North Country Spider

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North Country Spider

Beitragvon Maifliege75 » 31.03.2018, 01:37

Hallo ,
beschäftige mich sehr gerne und viel zum Thema Softhackles z. B. Flymphs und natürlich auch North Country Spider. Dieses Interesse betrifft sowohl das Binden als auch das Fischen diesen Fliegen.
Ich finde sehr viel Informationen von bis zu 3 Fliegen am Vorfach. Manchmal auch 2 . Auch in der sehr schönen DVD von Oliver Edwards fischt dieser immer 3 Fliegen am Vorfach.
Vor einiger Zeit gab es im Fly Fishing und Fly tying Magazine einen sehr schönen Artikel zum Thema, auch mit 3 Fliegen am Vorfach.
Man findet nur sehr wenig bis gar keine Informationen , wenn es darum geht , mit nur einer Fliege am Vorfach zu fischen.
Ich persönlich mag nicht mit mehr als einer Anbissstelle fischen . Also nur ein Einfachhaken und natürlich Widerhakenlos.
Versteht mich bitte nicht falsch. Natürlich ist es sehr erfolgreich mit 3 Fliegen am Vorfach , vielleicht weil man einen Schlupf vortäuscht ( mein Gedanke ).
Und natürlich kann auch nur eine Spider am Vorfach fischen, bestimmt auch erfolgreich.
Aber warum liest man darüber nichts. Nur aus Tradition ?

Thomas, der allen Frohe Ostern wünscht.
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Re: North Country Spider

Beitragvon Hans. » 31.03.2018, 10:24

Hallo Thomas,

Hans Eiber hat in seinem wunderbaren "Praxisbuch für Fliegenfischer" das Fischen mit mehreren Fliegen ausfühlich beschrieben. Dazu ein Kapitel den Nassfliegen gewidmet: Die Nassfliege - Renaissance eines Klassikers. Aber es wird tatsächlich nicht viel über Nassfliegen geredet oder geschrieben. Ich gehöre jedenfalls zu den Fliegenfischern, die sie fest im Programm haben. Bisher allerdings auch immer nur mit einer gefischt, da so vorgeschrieben. Jetzt, mit neuem Zugang zu einem weiteren Forellenbach, werde ich mit zwei Fliegen fischen, da es dort möglich ist. Bin sehr gespannt dauf.

Gruß,
Hans

P.S. Vielleicht noch das: Wenn die Trockenfliege trotz Aktivität der Fische ignoriert wird, kommt die Stunde der Nassfliege. Und als ich im Stillwasser mit der Fliegenrute auf Forellen anfing, soff die Trockene nach einer Weile immer ab. Gerade dann ging es beim Einzupfen los mit den Bissen...
Zuletzt geändert von Hans. am 31.03.2018, 10:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: North Country Spider

Beitragvon AlexWo » 31.03.2018, 10:40

Hallo Thomas,

ich fische zwar keine Spiders, lieber aber die Fischerei mit klassischen Nassfliegen. Viele Fischer wären sicher überrascht, wie fängig diese Fliegen sind, auch auf Äschen und Aitel... Bei mir waren diese Fliegen auch 15 Jahre nicht existent.

In meinem Verein darf man nur mit einer Fliege fischen, was meiner Meinung auch ausreicht, da es im Flieswasser auch keine wirklich Rolle spielt. Da es in unserem Gewässer viele Besatzforellen gibt, vermeidet das auch Doubletten!

An Seen fische ich gern zwei Fliegen an der Schwimmschnur und an relativ langem Vorfach. Das mache ich, um die Fliegen etwas schneller sinken zu lassen.

Ich habe dabei den Springer immer 1m vom Strecker entfernt, damit sich die Forellen im Sprung nicht, am eingedrehten Vorfach, die zweite Fliege in die Flanke stechen. Ist mir anfangs passiert, man lernt nie aus.

Ein Springer hat immer den Nachteil, dass sich die freie Fliege im Drill in Hindernissen wie Pflanzen usw. einhakeln kann, was zum Verlust des Fisches führt.

LG

Alex
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Re: North Country Spider

Beitragvon Hans. » 31.03.2018, 10:52

Kann mir übrigens gut vorstellen, dass gerade die "dünnen" North Country Spider manchem Fliegenfischer einen gehörigen Vertrauensvorschuss abverlangen, den sie einfach nicht aufbringen ;)

https://www.google.ch/search?q=north+co ... 66&bih=620
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Re: North Country Spider

Beitragvon Maifliege75 » 31.03.2018, 11:23

Hallo nochmal und Danke für die Antwort,

Hans: Also, ich finde nicht , das zu wenig über Nassfliegen geschrieben wird. Gerade über Flügellose Nasse z. B Flymphs ,oder andere Softhackles und natürlich auch über die sehr alten North Country Spider wird doch sehr viel geschrieben . Und es gibt auch jede Menge Bücher zum Thema , alte und auch neue. Aber das ist vielleicht auch meine eigene Beobachtung , da ich mich sehr viel damit beschäftige.
Das man während einer aktiven Steigphase der Fische mit einer Nassen im Film oder einer abgesoffenen Trockenfliege mehr Erfolg hat wundert mich nicht. Die Fische fressen erst die Aufsteiger , weil leichtere Beute. Auf dem Wasser sitzende Duns können bei einem steigenden Fisch noch im letzten Moment wegfliegen.
North Country Spider sollen, so Oliver Edwards in seiner DVD. wohl hauptsächlich Cripples , also Duns die es nicht geschafft haben, immitieren. Im schnellen Wasser der Nordenglischen Flüsse eine leichte Beute.

Alex: Fischt du die klassischen Nassfliegen stromab im klassischen Wetfly Swing ?
Du schreibts , es besteht die Gefahr , das sich das Ganze vertüdeln kann . Und das ist auch der Grund warum ich mit nur einer Fliege am Vorfach fische.
Also , ich möchte niemanden zu Nahe treten. Wichtig ist immer : Was ist erlaubt und was nicht. Wenn die Nassfliege stromab oder mehr als eine Fliege am Vorfach erlaubt ist , bin ich der allerletzte der jemanden den Erfolg damit nicht gönnt. Jeder so , wie er mag.
Ich fische sehr gerne Nassfliegen am Trockenfliegenvorfach und an eher kurzer Schnur stromauf.Aber immer nur mit einer Fliege :D
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Re: North Country Spider

Beitragvon Royal Coachman » 31.03.2018, 11:41

Hallo Freunde!

Dass mehrere Fliegen am Vorfach oft verboten sind, braucht niemand zu wundern.

Sehr oft wurden Ausreden gebraucht um verbotene Fangmethoden zu kaschieren.

Sinn macht das höchstens (für mich zumindest), wenn als Springer eine Trockenfliege verwendet wird, gewissermaßen als Bissanzeiger.

North Country Spiders sind überaus fängig, besonders im Sommer, wobei diese Fliegen auf Grund ihrer weichen Hecheln sehr oft einfach eingesaugt werden, was hin und wieder zur Folge hat, dass der Haken tief sitzt. Ich habe schon erlebt, dass die Fliege komplett im Schlund verschwunden war.
Nicht lustig, besonders wenn man in dem Gewässer als Freund eingeladen ist.

tight lines
RC
PS: dass sich das Ganze mit mehreren Anbißstellen stark verhängt kommt erschwerend hinzu.
Der immer auf Seiten der Fische steht!
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Re: North Country Spider

Beitragvon Mr. Wet Fly » 31.03.2018, 11:47

Moin Jungs,

in manchen Gegenden ist es Tradition mit mehreren Nassfliegen am
Vorfach zu fischen, im 18. Jahrhundert haben die Benediktinermönche am
Tegernsee mit bis zu 15 Fliegen am Vorfach gefischt.

Kann auch durchaus angebracht sein, im Stillwasser eine zusätzliche Springerfliege
anzubinden.

Ich fische ja zu 98% mit der Nassfliege oder Streamer in Fließ- und Stillwasser.

Ich habe bis jetzt immer nur ein Muster am Vorfach angebunden.

Manchmal weiß man nicht in welcher Tiefe die Fische stehen (je nach Entwicklungsstadium der Insekten),
da benutze ich Fluorocarbon oder unterschiedliche Polyleader, oder auch mal eine Sinkleine.

Die North Country Spider werden von vielen Fliegenfischern teilweise belächelt,
oder auch sehr unterschätzt.
Gerade die spärlich gebundenen Muster sind an manchen Tagen der ausschließliche Bringer,
diese Muster gehören für mich einfach in jede Fliegenbox.

Gefangen werden damit nicht nur Forellen und Äsche, auch Rotaugen, Rotfeder, Döbel, Hasel,
Ukelei, Aland, Barsch, Karpfen (ja, auch den) nehmen diese Muster gerne.

Es hat bestimmt schon mancher Trockenfliegenfischer auf seine abgesoffene Trockenfliege
knallharte Bisse bekommen (was man vielleicht nicht immer zugibt) :wink:

Eigentlich ist es auch nicht verwunderlich da sich das Insektenleben ja zu 95% unter
Wasser abspielt.

Übrigens die Nassfliege erlebt zur Zeit wieder eine Renaissance und das nicht zu Unrecht.


Gruß Bernd
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Re: North Country Spider

Beitragvon AlexWo » 31.03.2018, 12:32

Auf die Frage wi ich fische. Ja, im Fluss im Swing, im See lasse ich die Fliege nur stehen bzw. langsam sinken, minutenlang, dann strippe ich extrem langsam ein und lass zwischendurch wieder stehen. Die Bisse kommen meist in den Pausen...
Extrem spannend und knallharte Bisse... Im Prinzip biete ich im See ganau so an, als würde ich Buzzer fischen.

LG

Alex
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Re: North Country Spider

Beitragvon Maifliege75 » 01.04.2018, 09:58

Hallo und Frohe Ostern allen,
@ Gebhard
...North Country Spiders sind überaus fängig, besonders im Sommer, wobei diese Fliegen auf Grund ihrer weichen Hecheln sehr oft einfach eingesaugt werden, was hin und wieder zur Folge hat, dass der Haken tief sitzt. Ich habe schon erlebt, dass die Fliege komplett im Schlund verschwunden war.
Nicht lustig, besonders wenn man in dem Gewässer als Freund eingeladen ist....

Diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Es war eine Meeforelle in Dänemark ( im Fluß).Der Fisch biss Quer zur Strömung an nicht ganz gestreckter Schnur Der Haken saß tief und ich mußte die Zange nehmen um ihn zu entfernen.Hat sich dann doch als ziemlich als ziemlich leicht erwiesen. Hätte ich mit Widerhaken gefischt wäre daraus eine ganz schöne Operation geworden.Ich glaube wenn man spärlich gebundene Weichhechelfliegen stromauf oder quer stromauf an eher kurzer Schnur fischt , ist das Risiko eher gering. Das dabei eine möglich lange Rute hilfreich ist versteht sich von selbst. Und das Ganze bei mir immer nur mit einer Fliege , denn das war ja schließlich meine Ausgangsfrage :wink:

Thomas
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Re: North Country Spider

Beitragvon greypanther » 01.04.2018, 22:46

Hi Thomas,
Maifliege75 hat geschrieben:Und natürlich kann auch nur eine Spider am Vorfach fischen, bestimmt auch erfolgreich.
Aber warum liest man darüber nichts. Nur aus Tradition ?

Genau das! Die Soft-hackles wurden in England "erfunden" und vielseitig eingesetzt. Und es war (und ist) auf den britischen Inseln Tradition, sowohl beim Fluss- als auch beim Stillwasser-Fischen ein Team aus (mindestens) drei Fliegen zu verwenden. Die Idee dahinter ist, den Fischen unterschiedliche Muster anzubieten, von denen hoffentlich eines für die vorherrschenden Bedingungen geeignet ist. Daher die ausschließlichen Referenzen zur Fischerei mit mehreren Fliegen am Vorfach, und, deutschsprachige Publikationen zu diesem Thema sind leider einfach nicht vorhanden, weil durch die Lobbyarbeit der Zünfte geltende Fischereigesetze die Verwendung von mehreren Anbißstellen verbieten.
Ich bin seit vielen Jahren von den Spider-Fliegen fasziniert und fische sie sehr gerne in vielen verschiedenen Gewässertypen, fließend und stehend. Diese Fliegen besitzen eine geradezu magische Anziehungskraft auf die Fische. Alle Arten von Salmoniden, inklusive Lachs, konnte ich mit den zarten Fliegen schon überlisten.
Die Soft-hackles sind aber keine Geheimwaffe, die immer und überall funktioniert. Nach meinen Erfahrungen bringen diese Fliegen in Fließgewässern die besten Erfolge unterhalb von Wehren, Wasserfällen, Rauschen und ähnlichen Stellen hoher Fließgeschwindigkeit. Die geschlüpften Insekten werden dort durch die Turbulenzen unter Wasser gezogen und werden so perfekt durch die Soft-hackles imitiert. Die Weichhechel kopiert dabei die verklumpten und verklebten Flügel und Beine eines ertrunkenen Insekts.
Die erfolgreichste Taktik mit den Spiders ist deshalb, sie stromauf watend unterhalb turbulenter Abschnitte als Einzelfliege zu fischen. Eine Taktik, die mir schon wunderbare Fänge, inklusive Lachs, eingebracht hat.
Wenn Du eine umfassende Beschreibung der Angelmethoden mit Soft-hackles haben möchtest, dann würde ich Dir das Studium des hervorragenden Buches über North Country Flies von Roger Fogg mit dem Titel "A Handbook of North Country Trout Flies" empfehlen. In dem Buch widmet der Autor, neben ausführlichen Binderezepten, ein langes Kapitel der Fischereimethode mit diesen unglaublichen Mustern.
Zuletzt geändert von greypanther am 03.04.2018, 23:17, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: North Country Spider

Beitragvon Maifliege75 » 02.04.2018, 12:47

Hallo ,
greypanther hat geschrieben: Soft-hackles sind aber keine Geheimwaffe, die immer und überall funktioniert. Nach meinen Erfahrungen bringen diese Fliegen in Fließgewässern die besten Erfolge unterhalb von Wehren, Wasserfällen, Rauschen und ähnlichen Stellen hoher Fließgeschwindigkeit. Die geschlüpften Insekten werden dort durch die Turbulenzen unter Wasser gezogen und werden so perfekt durch die Soft-hackles imitiert. Die Weichhechel kopiert dabei die verklumpten und verklebten Flügel und Beine eines ertrunkenen Insekts.


Und das ist auch der Grund warum sich diese Fliegen im englischen Norden durchgesetzt haben. Die Gewässer sind rau und unruhig , meistens auch noch oft torfig und nicht sehr sichtig. Man mußte mit den Bindematerialien heimischer Wildvogelarten vorlieb nehmen , deshalb auch die einfache Bindeweise. Das macht natürlich im schnellen Wasser überhaupt nichts. Ganz anders dagegen der Süden. Zügig , aber eher langsam fließende Kreideflüsse, keine oder kaum Rauschen,klares Wasser und Nahrung in Form für die Fische in Hülle und Fülle.Perfekt für die Trockenfliege.
greypanther hat geschrieben:dann würde ich Dir das Studium des hervorragenden Buches über North Country Flies von Roger Fogg mit dem Titel "A Handbook of North Country Flies" empfehlen. In dem Buch widmet der Autor, neben ausführlichen Binderezepten, ein langes Kapitel der Fischereimethode mit diesen unglaublichen Mustern.

Ja , Roger Fogg steht bei mir schon lange auf der Liste.Auch Bücher von Dave Hughes,E. M. Tod, Skues und wie sie alle heißen stehen teilweise bei mir im Regal oder tun dies höchstwahrscheinlich irgendwann.

Ich möchte nicht die Trockenfliege über die Nassfliege ( inklusive Nymphe) stellen oder umgekehrt. Alles hat seie Berechtigung. Was mir bei Softhackles , Flymphs etc . so gut gefällt ist die fast gleiche Technik wie beim Trockenfischen, man kann ein Trockenfliegenvorfach verwenden. Der einzige Unterschied ist vielleicht die kurze Schnur an langer Rute und das man nicht auf der Oberfläche , sondern im Film fischt. Auch das Binden dieser Fliegen macht sehr viel Spaß.Das Gleiche gilt natürlich auch für klassische Nymphen
Thomas
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Re: North Country Spider

Beitragvon greypanther » 02.04.2018, 22:37

Maifliege75 hat geschrieben:Die Gewässer sind rau und unruhig , meistens auch noch oft torfig und nicht sehr sichtig.

Jo, genau solch einen Fluss konnte ich viele Jahre lang mit den Spiders befischen. Daher meine Begeisterung für diese Fliegen. Allerdings fischen die Spiders auch hier in deutschen Gewässern an geeigneten Gewässerabschnitten sehr gut.
Gut, dass Du auf die spezielle Technik des "long rod,short cast" hinweist im Zusammenhang mit der Spiderfischerei. Das funktioniert allerdings nur in breiteren Fließgewässern wo man lange Ruten ohne Probleme mit der Ufervegetation verwenden kann. Bei "long rod" spreche ich von 11 Fuß oder mehr!
Für kleinere, überwachsene Gewässer geht das natürlich nicht. Dennoch kann man dort auch mit einer Bachrute watend und stromauf gute Ergebnisse erzielen.
Ganz interessant ist im Zusammenhang mit den Yorkshire Flies, wie die Spiders seit Pritt genannt werden, dass sie eigentlich zu einem erklecklichen Teil keine North Country Muster sind. Pritt und andere haben laut Fogg diesen Mythos erfunden. Tatsächlich haben viele Fliegen, die Pritt beschreibt, eine ganz andere Herkunft. Sie stammen, laut Fogg, aus Derbyshire, Lancashire, dem Lake District, Nordost-Schottland und sogar Nord-Wales.
Gruß
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Re: North Country Spider

Beitragvon fly fish one » 03.04.2018, 20:21

Liebe Kollegen,

es gibt hier wirklich auch furchtbare Freds, aber dann plötzlich ragt so ein Leuchtturm auf, wie hier! Getragen aus dem Erfahrungsschatz der Erfahrenen, Weitgereisten, die es in Worte fassend Fantasie versprühen! Man verspürt sofort den Wunsch an diesen Flüssen zu verweilen. Ein einfaches "Danke" war mir zu wenig. Ich hoffe ich habe nicht zu sehr übertrieben.

Euer Frank
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Re: North Country Spider

Beitragvon Hans. » 14.04.2018, 17:32

Hallo Spidermen,

dieser Fred hat mich zum Binden animiert. Die erste drei gehen wohl als North Country Spider durch, oder??? Der erst, dunkle Spider brachte bei hellem Sonnenschein in einer tieferen Außerkurve die erste "richtige" Bachforelle des Jahres, ein Wildfisch wie er nicht schöner sein kann. Generalprobe also prompt bestanden! Die anderen müssen sich noch bewähren. Die letzte sieht mir nach einem Zwitter Nass/Trocken aus und gehört sicherlich nicht hier her. Aber was entsteht nicht alles so beim Tüddeln.

TL
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Re: North Country Spider

Beitragvon greypanther » 14.04.2018, 20:59

Servus Hans,
Hans. hat geschrieben:Die erste drei gehen wohl als North Country Spider durch, oder???

Die ersten beiden kommen dem North Country Style schon sehr nahe.
Kleiner Tipp: bei den traditionellen Spiders wird der Körper nur bis auf die Höhe der Hakenspitze gebunden, also nur 2/3 der Schenkellänge (oder sogar noch weniger). Der Trick dabei ist, dass kleine Muster gefischt werden können und dabei Haken einer oder sogar zwei Nummern größer verwendet werden können, was die Hakfähigkeit und Robustheit der Fliegen ganz enorm stärkt.
Als Körpermaterial wird Seide, spärlich gedubbtes Hasenohr oder graue Unterwolle vom Bisamfell verwendet. Rippung fehlt in der Regel. Die Weichhecheln stammen vom Rebhuhn, dem Moor- oder Wasserhuhn, der Schnepfe und dem Star.
Die zwei anderen Fliegen kommen eher auf West Country (Devon) Fliegen heraus. Diese Fliegen ähneln den Spiders in der Bindeart, aber als Fronthechel werden steife Hahnenbalgfedern verwendet. Dies führt dazu, dass die Muster auch beim stromab Fischen, nicht wie die Weichhecheln der Spiders, durch den Strömungsdruck zusammenklappen, sondern auch in dieser Situation attraktiv im Wasser spielen und so eine hohe Lockwirkung entfalten. In der Regel werden diese West Country Flies in einem Team aus drei Fliegen als Oberste und damit sehr nahe an der Oberfläche gefischt. Sie werden poetisch deshalb auch "the wetfly man's dryfly" genannt.
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