Bindematerial, eine Gewissensfrage

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Bindematerial, eine Gewissensfrage

Beitragvon Philzlaus » 13.01.2011, 08:47

Guten Morgen

In letzter Zeit mache ich mir immer öfter Gedanken woher eigentlich das Bindematerial kommt und irgendwie komm ich da nicht so auf einen grünen Zweig. Bucktail, Arctic Fox, TempleDog, etc.. Das sind doch alle keine Tiere die auf irgendeinem Speisezettel stehen wo halt Felle abfallen. Reh, Hirsch, Elch ja sogar bei den Hendln vom Whiting kann ich mir vorstellen das der rest vom Tier anderweitig verarbeitet wird aber was passiert mit einem Tempelhund. Da läufts mir als Hundebesitzer schon kalt dem Rücken runter wenn Hunde dafür sterben müssen nur damit wir die Lachsfliegen binden können.

DANKE.
gruss
Philipp
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Beitragvon derflow » 13.01.2011, 09:52

...naja...also so hübsch finde ich sie auch nicht :lol: :lol: :lol:

http://fotos.naturspot.de/bilder/22-45.html


Nee, quatsch - so genau darf man die Bezeichnungen glaub ich nicht übersetzen - zumindest hängt an meinem Templedog-Material zu Hause eine recht dicke Haut - wage zu bezweifeln, daß mein Hund (Schäferhundmix) da mithalten kann. Würde mich aber trotzdem auch mal interessieren, was sich dahinter verbirgt....
Gruß

Florian

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Beitragvon macyog » 13.01.2011, 10:04

Ich weiß nicht, das ist wieder einer dieser Ethik-Fragen, auf die es letztlich keine verwertbare Antwort geben wird.
Andere Länder andere Sitten. Bei uns werden Kühe vertiglt, in Indien unvorstellbar. In China werde Hunde als Nahrungsmittel angesehen, bei uns unvorstellbar. Im Grunde müßte man sich schon bei der Baumwolle des T-Shirts fragen, von wem wurde sie gepflückt und wurde der Pflücker auch gut behandelt, für unsere Maßstäbe.

So hart es klingen mag, bleiben wir mal auf dem Teppich, auch wenn Winter ist. Naturprodukte, die nicht dem Artenschutz unterliegen können auch verwendet werden. Wenn einer Hund nicht verwenden will, braucht er es nicht tun, das gilt für Kanickel und gezüchtetem Jungle Cock auch.

Grüße
Hagen
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Beitragvon Frank. » 13.01.2011, 10:07

Liebe Leute,

vor ein par Jahren hatten wir schon eine vergleichbare Diskussion, speziell auch zu Temple Dog:

http://www.fliegenfischer-forum.de/flyfishing/temple-dog-t256837-s15.html

Euer Frank
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Beitragvon Philzlaus » 13.01.2011, 10:30

macyog hat geschrieben:Ich weiß nicht, das ist wieder einer dieser Ethik-Fragen, auf die es letztlich keine verwertbare Antwort geben wird.
Andere Länder andere Sitten. Bei uns werden Kühe vertiglt, in Indien unvorstellbar. In China werde Hunde als Nahrungsmittel angesehen, bei uns unvorstellbar. Im Grunde müßte man sich schon bei der Baumwolle des T-Shirts fragen, von wem wurde sie gepflückt und wurde der Pflücker auch gut behandelt, für unsere Maßstäbe.

So hart es klingen mag, bleiben wir mal auf dem Teppich, auch wenn Winter ist. Naturprodukte, die nicht dem Artenschutz unterliegen können auch verwendet werden. Wenn einer Hund nicht verwenden will, braucht er es nicht tun, das gilt für Kanickel und gezüchtetem Jungle Cock auch.

Grüße
Hagen


Naja ich seh das etwas anderst. Der Mensch hat schon immer von Tieren gelebt aber auch sinnvoll verwertet. Wenn mir einer sagt der Hund stirbt menschenwürdig, von seinem Fleisch wird eine Familie satt und das Fell kommt zu uns zum Binden dann hab ich damit kein Problem. Wenn Füchse, Hunde gehäutet werden nur wegen dem Fell ohne das der Rest verwertet wird dann ist das etnisch nicht 100% korrekt. Also bei manchen Bindematerialien habe ich kein Problem da ich weiss dass das Tier nicht nur wegen dem Fell sterben musste. Das Kanickel bekomme ich im Supermarkt zum kaufen und schmeckt gut. Hund steht soweit ich weiss auch in China unter Schutz und darf offiziell nicht mehr in den Handel. Zumindest stand das letztens in der Zeitung. Obs stimmt sei dahingestellt. Ich weiss nicht obs sowas wie BIO Fell gibt aber mir wäre es wert mehr dafür zu bezahlen wenn garantiert wäre das die Tiere zumindest nicht grausam sterben.
gruss
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Beitragvon macyog » 13.01.2011, 11:16

Nunja, das ist schon richtig,
ich will damit auch nicht legitimieren, das die Art der Beschaffung o.k. ist. Um das mal ganz deutlich klar zu stellen.
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Re: Bindematerial, eine Gewissensfrage

Beitragvon Tobsn » 13.01.2011, 11:36

Philzlaus hat geschrieben:Guten Morgen

In letzter Zeit mache ich mir immer öfter Gedanken woher eigentlich das Bindematerial kommt und irgendwie komm ich da nicht so auf einen grünen Zweig. Bucktail, Arctic Fox, TempleDog, etc.. Das sind doch alle keine Tiere die auf irgendeinem Speisezettel stehen wo halt Felle abfallen. Reh, Hirsch, Elch ja sogar bei den Hendln vom Whiting kann ich mir vorstellen das der rest vom Tier anderweitig verarbeitet wird aber was passiert mit einem Tempelhund. Da läufts mir als Hundebesitzer schon kalt dem Rücken runter wenn Hunde dafür sterben müssen nur damit wir die Lachsfliegen binden können.

DANKE.


Moin,

ich kann Deine Bedenken nachvollziehen, versuche mich allerdings selber um das Thema herum zu mogeln. Warum allerdings der amerikanische Weißwedelhirsch a.k.a. Bambi, als Lieferant von Bucktail auf Deiner Liste steht, verstehe ich wiederum nicht...

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Beitragvon MoritzzZZZzzz » 13.01.2011, 12:35

Hallo!

Naja, solange die Tiere nicht unnötig gequält werden ist mir echt egal was auf dem Teller oder Bindetisch landet.
Nachdem irgendwelchen Tieren (in der dritten Welt) Fell oder Federn über die Ohren gezogen wurden, werden die mit Sicherheit noch als Abendessen, Tierfutter oder Dünger genutzt....also alles im Lot.
Ich kann mir aber gut vorstellen, dass sowas in der "zivilisierten" Welt anders läuft und die Müllverbrennung bei einigen Arten zum Zuge kommt?
Wie es in Europa oder den Staaten bei Fuchs und Dachs aussieht können uns ja mal die anwesenden Jäger erzählen, oder? Könnte mir vorstellen, dass so ein Fuchs auch noch zu Tiermehl wird, was ja eine sinnvolle Verwertung wäre. Oder gibt es gar Gesetze die das verhindern?
Wir sollten uns lieber mal Gedanken machen was so einige Qualzuchten auf deutschen Bürgersteigen erleiden müssen.....ich sehe hier so verdammt viele Hunde mit vorprogrammiertem Hüft- oder Rückenleiden.

cheers
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Beitragvon Tobsn » 13.01.2011, 13:13

MoritzzZZZzzz hat geschrieben:Hallo!

Naja, solange die Tiere nicht unnötig gequält werden ist mir echt egal was auf dem Teller oder Bindetisch landet.
Nachdem irgendwelchen Tieren (in der dritten Welt) Fell oder Federn über die Ohren gezogen wurden, werden die mit Sicherheit noch als Abendessen, Tierfutter oder Dünger genutzt....also alles im Lot.
Ich kann mir aber gut vorstellen, dass sowas in der "zivilisierten" Welt anders läuft und die Müllverbrennung bei einigen Arten zum Zuge kommt?
Wie es in Europa oder den Staaten bei Fuchs und Dachs aussieht können uns ja mal die anwesenden Jäger erzählen, oder? Könnte mir vorstellen, dass so ein Fuchs auch noch zu Tiermehl wird, was ja eine sinnvolle Verwertung wäre. Oder gibt es gar Gesetze die das verhindern?
Wir sollten uns lieber mal Gedanken machen was so einige Qualzuchten auf deutschen Bürgersteigen erleiden müssen.....ich sehe hier so verdammt viele Hunde mit vorprogrammiertem Hüft- oder Rückenleiden.

cheers
Moritz


Moin,

das Leben eines Polarfuchses ist sicherlich kein schönes. Kannst Dich ja mal bei Greenpeace nach Fuchsfarmen erkundigen. Die PETA hat da sicherlich die schlimmsten Beispiele am Start. Man sollte sich als Fliegenbinder von der romantischen Vorstellung verabschieden, dass die Tiere, deren Fell/Feder wir verwenden, alle artgerecht gehalten wurden.

Die Frage die sich stellt ist: Kann und will ich damit leben?

Ich persönlich will leider nicht ohne Polarfuchs leben, was aber im Umkehrschluss bedeutet, dass mir die Tiere menschliches Verdauungsprodukt sind. Ich versuche eigentlich nicht darüber nachzudenken.

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Beitragvon Philzlaus » 13.01.2011, 13:49

Das Bucktail hat sich da irrtümlich reingemischt. Denke das dieser sehrwohl als ganzes verwertet wird.
gruss
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Beitragvon flatfischer » 13.01.2011, 18:45

macyog hat geschrieben: das gilt für Kanickel und gezüchtetem Jungle Cock auch.

Grüße
Hagen


Hallo, "gezüchteter" Jungle Cock? Da wird läuft es mir persönlich immer kalt den Rücken runter.

Ich kenne einen Profifliegenbinder, der ausnahmslos keinen Jungle Cock verwendet. Auf meine Frage hinsichtlich der Zucht des Vogels antwortete er mir, dass die Zahl der im Handel vertriebenen Bälge die Zahl der jährlich gezüchteten Vögel bei weitem überschreitet.

Hierzu gabs auch schon diesen Thread:

http://www.fliegenfischer-forum.de/flyf ... 57713.html

Gruß Helge
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Beitragvon Lutz/H » 13.01.2011, 23:38

Hoffentlich machen sich auch die Besitzer von Tieren wie
chinesische Nacktkatzen, Nackthunde usw. Gedanken, von Haltern von Hunderassen wie Mops,Dogge,Shar-Pai usw. kaum zur reden, meine EX hat einen Mops der ohne Hilfe nicht vom Sofa kommt und nach 10 Schritten Atemnot hat,das mit 2 Jahren Lebenszeit. Von Züchtern die beispielsweise Tauben,Hühner Puter mal ganz zu schweigen, es gibt eine Taubenrasse namens Mövchen die hat so gut wie keinen Schnabel mehr,King-Tauben sind zu fett zum fliegen.
Von kommerzieller Masttierhaltung will man in diesen Dioxin-Zeiten gar nicht anfangen.
Also laßt mal die Kirche im Dorf,sicherlich gibt es auch bei Fliegenbindematerial Sachen über die man 3x nachdenken sollte,
der genannten Djungle-Cock ist da das beste Beispiel, und Polar-Fox,Silberfuchs und auch Hungarian Partrige und Co müssen ja irgendwo herkommen.
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Beitragvon Hydrometra » 13.01.2011, 23:52

Lutz,
sicher hast du recht, und wenn man sich mal so in der Welt der Medien umsieht, so wird man viele Beispiele finden, die mit artgerechter Tiehaltung wenig gemein haben. Jedoch finde ich die Grundüberlegung garnicht verkehrt, schließlich ist es nichts anderes, als Züchtungen für die verhassten Pelzmäntel etc. und ich denke nicht, dass die Materialien aus einer gesonderten Zucht stammen, da das preislich schon einen Unterschied machen würde.
Sicher, ich hab hier auch so Kommentare wie "das will ich gar nicht so genau wissen / oder - nach mir die Sinnflut " gehört und ich denke, dass sich jeder von uns in diesem Bereich bewegt.
Ich weiß nicht, ob ihr euch noch daran erinnern könnt, aber hier kursierte mal vor nicht all zu langer Zeit ein Video, von der nicht minder subjektiven Peta über die "Chinesiche FurFarm" - das war allemal ein Show-Stoper.

Ich glaube, es ist einfach schwierig zwischen "lass mal dat dingens im dorf" und "selbstloser Eigeninitative a la - kauf ich nicht" zu entscheiden.

Geht mir selbst so: Discounter Funktionszeug im Schrank, aber jeden mahnen, der dort einkauft, weils den Tradi. kapput macht und von Kindern produzieren wird - (mal bildlich gespr.)


Ich denke, dass am Ende nur ein gesundes abwägen hilft, sodass sich jeder vor sich und seinem Wunschbild des Umgangs mit Lebewesen einig ist.
Beste Grüße,
Tobi
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Beitragvon flo staeuble » 14.01.2011, 09:22

das wäre echt mal ein problem für einen professionellen moralphilosophen:
darf ich material, bei dessen entstehung tierquälerei im spiel war, verwenden, um tiere zu quälen? :wink:
flo
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Beitragvon Tobsn » 17.01.2011, 16:50

flo staeuble hat geschrieben:das wäre echt mal ein problem für einen professionellen moralphilosophen:
darf ich material, bei dessen entstehung tierquälerei im spiel war, verwenden, um tiere zu quälen? :wink:
flo


Gut Frage... Sehr gute Frage...

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