Fliegenfischen auf Waller

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

Moderatoren: Forstie, Maggov, webwood, Matthias M., Michael., Olaf Kurth

Fliegenfischen auf Waller

Beitragvon willi aus I » 24.12.2003, 13:40

Hallo
Bei uns am unteren Niederrhein hört man immer öfter von Wallerfängen.meist zufällig beim Zanderfischen mit Kö-FI.
Ich werde es im nächsten Jahr mal mit Streamern versuchen.
Wer hat schon Erfahrung damit ?
Was sind die besten Jahres- und Tageszeiten?
Falls mal einer beissen sollte, wieviel Backing sollte man
auf der Rolle haben.
Welche Vorfachstärken u.s.w.

Ich bedanke mich schon mal im vorraus für die Antworten
und wünsche allen ein frohes Weihnachtsfest.

Willi
willi aus I
 
Beiträge: 93
Registriert: 28.09.2006, 13:53
"Danke" gegeben: 0 mal
"Danke" bekommen: 0 mal

Beitragvon JensR » 24.12.2003, 13:46

Hallo Willi,

schon gelesen?

Wallerfliegen


Gruß & Fröhliche Weihnachten :D

Jens
JensR
 

Beitragvon willi aus I » 24.12.2003, 14:07

Hallo Jens
Die Beiträge zum Thema Wallerfliegen haben mich erst mal auf die
Idee gebracht es auch mal zu versuchen.
Vor ca 2 Monaten habe ich einen toten Waller am Rheinufer
gefunden und weiss seitdem das die Fanggeschichten nicht
nur Anglerlatein sind.
Daher brauche ich noch weitere Informationen.

MfG Willi
willi aus I
 
Beiträge: 93
Registriert: 28.09.2006, 13:53
"Danke" gegeben: 0 mal
"Danke" bekommen: 0 mal

Beitragvon JensR » 24.12.2003, 14:30

Hallo Willi,

wir hatten vor Jahren beim Karpfenfischen mal zweit kleine Waller mit 16 und 17 Pfund als Beifang.
Die Kampfkraft war einfach nur brachial. Wir dachten erst an einen Karpfen duetlich über 35 Pfund ... beim zweiten Wels waren wir dann schon schlauer. :p

Wäre echt mal ne Überlegung wert. Nur: Die Viecher sind hauptsächlich nachtaktiv soviel ich weiss ... :verlegen:


Gruß, Jens
JensR
 

Waller?

Beitragvon TimM » 24.12.2003, 15:08

Moinsen.
Hi bin neu hier und wollte mal fragen ob denn schon wirklich jemand versucht hat im Rhein auf Waller zu fischen?
Ich kenne die Strecke von Duisburg bis Emmerich bislang nur vom Twistern und Grundfischen. Ein Freund besitz auf der Strecke eine Erlaubnis zum Reusenfischen und von daher kann ich nur bestätigen das der Wallerbestand gut ist. Der größte bislang gefangene Fisch von dem ich gehört habe soll um die 1,70m gewesen sein und im Bereich Voerde beim Angeln mit Gummifisch gefangen worden.
Es würde mich interresieren wie das funktionieren soll mit der Fliege?
Sorry die dumme Frage aber ich bin noch nicht fit im Fliegenfischen (Anfänger!!)
Frohes Fest Tim
TimM
 

Beitragvon Thilo (NRW) » 24.12.2003, 18:00

ich würde ne Rute ab Klasse 15 aufwärts, Vorfach min. 0,60 mm. und
Dyneema-Backing ab 30 KG Tragkraft empfehlen, da du die Teile sonst
nicht vom Grund gehoben bekommst.
Wenn die edlen Geschöpfe einmal in der Strömung sind hat man meiner Meinung mit
jeder Fliegenrute verloren.
Wenn aber doch, dann würde ich ne Rolle mit 300 m. Backing empfehlen, aber
mit ner dicken Achse.
So ab 100 Pfund knacken die in der Strömung Sportex-Spinnruten mit 150 Gramm WG wie Streichhölzer weg.
Welche Fliegenrute kann schon so was ab?

Der Rhein ist jedenfalls interessant, sowohl auf Zander als auch Welse. Rapfen sind wohl schon ne Plage. Werde zwischen Düsseldorf und Wesel im nächsten Jahr auch mal mein
Glück versuchen, weiß aber noch nicht mit welchem Stuff. Würde mich sehr
ärgern, wenn ich einen 1,20 m.+ - Waller wegen dem Tackle verlieren würde.
Natürlich kann man in einem keimfreien Vereinsweiher so einen Fisch auch an ner
10er Rute spazieren führen, doch niemals in der Strömung.

Grüße und schöne Wallerbisse
Zuletzt geändert von Thilo (NRW) am 04.12.2005, 17:22, insgesamt 1-mal geändert.
Thilo (NRW)
 

Beitragvon Gerry » 24.12.2003, 20:49

Hallo Willi,

wenn du die Berichte über Wallerfliegen schon gelesen hast, dann kennst du auch so in etwa meine Meinung dazu. Ich sehe es allerdings nicht ganz so tragisch wie der Thilo.
Gehen wir mal davon aus, dass 50 kg und größere sowieso die Ausnahme bilden und dass man bei so einem Fisch vom Ufer, in einem Fluss wie dem Rhein, mit jedem Getackle seine Schwierigkeiten haben dürfte und dass selbst Fische von 40 – 50 kg schwere Brocken sind. Aber bei allem darunter sehe ich schon eine reelle Chance bei entsprechendem Gerät. Eine kräftige Lachsrute mit passender Schnur und Rolle bewältigt ja auch schließlich Lachse im Bereich von 30 kg. Und ein Lachs ist immer noch ein anderer Kämpfer als der Waller, der in der Regel mit spätestens seiner zweiten Flucht das meiste Pulver verschossen hat und dann nur noch stur gegen den Zug des Anglers hält. Zumindest war das bisher bei den von mir gefangenen so. Und das mit dem Rutenknacken hängt wohl eher damit zusammen, dass die Jungs, denen das passiert, ihr Gerät nicht richtig beherrschen und die Bremse zu knallhart einstellen, warum sollte sonst eine Rute brechen? Eine kräftige Lachsrute ist doch wesentlich elastischer als ein Wallerprügel. Ich setze da eher auf entsprechendes Backing und eine gute Antireverserolle. Bei meinen Versuchen im kommenden Jahr werde ich eine RST Lachsrute M3, 4teilig, 13,5 Fuss, Klasse 9/10 (nicht weil ich denke, dass sie das Optimum darstellt, sondern weil ich nur diese habe) sowie eine Billy-Pate Tarpon Antireverse Rolle mit 300 m 30 lbs Backing, vermutlich einen schnellsinkenden Schusskopf und ein Vorfach von ca. 1,30 m (0,50 mm), die letzten 30 cm als Stahlvorfach mit kräftigem Karabinerwirbel, verwenden. Ein Streamer auf einem kräftigen 3/0er Haken mit weitem Bogen macht den Abschluss. Dass die Waller nur Nachts beißen ist ein Ammenmärchen und ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die meisten Angler erst um diese Zeit auf Waller gehen. Allerdings muss ich zugeben, müßte ich mich zwischen Tag und Nacht (Dämmerung + die ersten 2 Stunden) entscheiden, würde ich auch die Nacht wählen. Das heißt jedoch nicht, dass man tags über keine fängt. Ich habe früher, als ich noch mit herkömmlichen Methoden auf Waller gefischt habe morgens um 09:00h einen mit 70 Pfund auf Köderfisch, um 12:00h einen von 21 Pfund auf Blinker, nachmittags um 15:00 h einen mit 51 Pfund auf Köderfisch und gegen Abend um 18:00 h (August) einen mit 64 Pfund gefangen, übrigens alle am Regen bei Nittenau. Natürlich nicht am selben Tag. :D An dem Tag, als ich den 21-Pfünder fing hat um fast die gleiche Zeit oberhalb von Nürnberg ein Anglerkollege einen Waller von 103 Pfund mit der Spinnrute gefangen. Also, warum nicht über Tag auf Waller fischen? Gute Zeiten dürften ab Mai bis August sein, wobei das auch wieder gewässerabhängig sein dürfte. Wo Warmwassereinläufe sind, geht es wahrscheinlich das ganze Jahr über. Günstige Zeiten waren schon immer schwülwarme Tage mit Gewitterstimmung.

Gruß und dicke Fische

Gerry
Benutzeravatar
Gerry
 
Beiträge: 444
Registriert: 01.10.2006, 20:15
Wohnort: 67677 Enkenbach-Alsenborn
"Danke" gegeben: 0 mal
"Danke" bekommen: 0 mal

Beitragvon LippeTorsten » 25.12.2003, 14:35

Hallo Willi
um dir mal die Demensionen zu nennen die auf der Strecke sind.
Ich hab die letzten zwei Monate Wallerfotos gesehen von der Strecke Kraftwerk Voerde.
Es wurden Monster gefangen die selbst am stärksten Gerät kaum zu bändigen waren laut Fänger.
50kg aufwärts sind keine Seltenheit im Rhein und daher ist mit Klassen über 15 schon das Sicherste. Schnur dementsprechend logischerweise auch.
Kleine lassen sich aber sicher an einer vernünftigen Lachsrute landen.

Gruss Torsten
LippeTorsten
 

Beitragvon JensR » 25.12.2003, 14:39

Hallo zusammen,

was man auch nicht ausser acht lassen sollte ist, das wohl die wenigsten einen solchen Fisch werden verwerten wollen.

Ein grosser Kescher und/oder eine große Schleimhautschonende Matte zum landen/stranden sollte Pflicht sein.
Auch wird man ein wirkliches Kaliber schlecht allein gebändigt bekommen.

Nur mal so als Denkanstoß ... :niederges


Gruß, Jens
JensR
 

Beitragvon LippeTorsten » 26.12.2003, 11:42

Ganz deiner Meinung Jens. Ich kann nicht aus méiner Erfahrung heraus berichten, doch ich kenn einen der fängt die Brocken auf Ansage.
Wenn der angeln geht dann nicht alleine.
Der oben genannte Wels von 1,70m wurde von ihm gefangen. Da musste 3 Leute den Angler festhalten und 2 die Rute.
Da stellt sich doch die Frage was ist daran noch angeln.
Ist es nicht schöner einen massigen Fisch sicher zu drillen und dann daraus ein leibliches Wohl zu bereiten.
Und wer beherscht schon wirklich den Wallergriff das man so ein Monster sicher landen kann.
Schuster bleib bei deinen Leisten, sag ich immer. Man sollte auf den Boden bleiben und nicht das extreme suchen. Das Leben ist schon hart genug.

Gruss Torsten
LippeTorsten
 

Beitragvon Gerry » 26.12.2003, 12:25

Hallo Torsten,

solche Geschichten tragen dazu bei, dass der Waller und das Fischen auf ihn mystifiziert wird.
Die beiden großen Waller von 187cm/70 Pfund und 180cm/71 Pfund habe ich ganz allein gefangen und gelandet. Ich mußte zwar jeweils 45 Minuten in den Fluss und davon einmal im dunkeln, aber wie du siehst haben sie mich weder gefressen noch ersäuft.

>>>Da mussten 3 Leute den Angler festhalten und 2 die Rute.<<<
Professionell hört sich das nicht an. Ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber so ein Blödsinn. Hat der Angler weniger als der Fisch gewogen?

>>> Und wer beherrscht schon wirklich den Wallergriff <<<
Ich, zum Beispiel. Wo ist das Problem?

Früher haben die Waller immer schwimmende Hunde und Kleinkinder gefressen. Zum Glück wird heute dieser Quatsch nicht mehr weiterverbreitet.

Glaub' nicht alles was man dir erzählt, probier's mal selbst aus und du wirst merken, dass viel von dem Geheimnisvollen um den Waller nur aufgebauscht ist um die Sache interessanter zu machen als sie tatsächlich ist. Was nicht heißen soll, dass der Drill eines großen Wallers nicht gigantisch ist. :D

In diesem Sinne
freuen wir uns auf die Waller
die uns das Jahr 2004 hoffentlich schenken wird.....
Fly only....versteht sich


Gerry
Benutzeravatar
Gerry
 
Beiträge: 444
Registriert: 01.10.2006, 20:15
Wohnort: 67677 Enkenbach-Alsenborn
"Danke" gegeben: 0 mal
"Danke" bekommen: 0 mal

Beitragvon LippeTorsten » 27.12.2003, 09:56

Danke Gerry

für deine ehrlichen Worte.
Die mir zugetragenen Berichte stammen nicht nur vom Fänger selber sondern auch von den Personen die mit dabeiwaren.
Es kann ja sein das ein Wels sich alleine Landen lässt, der eine aber nicht.
Es gibt sogar Fotos davon.
Sicher gibt es ne Menge urriger Geschichten von Welsen, die gibt es aber auch von Hechten und anderen Wirbeltieren.
Wie sollten das jetzt nicht aufbauschen.
Es ist halt ne Tatsache das bei uns am Niederrhein seid geraumer Zeit grosse Welse gefangen werden und das lässt uns doch auf eine Erfolgreiches neues Jahr hoffen.
Denn wo grosse da auch kleine.

@ Willi Wir können das ja auch mal zusammenangehen.

Gruss Torsten
LippeTorsten
 

Wie binde ich eine Karpfenfliege

Beitragvon Thilo (NRW) » 14.01.2004, 21:52

Hallo nochmal,

weiß zufällig jemand, wie ich eine
Karpfenfliege für Waller binden könnte?

Bild

Könnte evtl. der HP-Gelenkstreamer ein richtiger Ansatz sein?




http://www.op-online.de/index_255_323936373230.htm

http://www.rhein-main.net/sixcms/detail.php/1455991
Zuletzt geändert von Thilo (NRW) am 04.12.2005, 17:23, insgesamt 1-mal geändert.
Thilo (NRW)
 

Beitragvon Andreas aus B » 14.01.2004, 22:54

Andreas aus B
 


Zurück zu Fischarten und ihr Fang, Fliegenfischen-Praxis & Technik

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 9 Gäste