Herbstfischen

Was macht FLIEGENFISCHEN aus? Hier darf nach Herzenslust gefachsimpelt werden! Auch Termin- und andere Ankündigungen passen hier herein.
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Re: Herbstfischen

Beitragvon fly fish one » 21.10.2016, 17:21

Du liebes Bißchen, was geht denn hier ab!
Ich würde sagen: Locker bleiben und sich richtig informieren. Es ist exakt so, dass z.B. hier in Bayern, von oberster Stelle abgesegnet RBF besetzt werden! Unser Verein hat sich dahingehend extra abgesichert. Ich finde das auch nicht verwerflich. Und logisch gehe auch ich weiter fischen auf RBF bis in den Dezember! Warum auch nicht?

Was mir eher Sorgen macht: Der Zustand der gezeigten RBF!! Auch diese werden zunehmend von dem Virus befallen, der sie schwarz färbt und am Ende sterben läßt. Man kann es deutlich am Kopf sehen und auch oben am Rücken fängt das an. Wenn sie dazu noch schlapp am Hacken hängen oder keinen Fluchtreflex zeigten, dann würde ich den Fisch entsorgen oder zu entsprechenden Behörden bringen. Sie haben dazu einen komplett leeren Magen. Die Färbung kommt nicht von dem Virus, sondern eben durch die Einstellung der Nahrungsaufnahme. Ich selber habe schon so ein Exemplar gehabt und bei uns im Verein geht das Thema um! Gerade gestern auf der Sitzung erfahren.

Euer Frank

Und Tante Edit meint noch: Das gezeigte Gewässer sieht doch auch dazu eher wie ein Teich aus, also kein offenes Gewässer. Warum sollen dort, wenn die Lebensbedingungen gesichert sind, keine RBF besetzt werden! Da hätte ich jetzt mit BF eher Probleme an diesem Teich.

Und weiter erschreckt und wundert mich der Ton einiger Kollegen.
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Re: Herbstfischen

Beitragvon Olaf Kurth » 21.10.2016, 19:56

fly fish one hat geschrieben:Was mir eher Sorgen macht: Der Zustand der gezeigten RBF!! Auch diese werden zunehmend von dem Virus befallen, der sie schwarz färbt und am Ende sterben läßt. Man kann es deutlich am Kopf sehen und auch oben am Rücken fängt das an. Wenn sie dazu noch schlapp am Hacken hängen oder keinen Fluchtreflex zeigten, dann würde ich den Fisch entsorgen oder zu entsprechenden Behörden bringen. Sie haben dazu einen komplett leeren Magen. Die Färbung kommt nicht von dem Virus, sondern eben durch die Einstellung der Nahrungsaufnahme. Ich selber habe schon so ein Exemplar gehabt und bei uns im Verein geht das Thema um! Gerade gestern auf der Sitzung erfahren.



Welche Forelle meinst Du, lieber Frank?

Die abgeschlagene Raini neben der Rute von Peter macht auf mich den Eindruck eines wohlgenährten Rogners (der Kopf eines vergleichbaren Milchners ist größer). Sämtliche Flossen sind kräftig, die Färbung wunderbar ausgeprägt- ein guter Fisch!


fly fish one hat geschrieben:Und Tante Edit meint noch: Das gezeigte Gewässer sieht doch auch dazu eher wie ein Teich aus, also kein offenes Gewässer. Warum sollen dort, wenn die Lebensbedingungen gesichert sind, keine RBF besetzt werden! Da hätte ich jetzt mit BF eher Probleme an diesem Teich.

Und weiter erschreckt und wundert mich der Ton einiger Kollegen.



Du verwechselst da was. Die Diskussion bezog sich ursprünglich nicht auf das Gewässer, an dem Peter Pan mit Freunden gefischt hat, lieber Frank. Peter S. bezog sich auf den TE Helmut und seine Impressionen an einem Fließgewässer.
Btw, den anklagenden, härteren Ton wirst Du bei leidenschaftlichen Fliegenfischern ab und zu hören. Das ist manchmal so.

Mittlerweile habe ich gehört, dass das Bachforellensterben durch einen unbekannten Virus in Bayern wohl größere Ausmaße annimmt. Hoffentlich können die Fischereibiologen die Ursache finden. Ich kenne die Vorschriften für Besatzmaßnahmen in Bayern nicht, ich vermute, dass es lokale Ausnahmegenehmigungen geben kann. Vielleicht hilft ja ein kompetenter Fliegenfischer aus dem Süden.

Liebe Grüße,

Olaf
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Re: Herbstfischen

Beitragvon fly fish one » 21.10.2016, 20:14

Lieber Olaf,
der kompetente Fischer aus dem Süden bin ich. :D Und schau mal den Kopf genau an, da ist eine Trennlinie in der Mitte in Längsrichtung. Das ist nicht normal. Wenn man sie noch von oben sehen könnte und "Glubschaugen" erkennen, dann ist das ziemlich eindeutig. Du kannst Dir nicht vorstellen, wie dunkel, ja schwarz die RBF war, die ich gefangen hatte. Sie viel mir sofort auf und sie schwamm nicht weg, als ich auf 3 Meter und voll aufgerichtet an sie heran trat. Ich habe ihr einen Streamer direkt vor die Nase gelegt. Sie wollte nicht, erst als ich ihn wirklich auf 10 cm vor ihr zog. Da hat sie wütend zugeschnappt. Ich nahm sie mit und wollte sie essen.

Aber Zuhause wurde ich nachdenklich, recherchierte und darauf hin entsorgte ich sie. Meine Bestätigung, dass auch die RBF befallen werden kann, kam gestern in der Sitzung. Das Foto was vom Vorstand gezeigt wurde, entsprach übrigens genau dem Abbild der Forelle oben. Und siehst Du den einfallenden hinteren Teil der Bauches? Ich finde das auch nicht ganz normal. Und wenn Du den Mageninhalt untersuchst, was ich immer mache, seid ich erfahren habe, dass die Dummbeutel sich auch manchmal Zigarettenstummel reinpfeifen, also dann wirst Du nichts finden!! Komplett leer!! Nur etwas gelbliche Magensäure. Ich habe noch keine Forelle gesehen, die gar nichts im Magen hatte, außer bei dieser kranken RBF. Die Recherche ergab das ebenfalls. Es war eine herrliche RBF, sicher an die 60 cm und Flossen wie ein Engel Flügel - vermutlich wild aufgewachsen. Ich hätte flennen können.
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Re: Herbstfischen

Beitragvon The Sharpshooter » 21.10.2016, 20:52

Servus,

für mich werden da ein paar verschiedene Dinge parallel diskutiert

... zunächst zu den Rainies allgemein. Nach meinem Kenntnisstand, sind die alten (Vor)Urteile, nämlich dass Rainies gefährdente Nahrungskonkurrenten zur Bachforelle sind, widerlegt und beide können durchaus auch nebeneinander existieren. Zum anderen ist z.B. die Isar nördlich von München (Freising, Moosburg, Landshut etc.) nie wirklich in der Bachforellenregion gewesen und die Nebenbäche, die für den Bruterfolg maßgeblich waren, sind inzwischen nicht mehr "angeschlossen" (keine Verbindung mehr zur Isar, Isarbett zu sehr eingetieft ect). Und die Äschen sind weitesgehend gefressen. Zwar kommen immer wieder - sehr erfreulich - viele Jungäschen auf - aber im nächsten Jahr sind sie Nahrung für Gänsesäger und Kormoran. Bei Untersuchungen (Elektroabfischen der Behörde) werden fast ausschließlich große, alte Exemplare gefunden - kaum oder gar keine Zweijährigen ... (Unser Verein hat die Äsche ganzjährig geschont). Die Regenbogenforelle hingegen vermehrt sich inzwischen in diesen Strecken vollkommen natürlich, letzten Herbst haben wir z.B. ganz viele Laichbetten feststellen können. Natürlich ist die Regenbogenforelle keine "einheimische" Art - wie das Schneeglöckchen oder das Indische Springkraut. Aber die Art ist da und beginnt sich anzupassen. Wie viele hunderte andere Arten (vor und nach) der Eiszeit ebenso. Ja, ich weiß, sie sind von Menschen eingeführt, nicht wie die Wespenspinne, die den Wärmeleitlinien folgt und inzwischen in ganz Süddeutschland zu finden ist (... aber wer ist für die Wärme verantwortlich ...?). So what? Ich meine, wir sollten den natürlichen Bestand der Rainies pflegen und möglichst nicht genetisch veränderte neue Zuchtformen (verweiblicht, verschobene Laichzeiten oder gar steril etc) in die Gewässer einbringen ... und uns an den tollen Drills der Rainies erfreuen.

Zum anderen die erkrankten (?), krüppelwüchsigen, Hungerexemplare von Rainies. Ich weiß nicht warum das so ist - Krankheit? Unfähigkeit durch Verzüchtung sich selbst zu ernähren? Nahrungsmangel? Bafo-Sterben auch bei Rainies? ... Ich kenne nicht die Ursachen, allerdings kenne ich solche Fische in der Isar

Bild

... diese war auch in der Anmutung ganz schwarz, mit wenig Fluchtreflex, keine Bißanstalten - letztlich habe ich sie mit dem Kescher "entsorgt". Das Fleisch war seltsam fest, wie Kerzenwachs, Magen natürlich leer, sonst keine Auffälligkeiten an den Innereien ...

Christian
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Re: Herbstfischen

Beitragvon Peter S. » 21.10.2016, 21:15

Hallo,
die gezeigte und umstrittene Regenbogenforelle, die neben der Rute liegt,
stammt aus keinem Fließgewässer sondern aus einem Forellensee bei
Seltz/Frankreich! Warum sieht der Fisch krank aus?

Bezüglich des (verbotenen) Besatzes von Regenbogenforellen in Bayern, habe ich
den Landesfischereiverband Bayern angeschrieben und hoffe, dass man
mir eine aufschlussreiche Antwort gibt.

Gruß
Peter S.
Sei auf der Hut bei schönen Frauen und allem was Chinesen bauen. ;-)
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Re: Herbstfischen

Beitragvon frisco » 22.10.2016, 09:31

Hallo,
ich meine das die RBF von Peter Pan ein gesunder Fisch ist.
Ich vermute das Peter das original Foto ein wenig bearbeitet hatte sprich ein wenig kontrast, mehr sättigung, weniger helligkeit usw.... diese kleine änderungen geben uns ganz oft ein anderes Bild.
Ich bin mal gespannt ob der Peter meine vermutungen bestätigt.

Mfg
Zivko
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Re: Herbstfischen

Beitragvon Olaf Kurth » 22.10.2016, 10:39

fly fish one hat geschrieben:Lieber Olaf,
der kompetente Fischer aus dem Süden bin ich. :D Und schau mal den Kopf genau an, da ist eine Trennlinie in der Mitte in Längsrichtung. Das ist nicht normal. Wenn man sie noch von oben sehen könnte und "Glubschaugen" erkennen, dann ist das ziemlich eindeutig.



Ob Du wirklich kompetent bist, weiß ich nicht, lieber Frank,

nein, ich sehe bei der gezeigten RB von Peter Pan keine "Glubschaugen", im Vergleich zum Körper ist der Kopf für einen Rogner völlig normal entwickelt, er wirkt immer etwas kleiner im direkten Vergleich zum männlichen Tier.

Schau Dir bitte im Vergleich dazu den Fisch an, den Christian zeigt: Das ist vermutlich ein, ausgemergelter Milchner. Solche "Vagabunden" kenne ich, die Ausführungen zu den unterschiedlichen "krüppelwüchsigen" Exemplaren teile ich ebenfalls, ohne die genauen Ursachen zu kennen. Fische, die z.B. eine Drehkrankheit im Jugendstadium überstanden haben, weisen als adulte Exemplare ebenfalls eine starke Deformierung der Wirbelsäule auf.


fly fish one hat geschrieben: Du kannst Dir nicht vorstellen, wie dunkel, ja schwarz die RBF war, die ich gefangen hatte. Sie viel mir sofort auf und sie schwamm nicht weg, als ich auf 3 Meter und voll aufgerichtet an sie heran trat. Ich habe ihr einen Streamer direkt vor die Nase gelegt. Sie wollte nicht, erst als ich ihn wirklich auf 10 cm vor ihr zog. Da hat sie wütend zugeschnappt. I


Nein, ich kann mir nicht vorstellen, wie der kranke Fisch aussah, den Du gefangen hast und über den Du berichtest. Ich glaube Dir, dass Du die beschriebenen Erfahrungen mit den gefangenen Rainis gemacht hast. Der Mageninhalt aus Zigaretten oder Teilen von Damen-Hygienartikeln ist bei Fischen aus urbanen Fließgewässern nicht ungewöhnlich. Ich sehe aber, dass Du eine Parallele ziehst zwischen dem kranken Fisch aus Deinem Gewässer und dem Exemplar, dass Peter Pan uns zeigt und da gehe ich nicht mit.

Liebe Grüße,

Olaf
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Re: Herbstfischen

Beitragvon Stephen86 » 22.10.2016, 10:53

Moin moin zusammen!
Ich war ja in Seltz mit Peter unterwegs. Der Fisch war munter und Fidel, sorgte zudem noch für einen guten Drill an Peters Switch Rute. Sah auch an Land sehr gut aus und zeigte kein Krankheitsbild, also auch keine Glubschauegen oder sowas...
Beste grüße
Stephen
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Re: Herbstfischen

Beitragvon orkdaling » 22.10.2016, 11:39

moin moin,
Glupschaugen hin und Krankheit her, Schonzeit usw ist doch alles egal - was macht dieser Fisch dort.
Ich will hier nicht mit diskutieren wer mehr kompetent ist, auch nicht ueber einheimische Arten denn dann wæren wir wieder bei den Welsen, Kormoranen und auch hier im Nolrden wo heute Øl und Kohle (Spitzbergen) geførdert werden muss ja mal ein Sæbelzahntiger umher gesprungen sein.
Welchen Grund gibt es gezuechtete RB`s in einen gesunden Bachforellen/Æschenbach einzusetzen? Nur den!!!, der Verein/Bewirtschafter will Kohle machen.
Ein gesundes Systhem kann aber nicht unbegrenzte Ertræge bringen, damit Hinz und Kunz fischen kønnen.
Wenn ich eine RB fangen wollte muesste ich dahin fahren wo sie vorkommen - so einfach. Abgesehen davon hætte ich auch keinen Bock einen Fisch mit verkuerzten Kiemendeckeln, kurzer Schwanzflosse, ueberzuechtete krankheitsanfællige Pelletsfresser zu fangen.
Dann gibts noch die Forellenpuffs aber das ist ein anderes Thema.
Will ich einen Lachs fangen dann in Schweden, Norge, Island usw, will ich Dorade und Dolphin fangen dann dort wo es wærmer ist und diese vorkommen
und fuer RB / Stealhaed muss man eben nach Alaska oder Canada fahren.
Ich bin echt froh das wir diese Diskussion hier nicht fuehren mussen, RB sind sofort zu entnehmen(falls mal eine ausgebuechste aus einer Farm) gefangen wird.
Und das ist gut so, sagt der nicht so kompetente aber an Wissenschaftler, Behørden, Bewirtschafter, Angelfreunde glaubende
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Re: Herbstfischen

Beitragvon fly fish one » 22.10.2016, 12:49

Lieber Olaf, liebe Kollegen,

a) Zur diskutierten RBF: Ich hoffe ja geradezu , dass ich mich irre und wir mit den RBF nicht solche Mortalitätsraten bekommen, wie mit den BF. Und zwar nicht, weil ich dann weniger fange, sondern aus Liebe zu den Tieren insgesamt.

b) Zum Besatz: Auch wenn die RBF ursprünglich aus anderen Ländern eingebürgert wurde, für mich fühlt sich dieser Fisch bei uns richtig an - Gesetze mal hin oder her. Das die RBF die BF verdrängt halte ich für eine falsche Annahme. In Amerika z.B. leben diese Formen doch auch beieinander, oder sehe ich das falsch?

c) Zum Ton: Natürlich brennen wir Alle miteinander für diese Leidenschaft und natürlich ist eine kontroverse Diskussion mit stahlharten Fakten und Argumenten Schwertern gleich, etwas herrliches. Ich möchte jetzt keine Zitate führen und weiter vertiefen. Man kann Meinungen, auch diametral entgegengesetzte, anders formulieren. Wenn Ihr einverstanden seid, beerdigen :D wir diesen Unterpunkt aber gemeinsam und schauen lieber nach vorn.

Euer Frank
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Re: Herbstfischen

Beitragvon Maqua » 22.10.2016, 13:00

Alle hier gezeigten Refos sehen kerngesund aus, bis auf die von Christian (Sharpshooter).

Bei dieser Forelle sehe ich etwas, was leider auch bei uns sehr häufig zu sehen ist, nämlich eine bereits wieder verheilte Verletzung hinter der Rückenflosse, verursacht durch Reiher- oder Kormoranverbiss.
Diese Verletzungen sind oft tödlich oder haben Bewegungsstörungen wg. Rückenmarksverletzungen zur Folge.
Das beschriebene, verhärtete Fleisch wäre durch die Vernarbung zu erklären.

Im übrigen sehe ich die schwarzen Vögel im Vergleich mit Refos als die grössere Gefahr in Sachen "Verdrängung" einheimischer Arten.
Unser wunderbar erholter Äschenbestand vom Vorjahr wurde über den letzten Winter wieder vernichtet. :(
Gruss Manni
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Re: Herbstfischen

Beitragvon Olaf Kurth » 22.10.2016, 21:35

fly fish one hat geschrieben:b) Zum Besatz: Auch wenn die RBF ursprünglich aus anderen Ländern eingebürgert wurde, für mich fühlt sich dieser Fisch bei uns richtig an - Gesetze mal hin oder her. Das die RBF die BF verdrängt halte ich für eine falsche Annahme. In Amerika z.B. leben diese Formen doch auch beieinander, oder sehe ich das falsch?



Deine Sicht findet leider vielerorts Gehör, lieber Frank,

Bewirtschafter sehen ihre Arbeit manchmal als Wunschkonzert und dann richtet man den Besatz danach, was nachgefragt wird - "Gesetze mal hin oder her". Ich gehe davon aus, dass die Fischereibehörden in Deiner Region auch Besatzvorschriften erlassen haben und es würde mich wundern, wenn der RB Besatz erlaubt wäre. Sollte ein Pächter in unserer Region Besatz nach "Lust und Laune" machen, verliert er umgehend seine Pachtfähigkeit. Peter S. hat das Ganze als "Faunenverfälschung" beschrieben und dieser Begriff trifft es ganz gut. Rainis besetzen mittlerweile viele Habitate in der Bachforellenregion und machen es der ursprünglich heimischen Fischart immer schwerer. Ich möchte betonen, dass ein unerwünschter RB Besatz durch Überschwemmungen von Teichanlagen oder Dammbrüche derselben erfolgen kann. Da ist jeder Pächter machtlos.

Selbstverständlich leben die RBs und unsere heimischen Bf in Konkurrenz zueinander. Diese Konkurrenz wirkt sich in größeren Fließgewässern weniger stark aus, weil mehr Lebensraum zur Verfügung steht. In mittleren bis kleinen Bächen wird es schon deutlich ungemütlicher. Bf. leben eher standorttreu und verteidigen ihr Revier, RB und besonders Bachsaiblinge vagabundieren über längere Strecken, sie stehen im Gegensatz zur Bf. auch häufiger und regelmäßig im Freiwasser. RB sind deutlch robuster, sie benötigen einen niedrigeren Sauerstoffgehalt im Wasser, sind unempfindlicher gegenüber steigenden Wassertemperaturen und wachsen schneller ab. Folglich können sie freiwerdende Habitate schneller besetzen als die vergleichbare Bf Generation. Die Verdrängung durch etablierte RB Stämme ist nur eine Frage der Zeit.

In Amerika gibt es das gleiche Phänomen, nur ist dort unsere Bf der Eindringling, der mit der heimischen Fischart konkurriert. Als fremde Fischart wird unsere Bf aufgrund umfangreicher Besatzmaßnahmen während der Kolonialzeit übrigens auch in Indien, Südafrika, Neuseeland oder Australien angesehen.

Liebe Grüße,

Olaf
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Re: Herbstfischen

Beitragvon fly fish one » 23.10.2016, 09:39

Lieber Olaf,

ich bin sicher, dass kein Verein willentlich gegen Gesetze verstößt.

Und wie lange gibt es schon RBF in Europa? Sehr lange, oder? Und wenn die RBF so überlegen wäre, wäre dann die BF nicht längst weg? Ich bin der Meinung, dass erst durch das BF Sterben die RBF in bestimmten Gewässern die Oberhand gewinnt. Und ist das dann nicht als normal und natürlich anzusehen? Passiert so etwas nicht dauernd in der Natur?

Ich weiß schon was Du als Argument ins Felde führen wirst: Wir haben diese Spezies eingeschleppt und das ist ein Unterschied, gegenüber 2 heimischen in der Selektion kämpfenden Arten.

Und bitte verstehe mich nicht falsch, ich liebe BF, würde persönlich keine RBF besetzen, kann es aber tolerieren, dass mein Verein es anders handhabt. Ich würde, solange die BF so um ihr Überleben kämpfen, keine RBF besetzen. Wenn sich Bestände der BF stabilisieren, habe ich mit RBF Besatz kein Problem.

Aber mal ganz ehrlich, wir haben auch viele Kochtopfangler unter uns, die würden aus den Vereinen austreten, wenn das Wochenende fischlos bleibt. Das ist für die Vereine und den Hegeauftrag natürlich auch ein Problem. Und bitte, ich bin nun wahrlich kein Gutmensch und Philantroph, ich fange auch gern Forellen. Aber nicht um jeden Preis und nach dem Motto: Hauptsache Forelle.

Die Vereine sind da aber in einem echten Zwiespalt. Ich möchte im Moment kein Vorstand sein. Bei uns ist es so, dass sich bei den "jungen Wilden" eine völlig andere Meinung abzeichnet. Die sind ganz klar pro BF. Wenn ich meinen Verein als repräsentativen Schnitt durch die Anglerschaft betrachte, dann wird sich in den nächsten Jahren sicher noch einiges zum Thema RBF vs. BF verändern. Und sicher nicht zum Nachteil für die BF. "Und jetze sach nich ich bin ein Naivling."

Dein Frank

Und Tante Edit: Das Phänomen RBF Besatz ist sehr weit verbreitet. Ich hatte das Vergnügen mit einem Fischzüchter zu sprechen. Dieser liefert nur "Kleine" BF (wie nennt ihr die, wenn die so Handtellergröße haben: Setzlinge ??) an einen meiner Vereine, weiß aber natürlich um die Kollegenzunft, die tonnenweise fangreife, ja geradezu riesige RBF an die Vereine liefern. Und er sprach dazu vor allen Dingen über die großen Vereine.
Das ist sicher nicht nur ein Phänomen in Bayern.
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Re: Herbstfischen

Beitragvon orkdaling » 23.10.2016, 10:18

moin moin,
wenn Vereinsvorstænde die Gelueste ihrer Kochtopfangler durch Besatz befriedigen muessen, auch damit die Einnahmen stimmen,
das ganze auch noch mit Hegeauftrag begruenden, dann ist mir wurst egal ob RB,Hecht, Aal eingesetzt werden denn dann sind die Leute zu verstehen die der echten Anglerschaft (die sich um ihre Gewæsser, Natur und Fauna kuemmern) auf die Fuesse treten.
Das ist ja wie- Setzt mehr Hasen aus, wir kønnen keine Fuechse mehr schiessen und dann treten wir aus und gehen auf Safari.
Schon mal daran gedacht ob die RB auch in diesem Zusammenhang gesehen werden sollte.
Gruss Hendrik
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Re: Herbstfischen

Beitragvon fly fish one » 23.10.2016, 10:44

Lieber Hendrik,

Du brauchst aber die Vereine, so meine Meinung. In ganz Deutschland würde es so gut wie keine Forelle, egal ob BF oder RBF, mehr geben, weil die Gewässerbegradigung in der Vergangenheit alles platt gemacht hat. So und nun kommst Du. Ist das dann besser, wenn die Vereine sich auflösen und die Natur sich selber überlassen wird, oder ist der Einfluß der Vereine insgesamt betrachtet dann doch ein Plus im Haben für die Umwelt und die Fische?

Dein Frank
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