Servus Heiko,
IMHO würden wir Fliegenfischer mit Deiner Begründung generell leer ausgehen
Entschuldige, diese Schlussfolgerung kann ich jetzt nicht ganz verstehen. Ich habe doch geschrieben, dass es uns unbekannte Gründe gibt, warum man in manchen Nächten überwiegend Fehlbisse (oder gar keine!) bekommt und in anderen praktisch jeder Fisch sitzt (also gefangen wird!) - und das mit den selben Fliegen. Es kann nicht daran liegen, dass die Fische in manchen Nächten einfach schlechter sehen als in anderen und imho auch nicht am verfehlten oder falschen Anschlag. In diesen "mageren" Nächten habe ich sehr oft beobachtet, dass die Forellen sehr wohl nach der Fliege aufgegangen aber kurz davor wieder abgedreht sind. Sie hatten also sicher die Fliege deutlich gesehen.
Die relativ zahlreichen Fehlbisse lasen sich m.E. einfach durch die Tatsache erklären, dass stromab gefischt wird und sowohl Schnur als auch Vorfach weitgehend gestreckt sind. Beim Biss verspürt die Fische sofort Widerstand und viele können, unerklärlich wie, den Haken blitzschnell wieder ausspucken. Man verspürt dann nur einen kurzen Ruck und das war's. Dieses Phänomen ist sicherlich jedem Naßfliegenfischer bekannt und vertraut.
Desweiteren spielt es keinerlei Rolle aus welchem Material der Streamer od. große Naßfliege beschaffen ist. Der Bissreiz wird lediglich durch die Silhuette gegen den Himmel ausgelöst, Nacht. Schwarze Fliegen geben dabei den besten Kontrast.
Sorry, aber da bin ich auch anderer Meinung als Du. Ich stimme mit Dir überein, dass die Silhouette der Fliege gegen den Nachthimmel einer der entscheidenden Faktoren darstellt, welche die Fische zur Annahme der angebotenen Fliege reizt. Es gibt aber auch noch andere wichtige Faktoren, wie die langsame Halbkreisbewegung beim herüber schwingen der Fliege (im Fluss) und - ganz wichtig - die dabei an der Wasseroberfläche erzeugte Bugwelle, welche manchmal deutlicher wahrgenommen zu werden scheint als die Fliege selbst.
Und, genau diese Eigenschaften weist eine Fliege mit Chenille-Körper auf. Sie besitzt eine satte "Brummer"-Silhouette, so dass sie sich gut gegen den Nachthimmel abhebt. Ihr Wasserwiderstand ist groß, so dass sie knapp unter oder in der Oberfläche fischt und dabei eine respektable Bugwelle erzeugt (Muddler-Fliegen weisen übrigens diese Eigenschaften auch auf).
Zu den Farben ist aus meiner Sicht folgendes anzumerken: "bei Nacht sind alle Katzen grau". Will sagen, dass bekannter Maßen in der Dunkelheit alle Farben verblassen. Es ist, aus meiner Erfahrung an europäischen (vor allem irischen) Fließgewässern, deshalb ziemlich unerheblich, welche Fliegenfarbe man bei der Nachtfischerei verwendet. Btw. meine bisher absolut erfolgreichste Fliege war und ist eine reinweiße (Körper weiß, Hechel weiß und Flügel weiß).
Ich gebe gerne zu, das ganze mag unter anderen Umständen, auf anderen Kontinenten und in Stillwassern völlig anders aussehen.
edit:
Um die Gegner der Stromab-Fischerei geneigter zu stimmen, die allermeisten Fische habe ich bei Nacht bisher mit einer 14er Hasenohr-Nymphe an kurzer Schnur stromauf gefangen.
