Morgenstund...

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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Morgenstund...

Beitragvon Butenbremer » 10.06.2014, 12:16

Liebe Flifi-Gemeinde,

als Gewächs der Norddeutschen Tiefebene bin ich als Aal- und Karpfenangler sozialisiert worden. Besonders das Fischen auf die letztere Spezies war für meinen Vater in der Regel untrennbar mit Aufbruch vor dem Morgengrauen verbunden. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass ich als Kind abends immer schon sehr aufgeregt war, wenn es am nächsten Morgen losgehen sollte, auch wenn wir in gut 80% der Fälle ohne Fisch blieben. Die Begeisterung für das frühe Aufstehen ist dann mit der Zeit deutlich zurück gegangen und so war ich schon lange nicht mehr bei Sonnenaufgang am Wasser. Seit ich zum Fliegenfischen konvertiert bin, schien es dafür auch wenig Grund zu geben, erst recht, wenn die Fahrt zum Wasser dann noch längere Zeit in Anspruch nimmt, und man mitten in der Nacht aufstehen müsste. In diesem Jahr aber wollte ich in der Maifliegenzeit mal in Gewässernähe übernachten und probieren, was in der Früh möglich ist.
Umfragen im Bekanntenkreis reichten von "in der Morgendämmerung sind die ganz Großen aktiv" bis hin zu "an der Wiesent brauchst Du vor 9 Uhr gar nicht anfangen". Also selbst ausprobiert und den Wecker auf 4.30 Uhr gestellt und um 4.50 am Wasser gestanden. Zu spät, wie ich feststellte, um wirklich die Dämmerung zu erleben, aber noch vor Sonnenaufgang.
Fische waren aktiv, aber nur vereinzelt. Maifliegen nur sehr spärlich, dafür aber einige braune Köcherfliegen. Zusammengefasst: trotz Durchprobierens diverser Muster bis hin zu Nymphen und Streamern muss der einzige Erfolg (eine untermaßige Bachforelle nahm meine braune Sedge) als Zufallstreffer gewertet werden.
Um 8 Uhr fing dann auch schon die Sonne deutlich an zu wärmen und mein Magen meldete sich, so dass ich dann wenig später zum Frühstück wieder in der Pension saß.
Das Naturerlebnis war ohne Frage herrlich: ein Eisvogel, Rehe und Fasane sowie der erwachende Vogelchor versüßten den spärlichen Erfolg. Doch habe ich Zweifel, ob ich noch mal einen solchen Versuch wagen soll. Gibt es hier Erfahrungen dazu?

Für Antworten ist dankbar

Bernd
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Re: Morgenstund...

Beitragvon Kurt Mack » 10.06.2014, 14:36

Hallo!

Ich liebe das frühe Fischen an meinem Hausgewässer, Prims im Saarland, 10 bis 18m breit, 3 bis 6m³/s, untere Äschen- bis obere Barbenregion. Mit der Trockenfliege fängt man an dem Gewässer nur selten was ordentliches, weshalb ich meist mit Nymphe und Streamer unterwegs bin. Besonders die Zeit bis 8 Uhr bin ich in der Regel "Gewässerbesitzer", selbst an den offensichtlichen Topplätzen fische ich meist allein.
Da Bachforellen morgens gerne mal unterwegs sind, ist langsames und leises Annähern Pflicht, gerade die Übergänge von langsamen zu schnellen Wasser, gerne nur 20 bis 40cm tief, sind immer für einen Überraschung gut. Eine meine besten Forellen 2013 biss auf eine 12er Naßfliege in sehr flachem Wasser. Ein Angriff auf Sicht zu beobachten ist schon beeindruckend.
Einzig die Äschen brauchen eine gewissen Helligkeit um den Köder zu finden und so fange ich diese Art meist erst nach dem es richtig hell geworden ist.

Tschüß, Kurt

P.S. Da die Wiesent selten richtig klar ist, kann es schon sein, dass morgens nicht viel zu fangen ist.
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Re: Morgenstund...

Beitragvon Stephen86 » 10.06.2014, 17:57

Hallöchen!
Ich war gestern auch sehr früh am Wasser um die Hitze zu umgehen. War sehr angenehm da noch recht kühl aber den Fischen gefiel es wohl nicht wirklich. Eine Forelle attackierte zwar die Arthofer Nymphe konnte sich aber nach einigem Kopfschütteln befreien. Ausser kleinen Döbeln ging auch nicht mehr. Ich warte jetzt erstmal auf viel Regen und angenehmere Temperaturen. Das frühe Fischen macht aber trotzdem Laune, nix los am Wasser alles ist schön ruhig und nur die Vögel machen ein wenig Lärm...
Beste grüße
Stephen
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Re: Morgenstund...

Beitragvon vogtländer » 14.06.2014, 21:33

Morgenstund ,
hat Goldkopfnymphe im Mund ,ja so fische ich im Sommer am frühen Morgen . Spätestens wenn sie den Bißanzeiger ( ja ich verwende ihn) attackieren ist es Zeit auf die trockene umzurüsten , dann beginnt der Sommertag !
Aber erstens ist es jeden Tag anders , und zum Glück wissen wir eigentlich sehr wenig über die genaue Nahrungsaufnahme , ist auch gut so ..........


Grüße Ralf 8)
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Re: Morgenstund...

Beitragvon gespliesste » 16.06.2014, 01:42

Hallo Bernd,

Nach meiner Erfahrung auf Forelle und Äsche:
Früh aufstehen lohnt beim Fliegenfischen nur in Ausnahmefällen, und wenn dann nur im absoluten Hochsommer. Kommt aber auch auf den jeweiligen Fluss an.
Den Rest des Jahres kann man getrost ausschlafen. Ich bin selten vor 10Uhr am Wasser meist später und kann mich nicht erinnern das ich mal das Gefühl hatte etwas verpasst zu haben.

Spät aufbleiben lohnt im Sommer auf jeden Fall. Der Abendsprung im Hochsommer ist (neben der Maifliegenzeit) die einmalige Chance kapitale Fische auf Trockenfliege zu fangen. Also wirklich fischen bis es dunkel ist.

Das hat nach meiner Meinung viel mit den Futterinsekten zu tun. Viele der massiven Schlüpfe finden im Sommer in den Abendstunden statt. Es gibt da einige wenige Ausnahmen.

LG,

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Re: Morgenstund...

Beitragvon gezz » 16.06.2014, 13:43

Hallo,

interessante Frage! Es kommt meiner Erfahrung nach tatsächlich sehr auf den Fluss an. Zu einem breche ich (wenn möglich) immer sehr früh auf. Das hat sich die letzten Wochen meistens - gerade bei hohen Tagestemperaturen - gelohnt. Ich konnte meine größten Bachforellen hier kurz nach Sonnenaufgang fangen. Allerdings mit der Nymphe. Für die Trockenfliegenfischerei sind die Abendstunden unterm Strich deutlich besser.

Viele Grüße
Alex
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Re: Morgenstund...

Beitragvon webwood » 16.06.2014, 21:36

Hallo,
ich komme gerade von einem Kurztripp aus Böhmen zurück. Mein Wohnmobil stand am Ufer des Lipno-Stausees. Dieses See hat ein sehr flach verlaufendes Ufer. In den frühen Morgenstunden haben dort im extrem Flachwasserbereich recht kapitale Forellen Kleinfische gejagt, das es nur so spritzte.
Ab ca. 8 Uhr war das Spektakel dann vorbei. Insofern, je nach Gewässer lohnt sich das frühe Aufstehen gewiss.

Tight Lines

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Re: Morgenstund...

Beitragvon Michael. » 17.06.2014, 14:53

... Genau, das kann ich bestätigen! Merke: Kapitale Forellen sind nachtaktiv und nicht mehr nach Insekten auf der Jagd :shock:

Gruß
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Re: Morgenstund...

Beitragvon Butenbremer » 18.06.2014, 10:11

Danke für das Feedback!

Falls ich es dann nochmal probiere, werde ich also noch früher aufstehen :shock: und es konsequent mit Streamer versuchen.

Tight Lines!

Bernd
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Re: Morgenstund...

Beitragvon elektrofant » 26.06.2014, 22:01

Hallo,

also ich muss sagen das man bei uns an der Wupper im Hochsommer immer recht gut beraten ist möglichst früh ans Wasser zu kommen. Sei es auf Äschen, Bachforellen,Döbel, Nasen oder Barben, mit einer kleinen Goldkopfnymphe oder einer Bachflohkrebsimmitation konnte ich eigentlich fast immer ein Paar fische landen. Auch mit Streamern hatte ich in den Morgenstunden mehr Erfolg als beispielsweise in der Mittagszeit. Und ich muss sagen das man früh morgens zwar weniger Bisse hat aber defenitiv die größeren Fische ans Band bekommt.
Abends hingegen kann man sich mit der Trockenfliege kaum vor Bissen retten (natürlich im übertragenen Sinn ) , es sind allerdings nur sehr selten "gute" Fische dabei.

Da ich bisher nur die Wupper mit der Fliege befische kann ich allerdings keine Aussage dazu treffen wie es an anderen Gewässern aussieht.

also dann Tight Lines


Gruß Pascal
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Re: Morgenstund...

Beitragvon gespliesste » 26.06.2014, 23:32

Hallo,

webwood hat geschrieben:ich komme gerade von einem Kurztripp aus Böhmen zurück. Mein Wohnmobil stand am Ufer des Lipno-Stausees. Dieses See hat ein sehr flach verlaufendes Ufer. In den frühen Morgenstunden haben dort im extrem Flachwasserbereich recht kapitale Forellen Kleinfische gejagt, das es nur so spritzte.
Ab ca. 8 Uhr war das Spektakel dann vorbei. Insofern, je nach Gewässer lohnt sich das frühe Aufstehen gewiss.


Bei stehenden Gewässern ist das ganz sicher so. Kann man z.B. am Bodensee in der warmen Jahreszeit auch eindeutig belegen, aber da hier Trockenfliege usw. angesprochen war, bin ich mal von Fliessgewässern ausgegangen.

Michael. hat geschrieben:... Genau, das kann ich bestätigen! Merke: Kapitale Forellen sind nachtaktiv und nicht mehr nach Insekten auf der Jagd :shock:


Nachtaktiv bzw. Dämmerungsaktiv ja, aber das sie keine Insekten mehr fressen kann ich nicht bestätigen. Gerade bei den großen Schlüpfen in oder nach der Dämmerung sind definitv auch die kapitalen Fische auf Insekten unterwegs. Ich habe einige meiner besten Fänge in der Dunkelheit auf Trockenfliege gemacht.

Gegen den Abendhimmel bzw. das Mondlicht sieht man Stiege sehr gut und Fische haben nachts keine Probleme Insekten gegen den Himmel auszumachen.

Die berühmten Drake-Hatches im mittleren Westen der USA starten erst wenige Minuten vor der Dunkelheit und auch in Slowenien verlassen nach meiner Erfahrung die meisten Kapitalen im Sommer ihren Standplatz erst im letzen Licht um die massiven Köcherfliegenschlüpfe mitzunehmen. Ist in Deutschland nach meinen Erfahrungen nicht anders. Dazu sollte man in der Dunkelheit das Fischen auf Mausimitation an der Oberfläche auf kapitale Bachforellen nicht unterschätzen (ich zähl das mal als Trockenfliege, ich fische Maus auch konsequent nur Upstream :wink:)

Um diese Zeit trifft man aber kaum noch Fischer am Wasser und wenn wird meist nur noch gestreamert.

Für mich gibt es nichts spannenderes als im Sommer im letzen Licht die Oberfläche zu beobachten.
Wenn sich dann im Zuge der aufkommenden Insektenschlüpfe ganz zarte Ringe meist nahe der Uferzone zeigen, so sind das oft kapitale fische die mit nahezu null Energieaufwand Insekten von der Oberfläche einschlürfen.

LG,

Olaf
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Re: Morgenstund...

Beitragvon Butenbremer » 23.06.2015, 16:50

Oops I did it again!
In diesem Jahr habe ich mir den Wecker noch früher gestellt - als Vater zweier kleiner Kinder ist man ja Unterbrechungen der Nachtruhe durchaus gewöhnt :mrgreen: - so dass ich nun wirklich bei Einbruch der Dämmerung am Wasser war. Dieses Mal habe ich konsequent den Streamer durch weite Teile der Strecke gezogen, doch wesentlich erfolgreicher als im letzten Jahr war ich leider auch nicht. Es gab einige Zupfer und einen Nachläufer bzw. Schwall, der mit einigem Optimismus eine Forelle jenseits der 40 gewesen sein könnte...
Als ich dann gegen Ende des frühen Morgens noch eine Nymphe anknüpfte, konnte ich noch zwei schöne Bachforellen haken, als wollte mir Petrus mitteilen: "Komm Junge, sollst Dir die Mühe nicht ganz umsonst gemacht haben" :mrgreen:
Insgesamt war es wieder herrlich am erwachenden Wasser, mit Besuch eines Wasseramsel-Pärchens (deren Planschen ich zunächst für einen kapitalen Fisch hielt) und eines Eisvogels. Da es wieder ein heißer Tag wurde, habe ich die Mittagszeit verschlafen und so einen Teil des Defizites wieder aufgeholt. Vielleicht nächstes Jahr wieder?!

TL
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Re: Morgenstund...

Beitragvon trutta1 » 25.06.2015, 17:26

Hallo Bernd,

vielleicht kann auch ich zu Deiner Ausgangsfrage einen aufschlussreichen Beitrag leisten.
Ich führe seit über 30 Jahren ein Fangbuch mit allen erdenklichen Daten. Fliege und Fangzeit sind auch vertreten, so dass ich recht einfach die Gesamtwerte ermitteln konnte.
Diese Daten beziehen sich ausschließlich auf Niederungsforellenbäche und sind deshalb mit Gebirgsbächen nicht oder nur teilweise zu vergleichen.
Einige Details sind selbst für mich recht interessant, da mir nicht so recht bewusst war, wie erfolgreich ich selbst im Sommer mit Streamer fische.

Eigentlich ist der April für mich der Streamermonat.
In den Niederungsbächen haben dann viele Bachforellen Frösche in ihren Mägen, weshalb ich sehr viel mit Frosch- oder Mausimitationen fische.

Ende Mai bis Mitte Juni fische ich ab Nachmittag (Maifliegenzeit) zu 100% mit der Trockenfliege.

Im Sommer bin ich immer recht früh unterwegs, fische aber nur bis 7/8 Uhr sehr intensiv mit Streamer. Spätestens Mittag (je nach Steigverhalten), wechsele ich zur Trockenfliege.
Sedgenmuster waren und sind Abends meine Favoriten. Spät Abends hatte ich auch mit Streamer Erfolg auf größere Forellen.

Im Herbst sind Streamer im Fischdesign immer eine gute Wahl. In den 80-er und 90-er Jahren war ich im Herbst sehr oft zum Äschenfischen. Deshalb sind die Werte, der mit Trockenfliege gefangenen Fische, im September ansteigend.



--------------------------------- 4-6 Uhr-----6-8 Uhr------8-10 Uhr------10-12 Uhr-----12-14 Uhr-----14-16 Uhr-----16-18 Uhr-----18-20 Uhr-----20-22.30 Uhr
Streamer-------------------------68%--------52%---------- 38%------------32%------------36%------------29%------------12%------------28%-------------25%
Nymphe---------------------------29%--------43%-----------46%------------36%------------44%------------30%------------27%------------14%-------------5%
Trockenfliege---------------------3%---------5%------------16%------------32%------------20%------------41%------------61%------------58%-------------70%

------------------------------------------April----------Mai----------Juni-----------Juli---------- August-------September
Streamer--------------------------------74%----------43%----------21%-----------26%------------24%------------32%
Nymphe----------------------------------22%----------18%----------30%-----------30%------------38%------------21%
Trockenfliege----------------------------4%-----------39%----------49%-----------44%------------38%------------47%

Die meisten Fänge wurden von mir zwischen 1980 und 1991 an Durchschnittlich 60 Angeltagen pro Jahr ausgewertet. Ab 1991 hatte ich nur noch an Durchschnittlich 30 Angeltagen
die Möglichkeit an den heimatlichen Forellenbächen zu fischen.
An der Statistik ist gut zu erkennen, dass ich am frühen Morgen sehr viele Fische mit Streamer gefangen habe.
Zum Trockenfliegenfischen ist bei uns die Maifliegenzeit ganz klar die beste Zeit. Abends wird es dann richtig spannend.
Kapitale Forellen konnte ich bis auf sehr wenige Ausnahmen, früh am Morgen oder spät Abends, bei fast vollständiger Dunkelheit fangen.

Hoffe Du kannst mit den Tabellen was anfangen!

Lieben Gruß,
Frank
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Re: Morgenstund...

Beitragvon Butenbremer » 29.06.2015, 12:02

Hallo Frank,

das sind wirklich beeindruckende Zahlen, danke! Statistiken sind ja immer etwas mit Vorsicht zu genießen - auch hier ist natürlich ein Grundproblem die Erwartungshaltung und das Verhalten des Fischers: wenn ich nur mit Streamer fische, kann ich keinen Fisch auf Trockenfliege fangen, und umgekehrt. Allerdings denke ich, dass das durch Deine Erfahrung und den langen Erhebungszeitraum mehr als ausgeglichen wird.

Im übrigen bin ich weit davon entfernt, aus meinen Erfahrungen nun etwas generelles ableiten zu wollen. Dazu müsste ich es noch viel öfter versuchen. Grundsätzlich ist wohl die Maifliegenzeit nicht die beste Zeit, um große Forellen mit dem Streamer zu befischen, weil auch sie den Bauch voll mit Insektenprotein haben und vielleicht nicht so aktiv auf den Jagd nach Kleinfischen sind, wie sonst.
Ich hoffe, irgendwann auch mal ansatzweise einen Erfahrunsschatz wie Du aufbauen zu können :)

TL
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Re: Morgenstund...

Beitragvon trutta1 » 29.06.2015, 17:14

Hallo Bernd,

natürlich sind meine Statistiken nicht für alle Gewässer und Fliegenfischer verwertbar.
In Österreich fische ich hauptsächlich trocken und habe dann natürlich auch prozentual eine hohe Fangquote mit der Trockenfliege.
Da ich diese Statistik in meinen Hausgewässern über einen sehr langen Zeitraum führe, bin ich mir dort sicher zur jeweiligen Tages- und Jahreszeit die richtige
Fliege am Vorfach zu haben.
Die vielen erfolglosen Stunden, die man in solchen Statistiken nicht sehen kann, will ich allerdings nicht verschweigen.
Heute habe ich wesentlich weniger Zeit, fische dafür aber intensiver und erfolgreicher.


Lieben Gruß,
Frank
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