Morgenstund...

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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Re: Morgenstund...

Beitragvon Maggov » 06.07.2015, 09:46

Hallo,

nachdem es im Moment sehr heiß ist und viele Badegäste am Wochenende das Ufer bevölkern bin ich um dieses WE sehr früh ans Wasser. Streamerfischen liegt mir nicht, deshalb habe ich Trocken und mit Nymphe gefischt.

Ich habe sehr gut gefangen (auch Äsche ging trocken am Morgen gut) und es war herrlich. Die Luft war noch halbwegs kühl (im T-Shirt und mit kurzer Hose wohl gemerkt!) und ich war alleine am Wasser. Gegen 8 sind dann die ersten Camper aus ihren Zelten gekrochen und gegen 10.00 glich der Abschnitt einem Freibad. Sogar das Wasser unterhalb war dadurch deutlich eingetrübt... Wäre ich abends gegangen dann hätten Grillgäste und Co. sicherlich nicht für die gleiche Ruhe und Fischerei gesorgt.

Nach diesem Erlebnis werde ich sicherlich noch häufiger im Hochsommer morgens ans Wasser gehen! Im Frühjahr / Herbst fehlt mir noch die Lust und das Vertrauen.

Vielen Dank für den Thread - hat sicherlich dazu beigetragen sich derart früh ans Wasser zu schleichen!

LG

Markus
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Re: Morgenstund...

Beitragvon Oliver D. » 06.07.2015, 13:27

Hallo,

nach der Nacht brauchen viele Insekten erstmal etwas Sonne und Wärme um auf Touren zu kommen, sie sind einfach noch starr. Oft sind sie sogar noch mit Tau behaftet und müssen erstmal trocknen. Folglich sind viele Insekten bei Morgendämmerung einfach noch nicht aktiv und somit fehlt den Fischen ein beachtlicher Teil der Anflugnahrung. Trocken geht daher oft wenig in den frühen Morgenstunden. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, wenn z.B. gerade ein Schlupf stattfindet, aber auch dann müssen einfach mehrere Faktoren zusammenspielen. Ich ringe mich nur selten durch, so früh aufzustehen, aber wenn, dann ging Trocken in der Regel sehr wenig bis gar nichts. Mit der Nymphe war ich in den Morgenstunden oft gut bedient. Vorallem im Flachwasser, wo man manchmal gar keinen "guten Fisch" vermuten würde, lauert so manche schöne Bachforelle . Dort gibt es jetzt im Sommer einfach genug Nahrung, in Form von Insektenlarven und Jungfischschwärmen.

Viele Grüße,
Oliver

P.S. Wer gerne Insekten fotografieren möchte... siehe meine ersten beiden Sätze! Beste Zeit für Schmetterling und Co. ist die Morgendämmerung, da sie einfach sitzen bleiben!
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Re: Morgenstund...

Beitragvon gespliesste » 07.07.2015, 02:06

Hallo,

ich galube ich bin eigentlich Fliegenfischer geworden weil ich ein absoluter Nachtmensch bin. Das sieht man wohl auch an der durchschnittlichen Uhrzeit meiner Posts. Nach meiner Erfahrung ist man spät abends an den Gewässern mindestens so einsam wie früh morgens (vielleicht abgesehen von der Grillsaison in lauen Sommernächten, aber da auch nur an Gewässerstrecken die Zvilisation in fussläufiger Nähe aufweisen) Dazu geht nach meiner Erfahrug am späten abend meist mehr, als am frühen morgen. Selbst an den Topstellen muss man nur lange genug warten bis es leer wird. Gerade im Urlaub sind die meisten hochmotiviert - sehr früh am Start - um als erster am Wasser zu sein. Aber spätestens nach 6-8 Stunden schmerzt dann die Schulter und der Rücken, dazu will man ja auch noch was vernünftiges Essen.

Ich sitze im Hochsommer gerne am Wasser und warte bis im letzten Licht die wirklich guten Fische ihren Standplatz wechseln und anfangen zu steigen. Gerade die kapitalen Forellen die den ganzen Tag wie angenagelt unter der Brücke stehen und sich scheinbar von keiner Fliege der Welt zum Biss verleiten lassen ziehen bei Sonnenuntergang an die eigentlichen Futterplätze und zeigen ihre wahren "Schwächen". Zumindest mit Trockenfliege ist es nach meiner Erfahrung die mit Abstand beste Chance eine wirklich Kapitale Forelle zu fangen. Ob solche Forellen auch früh morgens anzusprechen sind, kann ich mangels Erfahrung nicht beurteilen :smt015

Aber es ist wohl auch eine Frage des Biorhythmus und der persönlichen Vorlieben.

LG,

Olaf
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Re: Morgenstund...

Beitragvon Maggov » 07.07.2015, 15:23

Hi Olaf,

bin ja auch eine Nachteule wie Du weißt aber bei der derzeitigen Hitze ist es an den Strecken wo ich bin (die Du auch kennst) echt extrem. Tagsüber am WE sind das wirklich Zustände wie im Freibad im Moment - egal ob See oder Fluß alle suchen kühles Wasser... und abends sitzen an jeder Kiesbank Griller und Jugendliche am Feuer. Ich gönnen Ihnen das von Herzen und man kann sicherlich daneben auch Fischen aber ist nicht soo mein Ding.

Deshalb hatte ich mal den Versuch gestartet und war absolut positiv überrascht. Ich denke aber auch dass es einen deutlichen Unterschied macht dass derzeit die Temperaturen nachts in den 20-ern bleiben und somit auch das Leben am Fluß nicht in die "Kältestarre" fällt.

Morgen dreht sich das Blatt genau um, da wird von Mittags bis in die Nacht gefischt - es gibt ja auch Stellen die für Griller unpraktisch sind ;)

Bzgl. der Erschöpfungserscheinungen habe ich mich in Island anders kennen gelernt - was ich dort an Stunden gefischt habe war unglaublich und das ging ohne Probleme von morgens um 7 aufstehen und bis Mitternacht (teilweise sogar länger) Fischen für mehrere Tage.

Was ich damit sagen will: Sehe es genauso wie Du und die meisten Vorposter, es scheint aber auch Ausnahmen zu geben wo sich das frühe Aufstehen rentiert - zumindest würde ich es nochmals versuchen bei der gleichen Konstellation wie diesen Sonntag. Die Sonne ging um 5.22 Uhr auf, es dämmert bereits deutlich davor, die Anfahrt ans Wasser dauerte 1h somit hätte ich schon om 3.30 Urh starten können - echte Nachteulen sollten also gar nicht erst schlafen gehen ;)

LG

Markus
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