Eine/r fängt immer - aber warum?

Was macht FLIEGENFISCHEN aus? Hier darf nach Herzenslust gefachsimpelt werden! Auch Termin- und andere Ankündigungen passen hier herein.
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Eine/r fängt immer - aber warum?

Beitragvon olli » 08.02.2009, 13:04

Liebe Freunde der gepflegten Konversation,

sicher kennt ihr das auch: da gibt es einen oder eine, der/die, unter welch denkbar ungünstigen Umständen auch immer, trotzdem seinen/ihren Fisch fängt...
Alle anderen bleiben Schneider, aber XY hat wieder zugeschlagen und war erfolgreich.

Woran liegt das? Ist es so wie mein Freund Hermann behauptet, "der Teufel menschliches Verdauungsprodukt immer auf den größten Haufen" oder hat es eher irdische und nachvollziehbare Gründe?

Ist es die Einstellung, Konzentration und Präzision, die den Unterschied ausmachen, ist es die Wahl der Fliege? Oder ist es am Ende doch nur alles reine Glückssache?

Ich denke, es gibt ein Geheimnis des Erfolges - diesem auf die Spur zu kommen, könnte eine spannende Unterhaltung bieten...

Ich freue mich schon jetzt auf eure Beiträge!!!


Beste Grüße, Olli
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Beitragvon Marc/Ruhrpott » 08.02.2009, 14:23

Servus

Also das ist natürlich ganz einfach zu beantworten aus meiner Position.

Ich habe immer ein Stück Papst in der Hosentasche und schon ist das geritzt mit den Fischen und sie beißen und beißen und beißen so wie sich das gehört.

Mfg Marc
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Beitragvon Ulli Bussmann » 08.02.2009, 14:44

Entweder man kann es, oder man kann es nicht !
Ich hatte auch schon ein solches Erlebniss. :smt017
Aber ich denke das kann viele Ursachen haben. :oops: :twisted:
Liebe Grüße
Ulli
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Beitragvon chris meyer » 08.02.2009, 15:18

hallo,

fischen ist wie backgammon.

sicher kann ein anfänger eine profi schlagen, wenn er ein paar paschs würfelt. aber hochgerechnet auf 10 partien setzt sich der pro durch.

so ist das auch beim fischen

der chris
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Beitragvon Tiziano » 08.02.2009, 16:40

Das Gefühl kann auch manchmal tuschen je nachdem wie viel "wind" um ein Glücksfang gemacht wird. Hat ein ruhiger Angler glück dann macht dieser und die Leute die ihn kennen und seine Gelassenheit akzeptieren wenig Rummel um den gefangenen fisch. Ein Geselliger Charakter würde da selber oder/und seine Mitangler diesen Glücksfall bejubeln und humoristisch bei mehreren Trinkgelegenheiten erwähnen und das dem Glücklichen immer wieder vorwerfen bei jedem weiteren Glücksfisch. Dadurch wirkt es so als hätte dieser Angler mehr "Glück"/"Erfolg" als andere, welches nicht zwangsläufig so seien muss (aber seien kann, glück und können ist so eine Sache, hat man beides gehts gut ab).
Nur so eine Theorie von vielen....

mfg
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Beitragvon olli » 08.02.2009, 17:33

Hallo zusammen,

danke für die Ergüsse!
Papst in der Tasche ist ja im Moment schon recht gefährlich...

Ich meine es eher so: Zwei objektiv gleich gute Fischer, bezogen auf werferisches Können und Gewässererfahrung, fangen unterschiedlich gut - beide haben den ganzen See für sich allein, der eine fängt mehrere Fische, der andere Null.

Also, objektiv betrachtet, die gleichen Voraussetzungen, aber am Ende ein völlig unterschiedliches Ergebnis und das eben nicht nur einmal sondern sehr häufig...

Zufall?


Beste Grüße, Olli
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Beitragvon Markus H. » 08.02.2009, 17:51

Servus,

das kannte schon Hans Gebetsroither. Der pflegte dann zu sagen : " Die Fische kommen halt immer zum Hans, weil sie wissen, daß er sie wieder frei lässt. "
Markus H.
 

Beitragvon chris meyer » 08.02.2009, 18:42

wenn beide gleich gut sind. also beide ein wasser lesen können.

dann ist wohl der erfolgreicher, der schneller am zuvor gelesenen platz ist.
oder der stärkere, oder der der zu erst da war.

:)

allerdings, so denke ich, kommt es wohl selten vor dass es zwei gleich begabte fischer gibt. es gibt immer einen der besser ist.

übrigens, wenn beide gleich gut sind. werden beide auf ein jahr gesehen auch änlich erfolgreich sein.

der chris
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Beitragvon piscator » 08.02.2009, 19:52

Moin, ich hab so einen Medizinbeutel mit einem Flußkiesel der G. Traun, auf den der Hans G. persönlich seinen Fuß gesetzt hatte; -- das wirkt und wirkt und wirkt, Jürgen
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Beitragvon Norbert WAF » 08.02.2009, 21:21

...schöner Fred Olli...

alles eine Glaubensfrage, der jenige, der an sich und seine Fliege glaubt und sich nicht großartig drum schert, was der Nachbar macht, der fängt!

Schönen Abend noch

Norbert
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Beitragvon Ulli Bussmann » 08.02.2009, 22:52

Hallo!
Ich muss noch eine Geschichte hierzu erzählen, weil ich schon angedeutet hatte, dass ich selbst mit diesem übersinnlichem Problem, zu kämpfen hatte .
Ich stand als Erster um 6 Uhr am Morgen am Lachsfluss Okna Elwa in Südnorwegen, um auf den Lachs zu fischen.
Ich möchte vorausschicken, dass ich etwas Erfahrung mit dem Lachs, nicht nur in Norwegen habe. Ich bin schon sieben mal in Alaska gewesen und glaube mich etwas auszukennen.
Hier passierte folgendes.
Nach dem es mittlerweile 12 Uhr Mittags war und die Lachse unentwegt zwischen meinen Beinen umher sprangen und ich nicht einen Biss hatte, wollte ich gerade mein Angelzeug einpacken und zurück zu meiner Frau in den Wohnwagen schlendern.
Etwa 200 Meter vor mir trotteten mir zwei Individuen entgegen, wie sich kurze Zeit später herausstellte, handelte es sich um einen, wie ein Troll ausgehenden bärtigen Wicht, mit seinem fast gleich großem Hund.
Ich schätze die Schulterhöhe beider auf 1.52 Meter
Sicher war der Hund sein persönlicher Bodygard .
Wir begrüßten uns freundlich und ich ging recht in der Annahme, dass es sich um einen Norweger handelte, der auch auf den Lachs fischen wollte, seine Ausrüstung, eine Bambusrute ließ nicht darauf schließen, aber was wollte er denn sonst hier? Auf Weißfische angeln ?
Er packte seine Rute aus , stellte sie zusammen und machte seinen ersten Wurf .
Ich hatte mich schon abgewandt, um zum Wohnwagen zu gehen. Plötzlich schlug der Hund an und mein kleiner Troll kämpfte mit einem Lachs . Ich ging zurück schaute dem Treiben zu, es war kein großer Lachs, aber ein Lachs. Ich stellte meine Rute wieder zusammen , stellte mich etwa dreißig Meter neben ihm und versuchte wieder mein Glück. Innerhalb von zwanzig Minuten fing der kleine Kerl, mit seinem immer wieder Applaus bellenden große Hund fünf Lachse, der größte so etwa acht Pfund.
Ich war fast am verzweifeln, was macht der den anders . Ich stellte mich zu ihm wehrend er einpackte .Ich begutachtete seine Fliege und sein Vorfach . Es unterschied sich überhaupt nicht von meinem zusammen gestellten Gerät außer seiner Rute, aber seine Fliege sah anders aus, wie ein Struppi, aber grünlich mit Verlaub zu sagen.
Er schenkte mir , ohne das ich den Anschein gemacht hätte sie vielleicht zu bekommen, diesen kleinen Struppi , mit besten Wünschen, ich solle noch Lachse fangen. Sie trotteten von dannen. Ich stellt mich an seine ausgetretene Angelstelle, wo sicher in absehbarer Zeit kein Gras mehr wachsen würde und wollt mein Glück versuchen.
Ich fischt noch bis 16.00 Uhr am Nachmittag, bis meine Frau mich mit sorgenvollem Gesicht, vor einem aufziehendem schweren Gewitter vom Wasser holte wollte.
Na hast du was gefangen ? nööööööö,! war meine Antwort.
Ich glaube, ich hätte es wahrscheinlich nicht bemerkt, dass ein Gewitter aufzogen ist, so sehr war ich in meinem Element.
Im nachhinein machte ich mir im Vorwürfe , dass ich dieses kleine Männlein mit einem Troll verglichen habe.
Er konnte eben besser fischen habe ich mir eingeredet oder war ich zur falschen Zeit am falschen Ort, lag es am Wetter , oder lag es seinem Hund ?
War ich möglicherweise mit meinen 1,86 Metern zu groß ?
Es wird sicher keiner heraus bekommen.
Ich habe keine Ahnung !!!
Liebe Grüße
Ulli
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Beitragvon olli » 09.02.2009, 00:22

Hej, hej,

danke für diese großartige Geschichte, Ulli!

Genau darum geht es - und es passt ja gut zu dem simplen, aber wohl wahren Grundsatz, den Norbert beisteuerte...


Gute Nacht und eine schöne Woche!

Olli
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Beitragvon Hans. » 09.02.2009, 12:14

Hallo,

ich war mal in einem Angelverein der sehr weit gehende Auswertungen der Fangstatistik durchführte. Eines der Ergebnisse war, das 20% der Mitglieder 80% aller Fische fangen! Und diese 20% waren, mit Ausnahme der Jahrgänge bis 20 Jahre (fehlende Erfahrung?), aus allen Altersschichten. Der Rentnerbonus, mehr Zeit = mehr Fisch, kam nicht zum Tragen. Also das mal zur Untermauerung der These, dass es Angler gibt, die wesentlich mehr fangen als andere.

Der Grund dafür ist Können, es sei denn, die frisch gesetzten Forellendummlinge werden auf Deubel komm raus abgefischt, allein schon, weil noch Platz auf der Fangkarte ist. Wenn wir diesen Personenkreis außen vor lassen, gibt es immer noch Angler, die auch in anderer Situationen deutlich mehr fangen als andere. Der Fangerfolgt steht und fällt für mich mit der richtigen Situationseinschätzung am Wasser. Wissen, Erfahrung und ein mit dem Kopf kontrolliertes Bauchgefühl fließen in die Gewässerbeobachtung vor Ort mit ein und führen zu einer Handlungsentscheidung. Gleichzeitige hohe innere Flexibilität, ein ständiges Abwägen und Hinterfragen dessen was man tut, ein Hören auf die innere Stimme runden das Ganze ab. Und Biss muss man haben, an seine Fliege glauben, man muß auch was fangen wollen. Die innere Haltung macht viel aus!

Mit Flexibilität am Wasser meine ich z.B., all die schönen Träume, die zu Hause beim Fliegenbinden geträumt werden, am Wasser dann ruhig mal zu Hinterfragen. Ist es wirklich angebracht, die Nymphe, die wir uns ausgedacht haben, heute zu testen? Aber jetzt bin ich doch endlich am Wasser, und die neue Nymphe muss es jetzt wirklich sein! Wir wollen oft zu sehr unsere eigenen Vorstellungen verwirklichen ohne hinzuschauen auf den Fluß, der uns was ganz anderes sagt. Wer innerlich ganz frei ans Wasser kommt und erstmal "hinhört", erhöht seine Fangchancen.

Natürlich drehen uns die Fische oft genug dann immer noch eine lange Nase!

Ich habe Tage, da will ich beim Fliegenfischen meine Ruhe haben. Ich will in Ruhe vor mich hinwerfen, will das Spiel von Schnur und Fliege im Wasser erleben. Und dann kommt manchmal doch noch der Ruck: Na los, jetzt fang auch mal was! Dann bekomme ich Biss, dann geht alles konzentrierter, dann kommt endlich die schwere Nymphe dran, von der die innere Stimme schon lange geredet hat, ich hatte bloß vorher keine Lust, diese anzuknoten. Und zack, fange ich (natürlich auch nicht immer...)!

Grüße
Hans
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Beitragvon guenni30 » 09.02.2009, 15:43

Ich glaube es wird immer Fischer geben die besser fangen als andere!
Meiner Meinung sind das die, die immer an sich Arbeiten und auch für neues offen sind!
Klar spielt auch die Zeit die man zum Fischen hat eine Rolle.
Wer öfter am Wasser sein kann wird in der Regel auch mehr Erfahrung gewinnen und dadurch auch mit der Zeit besser fangen.
Gruß Michi
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Beitragvon olli » 09.02.2009, 20:54

Hallo in die Philosophenrunde!

Was für ein wohldurchdachtes und - formuliertes Posting, lieber Hans!

Viele kleine Puzzlesteine in ihrem harmonischen Zusammenwirken führen zum Erfolg...

Ich denke auch, dass die innere Einstellung eine entscheidende Rolle spielt - wenn ich wirklich etwas fangen WILL, ist die Chance, dass es passiert, deutlich höher als wenn ich nur am Wasser bin, um draußen zu sein, zu werfen, abzuschalten, etc.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist wohl die Intuition, die innere Stimme, die mir sagt, wann, wo, was zu tun ist. Diese aber zu hören, bzw. überhaupt hören zu können, erfordert wiederum bestimmte Voraussetzungen wie z.B. Ausgeglichenheit und Ruhe.

Ist das jetzt zu abgehoben?


Es grüßt herzlich, Olli
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