Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Was macht FLIEGENFISCHEN aus? Hier darf nach Herzenslust gefachsimpelt werden! Auch Termin- und andere Ankündigungen passen hier herein.
(Bitte prüfe zuerst, ob nicht eine der nachfolgenden Rubriken geeigneter für Deinen Beitrag ist).

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Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Beitragvon Hardy » 13.12.2012, 14:49

Olaf Kurth hat geschrieben:...Gerne fische ich mit traditionellem Gerät (mit widerhakenlosen Fliegen) und mit Freunden, die das ähnlich sehen. ...
Liebe Grüße,

Olaf


...also doch Naturköder, ich hab's doch gewusst! :mrgreen:

Groetjes
Schärlocke Holmes
Hardy
 

Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Beitragvon Chartist » 13.12.2012, 17:26

Hallo,

ich war die letzten Jahre nur sehr selten im Forum unterwegs. Jetzt lese ich hier wieder häufiger und bin jetzt auf das Thema gestossen. Ich halte von der gesetzlichen Regelung überhaupt nichts. Ich entscheide danach, was unserem Gewässer gut tut. Nach einem Totalausfall der Äsche, dank dem Komoran, beginnt sich der Bestand ganz langsam zu erholen. Also, bei jeder gehakten Äsche, ob maßig oder nicht, hab ich immer saumäßig Pech. Beim abhaken entwischt sie mir immer. :shock:
Sehr oft passiert mir das auch bei einer besonders schön gezeichneten Bafo. Seltsam, bei den Regenbogen, die m. E. jedes Jahr viel zu viel gesetzt werden und sich nicht selbst reproduzieren, nie.
Also mache ich ganz unfreiwillig in manchen Situationen C&R. :)
Ich passe also in keine der angegebenen Schubladen.

Petri Heil

Werner
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Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Beitragvon Olaf Kurth » 13.12.2012, 18:14

Bernd Ziesche hat geschrieben:Aus sehr gutem Grund basieren unsere Gesetze NICHT darauf, was Sindbad "PERSÖNLICH GLAUBT". 8)



Lieber Bernd,

Schön, dass du gleich die „Gesetzeskeule“ schwingst, sobald ein Neuling eine Dir konträr erscheinende Meinung postet. Da muss ich als Moderator handeln und dem guten Mann erst einmal beistehen. Da war es für mich nahe liegend, erst einmal unterschiedliche Positionen zum Thema - wie geschehen – darzustellen.


Ja, wir sehen, dass Du auf dem gestellten Photo einen aufgespießten Fisch in „skandinavischer Tradition“ über dem Lagerfeuer hälst. Ich bin ausgebildeter Joga-Lehrer, deshalb frage ich, wie lange Du in der hockenden Position mit extrem angewinkelten Knien ausgehalten hast – eine oder zwei Minuten? 8)



Bernd Ziesche hat geschrieben:Wie Du oft von mir lesen konntest, verurteile ich keinen Angler für seine Entscheidung pro oder contra Entnahme in der jeweiligen Situation, sondern möchte die Entscheidung bei genau diesem jeweiligen Angler selbst wissen.



An diesem Punkt sind unsere unterschiedlichen Positionen klar erkennbar und ich will Dir auch erklären, warum:

Der „vernünftige Grund“ dafür, einem Wirbeltier Leiden zuzufügen und es zu töten ist im Tierschutzgesetz nicht näher definiert. Nahrungsmittelproduktion und menschlicher Verzehr ist laut Tierschutzgesetz vermutlich ein vernünftiger Grund. Das dies aber nicht näher definiert ist, liegt daran, dass das Tierschutzgesetz aus einer Verordnungen gegen die Tierquälerei entstanden ist. Man wollte Tiere vor Quälerei schützen. Das Hauptargument gegen Tierquälerei war nicht die Achtung vor dem Tier, sondern es war die Ächtung derjenigen Menschen, die Tiere quälen. Das heißt, es ist gar nicht um der Tiere willen entstanden, sondern richtete sich gegen die Verrohung des Menschen, der Tiere quält.
Dieses Verrohungsargument hat bereits Immanuel Kant benutzt, es stand aber auch in alten katholischen und evangelischen Katechismen. Dahinter lag folgende Befürchtung: Wenn der Mensch schon so (moralisch) verroht ist und Tiere quält, dann ist er auch bereit Menschen zu quälen. Das steckte dahinter!

Ich möchte im Gegensatz zu Dir, die Entscheidungsgewalt über die Kreatur nicht beim Einzelnen wissen. Dem möglichen Missbrauch wäre durch die Übertragung der Entscheidungsgewalt Tür und Tor geöffnet. Das kann es nicht sein.
Erinnere Dich bitte, ein Beispiel hast Du bereits mit eurer Küstenfischereiverordnung angeführt und wir mussten Dir die rechtlichen Hintergründe erläutern. Nochmal: Du musst untermäßige oder gefärbte Fische während der Schonzeit auch dann zurücksetzen, wenn sie verletzt oder tot sind. Du besitzt kein Aneignungsrecht!

In Deiner Argumentation vermisse ich oft die Kreatur Fisch, um die es doch gehen soll und die geschützt werden muss.

Bernd Ziesche hat geschrieben:Ich habe mich nicht gegen den vernünftigen Grund einer sinnvollen Verwertung ausgesprochen, sondern mich dafür ausgesprochen, dass dies nach meinem Empfinden nicht der einzige Grund und nicht der Hauptgrund ist, aus welchen die meisten Angler angeln gehen.


Woher weißt Du das?
Nochmal – zum 8269. Mal: Empfindungen, Weltanschauungen, Herzschmerz, Erholung, Entspannung – all diese Beweggründe darfst Du gerne äußern. In einen öffentlichen Forum muss ich Dich aber offensichtlich wiederholt an die gesetzlichen Grundlagen unseres Handelns erinnern.

Sindbad75 könnte jetzt behaupten: „Aus sehr gutem Grund basieren unsere Gesetze NICHT darauf, was Bernd Ziesche "PERSÖNLICH GLAUBT ODER EMPFINDET". 8)

Auf Carstens „C&R Definitionen“ kann ich leider nicht eingehen, dazu fehlt mir die Zeit.
Sollte er aber sowas wirklich in Erwägung ziehen,

FlySlave hat geschrieben:Was ist eigentlich, wenn ich an einer Salmonidenstrecke einen Hecht fange und ihn in den
Karpfenteich umsetze?


, dann werde ich ihm als amtlicher Fischereiaufseher sehr schnell zeigen, wo "der Frosch die Locken hat"! 8)



Liebe Grüße,


Olaf


PS: Mit „scharfer Klinge“ wird schon längst nicht mehr argumentiert, ich wiederhole mich und auch Deine Positionen (mal deutlicher, mal abgeschwächter) sind bekannt.
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
Olaf Kurth
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Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Beitragvon Bernd Ziesche » 13.12.2012, 19:56

Olaf Kurth hat geschrieben:
Bernd Ziesche hat geschrieben:Ich habe mich nicht gegen den vernünftigen Grund einer sinnvollen Verwertung ausgesprochen, sondern mich dafür ausgesprochen, dass dies nach meinem Empfinden nicht der einzige Grund und nicht der Hauptgrund ist, aus welchen die meisten Angler angeln gehen.


Woher weißt Du das?


Lieber Olaf,
ich weiß es (mich nicht dagegen ausgesprochen zu haben) daher, weil ich vielmehr genau im Gegenteil: die Entnahme ALS einen vernünftigen Grund beschrieben habe und empfinde. Nur empfinde ich diesen Grund nicht als alleiniges Hauptmotiv des Angelns. Dass ich dies so EMPFINDE, beinhaltet, dass ich es nicht für jeden weiß. :wink:

Ich verrate Dir gerne, dass ich bei über 5000 Fliegenfischern und Fliegenfischerinnen, bis heute niemand in der Praxis kennengelernt habe, der/die den Verzehr des Fisches als Hauptmotiv für die Wahl diesen Hobbys erklären wollte. Dem entgegen stehen so viele von uns, die vielmehr alle Facetten als wichtig und motivierend empfanden.

In diesem Thread zur Frage "WARUM angeln wir?" :
fliegenfischen-eine-lebenseinstellung--f26207/warum-angeln-wir--t266907.html
hat nicht ein einziger User seine Hauptmotivation für das Angeln mit dem Wunsch eines Fisches auf seinem Teller und all die anderen Facetten als weniger wichtig beschrieben. Kannst Du mir das erklären, lieber Olaf, warum es nicht eine entsprechende Wortmeldung gibt?
Oder kannst Du mir überhaupt nur einen einzigen Fliegenfischer hier benennen, der den Fisch auf dem Teller als die Hauptmotivation und alle anderen Facetten als nebensächlich (oder weniger wichtig) empfindet?

Wie erklärst Du Dir, dass wir alle Unsummen an Geld und Aufwand einsetzen, um hin und wieder einen Fisch auf dem Teller zu haben, anstatt diesen viel einfacher zu kaufen? Und wie erklärst Du es Dir, dass der Bereich "Fisch auf dem Teller" hier im Forum (wie in allen Angelforen) vergleichsweise so wenig Aufmerksamkeit erhält?

Deine Hauptmotivation für das Fliegenfischen ist für mich tatsächlich nicht mehr zu erkennen, da Du sie HIER nicht klar formulieren magst, was ich schade finde.
In der Praxis hatte ich das Gefühl, Du hattest die gleiche Motivation und schätzt alle Facetten und nicht hauptsächlich den Fisch auf Deinem Teller.
Deine Hauptmotivation ließe sich theoretisch in genau einem kurzen Satz von Dir verraten. Da Du meine Einschätzung diesbezüglich immer wieder in Frage stellst, würde es mich sehr interessieren, wie Du als jemand der viele Angler vertritt, die Hauptmotivation der meisten Fliegenfischer/innen für das Fliegenfischen einschätzt?

Lieben Gruß
Bernd
Zuletzt geändert von Bernd Ziesche am 13.12.2012, 20:19, insgesamt 1-mal geändert.
Bernd Ziesche
 

Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Beitragvon henkiboy » 13.12.2012, 20:14

Hallo Olaf,
FlySlave hat geschrieben:
Was ist eigentlich, wenn ich an einer Salmonidenstrecke einen Hecht fange und ihn in den
Karpfenteich umsetze?

, dann werde ich ihm als amtlicher Fischereiaufseher sehr schnell zeigen, wo "der Frosch die Locken hat"!

Nun Olaf, damit handelt Carsten absolut ehrwürdig und konform jeglicher Ettikete:
1.) er wendet Schaden von unseren geliebten Salmoniden ab
2.) er (be)nutzt eine einheimische Fischart dazu, um eine Neozoe zu beseitigen :badgrin:

:mrgreen:

*duck und wech* :lol:

Aber mal zurück zum Ernst des Lebens........ich finde es schon als sehr zweifelhaft, wenn sich Angelfischer um Kopf und Kragen schreiben müssen, nur um ihre Passion zu verteidigen. Eines ist ja letztendlich gewiss: Wir haben es dabei immer noch mit Tieren zu tun und da stellt sich mir folgende Fragestellung:
Wenn ich einem Kaninchen, einen Fasan oder eine Katze mit einem PKW auf der Strasse begegne, dann gibt der Gesetzgeber im Prinzip vor, dass ich diesem Tier Leid zuzufügen habe und es gefälligst anzufahren habe oder es knüppelhart überfahren soll, da ja ein nachfolgender Fahrzeugführer durch ein Bremsmanöver überrascht werden könnte.
Andererseits will man seitens der Gesetzgebung, das ich jeden Fisch der gerade Maß hat keule und entnehme, um möglichst einen möglichst geringen individuellen Schaden (durch Schmerz) zu verursachen. Hallo :?: .....geht's noch? Ich werde dazu angehalten zu töten, damit ich einem Individuum keinen unnötigen Schaden zufüge? Was ist denn der höchstmögliche Schaden? Also für mein Verständnis der Tod!!!! Nebenbei bemerkt.......ich bremse auch für (kleinere) Tiere! Sollte mir dewegen mal jemand draufrauschen und 'ne verdellte Stoßstange haben ist mir das sowas von Sch...ßegal!

Gruss
Detlef
Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat sich selbst zu beherrschen !
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Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Beitragvon Bernd Ziesche » 13.12.2012, 21:54

Hallo Detlef :smt039
Im Sommer sah ich zwei Jungs im Alter von vllt. 11 oder 12 Jahren am Wasser. Sie hatten einen Frosch gefangen. Irgendwie erinnerte mich das an meine Kindheit. Frösche fangen und wiederfrei lassen, stand hin und wieder einmal auf unserem Plan neben dem Angeln und Fußball spielen. Ich weiß nicht genau, woher dieser Antrieb dazu kam, aber viele (insbesondere) Jungs hatten ihn. Und selbst später noch habe ich manchesmal einen Frosch kurz gefangen, um ihn dann wieder weghüpfen zu lassen. In diesem Frühjahr nun war ich in Südschweden unterwegs und war zusammen mit einem Kunden für eine Wurfübung an einem kleinen See, welcher voller Frösche und Kröten war. Mein Kunde fing einen von ihnen, um ihn genauer zu betrachten und einzustufen (er ist Tierartzt). Ich konnte diesen uralten Fangtrieb deutlich wieder erkennen. :mrgreen:
Man stelle sich vor, jemand käme nun des Weges: "Hey, wenn ihr einen Frosch fangen wollt, müßt ihr ihn bitte hinterher töten und zu Froschschenkeln verarbeiten. Denn das wäre ein vernünftiger Grund, diesen Frosch zu fangen und ihm durch den alleinigen Fang an sich Schaden zuzufügen."
Ich bin froh, dass so jemand seinerzeit niemals des Weges kam und alle Frösche uns überlebten. Denn der Tod einer Kreatur macht den zugefügten Schaden (aus meiner Sicht) kein Stück besser für das Tier, sondern eher schlechter.
Nur mal ein paar Gedanken am Rande einer langen Diskussion :oops: :roll: 8)
Lieben Gruß
Bernd
Bernd Ziesche
 

Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Beitragvon Olaf Kurth » 13.12.2012, 23:37

Bernd Ziesche hat geschrieben:In diesem Thread zur Frage "WARUM angeln wir?" :
fliegenfischen-eine-lebenseinstellung--f26207/warum-angeln-wir--t266907.html
hat nicht ein einziger User seine Hauptmotivation für das Angeln mit dem Wunsch eines Fisches auf seinem Teller und all die anderen Facetten als weniger wichtig beschrieben. Kannst Du mir das erklären, lieber Olaf, warum es nicht eine entsprechende Wortmeldung gibt?



Wo soll ich anfangen, lieber Bernd?

Ganz bestimmt habe ich mich bei Hardy verlesen, der meint das sicher gar nicht so:


Hardy hat geschrieben:moin,

Der 8265. verzweifelte Versuch, sich C&R schönzureden.

Ich gehe nur auf einige Zitate ein, eigentlich müsste ich viel weiter ausholen, aber das erspare ich dir/euch.
Es wird immer darauf hinaus laufen, dass der letztendlich einzige vernünftige Grund die gezielte Entnahme eines Fisches zum Verzehr sein kann. Dass diese Entnahme sich immer an den Gewässermöglichkeiten zu orientieren hat, versteht sich dabei von selbst.
......................
Das kann und wird kein Konsens werden. Jedenfalls nicht mit mir.

Groetjes
Hardy




Thomas meint das bestimmt auch nicht so, also das mit der Entnahme:


webwood hat geschrieben:Wer z.B eine fangfähige Besatzforelle auserhalb der Schonzeit releast, befriedigt seinen Spieltrieb auf Kosten der Forelle. Basta!


Wo kann die fangfähige Besatzforelle landen? Richtig………. genau da.

Oder nimm die Meinungen, die Du selbst schon gepostet hast:


Bernd Ziesche hat geschrieben:
Wolfgang Hinderjock hat geschrieben:Als Ziel des Angelns sollte man tatsächlich die Entnahme von Fischen zwecks Verwertung als Lebensmittel stellen, etwas anderes ist nichtangelnden Mitmenschen nicht so recht begreiflich zu machen.


MaxS hat geschrieben:Nur die Entnahme ist hinreichende Begründung zu fischen.




Das ganze Dilemma hat flo sehr gut zusammengefasst:


flo staeuble hat geschrieben:
Bernd Ziesche hat geschrieben:Ich denke, wir wissen doch alle, dass es nicht der Fisch ist, den wir suchen, sondern das Erlebnis.


stimmt schon. aber dieses "erlebnis" ist nunmal definitiv an die CHANCE auf einen fisch gekoppelt. dieses ständige "ich geh ans wasser, um zu werfen und mich am spiel meiner neuen fliege zu erfreuen und um eins mit der natur zu werden, da spielt der fischfang kaum eine rolle" will ich nicht recht glauben.
nicht falsch verstehen, all diese "begleiterscheinungen" (so nenne ich sie jetzt mal bewusst) spielen für mich auch eine riesige rolle. aber ich bin überzeugt, dass für die meisten (und das sind nicht alles gedankenlose gierhälse) B (ganzheitserlebnis) eine begleiterscheinung von A (fischfang) ist - und nicht umgekehrt.
grüße vom flo




Auch hier helfe ich Dir gerne weiter:

Bernd Ziesche hat geschrieben:Deine Hauptmotivation für das Fliegenfischen ist für mich tatsächlich nicht mehr zu erkennen, da Du sie HIER nicht klar formulieren magst, was ich schade finde.



Bitteschön, hier findest Du etwas zu meiner Einstellung:


Olaf Kurth hat geschrieben: Eine ausschließlich auf Verwertung ausgerichtete Kochtopfmentalität ist mir ebenso zuwider, wie eine generelle C & R Mentalität.

Was mir wichtig erscheint, ist die Verantwortung eines jeden einzelnen am Wasser. Für unseren Bereich bedeutet dass, z.B. deutlich laichbereite Fische auch vor der eigentlichen Schonzeit, wieder schwimmen zu lassen.




Oder hier:


Olaf Kurth hat geschrieben: Ich will einen Fisch fangen, den ich essen kann. Das darf ich, das ist gesetzlich erlaubt. Gerne fische ich mit traditionellem Gerät (mit widerhakenlosen Fliegen) und mit Freunden, die das ähnlich sehen.



Ich sehe deutlich, dass Dich der Begriff „Hauptmotivation“ (immerhin sechsmal explizit benannt) sehr beschäftigt: Das ist für Dich wichtig, Du musst die Menschen (womöglich Deine potentielle Kunden) kennen lernen und sie einordnen. Ich habe das schon einmal gesagt: Für Dich als professionellen Instruktor und Guide sieht die Hauptmotivation des Fliegenfischens naturgemäß anders aus, als für mich und das Gros der Fliegenfischer hier im Forum.

Verstehe mich bitte richtig, Du musst den „Erlebnischarakter des Fliegenfischens“ höher gewichten, Du musst Aufmerksamkeit für diese Phase wecken, denn damit sicherst Du Deinen Lebensunterhalt. So ehrlich sollten wir immer noch kommunizieren, auch im dritten „C&R-Fred“


Bernd Ziesche hat geschrieben:Wie erklärst Du Dir, dass wir alle Unsummen an Geld und Aufwand einsetzen, um hin und wieder einen Fisch auf dem Teller zu haben, anstatt diesen viel einfacher zu kaufen?



Das kann ich Dir leider nicht für alle erklären. Aus meiner Sicht ist es so:

Einige Kollegen wissen, dass ich mitten in Deutschland an Juwel-Salmonidengewässern fische. Exklusiv ist mein eigenes privates Pachtgewässer, über alle anderen Fließgewässer schweige ich und eine kleine verschworene Gemeinschaft. Halt, stimmt nicht ganz - rund zehn Vereinsmitglieder aus zwei Vereinen sind ebenfalls im Forum angemeldet. Ich weiß, dass es Kollegen in Bayern gibt, die ebenfalls an Traumwassern fischen und einfach nur den Mund halten.

Diese Heimlichtuerei kommt nicht von ungefähr, wie Du Dir vielleicht denken kannst. Wir schützen und pflegen unsere Juwelgewässer, Besatz ziehen wir aktuell in verschwiegenen Bruthäusern mühsam hoch und wir verteidigen unsere Gewässer gegen alle Unwägbarkeiten. Hinzu kommt, dass ich für meine Ausrüstung am Wasser locker einen sehr guten Gebrauchtwagen bekommen könnte. Aus meinem eigenem Wildbach habe ich dieses Jahr drei Fische entnommen. Sie waren wild und lecker und ich kenne die ganze Familie schon seit etlichen Generationen.
Diesen ganzen Aufwand betreiben wir einzig und allein, um am Ende vielleicht einen frischen Fisch auf dem Teller zu haben. Das ist schon merkwürdig, das gebe ich gern zu. Ich mach es trotzdem und ich weiß mich in guter Gesellschaft. :roll: 8)

Nicht das sich das als Rechtfertigung anhören soll, nein, mitnichten, ich antworte Dir lieber mit Deinen eigenen Worten:


Bernd Ziesche hat geschrieben:Wie bereits geschrieben, rechtfertige ich mich auch nicht für meine Leidenschaft (dem Angeln) bzw. habe kein Bedürfnis dafür.

Genaugenommen ist dies Forum beianhe der einzige Ort, an dem sich permanent gerechtfertigt wird. In der Praxis sieht es zum Glück anders aus.



Liebe Grüße,

Olaf
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Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Beitragvon Bernd Ziesche » 14.12.2012, 00:53

Lieber Olaf,
vielen Dank für Deine ausführlichen Erläuterungen. :daumen In einigen Punkten kommen wir auf einen Nenner.

Es interssiert mich, wieviele Fische (in etwa) Du bei 3 entnommenen Forellen im Jahr zurück gesetzt hast?

In zwei Punkten werden wir wohl nicht ganz auf den Nenner kommen.
Zum Einen glaube ich, dass die meisten Fliegenfischer primär aus Freude an all den verschieden Facetten des Fliegenfischens eben dieses so gerne betreiben.

Und zum Anderen glaube ich nicht daran, dass der Fang eines Fisches, und was dieser Vorgang für den Fisch bedeutet, für den Fisch dadurch besser oder vernünftiger wird, wenn man ihn am Ende auch noch tötet und aufißt. Ich meine, dass der Schaden für den Fisch geringer wäre, würde man ihn am Leben lassen.
Aus meiner Sicht ist das Töten eines Tieres der größte Schaden, den man ihm zufügen kann.
Hinterher zu argumentieren, dass man einen vernünftigen Grund hatte, das Tier zu töten, minimiert den zugefügten höchst möglichen Schaden aus meiner Sicht ebenfalls nicht mehr.

Ich stimme mit Dir überein, dass es für Nichtangler schwierig ist, die Entnahme zum Verzehr eines Fisches als vernünftigen Grund fürs Angeln weg zu diskutieren. Insbesondere, solange auf hoher See ganze Massen an Fischen auf deutlich schlimmere Weise getötet werden, damit die breite Masse der Bevölkerung Fisch essen kann. Aber auch dies macht den Tod eines Tieres für das Tier selbst in keinster Weise besser, sondern beläst es bei dem höchst möglichen Schaden für das Tier.

Lieben Gruß
Bernd
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Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Beitragvon März Braune » 14.12.2012, 02:13

Hallo Bernd,

sicherlich macht man sich Gedanken. Haben wir aber ein Recht oder auch nur die Befähigung, zu sagen was für ein Lebewesen das Beste ist??? Nein, das haben wir nicht. Wir sollten davon lassen, zu meinen, was das Beste wäre.
Meine Frau starb vor 5 Jahren in meinen Armen an Krebs, viele der vermeidlichen Freunde gaben gute Ratschläge. Ich würde dies tun.... und Andere, ich würde das tun. Jeder Satz der so begann, war das Ende einer Beziehung für mich. Welche Überheblichkeit spiegelte sich in den Aussagen wider. Niemand und gar Niemand wird sich nur annähernd in die Lage meiner Frau versetzt haben können.
Es mag banal klingen, aber ich vernehme Überheblichkeit, wenn ich lese, was für ein Lebewesen wohl das Beste sei.
Gruß Klaus

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Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Beitragvon sedge111 » 14.12.2012, 09:31

henkiboy hat geschrieben:Wenn ich einem Kaninchen, einen Fasan oder eine Katze mit einem PKW auf der Strasse begegne, dann gibt der Gesetzgeber im Prinzip vor, dass ich diesem Tier Leid zuzufügen habe und es gefälligst anzufahren habe oder es knüppelhart überfahren soll, da ja ein nachfolgender Fahrzeugführer durch ein Bremsmanöver überrascht werden könnte.
Andererseits will man seitens der Gesetzgebung, das ich jeden Fisch der gerade Maß hat keule und entnehme, um möglichst einen möglichst geringen individuellen Schaden (durch Schmerz) zu verursachen. Hallo :?: .....geht's noch? Ich werde dazu angehalten zu töten, damit ich einem Individuum keinen unnötigen Schaden zufüge? Was ist denn der höchstmögliche Schaden? Also für mein Verständnis der Tod!!!! Nebenbei bemerkt.......ich bremse auch für (kleinere) Tiere! Sollte mir dewegen mal jemand draufrauschen und 'ne verdellte Stoßstange haben ist mir das sowas von Sch...ßegal!

Gruss
Detlef



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Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Beitragvon Headi » 14.12.2012, 14:37

henkiboy hat geschrieben:Aber mal zurück zum Ernst des Lebens........ich finde es schon als sehr zweifelhaft, wenn sich Angelfischer um Kopf und Kragen schreiben müssen, nur um ihre Passion zu verteidigen. Eines ist ja letztendlich gewiss: Wir haben es dabei immer noch mit Tieren zu tun und da stellt sich mir folgende Fragestellung:
Wenn ich einem Kaninchen, einen Fasan oder eine Katze mit einem PKW auf der Strasse begegne, dann gibt der Gesetzgeber im Prinzip vor, dass ich diesem Tier Leid zuzufügen habe und es gefälligst anzufahren habe oder es knüppelhart überfahren soll, da ja ein nachfolgender Fahrzeugführer durch ein Bremsmanöver überrascht werden könnte.
Andererseits will man seitens der Gesetzgebung, das ich jeden Fisch der gerade Maß hat keule und entnehme, um möglichst einen möglichst geringen individuellen Schaden (durch Schmerz) zu verursachen. Hallo :?: .....geht's noch? Ich werde dazu angehalten zu töten, damit ich einem Individuum keinen unnötigen Schaden zufüge? Was ist denn der höchstmögliche Schaden? Also für mein Verständnis der Tod!!!! Nebenbei bemerkt.......ich bremse auch für (kleinere) Tiere! Sollte mir dewegen mal jemand draufrauschen und 'ne verdellte Stoßstange haben ist mir das sowas von Sch...ßegal!

Furchtbar :roll:

Und wenn statt einer verdellten Stoßstange dein Leben gefährdet ist? Etwa weil du bei einer Gefahrenbremsung ins Schleudern gerätst?

Die Gesetzgebung versucht verschiedene Rechte abzuwägen. Das Recht auf deine körperliche Unversehrtheit (und die deiner Verkehrsmitteilnehmer!) wiegt zum Glück schwerer als das des Tieres.

Ich kann auch nicht erkennen, wie das mit der Diskussion hier zusammenhängt. Ich versuche trotzdem den "gefühlten" Zusammenhang herzustellen:
Das Recht auf Nahrungserwerb wiegt höher als das Recht des Fisches auf Unversehrtheit - und darum dürfen wir fischen. Jeder Nahrungserwerb greift notwendigerweise grob in die Natur ein bis hin zu den oft zitierten armen Fischen, die in Netzen sterben. Diese Eingriffe sind eben durch Nahrungserwerb gerechtfertigt.
Der Gesetzgeber billigt also nicht den Tod des Tieres, um ihn vor Schmerzen zu bewahren, sondern er billigt den Tod des Tieres Zwecks Nahrungserwerb. Unsere Fischerei steht damit auf einem soliden Fundament, das man auch nicht verteidigen muss.

Einzig die hier diskutierte Optimierung des Fanggeräts hinsichtlich Überleben von zu schonenden Fischen ist ein Thema, dessen wir uns aus freien Stücken annehmen. Das Gleiche passiert etwa in der professionellen Fischerei auch (etwa Optimierung von Grundnetzen, Maschenweiten, Einschränkung von Stellnetzfischerei).


Gruß
Headi
EDIT: Flo - alte Gewohnheit mit dem Nick zu unterschreiben ;)
Zuletzt geändert von Headi am 14.12.2012, 15:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Beitragvon Olaf Kurth » 14.12.2012, 15:01

Lieber Klaus,

Danke für Deine nachdenklichen und bewegenden Zeilen.
Sie treffen einen wichtigen Punkt in unserer Diskussion.


@Headi: Kurz und knackig auf den Punkt gebracht - Danke!
So wird die Fischerei außerhalb des Elfenbeinturms gesehen und so wird sie legitimiert.

Liebe Grüße,

Olaf
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Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Beitragvon Olaf Kurth » 14.12.2012, 15:18

Lieber Bernd,


wir müssen überhaupt nicht auf einen Nenner kommen, schließlich leben wir in völlig unterschiedlichen Fliegenfischer-Welten.

Eins fällt mir jedoch immer deutlicher auf: Von den rechtlichen Rahmenbedingungen unseres Handelns am Wasser hälst Du offenkundig nicht sehr viel. Ich unterstelle nicht, dass Du sie nicht verstehst, doch Du hast sie schon mehrfach in der Diskussion hinterfragt und wir mussten Dir die juristischen Aspekte verdeutlichen:

So wie hier:

Olaf Kurth hat geschrieben:
Bernd Ziesche hat geschrieben:
in der Küstenfischreiverordnung finde ich folgende Bestimmung:
KüFo hat geschrieben:Werden Fische gefangen, die einem Verbot nach Absatz 2 unterliegen, sind diese nach guter fischereilicher Praxis vom Fanggerät zu befreien und unverzüglich frei in das Fanggewässer zurückzusetzen, ohne Rücksicht darauf, ob sie unverletzt, verletzt oder tot sind.



LIeber Bernd,

betrachte diesen Passus einmal aus juristischer Sicht und dann macht er plötzlich Sinn: Jeder, in dessen Besitz sich die oben aufgeführten Fische befinden, verstößt gegen die KüFo und kann folglich zur Rechenschaft gezogen werden. Der nicht zurückgesetzte Fisch wandelt seine Funktion von der einstmals freilebenden Kreatur, zum willkommenen Lebensmittel und schließlich zum "Corpus Delicti". Der widerrechtlich entnommene Fisch ist der Beweis der Rechtsverletzung und deswegen werden die Bestimmungen so ausgelegt.

Liebe Grüße,

Olaf







Oder hier:



webwood hat geschrieben:
Ich für meinen Teil, kann beim besten Willen keinen vernünftigen Grund darin erkennen, eine 44cm lange Meerforelle (Schonmaß Meck-Pom 45cm) ohne einer von mir zu erkennenden Überlebenschance ggf. tot zurückzusetzen.


Lieber Bernd,

du hast kein Aneignungsrecht an einem untermaßigen Fisch. Je nach Bestimmung muss der Fisch zurückgesetzt, vergraben oder abggegeben werden. Diese Bestimmung wurde sicherlich nicht wegen Dir erlassen, doch sei versichert, es gibt nun mal Angler die weniger das Gesamterlebnis suchen, sondern einen vollen Kochtopf wünschen und dabei nicht zurückschrecken einen untermaßigen Fisch abzuschlagen. Diesem Treiben einen Riegel vorzuschieben, das ist der vernünftige Grund der Bestimmung.

TL
Thomas



Selbst wenn Du – und alle 50000 Fliegenfischer, die Du kennst – ein redliches, vorbildliches Verhalten am Wasser vorleben. Wir alle müssen uns an rechtliche Rahmenbedingungen halten. Ob an der menschenleeren Küste oder an einem wild mäandrierenden Mittelgebirgsbach – nirgendwo leben wir in einem rechtsfreien Raum.


Bernd Ziesche hat geschrieben:Zum Einen glaube ich, dass die meisten Fliegenfischer primär aus Freude an all den verschieden Facetten des Fliegenfischens eben dieses so gerne betreiben.



Woran die meisten Fliegenfischer glauben ist für mich völlig unerheblich. Am Wasser bin ich für mein Handeln verantwortlich und muss mich nach bestimmten Vorgaben richten.



Bernd Ziesche hat geschrieben:Und zum Anderen glaube ich nicht daran, dass der Fang eines Fisches, und was dieser Vorgang für den Fisch bedeutet, für den Fisch dadurch besser oder vernünftiger wird, wenn man ihn am Ende auch noch tötet und aufißt. Ich meine, dass der Schaden für den Fisch geringer wäre, würde man ihn am Leben lassen.
Aus meiner Sicht ist das Töten eines Tieres der größte Schaden, den man ihm zufügen kann.
Hinterher zu argumentieren, dass man einen vernünftigen Grund hatte, das Tier zu töten, minimiert den zugefügten höchst möglichen Schaden aus meiner Sicht ebenfalls nicht mehr.



„der Schaden“, „größte Schaden“, „möglichen Schaden“ – warum dürfen wir (zum 8270. Mal) angeln, warum dürfen wir freilebende Wirbeltiere fangen, töten und uns aneignen?

Es existiert kein rechtsfreier Raum in dem diese Frage diskutiert werden kann (auch nicht im Forum, sorry). Die Antwort („Nahrungserwerb“) des Gesetzgebers ist sehr eng und pragmatisch gefasst. Du kennst sie und Du weißt, dass alle anderen Motive untergeordnet sind!


Klaus hat es Dir weiter oben bereits gesagt und ich muss ihm beipflichten. Ich will mir nicht anmaßen, darüber zu entscheiden, was „besser“ oder „vernünftiger“ für ein Wirbeltier ist. Ich darf als verantwortlicher Fliegenfischer keine kapitalen Fische (z.B. Hechte!) wieder schwimmen lassen („C&R“), ich darf auch keine zufällig gefangenen Laichfische einsacken - nein, nein, nein!



Bernd Ziesche hat geschrieben:Aus meiner Sicht ist das Töten eines Tieres der größte Schaden, den man ihm zufügen kann.



Vollkommen richtig! Weil das so ist und weil es sich um ein Privileg handelt, freilebende Tiere zu fangen, zu töten und sich anzueignen, genau deshalb müssen wir alle erst eine gewisse Reife erlangen und eine staatl. Prüfung ablegen.

(Ironie an)
Oder wir reagieren trotzig, wir stampfen auf den Boden, wir hinterfragen gesetzliche Regeln, wir argumentieren, dass es doch 70 Millionen Fliegenfischer und 3,8 Milliarden Angler gibt, die es anders sehen. Außerdem existiert noch eine große wirtschaftliche Lobby, die unser Treiben fördert und durch unseren Konsum leben kann. Ja da muss man doch was ändern können…………unerhört, diese gesetzlichen Beschränkungen für Angler. In Neu-Guinea, an chinesichen Gebirgsbächen oder auf Madagaskar sieht es doch auch viel besser aus.
(Ironie aus)


Bernd Ziesche hat geschrieben:Hinterher zu argumentieren, dass man einen vernünftigen Grund hatte, das Tier zu töten, minimiert den zugefügten höchst möglichen Schaden aus meiner Sicht ebenfalls nicht mehr.



Das dürfen wir, lieber Bernd, Headi hat das ebenfalls sehr treffend und klar beschrieben.

Du erlebst in Deinem beruflichen Alltag regelmäßig, dass Tiere getötet werden. Spätestens, wenn Deine Kunden von der Wiese ans Wasser kommen und hier plötzlich maßige Fische außerhalb der Schonzeit am Haken „zappeln“ und stark bluten. Was dann?

Sollte es Dir aber große Schwierigkeiten bereiten, gibt es bestimmt erfahrene und geschulte Menschen, die Dir weiterhelfen können. 8)


Liebe Grüße,

Olaf
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
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Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Beitragvon henkiboy » 14.12.2012, 15:32

Hallo Headi,
ob ich aufgrund einer Vollbremsung ins schleudern kommen könnte und dadurch körperlichen Schaden erleiden könnte? Klar...nehm ich aber dann gern in kauf und ich bin mir auch darüber bewusst. Dank ABS und ASR ist die Wahrscheinlichkeit aber recht gering. Vor knapp zwei Wochen hätte ich ein Reh gnadenlos über den Haufen fahren müssen - wäre sicher bezüglich der designierten Rehaarfliegen (Bindematerial) optimal gewesen, aber mit meinem Gewissen unvereinbar.
Das Recht auf Nahrungserwerb wiegt höher als das Recht des Fisches auf Unversehrtheit - und darum dürfen wir fischen
Solltest Du dein Anrecht auf die Ausübung der Fischerei alleinig durch diesen Passus als gesichert ansehen, dann kannst Du getrost schon mal anfangen dein Getackle einzumotten, denn:
1.) hat es niemand nötig Fische zu fangen, um Fisch essen zu können - den gibt es viel billiger und wirtschaftlicher im Supermarkt
2.) würde wohl jeder Angeltrip eine äußerst kurze Angelegenheit, da man meist sehr schnell an das Fanglimit kommt
3.) enthebt das (von dir geschilderte) blanke Recht auf Nahrungserwerb (mittels der Angelfischerei) den reinen - schwierig hier eine verständliche, aber passende Begrifflichkeit zu finden - "Kochtopfangler" irgendwie von den nötigen Pflichten, wie Hege, Umwelt- und Naturschutz. Dadurch wird schnell der Gedanke gefördert: Ich hab für die Fischerei gelöhnt, also entnehme ich stets die erlaubte Menge und gut ist - möglichst jeden investierten Cent in Fischgewicht umsetzen und mit Hege und Pflege hat man aufgrund der gelöhnten Abgaben nix mehr am Hut!

So einfach ist das nicht und genau das Gegenteilige sollte öffentlich dargestellt werden. Wir gehen fischen, weil wir Freude am Gesamtpaket Angelfischerei haben. Wir sind nicht dafür da nur zu ernten, sondern wir säen auch (Hege und Besatz) und das Feld welches wir bestellen (das betreffende Gewässer) will auch bestellt (gehegt und gepflegt) werden.
Was soll ich mit einem NABUisten anfangen, der sich gegen die Angelfischerei ausspricht, weil der Angelhaken dem Tier ja Leid zuführt und der gleichzeitig keine Skrupel davor hat seiner kleinen Tochter von 3 oder 4 Jahren beim Juwelier Ohrlöcher verpassen zu lassen? Ist sicher kein abwegiges Beispiel!!! Da kann ich doch nur anmerken: Hier stimmt was nicht!!!!

Da lob ich mir doch unsere Nachbarn aus Österreich und Slowenien.........die machen keinen "Aufstand" und die Angelfischerei, selbst mit C&R in Reinkultur steht nicht zur Diskussion und ist salonfähig!!!!!

Gruss
Detlef
Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat sich selbst zu beherrschen !
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Re: Catch & Release: Lasst uns etwas ändern!

Beitragvon webwood » 14.12.2012, 15:54

ob ich aufgrund einer Vollbremsung ins schleudern kommen könnte und dadurch körperlichen Schaden erleiden könnte? Klar...nehm ich aber dann gern in kauf und ich bin mir auch darüber bewusst. Dank ABS und ASR ist die Wahrscheinlichkeit aber recht gering


Servus Detlev,

ob z.B ein dir nachfolgender Motorradfahrer das auch so gelassen sehen würde, nachdem er Dir ins Heck deines Autos rein gekracht ist, aber schön daß DU ABS und ASR hast.

Das Recht auf Nahrungserwerb wiegt höher als das Recht des Fisches auf Unversehrtheit - und darum dürfen wir fischen


Das was Headi schrieb ist devinitiv der einzige Grund, der das Fischen, sowohl vor dem Gesetz, wie auch ethisch vertretbar macht!

TL

Thomas
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