Aussteigen und nur noch Fliegenfischen?

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Re: Aussteigen und nur noch Fliegenfischen?

Beitragvon Huddell » 20.08.2014, 18:15

Lieber Frank,

So gesehen hast du natürlich Recht. :)

wie man vom Golflehrer Dasein allerdings Burn-out bekommen soll ist mir fraglich..

Lieben Gruß, Marc
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Re: Aussteigen und nur noch Fliegenfischen?

Beitragvon Seeadler » 20.08.2014, 18:36

Hallo,

mein erster Eindruck - ich kann mich auch täuschen - sagt mir, dass es hier um einen genau kalkulierten Ausstieg light geht. In zwei Jahren wird das ganze dann zum Wiedereinstieg inklusive Buch "Mein Ausstieg kurz vorm Burn-Out" vermarktet, und der gute Mann bietet Coachings für gestresste Manager und Seminare für allerhand gutbetuchte Kundschaft an "2 Tage Selbstfindungstippi". Outdoor-Trips bietet er ja jetzt wohl schon an (?). Sicher ist er auch entsprechend finanziell abgesichert, so dass kein echtes Ausstiegs-Risiko besteht, es ist ja auch eher ein regelmäßiger 4 Tages Indianer Urlaub von der Wohnung seiner Freundin, als ein wirklicher Ausstieg. Den Medien - und sogar der Bild - wurde dieser "Ausstieg" ja schon markttauglich präsentiert. Gepflegter Typ im Wald, fototauglich.

Ich kenne da ganz andere Aussteiger, ja es gibt in meiner Gegend sogar einen katholischen Eremiten im Wald, der seit 30 Jahren mit Büßerhemd und barfuß das ganze Jahr (auch im Winter) und ohne echte Möglichkeit eines "Wiedereinstiegs" wirklich ausgestiegen ist. Medientauglich ist der nicht, dafür ein ehrlicher und sympathischer Kauz.

Haut mich nicht vom Hocker, die Story vom ausgestiegenen Golflehrer. Aber wie gesagt, vielleicht täusche ich mich, und bin zu schnell mit einer vorgefassten Meinung an der Tastatur. Sollte es so sein, mea culpa.

Grüße,
Daniel
Zuletzt geändert von Seeadler am 20.08.2014, 18:57, insgesamt 5-mal geändert.
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Re: Aussteigen und nur noch Fliegenfischen?

Beitragvon webwood » 20.08.2014, 18:37

Was auf Marc Freukes Homepage über das Fliegenfischen zu lesen ist:

http://www.marc-freukes.de/interessen.html#angeln

Mein lieber Schwan, ich habe ja nichts gegen Anfänger, doch das so jemand Wurf-Kurse abhält ist gelinde gesagt dreist.

Euer Thomas
Angler sterben nie, die riechen nur so.
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Re: Aussteigen und nur noch Fliegenfischen?

Beitragvon Mr. Wet Fly » 20.08.2014, 18:57

Hallo Marc,

Ein Phänomen unserer heutigen Gesellschaft ist doch, das die wenigsten überhaupt noch belastbar sind.

Es gibt bestimmt Leute die von Berufswegen ausgebrannt sind, weil die permanenten Anforderungen im Beruf oder an sich selbst zu hoch sind. Ständig erreichbar und präsent sein, ohne körperlich und geistig zur Ruhe zu kommen, geht halt mal an die Substanz.

Deswegen gehen wir ja auch zum Fliegenfischen, weil wir da so herrlich entspannen können. :)

Gruß Bernd
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Re: Aussteigen und nur noch Fliegenfischen?

Beitragvon greypanther » 20.08.2014, 20:00

webwood hat geschrieben:Mein lieber Schwan, ich habe ja nichts gegen Anfänger, doch das so jemand Wurf-Kurse abhält ist gelinde gesagt dreist.

Bin ganz bei Dir, lieber Thomas! Was für ein Hammer! Und acht Fliegen hat er auch schon gebunden.

Was das Aussteiger-Thema anbelangt, so kann ich jedem nur empfehlen, wenn immer möglich, den Schritt zu wagen. Absolute Vorbedingung für einen solchen Schritt ist eine entsprechende innere Einstellung zum "Ausstieg", nämlich die Bereitschaft, auf lieb gewordenen Luxus (und dazu zähle ich auch die als selbstverständlich angesehen Dinge des heutigen "täglichen Gebrauchs" wie Auto, Fernseher, Smartphone etc.) verzichten und vor allem Einsamkeit ertragen zu können. Ein gewisser finanzieller Background als Starthilfe kann auch nicht schaden.
Für den, dem das gelingt, wird der "Ausstieg" eine Erfolgsstory und die aufregendste Expedition in sein eigenes Ich. Alleine dafür lohnt es sich schon. Ich weiß wovon ich spreche.
Gruß
Klaus


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Re: Aussteigen und nur noch Fliegenfischen?

Beitragvon Frank. » 20.08.2014, 20:22

Liebe Freunde,

übrigens möchte ich nicht, dass meine etwas süffisanten Beiträge einen falschen Eindruck erzeugen: Einerseits drücke ich diesen »Aussteiger« durchaus die Daumen, dass er mit dem gewählten Weg dauerhaft glücklich wird (wenn ich das auch nicht glaube). Andererseits habe ich auch Verständnis dafür, dass er das Medieninteresse nutzt (wobei man nicht glauben sollte, dass er dafür etwa Honorare kassiert haben könnte), um Werbung für sich zu machen.

Klappern gehört zum Handwerk, und das gilt auch für den Beruf des Eremiten (jedenfalls nach dieser Definition, die er für sich gefunden hat). Dafür gibt es ja auch in der jüngeren Vergangenheit ganz prächtige Beispiele. Mit gelebtem Survival und professioneller Armut haben schon eine ganze Menge von Autoren und Kursanbietern 'ne gute (Achtung! Kalauer!) Mark gemacht, und das ist auch völlig in Ordnung.

Allerdings würde ich auch nicht auf die Idee kommen, ihn als Fliegenfischer-Lehrmeister zu empfehlen.

Ich bin da sehr nahe bei Klaus - deine Geschichte kenne ich ja ein bisschen. Aber das war ja eben auch 'ne ganz andere Nummer.

Euer Frank
Das sind Deine Beobachtungen, mein Lieber, andere haben andere Beobachtungen gemacht.
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Re: Aussteigen und nur noch Fliegenfischen?

Beitragvon MuddlerMinow » 20.08.2014, 21:00

@Hardy: naja, um Auto, Haus oder dergleichen geht es mir eigentlich mit meiner Aussage uberhaupt nicht. Hab ich vielleicht nicht deutlich gemacht.

Aber wenn in einer Zeit, in der man sich in unseren Landen völlig losgelöst von herkömmlichem Nahrungserwerb betätigen kann und jemand dann nichts tut, ausser zu konsumieren oder zu existieren, wofür haben unsere Vorfahren gekämpft? Oder umgekehrt gesagt, wenn alle so dachten, würden noch immer 50% unserer Frauen bei der Geburt sterben, ganze Landstriche von Seuchen heimgesucht werden und andere frühere Annehmlichkeiten, die das Leben so parat hatte, wären ebenfalls reichlich vorhanden.

Ich finde, wir sollten diese frei gewordene Energie nutzen: forschen, erfinden, Kunst erschaffen, es gibt doch unendlich viele grossartige Möglichkeiten. Im Busch zu hocken und "nein" zu sagen..kommt mir da arg minimalistisch (um nichts anderes zu sagen) vor..
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Re: Aussteigen und nur noch Fliegenfischen?

Beitragvon greypanther » 20.08.2014, 21:16

Hi Clemens,

wenn man "Aussteigen" dadurch definiert, sich von Wurzeln und Heusprengseln zu ernähren, mit selbst gebastelten Baströckchen und Tierfellen umher zu gehen und in diversen Höhlen zu wohnen, dann teile ich Deine Sicht vollständig. Das hat was von den kindlichen "Indianer"-Spielen der frühen Jugend.
Aber, echtes "Aussteigen" findet vor allem im Kopf statt. Ein zurückziehen aus dem "Lärm" des Tagesgeschäftes setzt ungeahnte kreative Kräfte frei, ganz in Deinem Sinne. Ich erinnere in diesem Zusammenhang daran, dass sich viele der großen und kreativen Köpfe zumindest zeitweise aus der "Menschenwelt" in die Isolation und Einsamkeit verabschiedet haben. Über die daraus resultierenden großartigen Werke berichtet die Geschichte hinreichend.
Gruß
Klaus


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Re: Aussteigen und nur noch Fliegenfischen?

Beitragvon MuddlerMinow » 20.08.2014, 21:28

Mein lieber! Ich freue mich sehr, von Dir diese wunderbaren Worte zu hören!

Und ja, sehr wahr gesprochen.

Ich würde sogar sagen, dass dies die Voraussetzung für jeden Künstler ist, um kreativ sein zu können.

Wenn ich einen Tag Büro Arbeit mache, geht die Kreativität sofort runter..
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Re: Aussteigen und nur noch Fliegenfischen?

Beitragvon greypanther » 20.08.2014, 22:03

MuddlerMinow hat geschrieben:Mein lieber! Ich freue mich sehr, von Dir diese wunderbaren Worte zu hören!

Und ja, sehr wahr gesprochen.

Ich würde sogar sagen, dass dies die Voraussetzung für jeden Künstler ist, um kreativ sein zu können.

Wenn ich einen Tag Büro Arbeit mache, geht die Kreativität sofort runter..

Freut mich, lieber Clemens, dass wir in dieser Beziehung einer Meinung sind. Wie bereits gesagt, ich weiß wovon ich rede. :-D
Gruß
Klaus


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Re: Aussteigen und nur noch Fliegenfischen?

Beitragvon tomhaus » 21.08.2014, 08:38

Was noch zu beachten ist:

Aussteigen is gut und Recht, aber D is meiner Meinung nach ungeeignet, ( Im Großen und Ganzen), auch bei uns in der Nähe gibts einen,
der im Wald haust,

aber D is eigentlich zu klein strukturiert, um dauerhaft "fern " der Zivilisation zu leben.
Dann gibt es zu bedenken: Entweder betreibe ich mini landwirtschaft, um mir Fleisch zu besorgen, oder ich muss, wenn i ohne Geld leben
will, tote Tiere vom Straßenrand aufklauben ( und sogar das is illegal).

Jeder weiß, was ne Tageslizenz zum Fischen kostet. Das Jagen is noch kostenintensiver (und man braucht an Gewehrschrank im Tippi :D ) Nur mal die behördlichen Vorschriften.

Versteht ihr, was ich mein, dieses "living off the land" geht nicht, wenn ich alle paar Tag heim geh, mich dusch, meine Post aufmach,
und was weiß ich..



Aussteigen heisst WEG!


D is von der Bürokratie her ungeeignet. Jede Einnahme die du hast, muass ja versteuert werden, d.h. du brauchst als Aussiedler einen Steuerberater.
Das nächst is das wilde campen. Du musst auf deinem eigenen Grund aussiedeln, sonst darfst ja gar nicht. (Gut, Grund is eh von Vorteil für Ackerbau und
Viehzucht)... aber soo einfach is aussiedeln in D wie gesagt nicht.

Ausser eben aussiedeln "light" des geht schon....
Deutscher durch Geburt, Bayer durch die Gnade Gottes
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Re: Aussteigen und nur noch Fliegenfischen?

Beitragvon Huddell » 21.08.2014, 11:56

Ich bin der Meinung das dieses komplett Aussteigen in den meisten Fällen Psyschologisch nur eine "Flucht" ist.
Viel schwieriger und künstlerischer ist es doch sein Lebenstraum zu verwirklichen trotz der manchmal nicht leichten Bedingungen. Einfach wegzulaufen und quasi den Kopf einzuziehen bringt es auf Dauer auch nicht.

Auch ich finde viele Dinge in dieser Welt laufen definitiv in die falsch Richtung, aber dadurch das man wegläuft ändert sich auch nichts.

Beeindruckt hat mich da z.B. das Leben von Andreas Kieling, der mit seinen Abenteuern Geld verdient (Als Naturfilmer etc.) (Ihr kennt ihn sicher)

Ganz unabhängig ob ich seine Arbeit jetzt gut oder schlecht finde, er hat es geschafft die Unabhängigkeit die sich viele wünschen in die Moderne Welt einzubringen und damit sogar Geld zu verdienen. Das empfinde ich als Lebenskunst.

Vor 2 Wochen habe ich mir eine seiner Dokus über den Yukon (Abenteuer Yukon) (Sehr zu empfehlen) angeschaut in der er auch ein wenig Fliegenfischt...
Die ganze Familie war äußerst sympathisch und ausgeglichen. Ein gutes Beispiel um Dinge zu kombinieren.

Ich bin kein Freund dieser Extreme. Und wie mein Vorposter schon sagt, wenn mans dann Extrem haben möchte bitte nicht Deutschland auswählen...
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Re: Aussteigen und nur noch Fliegenfischen?

Beitragvon Seeadler » 21.08.2014, 15:09

Hallo,

war mit Freunden vor vielen Jahren mal für einige Wochen an nem Aussteigerstrand in La Gomera. Für uns wars natürlich nur ein Urlaubs-Ausstieg, leben in der Höhle am Meer, keine Wege, kein Zelt, nächste Wasserquelle 2km entfernt, Ernährung: Fischen und so weiter... Natürlich war das von uns kein Ausstieg, aber da lebten Leute, die das schon seit zehn Jahren durchziehen, v.a. deutsche. So ne Art Hippie-Aussteigertum, manche sind auch nur jedes Jahr 2 Monate dort, wie auch immer. Die Behörden räumen das ganze regelmäßig und vertreiben die Leute, bis sie dann halt wieder kommen.

Aber was ich eigentlich sagen wollte: Es gibt ein gutes Buch über einen grandios gescheiterten Aussteigerversuch aus der Zivilisation. Von Christian Kracht, "Imperium". Angelehnt an die tatsächliche Lebensgeschichte eines der ersten hippiemäßigen (deutschen) Aussteiger schon zu Beginn des 20.Jhdts. Südsee, Ernährung nur von Kokosnüssen, Kommune. Is nach einer paradiesischen Anfangszeit grandios gescheitert, inkl. Mord und Totschlag, und natürlich war ne Frau im Spiel. Kracht erzählt es meiner Meinung nach sehr gut in seinem gewohnt ironisch-zynischen Tonfall. Hier der Link dazu zu Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Imperium_%28Kracht%29

Ich selbst bin zur Zeit der Ölkatastrophe (ca. 2002, Tankerunglück) an der Costa del Morte in Galizien gewesen, dort gab es den mittlerweile doch recht bekannten Aussteiger Manfred Gnadinger. Ich war in dem Dorf an der Küste, habe die kleine windschiefe und wunderschöne Bude gesehen, die er aus Naturmaterialien, Strandgut, und mit buntem Flaschenglas als Fenster direkt an die Brandung gebaut hat.
Er kam in den 70ern als Jugendlicher dort hin, verliebte sich unglücklich, verschwand darauf im Wald, und kam ein halbes Jahr später halb nackt und halb verhungert wieder ins Dorf zurück und lebte von dort an in seiner Bude am Meer. Man nannte ihn "Man". Als das Öl seine Walfischknochen-Skulpturen und seinen ganzen bunt angemalten Felsstrand verklebte, und er nicht mehr schwimmen gehen konnte, stellte er aus gebrochenem Herzen das Essen und Trinken ein. Nach Weihnachten fand man ihn tot in seiner Hütte, er erhielt ein Ehrenbegräbnis auf Kosten der Gemeinde.

Geschichten, die das Leben schreibt!

Viele Grüße,
Daniel
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Re: Aussteigen und nur noch Fliegenfischen?

Beitragvon Lorenz » 21.08.2014, 21:09

Hallo Leute,
da ist man(n), schon nah an der Spitze seiner Lebenspyramide die sich auch "Selbstverwirklichung" nennt angekommen, und denkt mit vollem Magen auf einem gemütlichen Sessel darüber nach, alles anders zu machen.
Ein neues Leben als Aussteiger, entfernt von der Geissel unserer Gesellschaft die nur noch Vollkommenheit erlaubt das währe jetzt das Richtige.
Gerade Fliegenfischen bittet meiner Meinung nach wegen seiner Vielseitigkeit ein großes Spielfeld für schöne Träumereien.
Ich denke so geht es vielen Menschen aber nur die Wenigstens haben den Mut das Geträumte in die Tat umzusetzen.
Deshalb erstmal Hut ab vor allen die diesen Schritt wagen.Wer so etwas anfängt steht am Fuß der Pyramide den man "Grundbedürfnisse" nennt.

Meine Träumerei wurde gerade jäh unterbrochen weil meine Lebenspartnerin die sich zur Zeit im Bereich "Sicherheit der Pyramide" bewegt nochmal unsere Versicherungspolice auf Elementarschäden prüfen möchte.

OK muss dann eben warten bis ich Rentner bin , dann geht es aber richtig los !

Bis bald muss noch den Abwisch machen

Peter
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Re: Aussteigen und nur noch Fliegenfischen?

Beitragvon Jan Dalf » 07.10.2014, 20:38

Hallo,

viele interessante Dinge, die Ihr hier schreibt.

Ich nehme dem Protagonisten des BLUT Zeitungsartikels seine Geschichte auch nur zu 99% ab und bewerte es als Experiment eines Menschen, der sich scheinbar gerne selbst darstellt und noch nicht das Richtige für sich gefunden hat. Klar sind wir alle ein bisschen selbst-verliebt. Kurioserweise habe ich auch schon Schlagzeug gespielt und bin mal gern Ski gefahren und ähm ja. Ich möchte damit nur sagen, dass ich den Kerl nicht von oben herab "verurteilen" möchte und auch persönlich schon so einige "Experimente" hinter mir hab. :D

Jedoch bedeutet Aussteigen für mich eine Abfuhr an die Gesellschaft, Kapitalismus, Geld, Zigaretten, geplante Duschen und Armbanduhren. Mein zu Hause ist heute hier - morgen dort. Dabei ist es auch gleich, ob ich nicht wieder zurückkehre. Vermutlich wird das Bewusstsein über besagte Pyramide der Grundbedürfnisse erst dann einkehren, wenn man wirklich abgenabelt ist. Das sehe ich einfach nicht beim Marc.
Viele Aussteiger und Abenteurer haben auch gewissermaßen Sponsoren, wenn sie nicht vorher Geld gesammelt haben um unvermeidbare monetäre Anforderungen an so ein Projekt zu erfüllen. Andere jobben zwischendurch. Mir kommt es bei diesem Beispiel eher wie ein "Geschäftskonzept mit naturburschigem Nebeneffekt" vor.

Kennt jemand den Film "Into the Wild"? Einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Er handelt von dem sehr begabten jedoch gesellschaftsverneinenden "Alexander Supertramp". Nach einem magna cum laude
Studium lässt er seine Bonzen-Eltern einfach unwissend zurück und trampt los Richtung Alaska. Zwischendurch lernt er interessante Menschen kennen und eine bewegende Story baut sich auf um letztendlich....Nein-das wird nicht verraten.
DAS sind für mich Aussteiger.

Kurz vorm Burnout. Hmmmm. Also entweder sieht man an so einem Punkt ein, dass man etwas falsch macht, die falsche Einstellung hat, oder kneift verdammt nochmal die Ar***backen zusammen. Wenn ich da nur zwei Generationen in meiner Familie zurückdenke, gab es Jene die mit 16 Jahren im Russlandfeldzug *nicht erlaubtes Wort* waren und danach quasi aus dem Nichts einen Landwirtschaftbetrieb erschaffen haben. 60 Jahre keinen Urlaub, 7 Tage die Woche Maloche. Morgens um 4 Uhr aufstehen. Nichts automatisiert, alles von Hand. Aber die meißten haben dann doch lieber Dieter Bohlen oder Paris Hilton als Vorbild. Für den letzten Absatz lass ich mich dann auch gern als altklug bezeichnen.

Ich wünsche dem Marc natürlich viel Glück bei seinem Vorhaben, es ist um VIELES ehrenwerter als die meissten als ehrenwert erachteten Vorhaben. Seinen "Beitrag" leistet er mit Sicherheit. Er hat Mut und möchte den Menschen etwas mitteilen, was in unserer Zeit m. E. viel zu selten ist und viel zu oft belächelt wird. Das verdient schon etwas Respekt.
Tight Lines

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