Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon piscator » 23.07.2013, 08:04

Moin ihr Zweifelnden,
ich finde Lockstoffe etc. an Fliegen ebenfalls als No Go. Z.B. in der Ostsee macht das auch keinen Sinn, da keine nennenswerten Strömungen -- Geruch ist Transport von Molekülen und wird z.B. als Duftspur in Regionen mit starker Strömung eingesetzt (offshore Fliegenfischen).
Ich fische u A. mit der Fliege, damit meine Hände nicht stinken! J.
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon Bernd Ziesche » 23.07.2013, 09:22

piscator hat geschrieben: in der Ostsee macht das auch keinen Sinn, da keine nennenswerten Strömungen -- Geruch ist Transport von Molekülen und wird z.B. als Duftspur in Regionen mit starker Strömung eingesetzt (offshore Fliegenfischen).


Guten Morgen Jürgen,
gerade gestern konnte ich mehrfach beobachten, wie einige Meeräschen meine Fliege sanft (und in Zeitlupe) mit dem Maul anstubsten, diese aber (bis auf 2 Exemplare) nicht nahmen.
Ich denke nicht, dass es hier (Ostsee) irgendeiner Strömung bedarf, um es der Meeräsche möglich zu machen, den Geruch meiner Fliege wahr nehmen zu können. Gleiches denke ich für Meerforellen.
Ich selbst bin denn zwar für mich vor 15 Jahren bei der ersten Begegnung mit dem "Chumming" in den Florida Keys zu dem gleichen Schluss gekommen wie Du (dass es nichts für mich ist, a) anzufüttern und b) mit Lockstoffen zu fischen), denke aber doch, dass es keiner Strömung bedarf, um das beides deutliche Auswirkungen haben kann (natürlich längst nicht immer/vllt. nicht einmal häufig haben würde).
Daneben bin ich mittlerweile immer mehr dazu übergegangen, gerade meine Meeräschenfliegen VORHER deutlich im Wasser abzuspülen und keine für mich deutlich duftenden Bindematerialien einzusetzen. Ebenfalls fasse ich die Fliegen nicht mehr mit frisch aufgelegter Sonnencreme an.

Einigen Tests mit Duftstoffen bin ich denn im Falle der Meeräschen nicht abgeneigt. Mich interessiert einfach, wie stark die Meeräschen den Geruchssinn an meiner Fliege tatsächlich einsetzen!? Würde ich dadurch das Nehmen verstärken und zu kräftigeren Bissen gelangen, wäre dies dennoch nicht grundsätzlich mein zukünftiger Weg dieser Fischerei, denke ich.
Würde ich allerdings heraus finden, dass die von mir eingesetzten Bindematerialien eine grundsätzlich häufig negative wirkende Geruchssignatur für Meeräschen bedeuten, wäre da zumindest der Wunsch dies zu ändern (primär durch andere Bindematerialien). Andernfalls würde ich mir irgendwie zu ignorant vorkommen. Es macht für mich keinen Sinn, so etwas festzustellen und zu ignorieren, wo wir Fliegenfischer uns ständig Gedanken um die perfekte Imitation machen. Im Falle der Meeräschen bleibt die Imitation bzw. Nichtimitation natürlich ohnehin sehr strittig. Unterm Strich fehlt mir deutlich Wissen darüber, wann und wie strak der Geruchssinn von jenen (und auch anderen) Schuppenträgern eingesetzt wird, um zu wissen, welches Vorgehen ich für mich für am besten halte.
Lieben Gruss
Bernd
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon Olaf Kurth » 23.07.2013, 11:37

Bernd Ziesche hat geschrieben:Hallo Olaf,
ich versuche es noch einmal zu erklären: Ich hätte gerne eine geruchsneutrale Fliege. Damit könnte ich mich überwiegend auf die künstliche Nachbildung der Nahrung ohne Berücksichtigung des Geruchssinnes beschränken. Diese allerdings gibt es nicht und wird es nie geben.


Lieber Bernd,

Ich versuche es auch noch einmal: Du plädierst einerseits für einen geruchsneutralen Fliegenköder (wie die meisten von uns), den es selbstverständlich nicht geben kann. Geschenkt – Nebenschauplatz.

Andererseits willst Du keine Abgrenzung ziehen, wenn es um den Auftrag natürlicher Geruchsstoffe (Maden, Würmer, Fisch, Garnelen, etc.) geht:

Bernd Ziesche hat geschrieben:Da ich es unmöglich verhindern kann, dass meine Fliegen eine Geruchssignatur besitzen, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass manche Fliegen dadurch in manchen Situationen bei manchen Fischarten zu deutlich negativem Beissverhalten führen. Ergo wäre meine Imitation deutlich am Ziel des Nahrung Nachamens vorbei.
In solch Fall wäre mir ein zusätzlich aufgebrachter (Haupt)Geruch lieber als ein durch Konservierungsmittel etc. erzeugter chemischer Geruch meines Musters.

Ich füge hinzu, dass eine künstliche Nachbildung (unsere Fliege) für mich immer noch kein Naturköder ist, wenn man einen weiteren natürlichen Geruchsstoff aufträgt. Vielmehr ist es für mich nach wie vor ein Kunstköder. Deshalb und weil wir ohnehin die meisten real vorhandenen Gerüche unserer Fliegen (Herkunft und Auswirkungen) nicht einschätzen können, kann und möchte ich hier keine strikte Abgrenzung ziehen.


Sei gewiss - in manchen Regionen wirst Du an manchen Gewässern zu manchen Jahreszeiten massive Probleme mit Deiner „Duftfischerei“ bekommen. (ich hoffe, diese Aussage ist allgemein genug beschrieben)



Bernd Ziesche hat geschrieben:Einen Motor bedarf es nicht. Der Motor ist der Fliegenfischer selbst. Ich verrate Dir gerne, dass ich gerade vor zwei Tagen eine feine Fliege mit einer eingebundenen Rassel bei Achim im Laden sah. Klasse Idee! Für z.B. das Wallerfischen genau die richtige Fliege. Ich ahne, Du würdest uns erneut... :mrgreen:



Das ist ja unglaublich, gibt es das wirklich – eine „feine Fliege“ mit eingebauter Rassel?
Wie fein, bzw. wie groß war die denn? Könnte man diese Fliege nicht auch auf Hecht oder vielleicht Meeresfisch einsetzen? Befestige doch noch glitzernde Perlchen und rotierende Metallplättchen vor die „Rasselfliege“, so fängst Du bestimmt mehr Fisch……….. (nur nicht bei uns…..) :mrgreen:

Und wo wir gerade dabei sind, hier tun sich doch bisher ungenutzte Geschäftspotentiale auf:
Mit natürlichen Geruchsstoffen verschmierte Fliegen bedürfen einer besonderen Wurftechnik. Nennen wir ihn einfach „Flavour-Cast“, den könnte man doch ins Kursprogramm aufnehmen, oder?
Diesen Wurf braucht man bestimmt auf Bonefish, Waller, Meeräschen, Tarpon, etc.
Gerätehändler könnte winzige, durchlässige Ampullen mit Duftstoffen anbieten und diese Ampullen mit Dubbing, Federn, etc. zur „Flavour-Fly“ umwandeln. Das wird bestimmt der Renner……… :mrgreen:



Aber mal was anderes:
Bernd Ziesche hat geschrieben:Hallo Benji,
beim Lachsfischen im irischen und schottischen Gebiet verwenden einige Lachsangler ganz gezielt (verschiedene) Duftstoffe. Das ist durchaus bekannt.

.
.
.
Nachdem ich sah, wie Bonefish aus 200 - 500m Entfernung kleine 3-5 einzelne Shrimpstücke umgehend wahrnehmen können und ihnen binnen 2-3 Minuten die gesamte Strecke folgen, kann ich mir nicht vorstellen, dass es anders ist. Auch Duftstoffe auf Fliegen zeigten sofort Reaktionsveränderungen bei den Bonefish.



Bernd Ziesche hat geschrieben:Das mag für Dich ein No-Go sein. Beim Lachsfischen in Irland und Schottland, beim Bonefishen in den Florida Keys und so manch anderer Fliegenfischerei in anderen Regionen ist das seit vielen Jahren kein No-Go, sondern gängige Praxis. Hingegen in anderen Bereichen wie z.B. in einigen Flüssen Kanadas ist es ein No-Go.





Lieber Bernd,

laut eigenen Angaben bist Du kommerzieller Reiseveranstalter für Fliegenfischer und bietest „Spezialreisen“ zu verschiedenen Zielen an, z.b. auf Bonefish, Tarpon, Barakuda, Lachs, Meeräschen etc. Du erwähnst die Fischerei an anderen Destinationen bereits an zwei Stellen, um Deine Pro-Duftstrategie zu untermauern - so what?

Manch Unbedarfter wird sich sagen: „Das interessiert mich wirklich, da will ich hin. Da kann ich doch bestimmt meine Fliege mit allem natürlichen Aromen (z.B. zerstampfte Garnelen, Fischreste, Würmer) benetzen, beträufeln oder die Fliege darin tunken. Es muss doch einen Reiseanbieter geben, der sich damit auskennt…………..“

Schließlich wollen wir alle dazu lernen.

Ach ja - schön, dass wir darüber gesprochen haben…………


Liebe Grüße,

Olaf
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon eod-iedd » 23.07.2013, 12:58

Echt interessantes Thema!

Fliegen mit eingebauten Rasseln.
Die könnte man doch auch als Bissanzeiger zum Fliegenfischen verwenden.
Na Ja, dann brauch ich keine Fliegenrolle mit integrierten Bissanzeiger mehr erfinden.
Eine mit 12V Motor für als Drillerleichterung werde ich aber vermutlich dennoch erfinden.

Ich könnte mir auch ganz gut vorstellen bei uns an der Ager mit Duftstoffen zu experimentieren.
Gleich bei der Spitzgeraden (Nahrungs und Genussmittelindustrie Spitz) täte sich da ja ein breites
Feld an Geruchs und Geschmacksstoffen auf. Die erzeugen Senf, Ketchup, Waffeln, Kuchen, Toastbrot,
Fruchtsäfte sowie Spirituosen.
Mit den letzteren werde ich bei meiner Versuchsreihe wohl am besten beginnen.
Red Tag mit Whisky Geschmack wird sicherlich der Bringer.
Künftig werde ich mir auch Senf und Ketchup an die Weste hängen und damit meine Fliegen behandeln.
Ja Freunde ich werde alle Rekorde brechen und dabei ordentlich Kohle machen.

Aber mal ganz ehrlich.
Offensichtlich sind die Fische einfach schlauer als so mancher Fliegenfischer.
Mich selbst natürlich mit eingeschlossen.

LG/Herbert
Zuletzt geändert von eod-iedd am 23.07.2013, 18:28, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon L4nc3r » 23.07.2013, 14:38

Ziemlich verfahrene Diskussion. ;)

MfG Benji
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon Achim Stahl » 23.07.2013, 15:28

Moin,

Olaf Kurth hat geschrieben:
Das ist ja unglaublich, gibt es das wirklich – eine „feine Fliege“ mit eingebauter Rassel?


Ja, das gibt es wirklich. 8)

Ich habe die Streamer gebunden, um damit in einem Gewässer, in dem alle Angelarten zugelassen sind, nachts auf Waller zu fischen. Die ersten Muster sind Varianten von meiner Lieblings-Hecht-Tubenfliege. Weitere Muster mit Glasrasseln werden folgen. Wo ist das Problem :?:

Ein Waller ist ein Fisch, der zum Jagen nicht sehr auf die Augen fokusiert ist. Die anderen Sinne, Geruch, Gehör und Seitenlinie sind sehr stark ausgeprägt. Also versuche ich diese Sinne anzusprechen, indem ich Glasrasseln mit einbaue, Muster mit starker Wasserverdrängung und Popper binde. Sind Muddler und Popper jetzt auch schon politisch unkorrekt? :-k


Viele Grüße aus dem unverkrampften pragmatischen Norden! :smt006


Achim

p.s.: Man kann natürlich, statt sich Gedanken darüber zu machen, wie ausgesprochen schwierige Fische eventuell zu fangen sind und entsprechende Muster zu binden, auch nur auf extrem einfache, in großer Stückzahl fangfertig besetzte Fische fischen... :wink:
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon Rolf » 23.07.2013, 17:18

Hallo Ihr Lieben,

ich verstehe jeden Fliegenfischer der als „sogenannter“ Purist, eventuell ausschließlich mit der Trockenen, ans Wasser geht. Und ich beneide Ihn um das Wasser, dass er offenbar in seiner Nähe hat. Ich würde das dann auch so machen, es ist toll und sicher einer der Ursprünge des FF. Aber Manches entwickelt sich weiter.

Deshalb kann ich die „Verachtung“ (ob im Ernst oder im Spaß gemeint, kann ich bei einigen Beiträgen nicht klar erkennen) der mit einer Rassel gebauten Fliege von Achim nicht ganz nachvollziehen. Es will doch niemand mit der Rasselfliege oder dem riesengroßen Hechtstreamer an ein bestens gepflegtes Salmonidengewässer. Und er hat durch diese Komponenten, vielleicht anders als beim kontrovers diskutierten Thema Lockstoffe, nicht irgendeinen unfair erscheinenden Vorteil mit der Garantie zum Massenfang. Nein, oft ist dies nur der Wunsch auch bei eher ungünstigen Gegebenheiten und schwierigen Fischen zum Erfolg zu kommen. So bei mir; mir bleibt im Wesentlichen zum Fliegenfischen der Rheinstrom in der Gegend zwischen Karlsruhe und Germersheim. Eine Wasserstraßen-Autobahn. Bei Normalwasserstand keine Buhnenfelder. Eine echte Herausforderung. Jetzt beim ablaufenden Hochwasser freue ich mich auf die wenigen Tage, an denen ich gelegentlich mit der Trockenfliege auf Weißfische gehen kann, selten genug! Ansonsten bleibt da die Pirsch auf Rapfen und Barsch, manchmal Hecht und Barbe. Und mit den dafür üblichen „Fliegen“ wären wir ja schon etwas weg von den Basics. Nun haben wir aber jede Menge Welse (Waller). Da kommt man doch ins Grübeln. Sind die mit der Fliegenrute zu fangen? Ja, sie sind es. Aber wer hier erfolgreich sein will, muss neue Wege beschreiten, experimentieren. Hat das nicht auch Ritz getan? Ja, und das tun auch wir. Selten genug erfolgreich. Und wir genießen dann trotzdem, genau wie die Puristen, den Tag. Auch ohne Fisch. Nur mit ungewöhnlichen Fliegen. Sind wir deshalb zu verurteilen?

Ja die Fliegen sind größer, ja die haben manchmal sogar eine Rassel oder kleine Ketten eingebunden, um auf sich aufmerksam zu machen. Kein Fliegenfischen mehr? Dem Hechtfischer jedenfalls scheint die Abweichung von der (Trocken) -Fliegennorm offenbar zugestanden zu werden, dem mit der Rasselfliege fischenden Welsfischer nicht? Ich habe den Eindruck, hier ist es mit der sprichwörtlichen Toleranz manch eines Fliegenfischers nicht besonders weit her.

Achim hat es sehr gut formuliert, der Wels nutzt viele Sinne; nur nicht die Augen, die helfen ihm bei der Beutjagd kaum. Hier kommen wir zu Bernd´s Eingangsfrage, Lockstoffe einsetzen beim Fliegenfischen? Warum denn nicht (auch wenn ich es nicht machen würde). Schlimmer als denjenigen der den Lockstoff einsetzen könnte, empfände ich den Typ "Hausmeister Krause" der in seiner Eigenschaft als Fischereiaufseher, aus seinem persönlichen Empfinden heraus die subjektive Entscheidung träfe, den Lockstofffliegenfischer mittels Schnüffelprobe des Wassers zu verweisen.

Auf herkömmliche Weise habe ich in den letzten 20 Jahren schon manchen Wels gefangen und weiß um die Wirkung von Geruchsstoffen. Beim Fliegenfischen auf Wels verwende ich sie trotzdem nicht, weshalb mir mangels guter Sehkraft des Fisches (s.o.) eben nur noch die „Druck/Lärm“ machende Komponente als Mittel der Wahl bleibt. Mit Sicherheit wären wir mit Lockstoffen erfolgreicher. Aber ohne fangen wir auch. Allerdings weniger. Im Rhein fangen wir in einem Kalenderjahr mit der Fliege weniger Welse, als der Trockenfliegenfischer an einem guten Forellenwasser Fische in wenigen Stunden. Hm...

Wen es interessiert, aber auch für die, denen es nun gar nicht in den Kopf will, dass es Fliegenfischer gibt die anders sind, hier zwei Bilder meiner Erfolgsfliege auf Wels, die schon geraume Zeit mit oder ohne Rassel im Einsatz sind.


Ein auf mehr Toleranz hoffender

Rolf
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon sedge111 » 23.07.2013, 17:23

Achim Stahl hat geschrieben:p.s.: Man kann natürlich, statt sich Gedanken darüber zu machen, wie ausgesprochen schwierige Fische eventuell zu fangen sind und entsprechende Muster zu binden, auch nur auf extrem einfache, in großer Stückzahl fangfertig besetzte Fische fischen... :wink:


....oder man gesteht sich irgendwann ein, dass, auch wenn man noch so gern Fliegenfischer ist das geeignete Gerät in manchen Situationen doch die Spinnrute ist!

Unvorstellbar entspannte, ba­ju­wa­rische Grüße!

Tom
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon Achim Stahl » 23.07.2013, 17:52

Moin,

sedge111 hat geschrieben:....oder man gesteht sich irgendwann ein, dass, auch wenn man noch so gern Fliegenfischer ist das geeignete Gerät in manchen Situationen doch die Spinnrute ist!



... oder man schaut mal über den Tellerand und erfährt, wozu eine 10er Rute alles geeignet ist! :wink:


Da sehen sich einige sehnsuchtsvoll die Videos vom Fliegenfischen auf Tarpon, Giant Trevally etc. an. Wenn aber mal ein paar Leute das gleiche Gerät hier bei uns einsetzen, wird zum Spinnangeln geraten... ](*,)

Für mich ist eine Spinnrute niemals eine Alternative. :doubt:


Puristische Grüße von einem Fly-only-Fischer! :wink:


Achim
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon AlexWo » 23.07.2013, 20:03

L4nc3r hat geschrieben:
AlexWo hat geschrieben:
Thomas E. hat geschrieben:Die englische "Legende" Hugh Falkus garnierte seinerzeit seine Meerforellenfliege bei schwierigen Bedingungen gern mal mit wenigen Maden,
hier mag die Bewegung und der Geruch eine wichtige Rolle für den Erfolg spielen.


So einen "Fliegenfischer" hab ich in meiner Funktion als Fischereiaufseher schon aus dem Verkehr gezogen. "Seine Begründung lautete: Wie soll man den die Nasen sonst fangen


Ahoi Alex,

Mich würde ja mal interessieren, was würdest du mit jemandem machen, der seine Bachflohkrebse mit Aalhaut bindet, vllt. Sogar schon selbst benutzt? ;)

MfG Benji


Hi, irgendein nicht definierbares Rückenmaterial einzubinden ist qualitativ schon davon zu unterscheiden ob jemand seine Nymphen mit Maden garniert, findest Du das nicht auch? VG Alex
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon Bernd Ziesche » 24.07.2013, 02:47

Olaf Kurth hat geschrieben:Du plädierst einerseits für einen geruchsneutralen Fliegenköder


Hallo Olaf,
ich plädiere nicht für etwas, dass utopisch ist und dieses stets sein wird. Offensichtlich hast Du mich da fehlinterpretiert.

Olaf Kurth hat geschrieben:Andererseits willst Du keine Abgrenzung ziehen, wenn es um den Auftrag natürlicher Geruchsstoffe (Maden, Würmer, Fisch, Garnelen, etc.) geht:

Bernd Ziesche hat geschrieben:Da ich es unmöglich verhindern kann, dass meine Fliegen eine Geruchssignatur besitzen, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass manche Fliegen dadurch in manchen Situationen bei manchen Fischarten zu deutlich negativem Beissverhalten führen. Ergo wäre meine Imitation deutlich am Ziel des Nahrung Nachamens vorbei.
In solch Fall wäre mir ein zusätzlich aufgebrachter (Haupt)Geruch lieber als ein durch Konservierungsmittel etc. erzeugter chemischer Geruch meines Musters.

Ich füge hinzu, dass eine künstliche Nachbildung (unsere Fliege) für mich immer noch kein Naturköder ist, wenn man einen weiteren natürlichen Geruchsstoff aufträgt. Vielmehr ist es für mich nach wie vor ein Kunstköder. Deshalb und weil wir ohnehin die meisten real vorhandenen Gerüche unserer Fliegen (Herkunft und Auswirkungen) nicht einschätzen können, kann und möchte ich hier keine strikte Abgrenzung ziehen.


Sei gewiss - in manchen Regionen wirst Du an manchen Gewässern zu manchen Jahreszeiten massive Probleme mit Deiner „Duftfischerei“ bekommen. (ich hoffe, diese Aussage ist allgemein genug beschrieben)


Auch hier hast Du mich fehlinterpretiert. "Wäre" ist keineswegs mit der Bedeutung von "ist" gleichzusetzen. Bisher habe ich weniger als 5 Mal (in 25 Jahren und über 20 000 Stunden) Duftstoffe zur Imitation des natürlichen Geruches einer Nahrung eingesetzt.

Möglicherweise hilft Dir das Lesen der nachfolgenden Zitate meiner bereits geschrieben Postings, um zu verstehen, dass ich selbst bisher keine Geruchsstoffe verwendet habe. Ich habe nur eben auch kein Problem damit, wenn es in einigen Bereichen von anderen Kollegen getan wird. Und ich kann mir die eine oder andere Situation vorstellen, in der ich es selbst möglicherweise auch einmal tun werde.

Bernd Ziesche hat geschrieben:Einen (oft chemisch basierten) Geruchsstoff bringe ich ohnehin zumeist auf. In den allermeisten Fällen denn bisher nicht, um den natürlichen Geruch der Nahrung zu imitieren, sondern weil die Materialien chemisch behandelt wurden.


Bernd Ziesche hat geschrieben:Für mich ist der gezielte Einsatz von Duftstoffen, um die Hauptrichtung des Fliegenduftes zu steuern, ebenfalls noch Fliegenfischen. Ansonsten müssten wir viele Bindematerialen, die längst gängig sind, ablehnen.
Ich glaube, bisher haben wir (zumindest die meisten Fliegenfischer) diesen Bereich nur stark ignoriert, obwohl er schon lange vorhanden war.

Anmerkung für Dich, Olaf: "Wir" beinhaltet mich selbst ebenfalls. :wink:

Bernd Ziesche hat geschrieben:Bezüglich Deines Vereinskollegens bin ich denn Deiner Meinung, was die Einschätzung betrifft, dass es kein Fliegenfischen ist, wenn man einen Naturköder anbindet.


Bevor weitere Fehlinterpretationen entstehen: Anfüttern und meine Fliege mit Naturködern garnieren/versehen, ist nicht mein Weg des Angelns. Wenn jemand aber z.B. Meeräschen mit Brot anfüttern möchte, so habe ich damit kein Problem und überlasse dies jedem selbst.

Etwas zum Nachdenken, Olaf:
Kannst Du Dir vorstellen, dass eine Meeräsche eine Fliege genau deshalb nimmt (obwohl sie gerade nicht einmal am fressen ist), WEIL die Fliege nicht nach ihrer natürlichen Nahrung duftet, sondern ganz anders und genau dies die Meeräsche neugierig macht?
Nein? Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man sich mit einem andersartigen Geruch in der Tat genau diesen deutlichen Vorteil verschaffen kann! Dir scheint es ja darum zu gehen, sich keinen Fangvorteil zu verschaffen. Demnach müssten wir ggf. alle nicht nach der natürlichen Nahrung duftenden Fliegen überdenken.
Warum sollte eine Meeräsche, die gerade am Fressen ist, plötzlich vorschnellen und meine komplett anders duftende (ihre Nahrung optisch überhaupt nicht imitierende) Fliege ins Maul nehmen und sie sofort wieder ausspucken? Ich denke, aus Neugierde. Würde ich diese Neugierde auch mit einem Stück Alge am Haken auslösen? Das lässt sich leicht testen. Ich verrate es Dir: Nein! Ein Stück Alge am Haken und die Meeräschen verweigerten bisher zu 100%.
Ebenfalls werden natürlich umher schwimmende Tangläufer komplett ignoriert, während meine Tangläuferfliege durchaus einmal sehr kurz testend inhaliert wird.
Natürlich lässt sich diese Fragestellung nicht nur auf die Meeräschen anwenden.
Lieben Gruss
Bernd
Bernd Ziesche
 

Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon Achim Stahl » 24.07.2013, 11:24

Moin Tom, Markus, Alex und andere,

eines will mir nicht einleuchten:

in welchen konkreten Situationen ist es angebrachter, statt der Fliegenrute eine Spinnrute zu verwenden und warum?

Was macht einen Blinker, Wobbler (fast immer mit eingebauter Rassel) oder Gummifisch politisch korrekter, waidgerechter oder "sportlicher" als einen Streamer (auch wenn der eine Glasrassel eingebaut hat)?

Der einzige Grund, der mir einfällt, ist, dass es einfacher ist. Das heißt, vor der Herausforderung kapitulieren, weil man sich ihr nicht gewachsen fühlt oder eben lieber den einfachsten Weg geht. Ich erlebe das auch immer wieder hier an der Küste, wenn "Fliegenfischer" bei eigentlich guten Bedingungen mit der Spinnrute auf Meerforellen fischen, weil die Fische angeblich "nur auf Blech" gehen...

Ich bin Fliegenfischer; Spinnangeln interessiert mich ungefähr so wie Netze legen. Verschiedene Fischarten zu fangen, finde ich aber spannend. Ich mache mir auch gerne Gedanken, wie ich bestimmte Fische mit einem Streamer zum Anbiss verleiten kann. Alle Streamer, die ich fische, kann ich auch problemlos werfen. Warum also eine Spinnrute kaufen (oder mit Dynamit fischen :badgrin: ) ?


Rätsel über Rätsel... :-k


Achim

P.s.: Ich kenne Bernd ziemlich gut. Er macht sich sicherlich keine Gedanken über Geruchsstoffe, weil er seine Fische einfacher fangen will, sondern weil er neugierig ist und versucht zu verstehen, "wie die Fische ticken". Eine Eigenschaft, die einen guten Fliegenfischer zu großen Teilen ausmacht.
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon ChrystalShrimp » 24.07.2013, 12:21

... wie schon geschrieben, manchmal ist der Tellerrand einfach zu breit oder man ist nicht bereit, den Blick darüber hinaus zu bewegen.

Am Stammtisch heißt es oft so schön: Diskutiere nie über Politik und/oder Religion. Das hier ist meiner Meinung nach ähnlich gelagert und zu Meinungsänderungen wird es meines Erachtens nicht kommen, auch wenn jeder seine Standpunkte noch so oft und noch so eindringlich darlegt. Ist aber auch ok so, behaltet eure Meinungen aber bitte toleriert auch die des Gegenübers, dann ist hier allen gedient und das Sommerloch kann weiterhin auf friedliche Weise gestopft werden.

Interessant ist die Diskussion aber allemal.

Tolerante Grüße,

Eric
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon Maggov » 24.07.2013, 14:44

Hi Achim,

ich wollte mich bewusst raushalten da ich meinte oben und dem zwischenzeitlichen Parallelthread alles erwähnt zu haben was ich zu dieser "Abgrenzungsfrage" beitragen kann.

Deine direkte Ansprache möchte ich aber beantworten um auch dem Vorwurf der Arroganz entgegen zu gehen.

Für mich ist und war ein Gummifisch, ein Blinker oder ein Naturköder nicht mehr und nicht weniger politisch korrekt als Fliegenfischen, das Naturköderfischen mag werferisch nicht so anspruchsvoll sein und die Chancen dass der Fisch tief schluckt sind wahrscheinlich etwas höher so dass man über die Waidgerechtigkeit und Sportlichkeit sicherlich treffend diskutieren kann, beim Spinnfischen habe ich da bereits meine Probleme da ich Spinnfischer kenne von denen sich so mancher Fliegenfischer in punkto Umgang mit dem Fisch eine Scheibe abschneiden könnte.

Deshalb habe ich bereits oben diesen Themenbereich ausgegrenzt und würde Dich, lieber Achim bitten, hier nicht pauschal alle Poster die nicht mit Deiner Meinung oder Sicht überein stimmen über einen Kamm zu scheren. Die von Dir angesprochenen Personen tun' dies bzgl. Dir und Bernd jedenfalls nicht.

Zu der Unterscheidung Streamer und Blinker und in wie weit ich das für Fliegenfischen im klassischen Sinne halte bitte ich Dich mein posting im anderen Thread zu lesen:

fliegenfischen-eine-lebenseinstellung--f26207/was-ist-eigentlich-fliegenfischen--t268065-s15.html

Dort wirst Du ebenfalls lesen können dass ich mich mit meiner Einstellung eben nicht über andere Sichten stelle sondern vielmehr das Gefühl habe das Gegenteil ist der Fall.

Deshalb bitte ich Dich mir die Frage zu beantworten warum ich mich dafür rechtfertigen muss wenn jemand fragt was man (/ich) von einer bestimmten Art zu Fischen halte und ich dummerweise antworte "nicht mein Fall"? Warum ist diese Aussage arrogant?

Ich sehe weiterhin in Deinem Posting eine klare Abwertung der Spinnfischerfraktion die Du als "Fly-only" Purist äusserst wenn Du Spinnfischen mit Netze stellen gelich setzt. Für mich ist das arrogant und überheblich gegenüber anderen Fischern.

Bei uns gibt es den Spruch: Wer mit dem Finger auf andere zeigt, zeigt gleichzeitig mit drei Fingern auf sich.
Deshalb würde ich Dich bitte auch mal Deine Statements zu prüfen ob diese immer so offen und tolerant verstanden werden können wie Du es vielleicht meinst.

Ich verstehe Tom's Punkt so:

Wenn ich auf Fische wie Aal und Waller mit der Fliege fische dann ist dies sicherlich die Entdeckung von Neuland und das Einbinden von Passeln ist ein spannender Aspekt. Genauso wie das parfümieren von Fliegen. In beiden Fällen mache ich aber einen Schritt in Richtung "Fangeffizienz" und nicht in Richtung Selbsteinschränkung. Die Grundsatzfrage warum man keinen Spaß mehr daran hat mit der Spinnrute den gleichen Köder zu transportieren anstatt sich Flugruten ab zu mühen (auch wenn diese in hohen Schnurklassen das sicherlich gut bewerkstelligen) finde ich nicht unberechtigt.

Sollte Deine Antwort sein "weil Du den Fisch eben mit der Fliegenrute fangen willst" so ist da gar nichts ein zu wenden (ich denke Tom hat da auch nichts dagegen) aber es stellt sich eben die Frage inwieweit das noch etwas mit dem Kern des Fliegenfischens zu Tun hat.

So kommt dann auch Hardy's Kernfrage raus was man denn unter Fliegenfischen versteht und auch hier bitte ich Dich den anderen Thread aufmerksam zu lesen.

Wenn ich die Huchenfischer mit schwersten Jigköpfen an der Fliegenrute sehe dann frage ich mich warum die nicht einfach zur Spinnrute greifen. Wenn nur die Fliegenrute erlaubt ist verstehe ich es da die Jungs versuchen Grauzonen aus zu loten. Wenn alle Angelarten erlaubt sind sehe ich eine (aus meiner Sicht) unnötige Einschränkung beim Gerät und würde auch fragen: Sag' mal warum nimmst Du für diesen Köder nicht ein angemessenes Gerät?

Warum ich dann gleich ein arroganter Schnösel sein soll entzieht sich meinem Verständnis :smt102 ... und wirft die Frage auf ob Du den damals sehr beliebten Telefon-gag im Radio lustig gefunden hättest wo einer bei Ferrari anruft um sich eine Anhängerkupplung zu bestellen.

Viele Grüsse in den unverkampften Norden

Markus
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon Achim Stahl » 24.07.2013, 15:38

Moin Markus,


whow, whow, wann habe ich dich denn "arrogant" genannt?


Direkt angesprochen habe ich (unter anderen) dich, weil du dich namentlich bei Tom bedankt hast, der seine Meinung ausdrückte, ich sollte mir irgendwann mal eingestehen, dass das geeignete Gerät eine Spinnrute ist.

Diese Ansicht finde ich in der Tat, auf mein Wallerstreamerprojekt bezogen, weder nachvollziehbar, noch angebracht. Vor allem nicht, wenn man von dem Projekt praktisch nichts weiß und auch den Streamer gar nicht gesehen hat.

Streamer mit Glasrasseln sind nichts neues. Die gibt es annähernd so lange, wie Wobbler mit Rasseln. Muddler und Popper, die die Seitenlinie der Fische ansprechen, sind auch nichts Neues. Es war mir bis zu der harschen Kritik, was an so einem Streamer "fein" sein soll, und dass ich mal lernen soll, wann ich besser zur Spinnrute greife, nicht bewußt, dass daran etwas Verwerfliches ist. Hier an der Küste nutzen wir zum Beispiel schon lange Muddler und Gurgler für die Nachtfischerei, um die Seitenlinie der Fische anzusprechen. Was spricht dagegen, einen Streamer für eine konkrete Situation zu optimieren? Wenn ich am Bindestock sitze und mir Gedanken mache, gehen die meistens in Richtung "Fangeffizienz". Ich lasse doch auch nicht bei einer Trockenfliege die Hechel weg, um dem Fisch mehr Chancen zu geben. Viel eher werfe ich mit der in einer konkreten Situation optimalen Fliege und optimalen Gerätezusammenstellung einen besonders schwierigen Fisch an.

Warum will man jemandem, der durch und durch Fliegenfischer ist, nahelegen, statt zu streamern zur Spinnrute zu greifen? Das ist es, was mir nicht einleuchtet und worüber ich mich auch ein wenig ärgere. Für mich ist das genau so absurd als würde man mir empfehlen mit Dynamit zu fischen. Beides ist nicht mein Ding. Deshalb der Vergleich.

Im Gegensatz zu Aalen sind Waller Fische, die regelmäßig mit Gummifischen und Wobblern gefangen werden. Meine Überzeugung und erfahrung ist, dass jeder Fisch, der mit Gummifischen und Wobblern gefangen wird, auch einen passenden Streamer nimmt. übrigens sind meine "bösen" Streamer so beschaffen, dass man sie problemlos mit einer achter Rute werfen kann, nicht wie gewisse "Huchenjigs". Die Zehner nehme ich nur, weil ich damit souveräner drillen kann.

Ich verabscheue auch niemanden, der mit der Spinnrute fischt. Ich verstehe nur nicht, warum ich das tun soll. Und auf diese Frage habe ich noch immer keine Antwort.


Viele Grüße!


Achim
Zuletzt geändert von Achim Stahl am 24.07.2013, 16:43, insgesamt 1-mal geändert.
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