichnet.
Und immer ausgestiegen, nie abgerissen! :D
Oder doch:
Vor 2 Jahren traf ich am Bach einen meiner Kumpel mit belämmertem Gesicht, dem hatte gerade das "Mords Gerät" abgerissen.
Da er frisch aufriggen musste hab ich schon mal geworfen.
Ich bekam sofort einen Fisch auf die Nymphe, der ging ab wie Schmid´s Katze.
Nach einem turbulenten Drill hab ich eine etwa 35er Bachforelle gelandet die meine Nymphe in der Schwanzflosse hatte und seine im Maul.
Soviel zum "Mords Gerät". :wink:
Übrigens
Bis heute glaube ich das der Fisch aus Ärger über die abgerissene Nymphe im Maul mit der Schwanzflosse nach meiner Fliege geschlagen hat und dabei hängen blieb.

Gruß Michl
Die Beute ist unwesentlich, entscheidend ist nur das Gefühl.
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Re: Die ewige 45er

Beitragvon Joerg Giersbach » 14.11.2014, 19:58

Hallo Thomas!
Ja, das kenne ich!!!
Hatte vor Jahren an einem kleinen Wiesenbach (2-2,50m Breite) beim Streamern einen gewaltigen Biss der mir fast die Rute aus der Hand gerissen hätte!
10 Sek.Drill, und das wars!
Dieser Fisch hat mir keine Ruhe gelassen, wollte ihn haben.
2 Jahre später (zwischendurch immer wieder Probiert), an gleicher Stelle wieder auf Streamer, Biss und die Post ging ab!
Gespliesste fast zum U - verformt.
Fazit, Bachforellenmilchner von 56 cm!!! (ist mir leider wieder ins Wasser gefallen :wink: )
Und das in einem kleinen Wiesenbach!!!

Es gibt diese Monsterfische!

Gruß und TL Jörg
-Das Leben ist zu kurz um nicht mit Bambus zu fischen-
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Re: Die ewige 45er

Beitragvon laverda » 16.11.2014, 17:25

Oh jaa, die "Monsterforellen",
dabei fällt mir sofort ein Ereignis der letzten Saison ein. Ich fischte an der Lenne mit unbeschwerter Nymphe im ruhigeren Kehrwasser am uferseitigen Rand einer stark strömenden, tiefen Rinne und hatte bereits Erfolg bei kleineren Rotgetupften, als sich einige Meter stromabwärts am Auslauf der Rinne ein zarter Ring an der Oberfläche zeigte. Ein vorsichtiger Wurf, die Nymphe setzt exakt an der Stelle auf der Wasserobefläche auf und kaum eine Sekunde später war anständig Zug auf der Schnur. Ein "mörderischer Drill" verlangte der 3er Zweihand und 0,16er Vorfach alles ab, was drin steckte und nach etwa 15 Minuten sowie eine ordentliche Strecke flussabwärts lag dann die ü 70er BARBE im Kescher. :mrgreen:
Hätte ich die nach den ersten Fluchten und vor dem ersten Sichtkontakt verloren, hätte ich Stein auf Bein geschworen, dass es eine "Monsterforelle" gewesen wäre.

Besten Gruß vom platten Niederrhein
Dateianhänge
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Ruten werfen Masse.........nicht Klasse
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Re: Die ewige 45er

Beitragvon Headi » 11.12.2014, 13:20

Hallo!

Jedes E-Fischen an einem naturbelassenen Gewässer ohne Befischung (ohne Schwarzangler!) fördert es zu Tage: Forellen bis über 60. Sie sind in jedem unscheinbaren Graben möglich und durchaus regelmäßig vorhanden. Selbst in höheren bis höchsten Lagen!
Man glaubt ja nicht, was Besatz, Befischungsdruck, Strukturveränderungen und Wasserverschmutzung in einem Gewässer anrichten können. Ohne natürliche hohe Aufwuchsrate mit der typischen Pyramidenstruktur fehlt den Großforellen schlicht die Nahrung. Der Besatz geht mit 30+ rein (man will ja fangen und der Säger soll keine Chance haben) und dann genau so schnell wieder raus (sei es illegal oder durch schwarze Vögel oder oder). So ein Bestand wird kaum Großfische entwickeln. Ich glaube, dass - ähnlich wie bei Barschen - es recht früh einen Schalter umlegt: die Forelle wird räuberisch und dadurch groß. Kaltwasser-Kleinfische (Schmerle, Elritze, Koppe usw) gibt es kaum mehr und ihre Bedeutung wird nicht erkannt. Sogar Döbel wurden und werden als schädlich betrachtet. Dabei ist deren Habitat im warmen und ruhigen Zügen kaum von Forellen genutzt. Das hohe Brutaufkommen dafür schöne Nahrung für Raubforellen...

Fazit: Nur ein Wasser mit viel handfester (Fisch-)Nahrung bringt wirklich große Forellen hervor!


Gruß
Flo
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