Minimieren von Fehlbissen beim Fischen mit Trockenfliege

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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Minimieren von Fehlbissen beim Fischen mit Trockenfliege

Beitragvon Flifi-Hüls » 24.08.2014, 10:15

Hallo zusammen,

meine letzten beiden Besuche am Wasser waren von sehr vielen Fehlbissen gekennzeichnet.

Steigende Fische mit Trockenfliege angeworfen, Fisch steigt, nimmt (scheinbar) die Fliege, Anhieb geht ins Leere. Trockenfliege in Rauschen, Stillwasser, an vermeintlichen hotspots platziert, Fisch steigt, nimmt (scheinbar) die Fliege, Anhieb geht ins Leere. Und so weiter!

Ich stelle mir die Frage, was ich falsch mache und anders machen muss, um die Anzahl der Fehlbisse zu verringern. Kommt der Anhieb zu früh oder vielleicht zu spät? Habe ich evtl. noch zuviel Schnur auf dem Wasser, sodass der "Kontakt" nicht richtig gegeben ist? Fliege zu groß oder Fliege zu klein? Und, und, und ...

Habe im Forum unter dem Stichwort "Fehlbisse" gestöbert, da aber hauptsächlich Infos zum Nymphenfischen und Streamern gefunden. Was Trockenfliegen angeht, bezogen sich die Aussagen auf die Beschaffenheit der Fliege. Hier muss ich sagen, dass ich Fliegen kaufe und nicht wüsste, wie ich eine Trockenfliege "bearbeiten" muss, damit sie ggf. anders im Wasser bzw. auf der Oberfläche liegt und somit Fehlbisse reduziert.

Ich würde mich über ein paar Anregungen freuen, woran eine hohe Anzahl von Fehlbissen bei der Trockenfliegenfischerei liegen könnte und worauf ich zukünftig achten muss, damit ich die eine oder andere Forelle mehr vielleicht doch haken kann.

Vielen Dank im Voraus. Grüße vom Niederrhein

Bernd
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Re: Minimieren von Fehlbissen beim Fischen mit Trockenfliege

Beitragvon webwood » 24.08.2014, 10:29

Servus Bernd,

manchmal beißen die Fische einfach "spitz" also sehr verhalten. Das habe ich selbst schon erlebt. Ansonsten könnte es auch an der Fliege liegen.
An der Mindel hatte ich mit einer Daddy long Leg zwar viele Bisse, aber so gut wie keinen Fisch gehakt. An gleichen Gewässer habe ich dann eine Rehharsedge angeknüpft und ich hatte so gut wie keine Fehlbisse mehr. Ich vermute die Fische haben die Longlegs eher eingeschlürft, während sie die Sedge mit einem Haps genommen haben.

Tight lines

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Re: Minimieren von Fehlbissen beim Fischen mit Trockenfliege

Beitragvon Frank. » 24.08.2014, 10:33

Lieber Bernd,

Ferndiagnosen sind auch hier - wie üblich - sehr schwierig und eigentlich kaum möglich.
Aber die Notwendigkeit einer "Bearbeitung" gekaufter Fliegen schließe ich zumindest kategorisch aus. Thomas hat natürlich Recht - eine andere Fliege hilft manchmal.

Wahrscheinlich hast du mit der eigenen Vermutung recht, dass es eine Frage des Timings ist. Tatsächlich ist es so, dass viele Anfänger im Fliegenfischen den Anschlag zu früh, zu hektisch und oft auch viel zu heftig setzen und dem Fisch die Fliege so regelrecht wegnehmen. Oft fehlt einfach auch die notwendige Spannung der Schnur. Unseren Gruß "Tight Lines" sollte man auch beim Anschlag stets im Kopf haben.
Psychologisch ist es gewiss so, dass versemmelte Anhiebe gleich am Anfang eines Angeltages die Hektik und Aufregung stetig steigern.

Aber: In der Ruhe liegt die Kraft! Gib dem Fisch einfach ein bisschen mehr Zeit.
Pass auf, dann klappt's auch mit dem Anschlag.

Dein Frank
Das sind Deine Beobachtungen, mein Lieber, andere haben andere Beobachtungen gemacht.
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Re: Minimieren von Fehlbissen beim Fischen mit Trockenfliege

Beitragvon HansAnona » 24.08.2014, 10:51

Lieber Bernd,

manchmal ist es wirklich wie verhext! Du wirfst in den Sichtkanal des Fisches, der beißt, Du spürst vielleicht ganz kurz Kontakt, weg. Das wiederholt sich. Mir ist z.B. vor einigen Tagen dieses mehrfach passiert. Die genervte Kontrolle der Fliege ergab eine abgebrochene Hakenspitze.

Bei Dir kann es viele Gründe haben. Fisch überlegt es sich anders, Fliege verdreht, zu groß, falsch angebunden, Timing falsch, Anhieb zu stark, Anhieb zu schwach, Haken stumpf, Haken zu dünn, ...

Stell doch mal ein Foto der Fliege am Vorfach hier ein, damit wir das Fliegenthema diskutieren können. Alles andere wird nur live zu beurteilen sein.

Liebe Grüße, Alf
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Re: Minimieren von Fehlbissen beim Fischen mit Trockenfliege

Beitragvon webwood » 24.08.2014, 11:31

Servus Bernd,

noch ein Nachtrag, auch wenn Frank schon wirklich recht hat mit "Ferndiagnosen" und deren Sinn.
Du schreibst " Die Fische steigen" etc. Welche Fische sind das denn eigentlich?
Zwischen der Zeitspanne um Anzuschlagen bei einem Salmoniden in schnellem Wasser und der bei einem Aitel/Döbel in ruhigem Wasser, liegt geschätzt fast eine Zigarettenlänge. Welche Fische sind das Objekt deiner Begierde?

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Re: Minimieren von Fehlbissen beim Fischen mit Trockenfliege

Beitragvon Flifi-Hüls » 24.08.2014, 16:13

Liebe Forums-Mitglieder,

vielen Dank für die ersten Antworten und Anregungen. Ich bin froh zu hören, dass offenbar auch der eine oder andere erfahrene Fliegenfischer solche Erlebnisse mit Fehlbissen kennt.

Wenn ich mir Eure Meinungen so durchlese und zurückdenke, erkenne ich schon einiges wieder. Da ist sicherlich mal Hektik dabei, vor allem, wenn man bereits einige Fehlbisse hatte und den nächsten Biss auf keinen Fall "verhauen" will. Ich empfinde das Timing beim Anhieb allerdings auch alles andere als einfach. Bisher war ich aber auch in dem Glauben, dass ein Anhieb schon zügig gesetzt werden muss, damit der Fisch die Fliege nicht wieder ausspuckt, da er genug Zeit hatte, sie als Imitation zu erkennen. Dem beißenden Fisch die Zeit zu geben ... ist schon nicht einfach. Aber eine Faustregel, wie "Beim Biss einmal leise '21' sagen" gibt es wahrscheinlich nicht.

Zudem ist es - so finde ich - immer noch etwas einfacher, wenn man sich bei einem steigenden Fisch, den man anwirft, auf den Biss vorbereiten kann. (Aber selbst da habe ich immer mal wieder Fehlbisse.) Wenn ich andere Bereiche abfische, wo ich Fische vermute, kommt dann immer noch der Überraschungseffekt hinzu, da ich in dem Moment (nach einer längeren Zeit ohne Biss) vielleicht nicht unbedingt mit 100 % Konzentration bei der Sache bin.

Ich fische übrigens an Mittelgebirgsbächen und Flüssen, wo meine Zielfische Bachforellen und Äschen sind.

Auf jeden Fall werde ich versuchen die Sprüche "In der Ruhe liegt die Kraft" und die Bedeutung von "Tight lines" (noch mehr) zu verinnerlichen.

Viele Grüße
Bernd
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Re: Minimieren von Fehlbissen beim Fischen mit Trockenfliege

Beitragvon venni-fl » 25.08.2014, 17:24

Guten Abend zusammen,

ich möchte einmal kurz von meiner erfahrung sprechen:

Vorweg gebe ich den Vorpostern recht es gibt einfach viele gründe für Fehlbisse.

So nun zu meiner Theorie:
Was mir in den letzten 2 Jahren aufgefallen ist, ist wenn ich am Salmoniden Bach/Fluss fische und mit der Trockenfliege Stromauf Fische habe ich deutlich mehr Fehlbisse als wenn ich Strom ab fische, meinem Kolegen ist dies auch schon des öfteren aufgefallen warum dies so ist oder es mir nur so vorkommt kann ich nicht sagen bzw. hab ich mir darum noch nicht so richtig gedanken gemacht, währe doch mal ein Ansatz dies genauer zu erörtern.

Konntet ihr dies auch schon feststellen ?


Kurz zur Anhieb Frage, ich persönlich Schlage nicht wirklich an,ich fische immer mit fast direktem kontakt zur Fliege, und werfe nur Fische an die Steigen bzw. die ich sehe sofern ich mit der Trockenfliege Fische, dann nimmt der Fisch die Fliege ich halte die Schnur fest und hebe leicht die rute und der Fisch hakt sich fast selbst, und damit fahre ich sehr gut denn der fisch hat kurz zeit die Fliege richtig zu nehmen bevor er in die Rute geht, und nach meiner meinung ist dies die Zeit die der Fisch braucht.

Wie auch schon in der Vorposts zu lesen ist ein heftiger zu anschlag meist der schlechtere weg...

Schönen Abend noch

TL
Gruß
Stephan.
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Stephan

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Re: Minimieren von Fehlbissen beim Fischen mit Trockenfliege

Beitragvon Frank. » 25.08.2014, 17:49

venni-fl hat geschrieben:wenn ich am Salmoniden Bach/Fluss fische und mit der Trockenfliege Stromauf Fische habe ich deutlich mehr Fehlbisse als wenn ich Strom ab fische


Lieber Stephan,

das klingt ziemlich eindeutig nach einer nicht vernünftig gestreckten Schnur oder einem nicht gerade abgelegten Vorfach beim Fischen stromauf!
Stromab übernimmt die Strömung für dich das Strecken von Schnur und Vorfach, und deshalb hast du besseren, direkteren Kontakt zu Fliege und Fisch.

Dein Frank
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Re: Minimieren von Fehlbissen beim Fischen mit Trockenfliege

Beitragvon Mahi-Mahi » 27.08.2014, 09:14

webwood hat geschrieben:Servus Bernd,

manchmal beißen die Fische einfach "spitz" also sehr verhalten. Das habe ich selbst schon erlebt. Ansonsten könnte es auch an der Fliege liegen.
An der Mindel hatte ich mit einer Daddy long Leg zwar viele Bisse, aber so gut wie keinen Fisch gehakt. An gleichen Gewässer habe ich dann eine Rehharsedge angeknüpft und ich hatte so gut wie keine Fehlbisse mehr. Ich vermute die Fische haben die Longlegs eher eingeschlürft, während sie die Sedge mit einem Haps genommen haben.

Tight lines

Thomas


Hallo liebe Kollegen,

Fehlbisse als Solches, gibt es das denn wirklich? Ich kann mit Thomas einstimmen was er beschrieben hat. Vor einigen Jahren besuchte ich einen Wurfkurs an der Iller mit M. Mauri.
Wir Schüler durften mit einer Fliege werfen, aber Bedingung vom Lehrer war, klemmt den Hakenbogen weg! Also gesagt getan. Ich bekam viele Kontakte an meine beschnittene Trockenfliege.
Das waren keine Fehlbisse weil ich keinen Fisch haken konnte nein die Fische beißen immer präzise aber ohne Hakenbogen kein Fisch ist doch klar.
Ich bin der Meinung, dass es schon an den Mustern liegen kann wie die gebunden sind und ob wir Fliegenfischer manchmal zu schnell, zu langsam -oder zu heftig reagieren?
Auch die Präsentation ist wichtig und das wechseln von Mustern ebenfalls.
Fazit: Der Fisch beißt wie er beißt und er beißt immer für seine Art richtig auch wenn er mal verfehlt, das ist aber kein Fehlbiss. Wichtig ist was wir daraus lernen und machen wenn wir wieder mal Fehl-reagieren.

Liebe Grüße v. d. Ostalb
Harry
Mahi-Mahi
 

Re: Minimieren von Fehlbissen beim Fischen mit Trockenfliege

Beitragvon HansAnona » 27.08.2014, 09:49

Eine interessante Diskussion über schlechtes Timing beim Anhieb hat sich hier im Thread entwickelt:

http://www.fliegenfischer-forum.de/flyfishing/-selbst-vorstellung-der-forum-mitglieder-bzw-neuer-f27648/alien-life-form-hansanona-t269513.html#p2729323

Eventuell spielt Bernd im Kopf einfach nur die falsche Musik ab? :mrgreen:

Liebe Grüße, Alf

P.S. dieser Beitrag ist durch den grünen Smiley eindeutig als nicht ernst zu nehmen gekennzeichnet. :doubt:
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Re: Minimieren von Fehlbissen beim Fischen mit Trockenfliege

Beitragvon Magellan » 27.08.2014, 16:09

Harry schrieb:

Hallo liebe Kollegen,

Fehlbisse als Solches, gibt es das denn wirklich? . Vor einigen Jahren besuchte ich einen Wurfkurs ...
Wir Schüler durften mit einer Fliege werfen, aber Bedingung vom Lehrer war, klemmt den Hakenbogen weg! Also gesagt getan. Ich bekam viele Kontakte an meine beschnittene Trockenfliege.
Das waren keine Fehlbisse weil ich keinen Fisch haken konnte nein die Fische beißen immer präzise aber ohne Hakenbogen kein Fisch ist doch klar.
Ich bin der Meinung, dass es schon an den Mustern liegen kann wie die gebunden sind und ob wir Fliegenfischer manchmal zu schnell, zu langsam -oder zu heftig reagieren?
Auch die Präsentation ist wichtig und das wechseln von Mustern ebenfalls.
Fazit: Der Fisch beißt wie er beißt und er beißt immer für seine Art richtig auch wenn er mal verfehlt, das ist aber kein Fehlbiss. Wichtig ist was wir daraus lernen und machen wenn wir wieder mal Fehl-reagieren.

Liebe Grüße v. d. Ostalb


Das war doch aber eine wirklich sinnfreie Anekdote :wink: offensichtlich keine Fehlbisse.... hattest ja auch Kontakt zum Fisch =D>

Aus dem Eingangspost von Bernd ging doch ganz deutlich hervor das er mit Haken gefischt hat? Ich meine, das war doch verständlich geschrieben.

Hallo Bernd

Auch ich bin der Meinung das die Wichtigste und Effektivste Voraussetzung einen Fisch zu haken, der möglichst direkte Kontakt mit Vorfach zum Fisch und wenn nötig einen entsprechend der Nahrungsaufnahme des Fisches angepasste Fliegenwahl sein sollte.

Ansonsten: Übung macht den Meister, aber Vorsicht, das alles nur unter Berücksichtigung der Gewässerstatuten, sonst wirft man Dir noch vor den Fisch als Spassobjekt zu missbrauchen :wink:

gruss
Heiko
Magellan
 

Re: Minimieren von Fehlbissen beim Fischen mit Trockenfliege

Beitragvon Mahi-Mahi » 28.08.2014, 12:53

Magellan hat geschrieben:Aus dem Eingangspost von Bernd ging doch ganz deutlich hervor das er mit Haken gefischt hat? Ich meine, das war doch verständlich geschrieben.


Hallo Heiko,

wenn du meinen Beitrag weiter studierst, dann kannst du lesen auf was es mir ankommt und das war doch nicht am Thema vorbei, oder?

Liebe Grüße v. d. Ostalb
Harry
Mahi-Mahi
 


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