Streamer als Kunstköder beim Spinnfischen

Hier gehts rund um den Fisch. Besonderheiten, spezielle Techniken und Köderwahl auf unterschiedliche Fischarten, u.s.w.

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Streamer als Kunstköder beim Spinnfischen

Beitragvon Pfifferling » 15.01.2016, 14:31

Hallo liebe Community,

im Frühjahr fahre ich zu meinen Eltern nach Schweden und zum ersten Mal werde ich die Angel mitnehmen und einigen Hechten, Barschen oder gar Forellen hinterherstellen.
Da mich beim Fliegenfischen das -binden und dann natürlich auch das Erlebnis reizt mit dem selbst gebauten Köder den Fisch zu überlisten, wollte ich fragen, ob es denn irgendwo Wissenswertes (wie einen Artikel in den gängigen Zeitschriften oder ein Kapitel in einem Buch) über das Streamer Spinnfischen gibt.

Vielleicht hat ja der ein oder andere von euch bereits Erfahrungen damit gemacht?

Ich hatte die Suchfunktion hier im Forum benutzt, aber leider nur einige Threads über die Definition des Fliegenfischens vs. Spinnfischen gefunden. Auch Google brachte mich nicht richtig weiter.

Was mich nur fuchsig macht, ist, dass ich irgendwo schon davon gelesen hatte, mich aber leider nicht erinnern kann wo genau - vielleicht habe ich das auch einfach nur geträumt?! :p


Vielen Dank für eure Antworten,
Michael
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Re: Streamer als Kunstköder beim Spinnfischen

Beitragvon Maggov » 15.01.2016, 15:00

Hallo Michael,

bin mal gespannt was aus diesem Thread wird - Du stößt da ein Reizthema für Fliegenfischer an. Ich kann mich noch gut erinnern als ich in einer reinen Fliegenstrecke jemand mit der Spinnrute angetroffen habe. Als ich diesen mit hochrotem Kopf ansprach zeigte er mir grinsend einen Koppenstreamer mit Conehead von bestimmt 10 gramm Gewicht dran und meinte "Wieso, ich fische doch mit der Fliege?" ...

Damit bin ich auch schon bei der "theorie". Ich frage mich welchen Inhalt Du in diesen Artikeln suchst. Eine Fliege läßt sich über das Eigengewicht oder ein vorgeschaltetes Gewicht sicherlich auch mit der Spinnrute werfen. In den 80-er und 90-er Jahren hast Du in den Angelgeschäften viele Jigs in der Spinnfischerabteilung gefunden.

Wenn Du also Streamer bindest die einen Tungstenkopf oder ähnliches haben dann kannst Du diese sicherlich problemlos mit einer Spinnrute (mit entsprechendem Wurfgewicht) im Urlaub fischen. In einer "Fly-only" Strecke würde ich persönlich das lassen um mir keine Diskussionen mit anderen Fischern / Aufsehern ein zu handeln.

LG

Markus
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Re: Streamer als Kunstköder beim Spinnfischen

Beitragvon Pfifferling » 15.01.2016, 17:04

Maggov hat geschrieben:Hallo Michael,

bin mal gespannt was aus diesem Thread wird - Du stößt da ein Reizthema für Fliegenfischer an. Ich kann mich noch gut erinnern als ich in einer reinen Fliegenstrecke jemand mit der Spinnrute angetroffen habe. Als ich diesen mit hochrotem Kopf ansprach zeigte er mir grinsend einen Koppenstreamer mit Conehead von bestimmt 10 gramm Gewicht dran und meinte "Wieso, ich fische doch mit der Fliege?" ...

Damit bin ich auch schon bei der "theorie". Ich frage mich welchen Inhalt Du in diesen Artikeln suchst. Eine Fliege läßt sich über das Eigengewicht oder ein vorgeschaltetes Gewicht sicherlich auch mit der Spinnrute werfen. In den 80-er und 90-er Jahren hast Du in den Angelgeschäften viele Jigs in der Spinnfischerabteilung gefunden.

Wenn Du also Streamer bindest die einen Tungstenkopf oder ähnliches haben dann kannst Du diese sicherlich problemlos mit einer Spinnrute (mit entsprechendem Wurfgewicht) im Urlaub fischen. In einer "Fly-only" Strecke würde ich persönlich das lassen um mir keine Diskussionen mit anderen Fischern / Aufsehern ein zu handeln.

LG

Markus


Moin Markus,

um solch einer Diskussion gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen (habe ja in den Threads über die Su-Fu schon viel gelesen darüber) - nein, ich habe nicht vor an Fly-Only-Gewässern zu angeln.

Es geht nur darum die gebundene Fliege, also der Streamer (Fliegenfischerforum) mit der Spinnfischerei zu verknüpfen, zu der ich als Anfänger bereits einen (kleinen) Zugang habe. Ich sehe mich im Frühjahr leider noch nicht als großer Fliegenwerfer :|

und warum ich frage, da ich als Anfänger (auch fürs Spinnfischen würde ich mich als solcher bezeichen) :oops: wirklich keine Ahnung habe, suche ich eine Schritt für Schritt Anleitung ala

- Welche Streamer
- Wie binde ich sie
- Für welche Art (Jigkopf vs. vorgeschaltetes Blei vs Tugsten)?
- Wie schalte ich überhaupt ein Blei davor? ein Steckblei?

Das sind die Fragen, die mich beschäftigen. Ich sehe diese Angelei als Spinnfischen (deshalb auch diese Überschrift gewählt) nur eben mit einem, hoffentlich von mir hübsch selbstgebundenen Streamer :)

Gruß, Michael
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Re: Streamer als Kunstköder beim Spinnfischen

Beitragvon Harald aus LEV » 15.01.2016, 17:57

Hallo Michael,
wenn ich das vorhätte würden mir mehrere Möglichkeiten einfallen.

Zu den Mustern:
Da Du bei der Spinnrute nicht so sehr aufs Gewicht achten musst, kannst Du voluminöse Streamerwobbler :) einsetzen.
Für Hecht 15 cm +, für Barsch etwa die Hälfte. Ich würde aber auch ein paar kleinere Binden.
Farben: rot/weiss, blau/weiss, schwarz/weiss, chartreuse, grün/gelb, schwarz/grün, schwarz/gelb, pink.Die hellere Farbe jeweils oben. Experimentiere mit etwas Glitter.
Und das lieber etwas üppig einbinden. Wenns zu viel ist, kannst Du es am Wasser immer noch abschneiden. Besser als anders herum.

Zur Umsetzung:
1. Wenns richtig Tief gehen soll, könnte man vielleicht leichte (!) Gummifischköpfe mit Haken einsetzen. Und dann die Fliege direkt auf den Haken Binden.
2. Solls nicht ganz so schwer sein, nimmt man schwere Streamerhaken und setzt Blei- oder Tungstenheads darauf. Du kannst auch verschieden große Bleischrote etwa 10 cm vor dem Streamer auf die Schnur klemmen.
3. Für die Oberfläche und knapp darunter kann man ein Sbirolino dazwischensetzen, um das nötige Wurfgewicht zu erreichen.

Von ABU gab es mal sogenannte Spinnfliegen. Ob die noch auf dem Markt erhältkich sind, kann ich nict sagen. Einfach mal suchen.

Aber wie Markus schon schreibt: Schlage damit bloß nicht an Fly-Only Gewässern auf. :D
Aber auf den großen schwedischen Seen denke ich, gibt es keine Probleme.

Gruß
Harald

PS: eines noch. Ich habe oben über Blei geschrieben. Erkundige Dich vorher, ob Blei in Schweden überhaupt noch erlaubt ist. Ich meine mal gehört zu haben, dass das mittlerweile verboten ist. Dann eher Tungsten.
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Re: Streamer als Kunstköder beim Spinnfischen

Beitragvon Achim Stahl » 15.01.2016, 19:42

Moin,

ich kenne jemanden, der sich mit Streamern und Jigs zum Spinnfischen richtig gut auskennt: Frank Buchholz.

Hier mal ein Link auf seine Homepage:

http://www.haar-jig.de/index.php/de/


Viele Grüße!

Achim
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Re: Streamer als Kunstköder beim Spinnfischen

Beitragvon orkdaling » 15.01.2016, 20:12

Hallo,
mir ist nichts bekannt, Bleischrot und Grundblei gibt's zu kaufen. Auch bei www.svenskafiskeregler.se hab ich nichts gefunden.
Hab mir die allgem. Regeln und verbotene Methoden durchgelesen.
Natuerlich muss man die ørtlichen Regeln wie zB fuer Lachsfluesse beachten und da steht meist - unbeschwert.
Gruss
Hendrik
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Re: Streamer als Kunstköder beim Spinnfischen

Beitragvon cdc » 15.01.2016, 21:54

In Schweden läuft das unter Spinnfluga und ist sehr populär auf Salmoniden...
In Älvkarleby am Dalälven sehr bevorzugt...
Einfach Spinnfluga eingeben und etwas suchen... Das Netz ist voll...

Gruß Jürgen
"Ein 12m-Wurf auf den Punkt macht mehr Sinn als ein 22m-Wurf in die Botanik."
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Re: Streamer als Kunstköder beim Spinnfischen

Beitragvon dreampike » 16.01.2016, 06:58

Hi,
an Bächen oder Seen, an denen vernünftiges Fliegenfischen auf Hecht nicht möglich ist, fische ich sehr gerne und auch sehr erfolgreich mit beschwerten Hechtfliegen aus Naturhaar (Bunny, Islandschaf). Naturhaar saugt sich mit Wasser voll und die nassen Fliegen lassen sich gar nicht so schlecht werfen. Zusammen mit einer eher leichten bzw. weichen Rute und einer sehr dünnen geflochtenen Schnur (spitzenmässig: Stroft GTP S) komme ich je nach Wind auf Wurfweiten um die 20-25m. Die Beschwerung halte ich so gering wie möglich, um das Spiel der Fliegen nicht zu sehr zu beeinträchtigen. Die Fliegen selber binde ich nicht zu materialreich, da sie sonst u.U. zu viel Luftwiderstand erzeugen. Außerdem sind spärlich gebundenere Fliegen aus meiner Erfahrung wesentlich fängiger, viel hilft da nicht immer, insbesondere an Gewässern, in denen viele Spinnangler unterwegs sind.
Mit dieser Kombi konnte ich bereits Hechte bis 92 cm fangen, auch Zander lieben diese Fliegen und einen großen Waller hatte ich auch mal dran (für ca. 5s :cry: ).

Wolfgang aus Ismaning
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Re: Streamer als Kunstköder beim Spinnfischen

Beitragvon Trockenfliege » 16.01.2016, 21:02

Ich fische schon sehr lange mit Streamern an der Spinnrute.
Dazu verwende ich meine normalen Hecht - und Zanderstreamer.
Angefangen habe ich mit Spirolinos als Gewicht kombiniert mit einem ca. 1m Vorfach und einem schwimmenden/schwebenden Streamer.
Das Gewässer war damals ein Fluss mit sehr unterschiedlichen Verhältnissen: schnelles Wasser bis 2m Tiefe und bis zu sehr ruhigen Bereichen bis Knöcheltiefe.
Der Spirolino bringt den Streamern im schnellen Wasser zumindest mal ins Mittelwasser, im ruhigen Bereich fischt man immer in Grundnähe - je nach Auftrieb des Streamers und der Sinkrate des Spiros - die gibt es von schwimmend bis schnellsinkend und von 4gr bis 100gr.

Wenn bei uns am See die Hechte sehr tief (8m+) stehen und keine Lust mehr haben, nach oben zu kommen, lasse ich die Fliegenwerferei und steige auf die Spinnrute um. Hier fische ich mit einem leichten Bleigewicht( 4-8gr, max. 12gr) direkt vor dem Streamer, Gewicht abhängig von Tiefe und Einholgeschwindigkeit.

Ich habe auch schon mit dem Gewicht oberhalb des Hardmonovorfachs gefischt, d.h. ca. 20cm vom Köder entfernt. Da gefällt mir aber die Führung nicht so gut, da man mehr das Blei als den Streamer führt - der bewegt sich dann eher verzögert und weniger stark.

Meinen 1. Fisch dieses Jahres habe ich so gefangen, einen 75er Hecht.

Durch experimentieren mit dem Gewicht kann man den Streamer sehr langsam und verführerisch in einer Wassertiefe spielen lassen.

Wenn man das Blei an einem kurzen Seitenarm befestigt und mit einem schwimmenden Köder kombiniert, kann man den Grund sehr gemütlich abfischen und verliert eher mal nur das Blei.
Kleinere Schwimmstreamer binde ich auf Jighaken mit "Schwimmkopf", die gibts in der Gummifischecke.
Bei größeren nehme ich umgedrehte Foam-Popperköpfe.

Gruß
Reinhard
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Re: Streamer als Kunstköder beim Spinnfischen

Beitragvon Harald aus LEV » 17.01.2016, 13:34

Hallo hendrik,

danke für die Info bezgl. Blei.

Gruß
Harald
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