Fliegenfischer Unfallthread

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Fliegenfischer Unfallthread

Beitragvon Neubrandenburger » 16.02.2012, 00:51

Hallo Jungs,

hier ist mal Platz, für die in unserem Hobby betrefflichen Unannehmlichkeiten :roll: . Und deren Geschichten.

Ich fange mal an. Das Foto entstand im letzten Sommer, ich war wie immer (wenn möglich) fischen an einem herrlichen Tag. Unterwegs mit der Nymphe fing ich hier und da den einen und anderen schönen Fisch. Und dann wieder, die Schnur blieb stehen, reflexartig kam der Anhieb für den Bruchteil einer Sekunde dachte ich, der muss gut sein. War er auch, jedenfalls der kapitale Hänger. Na toll, da half kein zupfen und kein ziehen auch schnippen der Schnur nicht. Der Gewässergrund wollte die Nymphe nicht wieder her geben. Also sprach ich ihr den Abschied, und entschied mich für den unweigerlichen Verlust. Ich zog und zerrte aber nix passierte, das Vorfach hielt. Da ich meine Rute nicht zum bersten bringen wollte hielt ich sie in Führung der Schnur und zog sie mit immer stetigem Zug zu mir, in der Hoffnung das Vorfach würde nun reißen. Und dann, plötzlich Ende des Wiederstandes, es peitschte und die Sache war geklärt. Dazu kam aber dieses komische klatschen an meinem Hals so als würde man sich eine Mücke wegschlagen mehr nicht. Erleichtert kurbelte ich die nun in einem Bogen im Wasser liegende Schnur auf und sah das sie zu mir führte. Ich suchte mit meiner Hand das Vorfach und fühlte ihm bis zur vermeintlichen Bruchstelle nach ....... doch das führte irgendwie an mir hoch :shock: am Ende angekommen stellte ich fest das ich die Fliege Am Hals hatte :( . Behutsam versuchte ich diese zu lösen, aber nix da, schnell merkte ich der Wiederhaken ist mit drin. Na gut dachte ich bleib ruhig Junge. Vorfach durchgeknipst, Rute zusammen gepackt und ab zum Auto. Die Fahrt führte in die nächste Notaufnahme. Ich musste nicht lange warten und dann lag ich auf dem Tisch, ich schilderte kurz mein Missgeschick und schon wollte der Doktor loslegen. Er nahm nach der Betäubung ein Skalpell in die Hand. Ich sagte STOPP piek doch einfach den Haken durch und kneif die Spitze ab! Ich hab kein Bock auf noch ne Narbe! Ja du hast recht sagte er und tat dies. Nach ein paar blöden Witzen war ich dann wieder "frei" und keine 10 Minuten später wieder am Wasser :biggrin:

Aber so kann es gehen. Deswegen immer Brille auf egal was für eine! Wenns das Auge trifft wars das.

Hier sollen bitte auch die Geschichten rein, die die Seele unwiederbringlich nachhaltig gestört haben. Nämlich die bei denen das geliebte Gerät zu Bruch kam :( wodurch auch immer.

Bild

Entschuldigt auch das ich mich für das "Shooting" nicht rasiert habe.
Liebe Grüße,
Ben
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Re: Fliegenfischer Unfallthread

Beitragvon Hawk » 16.02.2012, 01:28

Das ist einer der Gründe warum ich fast ausschließlich Widerhakenlos fische :D
Gruß
Sven
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Re: Fliegenfischer Unfallthread

Beitragvon Bernd Ziesche » 16.02.2012, 02:44

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Re: Fliegenfischer Unfallthread

Beitragvon Sixgunner » 16.02.2012, 09:39

Hallo Bernd,


Hierzu noch diesen Link (in englisch):

http://www.aafp.org/afp/2001/0601/p2231.html

Quote: "Dabei sollte man folgendes Beachten: Wenn man dafür am Haken zieht, tut es a) weh und b) funktioniert es kaum"

Wenn man es richtig macht, funktioniert es sogar erstaunlich gut. Die Hakenspitze samt Widerhaken muss den selben Weg wieder raus, wie sie hineingekommen sind, also Hakenöhr flach an die Haut und per Mono-Schlaufe rausgezogen. Man spürt es, es ist aber nicht sehr schlimm.
Eigen"Erlebnis" (vom Guide verordnet!) , lang ist es her : 3/0er Tiemco 800S aus dem Handrücken der linken Hand per Runterdrück- und Rausszieh-Methode per Nylon-Schlaufe, problemlos mit etwas Zähneknirschen, die Krankenstation in Islamorada habe ich nicht besucht.

Gruss,

Eric
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Re: Fliegenfischer Unfallthread

Beitragvon Bernd Ziesche » 16.02.2012, 10:02

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Zuletzt geändert von Bernd Ziesche am 31.07.2013, 09:20, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Fliegenfischer Unfallthread

Beitragvon troutteaser » 16.02.2012, 10:17

Hi,

wenn der Haken, wie im verlinkten Beitrag dargestellt, in der "Lederhaut" der Fingerkuppe steckt, funktioniert die Durchstechmethode m.E. am Besten. Ich habe genau wie Bernd schon hin und wieder Haken bei Fliegenfischern entfernt und die Durchstechmethode hat sich dabei bewährt. Es bleiben auch keine Narben zurück, sondern nur zwei kleine "Löcher", die gut wieder zuheilen. Als "Gegenlager" - zum Niederdrücken des Fleisches in Richtung Hakenspitze - kann man gut die flache Seite eines nicht zu großen Taschenmessers verwenden.

Wie weiter oben schon angemerkt wurde, die Unfallfolgen klein zu halten, ist ein gutes Argument mehr, widerhakenlos zu fischen.

Beste Grüße,
Emil
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Re: Fliegenfischer Unfallthread

Beitragvon Sixgunner » 16.02.2012, 10:38

Bernd,

Sorry , missverstanden! :D

Du hast Recht, dein Weg ist weitaus "schonender", als "Hebeln und Fummeln" wenn das Ding drin steckt.

Emil,

Widerhakenlos, aber sicher, hier bei uns immer!
Im Meer lasse ich die Widerhaken dran (Bonefish und Co. widerhakenlos, bei pelagischen Fischen meistens nicht, bei Tarpon bleiben die Widerhaken IMMER! dran, verkleinere sie aber gegebenenfalls)

Gruss,

Eric
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Re: Fliegenfischer Unfallthread

Beitragvon gespliesste » 16.02.2012, 15:00

Hallo,

Sixgunner hat geschrieben:Hierzu noch diesen Link (in englisch):

http://www.aafp.org/afp/2001/0601/p2231.html


die Methode hat Hans Steinfort schon vor über 20 Jahren in seinem Buch "Fliegenfischen für Fortgeschrittene" beschrieben. Dabei sollte man aber entgegen der Illustration in dem Beitrag, zusätzlich am Öhr des Haken Monofil befestigt haben (was man so oder so hat) auf das man zur Stabilisierung einen leichten Zug in entgengesetzte Richtung ausübt, so kann am besten ein Kollege mit den beiden enden des Monofil den Haken wie an einer Schiene wieder rausziehen.

LG,

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Re: Fliegenfischer Unfallthread

Beitragvon Bernd Ziesche » 16.02.2012, 15:29

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Re: Fliegenfischer Unfallthread

Beitragvon gespliesste » 16.02.2012, 18:08

Hallo Bernd,

ich glaube es ist wohl fast der gleiche Effekt, den Haken von Hand runterzudrücken birgt aber die Gefahr das der Haken durch den Druck umklappt und damit der Wiederhaken im Fleisch auch. :smt095
Vor allem wenn der haken etwas kleiner ist, ist das straffhalten mit der Vorfachschnur nach meiner Erfahrung die einfachste Methode. Ausserdem kann man den Haken dann wirklich mit einem schnellen Ruck rausziehen.

Wir können es ja alle in der Saison erst noch mal bei unseren Kumpels ausprobieren. Wenn es nicht klappt und mein Kumpel schreit und wie Sau blutet, dann werde ich unverzüglich kundtun, dass das ein Bernd im Forum empfohlen hat. :-" Wenn es klappt werde ich natürlich sagen, so hab ich das schon immer so gemacht und mich zum Bier einladen lassen. :wink:

LG,

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Re: Fliegenfischer Unfallthread

Beitragvon Maggov » 16.02.2012, 19:17

Hallo Jungs,

hat mich gerade an einen Vorfall am Wasser erinnert bei dem sich ein Kollege eine Nymphe mit Widerhaken durch den Daumennagel gezimmert hatte - da war mit Durchstechen und abknipsen nichts zu machen und bei der Vorstellung wird mir immer noch schlecht....

LG

Markus
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Re: Fliegenfischer Unfallthread

Beitragvon webwood » 16.02.2012, 20:56

Servus,
ich habe mich zwar nicht gepierct, mein Maleur war aber auch nicht von schlechten Eltern.
An der Würm vor einem Wehr gabelt sich der der Fluss. Das Wehr führt in einen Kanal. Dort stehen immer jede Menge Barben. Das Wasser ist sehr schnell und vor der Abzweigung ist ein Holzbalken gegen Treibholz. Etwa 5 Meter nach dem Balken ist eine kleine Brücke. Die Driftstrecke der Nymphe ist somit verdammt kurz. Keine Chance sie auch nur in Bodennähe zu bringen. Genau unter der Brücke sind die Barben.
So habe ich mir eine Montana mit 4 Tungstenperlen gebunden. Den Rückwurf senkrecht nach oben und dann ganz knapp neben dem Holzbalken die Nymphe mit Schmackes und Doppelzug in das Wasser knallen. Das war in der Theorie meine Taktik. In der Praxis habe ich mir diese Nymphe voll auf den Hinterkopf geschossen. Der Haken blieb zwar nicht stecken aber ich war für diesen Tag mit dem Angeln fertig.
TL
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Re: Fliegenfischer Unfallthread

Beitragvon Mindelpeter » 16.02.2012, 20:58

gespliesste hat geschrieben:

Wir können es ja alle in der Saison erst noch mal bei unseren Kumpels ausprobieren. Wenn es nicht klappt und mein Kumpel schreit und wie Sau blutet, dann werde ich unverzüglich kundtun, dass das ein Bernd im Forum empfohlen hat. :-" Wenn es klappt werde ich natürlich sagen, so hab ich das schon immer so gemacht und mich zum Bier einladen lassen. :wink:



Nee, Nee mein Lieber; so nicht... :shock:

Ich bin Gewarnt!

Wobei ich manchmal nicht weiss was schlimmer ist...Ein Hakenpiercing am eigenen oder ein S04 T-shirt an Olaf's Körper :mrgreen:

Bald geht's wieder los!

viele Grüsse

Peter
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Re: Fliegenfischer Unfallthread

Beitragvon gespliesste » 16.02.2012, 21:07

Hallo Peter,

mindelfischer hat geschrieben:Ein Hakenpiercing am eigenen oder ein S04 T-shirt an Olaf's Körper :mrgreen:


Eine Gemeinsamkeit gibt es: Beides lässt sich nur operativ entfernen! (... ein Leeeben laaaaaang ...)

LG,

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Re: Fliegenfischer Unfallthread

Beitragvon Mindelpeter » 16.02.2012, 21:10

Hi Olaf,

wieso sitzt du eigentlich nicht vor der Glotze und drückst die Daumen???


LG,

Peter
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