Fliege oder Wobbler

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Re: Fliege oder Wobbler

Beitragvon sebsonic » 29.04.2013, 11:11

Hallo,

meine erste Idee wäre Revierverhalten, bzw. -verteidgung gewesen. Auch wenn die Fische bei der Nahrungsaufnahme noch etwas träge sind (den Eindruck habe ich zumindest bei uns), ist der Beißreflex evtl. etwas besser ausgebildet, was die Verteidigung des frisch besetzten Standplatzes angeht. Gerade bei Besatzfischen tummeln sich ja erstmal ziemlich viele Fische gleicher Größe auf einem Raum. Wenn dazu noch relativ wenig Wasser im Bach ist, sind die tieferen Gumpen schnell "besetzt" und führen zu erhöhter Rivalität. Das war zumindest so meine Schlußfolgerungen aus den Erfahrungen, die ich bisher am Bach ausgetauscht habe - Spinner und größere Streamer waren erfolgreich, ich hatte mit "Eßbarem" bisher keinen Erfolg.

tl, cu seb
Beste Grüße, Sebastian
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Re: Fliege oder Wobbler

Beitragvon Frank. » 29.04.2013, 11:29

Heinz hat geschrieben:Bachforellen nehmen oft lieber Fischen nachempfundene Köder - überhaupt, wenn sie schon etwas grösser sind.


Keine Regel ohne Ausnahme, lieber Heinz - und beim Fliegenfischen gilt sogar: Keine Regel ohne viele Ausnahmen. Im Prinzip hast du ja Recht. Aber zum Beispiel die beiden Fische, von denen ich oben gesprochen habe, waren nun ohne Zweifel schon "etwas größer" - gingen aber auf eine 12er Nassfliege und schossen aus dem ganz tiefen Wasser nach oben, um sie im Oberflächenfilm zu nehmen. Die kleine Palaretta ist in der frühen Saison eines meiner erfolgreichsten Muster überhaupt, was große Forellen anlangt.

Dein Frank

Auftakt.jpg
Das sind Deine Beobachtungen, mein Lieber, andere haben andere Beobachtungen gemacht.
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Re: Fliege oder Wobbler

Beitragvon Heinz » 29.04.2013, 11:38

Ist natürlich richtig, was du schreibst. Die Grenzen sind fliessend - auch zwischen Nassfliegen und Streamern. Ich denke da nur an die bewährte Alexandra - ein sehr fängiges Muster auch auf Bachforellen.

Grüsse
Heinz
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Re: Fliege oder Wobbler

Beitragvon Maquard » 29.04.2013, 12:19

Nunja ich finde es wird manchmal zu viel schwarz und weiß gesehen.

Es geht doch darum, spass am Wasser zu haben!


Und wenn nun der eine oder andere mit welcher Fliege auch immer gerade nichts fängt, hingegen aber mit Spinnrute oder was weiß ich um zu seinem gewünschten Erfolgserlebniss kommt, ist das meiner Meinung nach vollkommen in ordnung!


Ich für mich habe dem herkömmlichen Spinnfischen vollkommen abgeschworen (kämpfe immer noch damit die lezten reste abzuverkaufen...).

Und habe unterm Schnitt mit der Fliege bedeutend mehr Erfolg und vorallem Spass als mit der Spinnrute.
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Re: Fliege oder Wobbler

Beitragvon Maggov » 29.04.2013, 13:09

Hallo Johann,

Heiko hat es prima auf den Punkt gebracht: Im Frühjahr sind die Fische auf grosse Happen aus und Streamer sind ein häufig benutzer Köder für den Saisonauftakt (nicht nur auf die gesetzten Forellen) in den Voralpenflüssen.

Du schreibst dass Du Trocken und Nymphe probiert hast, somit vermute ich waren "Deine" Forellen eben auch auf diese Nahrung eingestellt.

Nassfliegen waren immer mein "Kompromiss" und am liebsten eine March Brown, ruhig recht groß (8-12). Als Streamer war der/die Cone Head Muddler Minnow und schwarze Wooly Bugger immer meine Favoriten.

LG

Markus

P.s.:
Mir persönlich ist ein Miniwobbler mit Einzelhaken und angedrücktem Widerhaken lieber als ein Streamer mit Spinnerblatt. Ich finde das "ehrlicher" und habe nichts gegen das (vernünftige) Spinnfischen.
Reflection is a broad deep and quiet pool into which the stream of an angler's thought opens out from time to time.
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Re: Fliege oder Wobbler

Beitragvon Mikey » 29.04.2013, 14:04

ich denke, es hatte weniger mit dem Wechsel zu spinnrute als mit der bereitschaft der fische zum biss zu tun.

Man sollte durchaus differenzieren zwischen - ich nenne es mal - "Hunger"- und "Reizbissen".
Das beste Imitat wird nicht fangen, wenn der Fisch nicht in Fresslaune ist. Da aber viele Raubfische
auch durchaus bereit sind zuzupacken, wenn sie ihr Jagdrevier gestört sehen, kommen diese Reizbisse
auch in Zeiten, in denen nicht gefressen wird.
Nun scheint es einleuchtend, dass ein Miniwobbler, womöglich noch mit Rassel und Schockfarbe ausgestattet,
eine wesentlich größere Störung im Revier der Fische indiziert, als eben ein Fliegenimitat.
(Ich persönlich glaube daher auch nicht an "selektives" Beissen auf Gummi, Wobbler, Streamer,...)

Wenn dem Autor persönlich der Fangerfolg so wichtig ist, er jedoch - sonst hätte er dieses Thema nicht erstellt -
lieber mit der Fliegenrute seine Fische fangen möchte, so sollte er vielleicht versuchen mit Reizfliegen zu fischen.
Wenn auch der Wooly Bugger keine Bisse verzeichnen kann, vielleicht einfach noch knalliger und damit "reizender"
werden. Ein Micky Finn zum Beispiel könnte meiner Ansicht nach, den "Reizeffekt" eines Miniwobblers auch ausüben.

Und nicht zuletzt gehen 5 Mark ins Phrasenschwein: Wichtig ist Vertrauen zum angebotenen Köder.


Gruß,

M.
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Re: Fliege oder Wobbler

Beitragvon Thotty » 29.04.2013, 14:08

hoi @ all

ja provo ist im frühjahr nie verkehrt..

grüße
Thotty
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Re: Fliege oder Wobbler

Beitragvon Mahi-Mahi » 29.04.2013, 18:36

Hallo zusammen,

ich finde jeder wie er am besten zurecht kommt. Ich habe mich jedoch dem Fliegenfischen verschrieben und werde dabei bleiben.
Es ist schon einige Jahre her, wo mir ein mittlerweile verstorbener guter Freund die Geduld und das für mich ausreichende Wissen an Köderwahl beibrachte so gut es ging.
Damit möchte ich keine Regel machen, die Erfahrung spricht aber dafür. Gerade in der kälteren Jahareszeit zum Saisonstart ist es meißt wichtig mit etwas Gewicht zu den
in tieferen Regionen stehenden Fischen vorzudringen. Durchaus mit Reizeffekt. Dann haben ich und mein Filius mal in den vergangenen Tagen getestet auf was in tieferen und schnelleren
Gewässerabschnitten die Forellen anspringen. Das Ergebnis war unglaublich aber wahr. (Ein kleiner Streamer). Gebunden mit etwas Glitzermixdubbing, einer Tungstenperle als Kopf für das Gewicht und Federn.
Meißtens war beim ersten Wurf schon Kontakt vorhanden und weitere Erfolge ließen nicht lange auf sich warten.
Wir haben keine Fische in diesem Bereich besetzt, die sind wohl schon länger anwesend oder zugewandert. Der Streamer immitiert ein kleines Beutefischchen und wird tief geführt.
Es bedarf keiner großen Kunst so einen Streamer herzustellen und er ist bestimmt ein gleichwertiger Ersatz zum Wobbler, allerdings dann doch an der Fliegenrute.

Streamer.jpg


Liebe Grüße
Harald v. d. Ostalb
Mahi-Mahi
 

Re: Fliege oder Wobbler

Beitragvon der Johann » 29.04.2013, 20:44

Hallo Leute
Hallo Leute was für Wellen wegen 2 Fischen die ich nicht mal mitgenommen habe.
Das war nur ein Versuch.Das interresierte mich einfach.
Aber ich finde es nicht korrekt Angler als Plumpsfischer zu bezeichnen,nur weil sie keine Fliegenrute ihr eigen nennen.Auch unter diesen Anglern gibt es feine Menschen die mich noch nie als Tuntenangler oder Spinner bezeichnet haben nur weil ich mit der Fliege unterwegs war (von 150 Vereinsmitgliedern gehen bei uns 3 mit der Fliege los).Aber das ist natürlich eine Charakterfrage.
Und es gibt einige denen ich nur beipflichten kann ES SOLL DOCH SPASS MACHEN.
Mit freundlichen Grüßen der Johann
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Re: Fliege oder Wobbler

Beitragvon Frank. » 29.04.2013, 21:11

der Johann hat geschrieben:Tuntenangler


Den kannte ich noch gar nicht - danke!
Nimm die Frotzeleien nicht krumm, lieber Johann: "Plumpsangler" ist nicht als Beleidigung, sondern eher als kollegiale Spöttelei gemeint.

Dein Frank
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Re: Fliege oder Wobbler

Beitragvon Hecht 1995 » 29.04.2013, 22:31

Eigentlich traurig das sich hier so mancher als was besseres gibt nur weil er nur noch Fliegenfischer ist und andere die auch gerne mal die Spinnrute nehmen als "mittelmässig" abgestempelt.
Ich finde das Fliegenfischen nicht immer Waidgerechter ist als das Spinnfischen, denn wenn jemand eine 0,10er spitze mit Trockenfliege fischt und dann eine Forelle Himmellang drillt, glaub ich nicht das das besser war als wenn ich da einen Spinner, wobbler, Gufi oder sonst was mit Einzelhaken habe und eine Forelle in kürzester Zeit gelandet habe.

Hier sollten mal ein paar die Nase runnter nehmen und auf den Boden zurück kehren!
Was hab ich davon wenn ich so ein toller Fliegenfischer bin, aber nichts fange und so ein "mittelmässiger" Fliegenfischer,wie man genannt wird, nebenbei was fängt.
Ich fahr zwar auch zum fischen um abschalten zu können und um es einfach zu genießen, aber es kann mir keiner erzählen er geht fischen um nicht einen Fisch zu fangen. Es ist mir wurscht wenn ich 3, 4mal schneider nachhause gehe, aber dann würde ich schon gerne wieder mal was mit Flossen fangen.
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Re: Fliege oder Wobbler

Beitragvon webwood » 29.04.2013, 23:31

Hallo,

solange nicht mit Wurm auf Salmoniden gefischt wird, weil die den Wurm nebst Haken bis zum A.... runterschlucken, gibt es doch keinen Grund eine Angeltechnik über die andere zu stellen. Auch Spinnfischer können Einzelhaken verwenden und sogar den Widerhaken andrücken.
Was uns mit den Spinnfischern eint ist doch, wir können auch beide als Schneider heimmarschieren.
Für mich persönlich ist der Unterschied, es macht mir einfach ungleich mehr Freude mit einer Fliegenrute, als mit eine Spinnrute zu werfen.

Tight Lines

Thomas
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Re: Fliege oder Wobbler

Beitragvon Bäschwatz » 29.04.2013, 23:58

Einzelhaken.. Eben das genau.
Ich experimentiere gerne. Aber Drillinge sind für mich out.
Genauso wie Bindematerialien die giftiges Zeugs freisetzen, genauso wie gefärbter Fischöl-stinkender Fensterkitt, der Glitzerspur erzeugt. (Wir vergiften uns mit Plastikmüll.... Sollten andere Anglerfraktionen auch mal drüber nachdenken...)
Ansonsten.. Gelobt sei was Spaß macht und neue Erkenntnisse bringt.
Gruß Thilo.
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