Fangen Fliegenfischer weniger?

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Fangen Fliegenfischer weniger?

Beitragvon Mikey » 31.10.2015, 15:41

Hallo zusammen,

ich möchte mal Eure Meinung zur obigen Frage hören.
Anstoß gab mir ein Gespräch im hiesigen Angelladen, der hauptsächlich Sachen zum modernen Spinnfischen führt.
Dabei ging es darum, dass gerade in unserer Gegend, in der der nächste Salmonidenbach 150km entfernt liegt gern
pauschal behauptet wird "Damit fängst du hier ja nichts."

Gesetzt dem Fall, wir gehen von klassischen Gewässern der Brachsenregion aus und nehmen den fiktiven "guten" Fischer auf beiden Seiten als Maßstab,
teilt Ihr die Aussage oder (warum) nicht?

PS: Ich möchte keine Diskussion dahingehend anstreben, wie wichtig oder unwichtig der Fangerfolg für den Spaß am Hobby ist ;)


Gruß,

Mikey
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Re: Fangen Fliegenfischer weniger?

Beitragvon dreampike » 31.10.2015, 18:32

Hallo Mikey,

die Frage ist nicht ganz vollständig, fangen Fliegenfischer weniger als wer oder was oder wo?

Wenn z.B. das Wasser sehr trüb ist, dann ist ein FF gegenüber einem Fischer mit Naturködern chancenlos. Wenn die Fische sehr weit draußen stehen, dito.

Nachtaktive Fische wie Aale oder Rutten kann man mit der Fliege kaum gezielt befischen.

Ansonsten hat man durchaus Chancen, auch einen Spinnfischer alt aussehen zu lassen. Ich fahre seit Jahren regelmässig mit einem Freund nach Irland, er fischt konsequent nur mit Spinnködern, ich fast nur mit der Fliege. Das Fangverhältnis liegt im Schnitt bei 1:3 oder 1:4, d.h. auf einen Hecht an der Spinnangel kommen 3 oder vier Hechte an der Fliegenrute. Auch größenmäßig brauche ich den Vergleich nicht zu scheuen, mein Freund hat zwar den bisher absolut größten gefangen, aber ich kann mit etlichen fast genaus großen Hechten aufwarten.
Beim Forellenfischen am heimischen Baggersee fangen die Kollegen mit den hübschen bunten Forellenteigen die ersten Tage die Forellen eindeutig schneller. Wenn dann aber nach einigen Tagen zwar noch etliche Forellen drin sind, die aber nicht mehr auf die üblichen Forellenköder oder Spinnköder gehen, dann schlägt die Stunde des Fliegenfischers. Oft komme ich an, stelle mich neben Teigangler, die schon den ganzen Tag erfolglos sind, sehe eine Forelle steigen und zack, schon ist die Fliegenrute krumm. Freunde macht man sich da im Verein nicht unbedingt!

Ansonsten kann man alle möglichen Fische mit der Fliege fangen. Mein erster Fliegenfisch war eine Laube am Neckar und ich war so richtig stolz auf mich!

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Re: Fangen Fliegenfischer weniger?

Beitragvon Olaf Kurth » 04.11.2015, 00:27

Zu den Gewässern der Brachsenregion kann ich Dir leider nicht sehr viel berichten, lieber Mikey,

aber für die Äschen- bzw. Bachforellenregion ist der Vergleich der beiden Angelmethoden sehr eindeutig: HIer bei uns würde ich den Vergleich Spinnfischer zu Fliegenfischer auf 1:1,75 taxieren. Jahrelang habe ich mit meinem verstorbenen Freund Günther Seite an Seite bzw. hintereinander an einem Privatstück der Sieg gefischt. Günther war ein Meister des Spinnfischens: Zielsicher warf er den Blinker ca.18m weit ans andere Ufer genau unter einen überhängenden Busch. Absinkphase, einkurbeln und "WOSCH" schon hing eine starke Bf. am Haken. Nach diesen spektakulären Fängen war aber meist "Ruhe im Schacht", wie die Bergleute sagen. Alle anderen Fische waren aufgrund des Spektakels alarmiert und wurde vorsichtiger.

Nach einem solchen Drill konnte ich mit der Fliege direkt neben Günther nichts mehr fangen. Es musste erst etwas Zeit vergehen, dann ging es wieder. Ich fing eindeutig mehr Fische, Günther fing dafür die Größten. Wenn ich gezielt die Kapitalen erwischen wollte, gelang das oft mit einem entsprechendem "Maxi-Wooly" und 22er Vorfachstärke. Mit Fliegenfischen hatte diese Fsicherei für mich nicht mehr viel gemein, das war gezieltes Beutefischen mit der Fliegenrute und sehr effektiv. Die Fängigkeit eines guten Streamers setze ich jedem Spinnköder gleich, ich kann den Streamer zudem sehr viel variabler fischen und so ein verletztes Beutefischchen imitieren. Das gelingt mit Spinnködern nicht.

Wolfgangs Beobachtungen am Baggersee teile ich. Dort, wo regelmäßig mit anderen Angelmethoden gefischt wird, kann ich mit der Fliege sehr erfolgreich sein, weil die Fische meinen Köder nicht kennen. Außerdem habe ich mit der Präsentation des Fliegenköders eine hohe Anbietevariabilität (von sanft bis "klatsch"), die mir andere z.B. Spinnköder naturgemäß nicht bieten können.

Liebe Grüße,

Olaf
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Re: Fangen Fliegenfischer weniger?

Beitragvon Michl » 04.11.2015, 06:27

Moin,
ich denke das in der Brachsenregion der Spinnfischer im Vorteil ist.
Höhere Reichweite im größeren Gewässer, flexibleres Werfen ohne Rückraum da nicht bewatbar, flexiblere Köderführung in unterschiedlichen Tiefen,
um nur einige zu nennen.

Du fängst aber sicher nicht nichts.
So kann der Spinnfischer wohl selten eine Rotfeder, Brachse oder ein Rotauge fangen, der Fliegenfischer schon.
Selbst Karpfen sind möglich.
Aber das Ganze funktioniert halt auch nicht immer und überall.

In der Barben- oder Forellenregion sieht das schon ganz anders aus.
Und es ist auch in der Brachsenregion wie überall:
Wer sein Gewässer und die Fische kennt, wird fangen, auch wenn die Bedingungen schwierig sind.
Oder er geht bei aussichtslosen Verhältnissen ein Bier trinken, weil er um ebendiese weiß.

Gruß Michl
Die Beute ist unwesentlich, entscheidend ist nur das Gefühl.
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Re: Fangen Fliegenfischer weniger?

Beitragvon laverda » 09.11.2015, 09:19

Mi Mickey,
Brachsenregion => Hecht, Barsch, Zander, Rapfen.........Die alle sind mit Fliege/Streamer gut zu fangen.
Beim Umstieg vom Spinn auf´s Fliegenfischen wird man vom versierten Angler zunächst wieder zum Anfänger und von daher sollte "man" mit der Fliege gerade zu Anfang die Erwartungen ziemlich runterschrauben und ne gehörige Portion Durchhaltevermögen sowie Ehrgeiz zur Tüftelei einplanen. Ist der Knoten dann aber einmal geplatzt, wird es um so schöner und häufig auch erfolgreicher als mit der Spinnrute.

Gruß vom platten Niederrhein
Ruten werfen Masse.........nicht Klasse
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Re: Fangen Fliegenfischer weniger?

Beitragvon fjorden » 09.11.2015, 09:35

Hallo,
das ist lange ein weit verbreiteter Irrtum, oder von Spinnfischern aufrecht erhaltener Glaube. Ich kann mich noch gut an die Jahre erinnern, als ich von den ganzen Spinnfischern um mich rum mitleidenswert beim Merrforellenfischen mit der Fliege betrachtet wurde. Inzwischen hat sich das Fliegenfischen auf (fast) alle Fische etabliert und steht in den Fangerfolgen in keinster Weise dem Spinnfischen zurück. Nur beim Zander greifen noch immer, m.E. völlig unbegründet, gestandene Fliegenfischer auf den Spinnköder zurück.
Gruß
Fjorden
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Re: Fangen Fliegenfischer weniger?

Beitragvon Jaykop » 09.11.2015, 13:32

Hallo,
ich wohne seit kurzem auch wieder in einer fliegenfischereilich stetig totgesagten Region. Erst an diesem Wochenende hatten wir Räumdienst vom örtlichen Angelverein. In der Pause wurde über die jeweils favorisierte Angeltechnik gesprochen. Einmal als Fliegenfischer geouted wurde ich arg belächelt und bekam die Empfehlung es mal mit Yoga am Ufer zu probieren - das wäre hier mindestens genauso fängig... . Ich konnte zufrieden schweigen! Denn abgesehen von früheren Erfolgen, bin ich wie es der Zufall so will seit mehreren Tagen mit der Mission unterwegs in einem für das Fliegenfischen wirklich untypischen Gewässer einen Zander mit der Fliege zu überlisten. Vorweg, nein es hat noch nicht geklappt. Ich konnte in der Zeit aber Hechte und Barsche landen. Das Schöne an diesen Beifängen waren die staunenden Angler die mich ungläubig bei meinem Schaffen beobachteten. Der Fischereiaufseher der mir neulich noch einen verbalen Vogel zeigte gratulierte mir gestern zu meinem Hechterfolgen. Er wäre über WhatsApp darüber informiert worden, dass "der Typ mit der Fliegenrute" ganz gut Hechte fängt... . Aufgrund zahlreicher Kontakte kann ich zumindest für diesen kurzen Zeitraum auch einen Vergleich mit Spinnfischern ziehen: In den Tagen die ich bisher mein Glück mit der Fliege versuchte wurde auch von der Gummi-Fraktion kein Zander überlistet. Generell soll es dieses Jahr recht schwierig mit den Zandern sein. Vor 3 Wochen habe ich jedoch gesehen wie auf Köderfisch 2 sehr gute Zander gefangen wurden. In der Zeit habe ich es allerdings noch nicht an dem See versucht daher kann ich diesbezüglich keinen Vergleich aufstellen. Ich habe jedoch den dringenden Verdacht das der Naturköder an diesem Gewässer bei weitem die fängigste Methode darstellen könnte (sehr starke Trübung)...

Fliegen sind für mich zweifelsohne sehr gute Köder. Eventuelle Nachteile für den Fliegenfischer ergeben sich daher für mich auch nicht aus dem Köder selber. Ich sehe es eher ähnlich wie ein Vorredner: es muss möglich sein die Fliege zum Fisch zu bekommen. Erreichbare Hot-Spots sind mit der Fliege sehr effizient zu befischen. Geht es um das schnelle Suchfischen ist das Spinnfischen wohl die effizientere Lösung. Zumal bei mir an einigen Gewässern das Werfen mit der Fliegenrute sehr beschwerlich ist (nicht bewatbar, stark zugewachsen). Ich wurde an einem Baggersee Zeuge wie ein junger Angler, ausgerüstet mit Jerkbaits, den See in einem Bruchteil der Zeit abfischte die ich mit der Fliege benötige, dabei einen wesentlich größeren Aktionsradius verwirklichte und dabei 4 Attacken provozierte während sich bei mir nichts rührte. Vielleicht war er einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Es ist auch gut möglich das er seine Methode einfach besser beherrschte als ich die meine aber es war schon eine sehr eindrucksvolle Demonstration für die "Durchschlagskraft" von großem Aktionsradius + extrem agressivem Köder (extremes flanken, wobbeln + laute Rasseln)! Aber ich wundere mich immer wieder wie viel beisswillige Fische auch unter erschwerten Bedingungen in "Fliegenreichweite" stehen.

Trotz allem muss ich gestehen bin ich noch nicht so abgebrüht und mit Erfolg verwöhnt wie ich es gerne wäre, soll heissen ich geh ans Wasser um etwas zu fangen! Daher werde ich in den letzten Tagen immer leicht nervös wenn sich ein Spinnangler oder Naturköderfischer neben mir aufbaut, es könnte ja doch sein das er mir jetzt zeigt wo der Hammer hängt.;-) Bislang war dies aber völlig unbegründet und die Nervosität wandelt sich zur Gelassenheit, das Vertrauen in meine Fliegen wächst an diesem See mit jedem Beifang. Ich weiss nicht wann aber irgendwann wird dann auch mal der Zander hängen. ;-)

Besten Gruß,
Jakob
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Re: Fangen Fliegenfischer weniger?

Beitragvon Waldläufer » 12.11.2015, 12:48

Hallo beisammen!

Ich oute mich jetzt mal als miserabler Naturköder- und Spinnfischer.
Gut zu fangen habe ich erst begonnen als ich mit dem Fliegenfischen anfing.
(kein Scherz)

Schöne Grüße
Thomas
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Re: Fangen Fliegenfischer weniger?

Beitragvon orkdaling » 12.11.2015, 16:24

Mein Senf dazu, die Fragestellung ist sehr pauschal.
Man muss doch die Bedingungen, Fischarten, Jahreszeit uvm. betrachten.
Beispiel: am Tag,Sonne, Seelachse 50 -100m von Ufer entfernt und 10m unter Kleinfisch - null Chance fuer mich.
Gleiche Stelle anbends in der Dæmmerung, Seelachs, Dorsch, Mefo in knietiefen bis 2m tiefen Wasser - da lach ich uber den Plumsangler der seine Blinker im Tang hængen læsst.
Das kønnte man fortfuehren am Forellenbach wenn sich die Fische auf eine bestimmte Fliege eingestellt haben.
Also so pauschal kann man das nicht beantworten.
Gruss
Hendrik
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Re: Fangen Fliegenfischer weniger?

Beitragvon strongbow » 15.11.2015, 16:19

Fliegenfischer kann allein schon deshalb sehr effektiv sein, weil es ermöglicht, mit fixer Leinenlänge zu fischen und seinen Köder so sehr schnell wieder in die "hot zone" zu bringen. Leine abheben, evtl. noch einen false cast mit Verlängerung der Schnur und schon ist die Fliege wieder da wo sie sein soll. Der Spinnfischer muss erst die ganze Schnur einholen - und dann haben die Fische vielleicht schon fertig.

Zudem können kleine und kleinste Köder sehr unauffällig angeboten werden.

Im Endeffekt kommt es halt drauf an, nämlich auf Fischart und Bedingungen.

Aal an einem deutschen Kanal wird mit Fliege garantiert nix, auf fleißig steigende Äschen in einem Vorgebirgsfluss muss mir erstmal jemand eine effektivere Art des Fischens zeigen. In der Brassenregion habe ich selbst Alande und natürlich Rotfedern sehr gut mit der Fliege gefangen, auch Rapfen geht sehr gut, wobei es dort große revierabhängige Unterschiede gibt. Ich beobachte auch gerade interessiert die Versuche von B. Ziesche auf Zander, bin aber nach wie vor überzeugt, dass man die Glasaugen deutlich besser mit anderen Methoden fängt.

Insoweit gibt es aber auch viele Überraschungen. Ich habe diesen Juni in den Staaten vom Boot auf Little Tunny gefischt. Wir hatten wirklich auf jeden Wurf auch einen Biss, die Spinnfischer im Nebenboot hatten trotz hunderter raubender Fische dagegen Probleme, überhaupt etwas ans Band zu bringen. Was mich überraschte, durch den Guide aber als völlig normal bezeichnet wurde, weil die Fische in erster Linie fingerlange, transparente Brütlinge jagen, die durch nichts besser imitiert werden als durch einen kleinen Streamer.

Auch bei Hechten hat die Fliege oft Vorteile, aber das wurde ja schon geschrieben.

Besonders "hammermäßig" habe ich mit der Fliege übrigens im Forellenpuff (wohin ich mich mit Kindern das erste Mal verirrt hatte) gefangen. Manche "Klappstuhlfischer" haben es geschafft, selbst dort mehr oder weniger erfolglos zu bleiben.

Toby
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Re: Fangen Fliegenfischer weniger?

Beitragvon stillwater » 17.11.2015, 12:10

hi Mikey,

ein interessantes Thema und vieles zutreffende ist schon geschrieben worden...
Seit Jahren gehe ich mit meinem besten Freund - leider kein Fliegenfischer (mehr!) sondern UL-Spinnfischer - zusammen fischen und zwar schwerpunktmäßig Gewässer der Barben/Brachsenregion. Dieser hat immer einen Vorteil und fängt dementsprechend (viel!) mehr wenn es um Aktionsradius=Wurfweite, Wassertiefe und vor allem Wasserstand/Temperatur/Sichtigkeit geht. Im Sommer und beginnenden Herbst kommt dann die Zeit wo ich "mithalten" bzw. ab und zu sogar besser fange, insbesondere wenn es um oberflächenaktive bzw. orientierte Fische wie z.B. Rapfen geht, vorausgesetzt ist ein niedrigerer Wasserstand gepaart mit einer angenehmen Wassertemperatur. Dieses ständige "Training" hat noch einen anderen Vorteil, man powert sich Kondition und ein Durchhaltevermögen an was man z.B. bei einem Angelurlaub (teure licence z.B. für ein Lachsgewässer) später wirklich mal gut umsetzten kann.
Aber eins ist gewiss und das habe ich schon oft erlebt, der Respekt den ein guter Spinnfischer gegenüber einen Fliegenfischer entgegenbringt - auch wenn ich meistens weniger fange, aber das entschädigt für vieles und ist ein gutes Gefühl.

beste Grüße

Uli
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Re: Fangen Fliegenfischer weniger?

Beitragvon piggy » 22.11.2015, 17:29

Hallo zusammen,

in diesem Zusammenhang finde ich das Youtube-Video "Sea Trout Battle Day 1" ganz lustig. Ähnlich aufgebaut sind auch die Videos Fly vs Jerk.

Beste Grüße
Christian
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Re: Fangen Fliegenfischer weniger?

Beitragvon Twister » 01.02.2016, 14:54

Hallo Zusammen,

meine Hausgewässer sind die kleinen bis mittleren Bergbäche im Schwarzwald und den Vogesen. Öfter habe ich schon meinen Nachbarn mitgenommen. Bei Spinnern hat er ständig Hänger und mit Wurm konnte er lediglich in stillen Gumpen fischen. Ohne unseren Deal die Fische dann gemeinsam zu räuchern und mit der Familie zu verspeisen hätte ich jedes mal ein "schlechtes" Gewissen gehabt. Verhältnis 5:1 für die Fliege.

Gruß
Thomas
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Re: Fangen Fliegenfischer weniger?

Beitragvon cdc » 03.02.2016, 20:40

Pauschal würde ich da auch kein Aussage machen wollen...
Ein Norweger hat mir mal an der Glomma demonstriert,
wie man mit einer Spinnangel eine Äsche nach der anderen
fängt...

Gruß Jürgen
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Re: Fangen Fliegenfischer weniger?

Beitragvon maggo » 10.02.2016, 15:28

Hallo zusammen,

schwierig zu sagen - da die Zielfische "damals" anders waren. Ich habe mich lange in der Friedfisch-Angelei aufgehalten und manchmal wirklich viel gefangen.

Seit ein paar Jahren nun nur noch per Fliege unterwegs und von der reinen Stückzahl ist es viel weniger geworden, ABER um ein vielfaches schöner. Nicht nur die Fische (so ein Brachsen-Klodeckel kann gegen eine Fjell-Forelle einfach nicht anstinken) sondern vor allem die Angelei in wirklich schönen Umgebungen.
Wo ich nicht "früher" manchmal gesessen und geangelt habe, jeder Tümpel wurde ausprobiert, auch mal direkt neben einer Landstrasse oder Bahnstrecke...

Also, ich fange gerne weniger fische, bewege mich dafür aber in schönen Gegenden, dass relativiert alles.

Viele Grüße,
Marco
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