Fischerprüfung, qui bono?

Was macht FLIEGENFISCHEN aus? Hier darf nach Herzenslust gefachsimpelt werden! Auch Termin- und andere Ankündigungen passen hier herein.
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Re: Fischerprüfung, qui bono?

Beitragvon Frank. » 06.11.2012, 13:36

elchvieh hat geschrieben:Wenn ich darf werd ich noch ab und zu mal ein so heikles Thema aufgreifen.


Darum möchte ich aber ausdrücklich gebeten haben, mein Lieber! Ich denke, dass es eine wichtige Diskussion ist, die wir hier begonnen haben – womit ich gleichzeitig die Hoffnung ausdrücke, dass sie noch nicht beendet ist. Das schärft das Bewusstsein für Defizite, und die gibt es zweifellos haufenweise (sowohl in der Arbeit der Verbände wie vieler Vereine).

Dein Frank
Das sind Deine Beobachtungen, mein Lieber, andere haben andere Beobachtungen gemacht.
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Re: Fischerprüfung, qui bono?

Beitragvon Hardy » 06.11.2012, 13:47

moin,

ich würde die Fischerprüfung nicht als obsolet betrachten. Die pro-Gründe hierfür sind ja schon mehrfach genannt worden. Ich gehe damit durchaus konform.

Meine ureigenen Beobachtungen (ymmv) sind da recht eindeutig, gleichwohl sicher nicht repräsentativ!
Bei jungen Anglern sehe ich eigentlich eher weniger "Fehlverhalten" bzw. nicht waidgerechten Umgang mit "dem Fisch".
Solches fällt mir mehrheitlich bei älteren Semestern auf, eben die Klientel, die keine Fischerprüfung ablegen musste.
Aus welchen Gründen auch immer, scheint mir bei Teilen dort eine völlig andere Haltung gegenüber der Kreatur vorhanden zu sein, als bei der jüngeren Generation. (D.h. jetzt aber bitte nicht, dass ältere Angler per se nicht waidgerecht handeln. Ich bin ja selbst schon ein älterer Sack.) Für mich spricht dies aber klar für eine Fischereischeinpflicht.

Die Sinnhaftigkeit einer Prüfung allein deshalb in Frage zu stellen, weil sich ein kleiner Teil hinterher eben nicht an die vermittelten Regularien hält, halte ich aber für falsch.

Und noch etwas: die Notwendigkeit einer Ausbildung/Prüfung für eine gewisse Tätigkeit (hier eben Angelfischerei) muss ja nicht unbedingt mit dem korrelieren, was der deutsche Amtsschimmel daraus macht bzw. gemacht hat. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Groetjes
Hardy
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Re: Fischerprüfung, qui bono?

Beitragvon elchvieh » 06.11.2012, 22:27

Guten Abend!

Ich habe eben eine heiße Diskussion zu diesem Thema hinter mir und mir schwirrt noch der Kopf, musste ich doch die Beiträge hier für meine Freunde gewissermaßen stehenden Fußes i Norsk übersetzten, was trotz der Zweisprachigkeit nicht eben einfach ist...

Vor ich aber noch einmal auf das Thema eingehe, habe ich eine Pflicht zu erfüllen, nämlich mich namens der vielfach erwähnten norweg. Freunde für die Ernsthaftigkeit und Seriosität zu bedanken mit der dieses Thema hier behandelt wird. „vi få helt nyt oppfatnig fra ekte flyefisker...“


Um zu einem „Zwischenstand“ zu gelangen: Ihr heißt also die Fischerprüfung/Lizenz gut, wenn sie mit einer entsprechenden Ausbildung verbunden ist und lehnt sie ab, wenn sie vor allem als Geldquelle und ethisch/moralischer Lendenschurz betrachtet wird. Kann man das so zusammenfassen?
Dann würde ich aber gerne auch die familiäre/vereinsinterne Ausbildung als gleichwertig ansehen haben wollen.

Hardy erwähnte im vorgehenden Beitrag die Sünden der älteren Generation. Leider muss ich ihm beipflichten. Aber: als die Elite unter den Fischern können wir diesem schlechtem Beispiel sehr wohl entgegensteuern!
Ihr könnt mich als sentimentalen alten Tro....l bezeichnen, aber ich erinnere mich noch heute – nach sehr vielen Jahren, an den ersten Fliegenfischer den ich je sah (am Akerselva) und seine Eleganz und Versunkenheit berührt mich noch heute. In sentimentalen Augenblicken erhoffe ich mir selbst so ein Beispiel zu sein.

Um vielleicht noch einmal zu verdeutlichen wo mich der „Schuh drückt“ möchte ich Euch zwei Begebenheiten des vergangenen Sommers erzählen, die mein Anliegen vielleicht deutlicher machen können als eine sachliche Beschreibung.

1. An einem Sommertag nicht weit von Aksdal im Rogaland, an einem der zahllosen Insjø. Ich war mit meinem ehemaligen Chef unterwegs um vom flachen Ufer aus zu fischen. Er mit der Blinkerrute, ich mit der Fliege. Es ging nicht lange und er hatte tatsächlich einen schönen Fisch am Haken und zog sich unter gutmütigem Spott ans Ufer zurück, da ich noch keinen Erfolg hatte. Ziemlich gleich danach tauchte eine Familie, Vater, Mutter und ca. 10/12jähriger Sohn am Ufer auf. Der Sohnemann wollte sofort ans Wasser stürzen, was der Vater mit dem Kommentar unterband, daß er damit die Fische für MICH verjagen würde. Mitten im Protest des Kleinen hakte sich bei mir eine sehr, sehr große Braune und ich hatte auf einmal alle Hände voll zu tun um nicht Fisch samt Vorfach zu verlieren. Erst als die Braune sicher im Kescher verwahrt war und ich mich zum Ufer umdrehte sah ich das die ganze Korona mit offenem Mund am Ufer stand und fasziniert zusah. O Gott, war mir das peinlich... :oops: Mein Chef und ich hatten erst mal genug und zogen uns zurück, um in Ruhe Kaffee und das Matpakke aufzumachen. Derweilen gingen Vater und Sohn ans Wasser. Der Vater vorerst erfolglos, während der kleine Mann recht schnell eine flotte Forelle am Haken hatte und überfordert war. Der zu Hilfe gerufene Vater verwies den Sohn aber an uns! Klar das wir dem Bengel halfen SEINEN Fisch sicher ans Land zu bringen und ihm und seinem Papa Gebrauch von Kescher wie auch das richtige Töten und Ausnehmen des Fisches beibrachten. Am Ende des Tages hatten wir nicht nur unsere Beute, sondern auch einen herrlichen Tag mit einer wildfremden Familie, mit Kaffee, gegrillter Forelle, Waffeln und Smørebrød und zwei Fliegenfischereiinfiszierte...
2. Im hintersten Montafon, an einem herrlichen Bergsee. Frühmorgens war ich dorthin gekommen, es war noch recht kalt und still und ich verbrachte etliche wunderbare Stunden – noch ohne jeden Biss. Dann kam der Mittag und die Sonne. Es wurde fein warm, die Fische aktiver und mit ihnen kamen auch die Angler, die es sich am gegenüberliegenden Ufer mit Bierkästen und Grillfeuer gemütlich machten. Etwas später tauchte dann auch ein Fliegenfischer auf und ohne lange zu überlegen wechselte wir uns an den „guten“ Plätzen ab, tauschten auch schnell Tipps und Muster miteinander. Viel geredet wurde nicht. „probier mal mein Muster... ich denk die Fische sind da draußen etwa 3m tief... Tatsächlich hatten wir beide dann rasch Erfolg und gute Fische am Haken.
Dass sich unsere Ruten bogen und tanzten mussten die Angler beobachtet haben, denn ehe wir uns versahen standen zwischen uns ein gutes halbes Dutzend mit Tiroler Hölzl und Wurfblei. 6,7, 8 Haken an jedem Hölzl und schnell noch eine zweite Rute ins Wasser...
Der fliegenfischende Kollege und ich sahen uns nur wortlos an und suchten uns neue stille Ufer, weit weg von Bier, Nylonsäcken und Hurrageschrei. Wie ich heute weiß, sind diese Tölpel renommierte Mitglieder des örtlichen Fischereivereines, Besitzer von Jahreslizenzen und recht prominente Inhaber der Fischereiprüfung. Später am Nachmittag stellten wir Fliegenfischer uns einander natürlich „richtig“ vor und gingen nicht nur zufrieden mit schöner Beute nach Hause sondern auch im Bewusstsein einen neuen Freund gefunden zu haben.
Den Gipfel setzte aber einer der jungen Angler an jenem Tag. Zu faul um zu Fuß um den halben See herumzugehen, fuhr der Kasper mit seinem Golf auf einem“Güterweg“ auf dem ich Hemmungen hätte, mit einem echten Geländefahrzeug unterwegs zu sein, an unsere Seeseite und dabei durch zwei Wildbäche. Den Herweg hatte er erstaunlicherweise geschafft, aber nicht den Rückweg, auf dem er prompt mitten im Wildbach gründlich aufsetzte. Dann kam er zu mit betteln, daß ich seinen Karren mit dem Landy herausziehen solle. Dem See und Bach (der mittlerweile durch den Fahrgastraum floss) zuliebe, hab ichs auch unter etlichen Mühen getan. Aber wie er von der Hauptstraße die 20km ins nächste Dorf kam weiß ich nicht und wills auch gar nicht wissen... :twisted: :twisted: :twisted:
Ich hoffe ich kann mit diesem zwei Erlebnissen nicht nur meinen inneren Widerspruch sondern auch eine Art kulturelles Gefälle verdeutlichen das mir immer wieder zu denken gibt.

Euer Elchvieh
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Re: Fischerprüfung, qui bono?

Beitragvon MuddlerMinow » 07.11.2012, 09:11

Interessante Diskussion.

Ich finde die Prüfung grundsätzlich auch richtig, insbesondere im Hinblick auf marode Familienverhältnisse soweit das Auge reicht.
Ergo nicht nur keine Angelerziehung, sondern Verwahrlosung und dementsprechendes Verhalten im Allgemeinen überall.

Ansonsten bin ich aber der Meinung, dass Missbrauch der Vorschriften viel stärker bestraft werden muss. Da leidet dann in Deutschland meistens die Gruppe derer, welche sich an Regularien hält.
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Re: Fischerprüfung, qui bono?

Beitragvon Maggov » 07.11.2012, 11:23

Hallo zusammen,

ich bin bei Achim dass die Prüfung nicht ein waidgerechtes Verhalten am Wasser sicherstellen kann - bin aber trotzdem für die Prüfung in Deutschland aufgrund der folgenden Punkte:

- die Prüfung ist eine gewisse Eintrittsbarriere die zwar grundsätzlich negativ ist aber den Vorteil hat dass man nicht mal aus Jux und spontaner Laune beim Discounter ne Angel kauft und sich irgendwo hinsetzt um zu Fischen. Die Prüfung stellt sicher dass der Fischer die rechtliche Grundlage zumindest in der Theorie mal zu hören bekam und sich dann nicht mit Unwissenheit rausreden kann

- Die Fischerei obliegt dem auch dem Tierschutz und ich denke es ist nicht verkehrt zukünftigen Fischern klar zu machen dass das Töten dazugehört und wie dies möglichst schnell und schonend für den Fisch geht

- es stellt sicher dass Fischer zumindest mal gehört haben welche Fische selten sind, wann sie laichen, welche es geben kann und wie die grundsätzlichen Zusammenhänge in der Gewässerökologie sind

Ich denke dieses Vorwissen ist der erste Schritt zu einem grösseren Gesamtverständnis führt.

Ich habe die Prüfung gemacht da war der Kurs das erste Mal Pflichtübung bevor es in die Prüfung ging. So habe ich das Töten des Fisches z.B. noch nicht als Bestandteil gehabt und finde es positiv dass man hier versucht die Kurse und Prüfungen weiter zu entwickeln. Ich war damals ein Teenager und hatte schon einige Erfahrungen am Wasser gesammelt so dass der Kurs in manchen Teile langweilig war, in andere war er für mein damaliges Alter vielleicht auch etwas zu trocken, aber in den meisten Teilen war er total spannend denn ich habe alles was zum Thema Angel war verschlungen.

Wenn ich den Kurs heute machen müsste dann stünde Beruf, Familie und das Vorwissen sicherlich im Weg und der Kurs wäre für mich eine lästige Pflicht... so hatte ich Glück es früh genug gemacht zu haben und beneide niemanden der in meiner jetztigen Situation zu dem Kurs genötigt wird.

In Skandinavien sind die Verhältnisse vollkommen anders für mich. Ich muss aufpassen da ich definitiv kein Experte für Norwegen und Co. bin aber für mich stehen diese Länder für zahlreiche und öffentlich zugängliche Gewässer bei sehr niedriger Bevölkerungsdichte und damit auch recht wenig Befischungsdruck. Dazu kommt für mich der sicherlich noch stärker im Vordergrund stehende Aspekt der Nahrungsbeschaffung beim Fischen und damit einhergehend auch eine gewisse "pragmatische" Sichtweise auf das Fischen. Dort fände ich eine Prüfung auch etwas befremdlicher als in DE.

Ich bin wie Frank mit der "alten Schule" groß geworden, lebender Köderfisch war auf Hecht der Normalfall und man nahm mit was das Maß hatte und nicht in der Schonzeit lag. Die Gewässer waren anders bewirtschaftet und/oder belastet und man hat auch viele Schneidertage mitnehmen müssen (lag sicherlich auch an mir damals). Das Thema Waidgerechtigkeit war damals ein Fremdwort für mich weil ich schlichtweg kaum jemand kannte der auch gefischt hat und beim Schwarzfischen dieser Aspekt auch nicht immer der Wichtigste war...

Waidgerechtigkeit & Nachhaltigkeit setzt für mich voraus dass keine existenziellen Zwänge mehr existieren - bevor ich auf einer einsamen Insel verhunger fische ich auch mit Lebendköder und 20 Drillingen wenn's sein muss. Da beides Werte sind lassen sich diese m.M. nach mit keiner Prüfung im Vorfeld abfragen, man kann sie nur beobachten und/oder vorleben.

LG

Markus
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Re: Fischerprüfung, qui bono?

Beitragvon Frank. » 07.11.2012, 11:26

elchvieh hat geschrieben:Um zu einem „Zwischenstand“ zu gelangen: Ihr heißt also die Fischerprüfung/Lizenz gut, wenn sie mit einer entsprechenden Ausbildung verbunden ist und lehnt sie ab, wenn sie vor allem als Geldquelle und ethisch/moralischer Lendenschurz betrachtet wird. Kann man das so zusammenfassen?
Dann würde ich aber gerne auch die familiäre/vereinsinterne Ausbildung als gleichwertig ansehen haben wollen.


Ja, das trifft es ziemlich genau, mein Lieber!

Zunächst kurz zu deinen geschilderten Erlebnissen: Danke! Ich bin mir ziemlich sicher, dass fast alle von uns ähnliche Geschichten erzählen könnten - sowohl hinsichtlich der netten wie der höchst negativen Dinge.

Gewiss hakt es an vielen unserer Gewässer auch an einschlägigen Kontrollen und an konsequenter Durchsetzung von Regularien. Zum Beispiel weiß ich ganz genau, dass bei uns in der Gegend einige sogenannte "Sportfreunde" noch immer gar nicht mal so ganz klammheimlich mit lebenden Köderfischen unterwegs sind, weil auch einige Gewässerwarte das bestenfalls als Kavaliersdelikt betrachten. Ihnen fehlt schlicht die Einsicht in den tierquälerischen Aspekt. Über interne Versuche, das endlich abzustellen, will ich gar nicht reden; es ist zwecklos, dieses Fass aufzumachen.
Es gibt Fernsehsendungen über das Angeln, in denen mit lebenden Köderfischen operiert wird!
Die Älteren uns uns werden sich vielleicht noch daran erinnern, dass ich deswegen mal in einen sehr heftigen Konflikt mit einem bekannten Moderator, den ich hier mal kurz mit dem Pseudonym "Schmerzensschrei" bezeichnen möchte, geraten bin. Das spottet allen Bemühungen und Intentionen, die der Sportfischerprüfung zugrunde liegen.

Ein benachbarter Verein führt - man fasst es kaum - noch immer jährliche Wettangeln durch, über die sogar in der Zeitung berichtet wird! Eine schriftliche Anzeige deswegen ist versandet, genauso wie ein öffentlicher Protest per Leserbrief waren alle Versuche, dagegen anzugehen, vergeblich. Und so weiter - ich könnte eine lange, lange Liste von höchst regelmäßigen Verstößen aufzählen.
Alle, die so handeln, haben die Prüfung abgelegt! Woran es eben fehlt (auch in der vielerorts praktizierten Ausbildung!), ist die Einsicht in das, was gelehrt wird.
Auch hier im Forum haben wir vergleichbare Fälle gehabt. Ich erinnere nur an eine unlängst geführte, quälend ausführliche Diskussion über Widerhaken und Drillinge, die nur dazu führte, dass derjenige, den wir mit wirklich großer Mühe klüger zu machen versuchten, uns alle für doofe Gutmenschen hielt. An manchen Leuten prallen Argumente einfach ab.


Ansonsten glaube ich allerdings fest, dass unser Forum eine sozusagen familiäre Ausbildungsfunktion hat und diese auch sehr erfolgreich ausübt. Da spreche ich durchaus aus eigener Erfahrung. Zum konsequenten Verzicht auf Widerhaken bei allen Zielfischen bin auch ich (wie sicher noch andere hier) durch das Forum gebracht worden - ebenso wie auf den Verzicht bestimmter Angeltechniken wie Czech Nymphing.

Nun aber mal ganz kurz zurück zum Eingangszitat: Ja, ich glaube sogar, dass die vereinsinterne/familiäre Ausbildung viel, viel wichtiger ist als die Sportfischerprüfung! Aber auch die Erfolge einer vereinsinternen/familiären Ausbildung müssen irgendwie und irgendwann zertifiziert werden.
Die Auskunft, dass Papa mir alles über das Angeln beigebracht hat oder dass ich alles über Schonzeiten im Internet gelesen habe und im Zweifelsfall über mein SmartPhone nachschaue, ob ich eine geschützte Art oder nicht vor mir habe, kann's einfach nicht sein …

Wir haben - das schrieb ich schon - erheblichen Nachbesserunsgbedarf, und ich bin dir dankbar, dass du diese Diskussion angestoßen hast.

Dein Frank
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Re: Fischerprüfung, qui bono?

Beitragvon Frank. » 07.11.2012, 11:30

Kleine organisatorische Sache: Dieser Thread gehört in jedem Fall und ganz dringend in das Unterforum "Lebenseinstellung" - im "Allgemeinen" geht er ein wenig unter, finde ich.
Deshalb moderiere ich ihn einfach mal nach "oben", belasse "unten" aber einen Hinweis auf die Tatsache, dass der Thread verschoben worden ist.

Euer Frank
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Re: AW: Fischerprüfung, qui bono?

Beitragvon ubik » 07.11.2012, 12:31

felix hat geschrieben:
elchvieh hat geschrieben:
Ich habe mir heute die Unterlagen und das notwendige Handbuch besorgt um in Vorarlberg/Österreich diese Prüfung ablegen zu können. 300 vollkommen idiotische Fragen, die sich kein Fischer je im Leben stellen würde. Aber natürlich eine satte Prüfungsgebühr nebst notwendigen "Kurs" über 10 Abende (auch nicht eben umsonst...).

Aber bitte glaub nicht Fisch ist Fisch - jedes österreichische Bundesland hat andere Prüfungen und andere Fragen. In Wien zum Beispiel braucht man gar keine Prüfung :wink:


Das stimmt leider auch nicht mehr. Seit 2010 gibt's auch hier die Prüfung.


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Re: Fischerprüfung, qui bono?

Beitragvon forellenschreck » 07.11.2012, 12:49

Hallo zusammen!

Interessanter Thread und Diskussion, kann dem Beitrag von Markus mehr als nur zustimmen!

Zur Info allerdings im konkreten Fall:
Ich habe mir heute die Unterlagen und das notwendige Handbuch besorgt um in Vorarlberg/Österreich diese Prüfung ablegen zu können. 300 vollkommen idiotische Fragen, die sich kein Fischer je im Leben stellen würde. Aber natürlich eine satte Prüfungsgebühr nebst notwendigen "Kurs" über 10 Abende (auch nicht eben umsonst...).


Die "satte" Prüfungsgebühr beträgt €22, die Kursgebühr €78, wobei der Kursbesuch NICHT verpflichtend ist! Ein Schnäppchen gegenüber jeder Jagdprüfung würde ich meinen...

Lg, Marc.
".....und so glaubten wir, dass alle erstklassigen Fischer am See Genezareth Fliegenfischer waren!"
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Re: Fischerprüfung, qui bono?

Beitragvon Seeadler » 07.11.2012, 16:33

Hallo,

interessant, dass im obigen Posting davon die Rede ist, dass in Österreich offenbar der Kursbesuch nicht, die Prüfung aber schon verpflichtend ist. Eine solche Flexibilität in der Prüfung halte ich schon für sehr gut. Dadurch wird man den unterschiedlichen Lebensumständen oder Vorkenntnissen der Teilnehmer gerecht.

Ich zum Beispiel war froh, die Prüfung damals in einem Bundesland machen zu können, in dem neben den mehrmonatigen üblichen Kursen (1 Stunde pro Woche), auch "Kompaktkurse" übers Wochenende angeboten wurden (Fr, Sams und Sonntag durchgehend). Das entsprach meiner damaligen Situation (Studium, Abschlussarbeit, etc.) viel besser.

Viele Grüße,
Daniel
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Re: Fischerprüfung, qui bono?

Beitragvon ubik » 07.11.2012, 17:43

Seeadler hat geschrieben:Hallo,

interessant, dass im obigen Posting davon die Rede ist, dass in Österreich offenbar der Kursbesuch nicht, die Prüfung aber schon verpflichtend ist. Eine solche Flexibilität in der Prüfung halte ich schon für sehr gut. Dadurch wird man den unterschiedlichen Lebensumständen oder Vorkenntnissen der Teilnehmer gerecht.

Ich zum Beispiel war froh, die Prüfung damals in einem Bundesland machen zu können, in dem neben den mehrmonatigen üblichen Kursen (1 Stunde pro Woche), auch "Kompaktkurse" übers Wochenende angeboten wurden (Fr, Sams und Sonntag durchgehend). Das entsprach meiner damaligen Situation (Studium, Abschlussarbeit, etc.) viel besser.

Viele Grüße,
Daniel


In Niederösterreich wo ich meine Prüfung gemacht habe(nur um sie mir dann in Wien anrechnen zu lassen), hat der Kurs genau 4h gedauert.
Die fertigen Angelscheine samt Photo lagen schon bereit bevor die Prüfung angefangen hat..

lg Jan
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Re: Fischerprüfung, qui bono?

Beitragvon forellenschreck » 07.11.2012, 19:09

Wie Felix und Jan schon geschrieben haben ist die Fischerei in Ö - wie auch in Deutschland - (leider) Ländersache.
Z.B. Vorarlberg, Salzburg = Prüfung. Z.B. Tirol, Kärnten = Unterweisung. Mit allen möglichen Problemen etwaiger (Nicht-) Anrechnungen...

Vielleicht wäre eine Vereinheitlichung der Notwendigkeiten/Kriterien etc. auf Bundesebene ein Weg, die Spreu
um Vereins- und Amtskassen zu füllen
vom Weizen
wenn sie mit einer entsprechenden Ausbildung verbunden ist
zu trennen?
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Re: Fischerprüfung, qui bono?

Beitragvon Bernhard » 07.11.2012, 20:25

Hallo!
Die Fischerprüfung legt wenigstens, was die fischereifachliche Eignung betrifft, gewisse Mindeststandards fest. Dass sie nicht ganz unsonst ist, zeigt sich z. B. bei uns in Salzburg, wo immerhin pro Termin im Schnitt einige wenige Kandidaten durchfallen. Das ist auch gut so, denn der schriftliche Test besteht aus einer Auswahl von lediglich um die 100 möglichen Fragen, die quasi das kleine 1 x 1 der Angelfischerei darstellen. Wer bei diesem Test durchfällt, hat am Wasser nichts verloren.
Mehr als die absoluten basics kann man sich davon jedoch nicht erwarten. Mir kommen z. B. immer wieder Fischer unter, die Bachforellen von Regenbogenforellen nicht zu unterscheiden wissen oder beim Hakenlösen herummetzgern, dass man den armen Fisch am liebsten von seinem Leid erlösen möchte. Und den Fischer gleich mit entsorgen...

Meiner Meinung nach ist eine Kombination aus theoretischer und praktischer Schulung der zielführendste Weg. Vorbildlich sind hier beispielsweise Vereine, welche eigene Jugendgruppen haben. Hier profitieren die angehenden Jungfischer vom reichen praktischen Wissen ihrer Betreuer und werden auch intensiv auf die theoretische Fischerprüfung vorbereitet.

TL,
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Re: Fischerprüfung, qui bono?

Beitragvon webwood » 07.11.2012, 20:36

Es ist zwar schon alles gesagt worden, aber nicht von mir. :wink:
Ich bin prinzipiell aus den angeführten Gründen ( Marus, Frank und Weitere.) auch für eine Prüfung.
Dennoch bin ich der Meinung, eine gewisse Beutelschneiderei mit den Prüfungsgebühren wird betrieben um die Durchfaller und damit Wiederholerquote mit neuer Prüfungsgebühr zu puschen.
Ein Beispiel: Eine meiner Prüfungsfragen war, "Wird die Krebspest, durch einen Pilz, ein Bakterium oder einen Virus verursacht?
Soll ich den Krebs nun kurieren, oder genügt es nicht völlig, die Krebspest zu erkennen und zu wissen ob die beobachteten Symptome meldepflichtig sind oder nicht.
Derartige Fragen halte ich für unsinnig.

Hallo Elchvieh
Aber: als die Elite unter den Fischern können wir diesem schlechtem Beispiel sehr wohl entgegensteuern!

Ähm- sorry- Wir da oben erklären denen da unten, wie man waidgerecht fischt? Ich denke, du hast das anders gemeint.
Ich halte auch das Fliegenfischen für die schönste Art zu angeln, aber nicht für die bessere, edlere etc. Art zu fischen.
Jede Angelart kann waidmänisch oder tierquälerisch betrieben werden, auch das Fliegenfischen.
Vom hohen und elitären Sockel entgegenzusteuern zu wollen, wird eher kontraproduktiv sein.

TL

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Re: Fischerprüfung, qui bono?

Beitragvon der kleine Muck » 08.11.2012, 13:50

Seeadler hat geschrieben:Hallo,

...
Ich zum Beispiel war froh, die Prüfung damals in einem Bundesland machen zu können, in dem neben den mehrmonatigen üblichen Kursen (1 Stunde pro Woche), auch "Kompaktkurse" übers Wochenende angeboten wurden (Fr, Sams und Sonntag durchgehend). Das entsprach meiner damaligen Situation (Studium, Abschlussarbeit, etc.) viel besser.

Viele Grüße,
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Bei uns in NRW muss man keinen Kurs besuchen...ich habe vor der Prüfung das Arbeitsbuch Fischerprüfung gelesen und mir die Fragen/Antworten dann auf Fangplatz.de eingebläut...das kam mir auch sehr entgegen, da ich kaum die Zeit gefunden hätte, regelmäßig nen Kurs zu besuchen...

Gelernt hab ich dabei freilich zu 90% für die Prüfung...am Wasser nützt mir das herzlich wenig...was dann beim ersten Fisch auch zu
...beim Hakenlösen herummetzgern, dass man den armen Fisch am liebsten von seinem Leid erlösen möchte. Und den Fischer gleich mit entsorgen...
führte!! Aber die Krux ist: Wie will man das schon in nem Kurs vermitteln? Am toten Fisch üben?!?

Gruß
Muck
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