Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

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Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon Bernd Ziesche » 18.07.2013, 06:14

Hallo allen,
beim Fliegenfischen verwenden wir ein Fliegenschnur, mit Hilfe derer wir eine künstliche Imitation von etwas aus dem Nahrungsspektrum des Fisches zu diesem hin präsentieren. Es gibt Randbereiche wie Attractorflies, wo wir nicht mehr die Nahrung zu imitieren versuchen.
Wie sieht es mit dem Auftragen von Geruchsstoffen aus, die dafür gedacht sind, den Geruch der Nahrung zu imitieren?
Ist das immer noch Fliegenfischen?
Vielen Dank für Eure Meinungen.
Bernd
Bernd Ziesche
 

Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon strikemike » 18.07.2013, 07:31

Ich fische bis auf super wenige Ausnahmen (reine Verzweiflungstaten) mit Trockenfliege only. Entweder es geht so, oder ich lasse es. Dann hatte ich zumindest einen tollen Tag in der Natur. Ich würde nicht auf die Idee kommen mit Geruchsstoffen zu "arbeiten".
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon dreampike » 18.07.2013, 08:12

Hallo Bernd,
ist ja witzig, genau über dieses Thema denke ich zur Zeit auch nach, insbesondere beim Karpfenfischen. Die Beobachtung vor ein paar Jahren war, dass Karpfen auch bestens angebotene Fliegen oft ignorieren bzw. sie offensichtlich sahen und darum herumschwammen. Also habe ich mal nachgeholfen und eine dicke gelbe Chenillefliege (= Riesenmaiskorn!) mit ein wenig Vanille-Aroma versehen. Der Erfolg war umwerfend, die Karpfen stürzten sich so begeistert auf meine Aromafliege, dass ich sofort ein schlechtes Gewissen hatte und die Methode nicht mehr anwendete.
Nachdem ich nun die letzten Tage vergeblich auf die vom Hochwasser in meine Isarstrecke verdrifteten Karpfen (da sind Kaventsmänner bis 25 Pfd. dabei) gefischt habe und auf ähnliche Ignoranz stieß wie damals, denke ich über den erneuten Griff in den fliegenfischereilichen Giftschrank nach... aber nach wie vor mit schlechtem Gewissen. Beim Fischen auf Forellen, Äschen oder Hecht würde ich da nichts einsetzen, brauche es auch nicht!
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon Martin 1960 » 18.07.2013, 09:29

Hallo und guten Tag wünsche ich Euch.

Den einzigen "Geruchsstoff" den ich guten Gewissens benutze,
ist Bienenwachs (Bienenwachskerze) zum wachsen des Bindefadens.

Ich bilde mir ein,
dass von zwei identisch gebundenen Fliegen,
die mit "Bienenwachs gebundene" Fliege, öfters angefasst wurde.

Habe, natürlich, keine empirisch Werte,
im besten Fall "phietrische Erfahrungen"
(ein Auge zukneifen und über den dicken Daumen gepeilt :biggrin: ).
Freundlicher Gruss, Martin

"jetzt kann ich es, ...." nur eine kurzer Moment!
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon AlexWo » 18.07.2013, 09:57

Hallo Bernd,

Geruchsstoffe, anfüttern (wie beim Bonefish), ranteasern, ALLES kein Fliegenfischen, sondern Klamauk!
Beim Fliegenfischen geht es bekanntlich nicht um den Fang von Fischen sondern um das Wie...
Da gehört Misserfolg einfach dazu!

Viele Grüsse

Alex
"salmonfishing is not distance, its control...." H.M.
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon Achim Stahl » 18.07.2013, 10:33

Moin,


dreampike hat geschrieben:Also habe ich mal nachgeholfen und eine dicke gelbe Chenillefliege (= Riesenmaiskorn!) mit ein wenig Vanille-Aroma versehen. Der Erfolg war umwerfend, die Karpfen stürzten sich so begeistert auf meine Aromafliege



Meine Beobachtung ist komplett anders. Ich habe auch mal recht ausgiebig das "Karpfenexperiment" gemacht, nachdem jemand behauptet hat, mit Duftstoffen würde man sie viel leichter fangen. Ich konnte keinen Unterschied feststellen. Wenn die Fische die Fliege in ihrem Sichtfeld präsentiert bekommen haben, haben sie sie mit oder ohne Duftstoffe gleich gut genommen. Ich denke, Duftstoffe dienen hauptsächlich dazu, die Fische von weiter weg anzulocken. Sobald die Augen den Köder wahrnehmen, sind Gerüche nicht mehr so relevant. Natürlich ist das auch etwas abhängig von der Fischart. Aale reagieren auf Gerüche bestimmt sensibler als typische Augenjäger, wie Hechte oder Forellen.

Dass richtig üble Gerüche (Tabak) die Fische alarmieren können, glaube ich schon.


Ist das noch Fliegenfischen?


Würde ich an einem Fly-only-Gewässer Erlaubnisscheine ausgeben, hätte ich das Gefühl, es will jemand schummeln. Ansonsten ist das nicht mein Ding, aber wer meint, dass er es nötig hat und dass es hilft...

Ich habe schon viel Übleres von irgendwelchen selbsternannten Puristen gesehen. :roll:


Viele Grüße!


Achim
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon CPE » 18.07.2013, 11:04

Achim Stahl hat geschrieben:Ich denke, Duftstoffe dienen hauptsächlich dazu, die Fische von weiter weg anzulocken.


Lieber Achim,

Wenn da nicht die Physik ein wenig den Weg versperrte! Denn wenn ein Abtrünniger eine in Karpfensud getauchte Fliege in das Wasser hält, gibt es etwas, das sich Diffusion nennt. Das führt über das erste Fick'sche Gesetz zu Einstein und Stokes und dann geradewegs zu einer Zahl aus diesem Artikel:

http://www.soft-matter.uni-tuebingen.de ... torial.pdf

Der mittlere Verschiebungsbetrag bei 50 Grad warmes Wasser wird dort mit 0,15 mm pro Sekunde berechnet, das sind pro Minute 9 mm oder 54 cm pro Stunde. Mit Strom sieht die Verdriftung ganz anders aus, aber welcher Angler hat den unter Kontrolle?

Grüße, Norbert
CPE
 

Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon Frank. » 18.07.2013, 12:25

Schon als Kind habe ich von meinem Vater gelernt, dass Fische äußerst sensibel auf starke Aromastoffe reagieren würden - viele Jahre lang habe ich es, wenn ich morgens zum Fischen ging, sogar vermieden, Rasierwasser zu benutzen. Einreiben mit Autan o.ä. kam schon gar nicht in Frage.
Irgendwann habe ich diese Regel aber einfach vergessen - so vor 20 Jahren vielleicht. Und siehe da: Mit Rasierwasser und Autan an den Fingern fange ich keinen Deut schlechter als ohne … Beim Fischen mit natürlichen Ködern mag das etwas anderes sein, aber das kann ich aus der Praxis nun einmal nicht beurteilen. Ich bin also sehr geneigt, die Thematik "Geruchsstoffe beim Fliegenfischen" weiterhin komplett zu vernachlässigen. In meinen Fliegen hängt fast immer ein Hauch von Bleu de Chanel, und ich fange damit durchaus nicht nur Rogner.

Euer Frank
Das sind Deine Beobachtungen, mein Lieber, andere haben andere Beobachtungen gemacht.
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon Hardy » 18.07.2013, 13:36

moin moin,

im Widerspruch zum hier bereits zitierten Fick'schen Gesetz bin ich der unmaßgeblichen Meinung, dass sich Duftstoffe sehr wohl relativ schnell im Wasser ausbreiten. Ohne streng wissenschaftliche Beweisführung ging es bei frühen Experimenten im Aquarium genau um diese Fragestellung. Reagieren Fische bei der Fütterung auf visuelle oder duft-/geschmackssensorische Eindrücke. Unsichtbar für die Fische eingebrachtes Futter wurde dabei genauso schnell "attackiert" wie sichtbar auf die Oberfläche gestreutes.

Ob man das allerdings für das Fliegenfischen nutzen sollte, mag jeder für sich entscheiden.

Ich werde meine "künstlichen" Bienenmaden demnächst doch mal beduften. Selbst auf die Gefahr hin, von den Puristen im nächsten Pool ertränkt zu werden. :biggrin:

Groetjes
Hardy
Lasst alle Hoffnung hinter euch, ihr, die ihr eintretet!
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon Frank. » 18.07.2013, 13:41

Hardy hat geschrieben:von den Puristen im nächsten Pool ertränkt …


Schreibfehler, mein Lieber! In diesem Falle handelt es sich um "Puh!-Risten".

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Frank
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon Hawk » 18.07.2013, 14:37

Beim Fliegenfischen habe ich es noch nicht probiert, beim Spinnfischen nutze ich allerdings sehr regelmäßig aromatisierte Gummiköder,
insbesonders was Barsche betrifft sind meine Ergebnisse was das betrifft SEHR eindeutig !

Mehr Bisse bringen die aromatisierten Köder eher nicht, und wenn ist der Unterschied minimal. Allerdings gibts weniger rumgeknabber am Köder, die Barsche nehmen den aromatisierten Gummifisch meistens voll und lassen ihn auch erst nach ner Weile wieder los. Hab mal im flachem Wasser beobachtet wie ein Barsch mit meinen Gummifisch im Maul fast ne Minute durch die gegend Schwamm bis er ihn wieder ausgespuckt hat. Man hat also deutlich weniger Fehlbisse und wenn doch mal ein Anhieb danebengeht fasst der Fisch auch deutlich öfter nochmal nach.

Ich geh mal davon aus das das bei nem aromatisierten Streamer genauso währe und sich auch auf andere Arten übertragen lässt.

@ Bernd : Falls du es mal testen willst, kann ich dir die BioEdge Lockstoffe empfehlen http://www.bioedgefishing.com/ .
Zu 100% Natürlich und in diversen Geschmacksrichtungen passend zu dem was man grade imitieren will erhältlich.
Gibts als Wand (so ne Art Klebestift) und als Potion (Öl), glaub für Fliegen bietet sich eher letzteres an.

Nach dem Fischen sollte man die Fliege aber eher nciht zurück in die Box packen, das Aroma ist teilweise etwas gewöhnungsbedürftig :D
Gruß
Sven
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon Rolf » 18.07.2013, 14:54

Hallo Bernd,

interessant ketzerisches Thema, das spaltet ja schon wieder mal die „Gemeinde“. :biggrin:

Um Deine (Sommerloch-? :wink: :?: ) Frage zu beantworten: Ja, das ist Fliegenfischen! Denn: verwende ich eine Fliegenrute und einen Köder, den ich nur auswerfen kann indem ich eine „Wäscheleine“ als Wurfgewicht verwende, dann ist es Fliegenfischen. Basta :!: .

Anmerkung
Wäre die Verwendung aromatisierter Fliegen der ultimative Weg zum sicheren Fangerfolg, gäbe es die unterschiedlichsten Tinkturen/Fliegen in den üblichen Mengen sicher auch schon im Fliegenshop. Wer im „Gemischtwarenangelladen“ einkauft, kann sich ein Bild über die prächtige Vielfalt im Angebot machen. Wobei auch dort trefflich zu diskutieren wäre, ob der Einsatz dieser (allesamt völlig geheimen :wink: ) Rezepturen den Erfolg beim Fischen oder nur im Portefeuille des Händlers bringen. Jedenfalls bin ich fast sicher, dass solche Aromatisierungen beim FF nicht all zu oft zu einem bahnbrechendem Ergebnis führen. Probiert haben es bestimmt schon viele und zumindest gelegentlich scheint´s ja zu funktionieren. Gemäß meiner Vorschreiber wird ja aber auch dies hier bereits kontrovers diskutiert :o . Erst kürzlich berichtete ein Autor in einer FF-Zeitschrift über die verstärkte Lockwirkung von in Kaffe eingetauchten Fliegen beim Schwarzbarschfischen. Außerdem, der starke Raucher gibt seinen Fliegen durchaus ein gewisses Etwas mit auf den Weg, auch wenn ich –gefühlt- glaube, der Fisch nimmt durch Nikotingeruch vom Köder eher Abstand (so jedenfalls hat das vor vielen Jahrzehnten mein Onkel erklärt). Und dann noch Frank´s Bleu de Chanel :roll: . Ob das jetzt alles schadet oder nutzt, sei´s drum. Puristen aufgepasst :biggrin: : auf die Kernfrage reduziert, ja alles das ist Fliegenfischen.

@ Alex: Nicht so ganz teile ich Deine Ansicht. Im Gegenteil habe ich den Eindruck, auch beim FF scheint ganz primär der Fang von Fischen Antrieb zu sein. Leider gelingt mir das nicht immer, aber dann bleibt mir ja noch der Genuss des Naturerlebnisses, da bin ich dann wieder bei Dir. Der Misserfolg, da sind wir uns wohl einig, der gehört dazu. Hingegen hat nicht nur unsere Angeltechnik ihn gepachtet :badgrin: . Und eine kleine Korrektur sei mir gestattet, gerade beim Fliegenfischen auf Bonefish wird nicht angefüttert, das ist „erste Sahne Indianerfischen“ mit Anschleichen und so; es sei denn, da wäre ein ganz großer Zug, beladen mit einem neuen Trend an mir vorüber gefahren :?:

@ alle: Übt Toleranz, experimentiert, aber verhaltet Euch wohl und berichtet dann, wie es Euch so ergangen ist. Ich sehe vor meinem geistigen Auge in den üblichen Medien bereits die neue FF-Weste mit so einer Art Patronengürtel wie im Western. Geladen mit diversen Fläschchen unterschiedlichster Mixturen, die der "Purist" zum Schutze der Jugend allerdings nur still und leise im verschlossenen Keller tragen sollte :mrgreen: .....



Gruß und TL

Rolf

P.s.: Ich hoffe es sind genug Smilies im Text, um die Ernsthaftigkeit -mancher- meiner Aussagen zu unterstreichen :p
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon Olaf Kurth » 18.07.2013, 15:00

Bernd Ziesche hat geschrieben:Wie sieht es mit dem Auftragen von Geruchsstoffen aus, die dafür gedacht sind, den Geruch der Nahrung zu imitieren?
Ist das immer noch Fliegenfischen?




Nein, das hat mit Fliegenfischen nichts zu tun, lieber Bernd!



Hardy hat geschrieben:Ich werde meine "künstlichen" Bienenmaden demnächst doch mal beduften.



Das machst Du doch sowieso......................... die Jury wird sich bei Dir noch was Besonderes einfallen lassen, warte nur.................... :mrgreen:

Liebe Grüße,

Olaf
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Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon CPE » 18.07.2013, 17:37

Hardy hat geschrieben:im Widerspruch zum hier bereits zitierten Fick'schen Gesetz bin ich der unmaßgeblichen Meinung, dass sich Duftstoffe sehr wohl relativ schnell im Wasser ausbreiten. Ohne streng wissenschaftliche Beweisführung ging es bei frühen Experimenten im Aquarium genau um diese Fragestellung.


Hoi Hardy,

Es ging mir vor allem um die Fernwirkung. Svart und Du haben ja eher Nahfelderfahrungen, die ich nicht bezweifeln möchte. Habe ich übrigens auch: Meine Caridina japonica (multidentata) sind nach Shrimp Sticks (sehr fischiges Fischfutter) absolut wahnsinnig. Reaktionszeit unter 3 sec. auf 50 cm, inkl. sehr zielsicherem Herantasten an die Geruchsquelle. Da kann also nur die erwähnte Strömung im Aquarium eine Riesenrolle spielen.

In der Fernwirkung kommt ja noch hinzu, daß es nicht reicht, den Geruchsstoff zu einem bestimmten Punkt zu bringen, sondern auch, daß der Geruchsstoff mit dem Abstand hoch 3 sich verteilt, wenn die Fliege also einen Durchmesser von 1 cm hat, sich die aufgebrachte Duftmenge in 1 Meter Entfernung bereits auf ein 1.000.000stel verdünnisiert hat.

Bei 50-100 m Entfernung geht das dann schon in den Bereich "Moleküle zählen"...

Met vriendelijke groeten, Norbert
CPE
 

Re: Geruchsstoffe beim Fliegenfischen

Beitragvon Bernd Ziesche » 18.07.2013, 23:10

Olaf Kurth hat geschrieben:
Bernd Ziesche hat geschrieben:Wie sieht es mit dem Auftragen von Geruchsstoffen aus, die dafür gedacht sind, den Geruch der Nahrung zu imitieren?
Ist das immer noch Fliegenfischen?


Nein, das hat mit Fliegenfischen nichts zu tun, lieber Bernd!


Hallo Olaf,
wo ziehst Du für Dich die Grenze?
Ist das Binden von Flohkrebs-Fliegen mit z.B. Aalhaut noch denkbar, was ja auch den Einsatz von natürlichen Geruchsstoffen beinhaltet?

Ich ziehe für mich eine klare Grenze beim Auf den Haken ziehen von natürlichen Ködern/Köderstückchen.
Einen (oft chemisch basierten) Geruchsstoff bringe ich ohnehin zumeist auf. In den allermeisten Fällen denn bisher nicht, um den natürlichen Geruch der Nahrung zu imitieren, sondern weil die Materialien chemisch behandelt wurden.
Beste Grüsse
Bernd
Bernd Ziesche
 

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