Markierte Fische in der Wupper ...

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Markierte Fische in der Wupper ...

Beitragvon vk_aus_op » 22.11.2014, 23:21

Hi zusammen!
Das Institut für angewandte Ökologie zahlt eine Prämie von 20€ für jede Einsendung eines Transponders von einem Fisch, der in der Wupper gefangen wurde.
Weitere Infos gibts es hier: http://www.sav-bayer-leverkusen.de/cms/ ... fischm.pdf

Wer von Euch also einen Fisch mit einem Transponder fängt, bitte einsenden. Die 20€ könnte Ihr dann ja ggf. auch spenden. Leid gibt es ja leider genug auf der Welt.

Gruß
Volker
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Re: Markierte Fische in der Wupper ...

Beitragvon hares ear » 24.11.2014, 14:34

Moin Volker,
grundsätzlich eine gute Sache, aber wenn ich meinen Erlaubnisschein richtig im Gedächtnis habe, ist die Entnahme von Lachsen verboten. Wer also einen Transponder aus einem erwachsenen Lachs einsendet, kassiert die 20 € und wird danach wegen Entnahme eines geschützten Fisches bestraft?
Ich bin ein wenig verwirrt :roll: .
TL
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Re: Markierte Fische in der Wupper ...

Beitragvon Frank. » 24.11.2014, 15:48

Auch andere Fischarten werden dort markiert, lieber Florian.
Wenn's wie ein Aal aussieht, aber einen Transponder im Körper hat, ist's — keine Sorge! — kein verkleideter Lachs, sondern wirklich ein Aal.

Dein Frank
Das sind Deine Beobachtungen, mein Lieber, andere haben andere Beobachtungen gemacht.
Franz Kafka
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Re: Markierte Fische in der Wupper ...

Beitragvon gespliesste » 24.11.2014, 23:40

Hallo,

wir arbeiten hier mit den gleichen Transpondern in der Erforschung der Seeforellen.

der äußerlich nicht erkennbare Transponder beinhaltet einen Code, der seinen Träger das gesamte Leben lang unverwechselbar kennzeichnet.


Es besteht aber der Verdacht, dass die Transponder vor allem bei Rognern mit "verlaicht" werden. Hat da jemand Erfahrungen?

LG,

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Re: Markierte Fische in der Wupper ...

Beitragvon hares ear » 25.11.2014, 07:18

Lieber Frank,
das war mir durchaus aufgefallen. Trotz gelegentlich veröffentlichter Gegenbeispiele, ist mir der Fang eines Aales mit der Fliege bisher verwehrt geblieben.
Der gelegentliche Fang eines Lachses beim Forellen- oder Hechtfischen erschien mir sowohl wahrscheinlicher, als auch im Hinblick auf den Titel des Forums relevanter.
TL
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Re: Markierte Fische in der Wupper ...

Beitragvon Rattensack » 25.11.2014, 08:43

gespliesste hat geschrieben:Es besteht aber der Verdacht, dass die Transponder vor allem bei Rognern mit "verlaicht" werden. Hat da jemand Erfahrungen?


Ja, das kann passieren.
Hab mal eine längere Erhebung mit paralleler Farb- und Pit-Markierung.
Bei Bachforellen wurde über die Laichzeit ein (kleiner Teil) der PITs mit ausgelaicht, bei Aiteln fand das nicht statt.
Ist ein generelles "Problem" bei Arten, die die Eier in die Leibeshöhle abgeben (z.B. Salmoniden, Acipenseriden).
Man kann das sogar nutzen, um die ausgelaichten PITs auf Laichplätzen zu suchen.
Entgehen kann man dem "Problem" durch intramuskuläre Implantierung, am besten in die Rückenmuskulatur.
Gerade bei kleinen Fischen gehts aber intraperitoneal besser.

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Re: Markierte Fische in der Wupper ...

Beitragvon gespliesste » 26.11.2014, 00:26

Hallo Clemens,

danke für die Info.

Entgehen kann man dem "Problem" durch intramuskuläre Implantierung, am besten in die Rückenmuskulatur.


Das war auch unsere Idee, aber gibt es da langfristig keine Abstossungseffekte? Der Muskel wächst ja und ist immer in Bewegung.
Wir hatten dazu einen Veterinär befragt, aber der konnte uns auch keine klare Auskunft geben. Weisst du sicher das das verträglich ist und langfristig Bestand hat?

Wenn ich noch was fragen darf: Wie verschließt ihr die Wunde von der Injektion? Kleber und wenn ja, welchen?

LG,

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Re: Markierte Fische in der Wupper ...

Beitragvon Rattensack » 26.11.2014, 08:05

Hallo Olaf,

bitte schick mir ein mail, dann kann ich dir ein paar Arbeiten dazu anhängen.
Wir setzen die PITs bei einem Projekt mit Stören derzeit subcutan, zwischen Rückenmuskulatur und Haut.
Die Wunde verschließt sich von selbst, ist ja nur ein kleiner Einstich.

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Re: Markierte Fische in der Wupper ...

Beitragvon vk_aus_op » 27.11.2014, 09:43

hares ear hat geschrieben:Moin Volker,
grundsätzlich eine gute Sache, aber wenn ich meinen Erlaubnisschein richtig im Gedächtnis habe, ist die Entnahme von Lachsen verboten. Wer also einen Transponder aus einem erwachsenen Lachs einsendet, kassiert die 20 € und wird danach wegen Entnahme eines geschützten Fisches bestraft?
Ich bin ein wenig verwirrt :roll: .
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... selbstverständlich unter Einhaltung der am jeweiligen Gewässerabschnitt geltenden Regeln und Bestimmungen ...
Hatte eigentlich gedacht, das sei jedem (wirklich jedem) Forumsmitglied klar ... :D
Gruß und TL
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Re: Markierte Fische in der Wupper ...

Beitragvon CPE » 27.11.2014, 11:27

Hallo Volker,

Der Biologe, der wohl bei Euch das Monitoring durchführt, schreibt (http://www.schwevers.de/Auerkotten.html), dass im Frühjahr 2014 das Monitoring am Auer Kotten "fortgeführt wird". Gibt es denn da schon Zahlen?

Im übrigen schreibt er von der Markierung "aufwandernder" Fische, unter anderem von Aalen, Flussneunaugen, Lachsen und Meerforellen. Da wird die Transponder-Ausbeute bei den doch eher rechtstreuen und traditionsbewussten Fliegenfischern in der Tat sehr spärlich ausfallen.

Gruß nach Upladhin, Norbert
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Re: Markierte Fische in der Wupper ...

Beitragvon Olaf Kurth » 27.11.2014, 11:48

vk_aus_op hat geschrieben:... selbstverständlich unter Einhaltung der am jeweiligen Gewässerabschnitt geltenden Regeln und Bestimmungen ...
Hatte eigentlich gedacht, das sei jedem (wirklich jedem) Forumsmitglied klar ... :D



Florian beschäftigt sich als Wissenschaftler beruflich mit Fischen und ist ein gewissenhafter und ehrbarer Fliegenfischer, lieber Volker.

Florian hat die Ausschreibung des Institutes wahrscheinlich nicht 'en detail' gelesen, dennoch macht er in meinen Augen auf einen unrühmlichen MIssstand aufmerksam: Der Fang geschützter Wandersalmoniden durch organisierte Angler!

In der Vergangenheit habe ich von Anglern im mittleren Bereich des Siegsystems gehört, die sich damit brüsten, kurz vor der Forellenschonzeit besonders große "Bachforellen" gefangen zu haben. Dass es sich nicht um die angegebene Art handelt, war den Anglern offensichtlich sehr wohl bewusst. Diese Geschichten hört man regelmäßig auf länderübergreifenden Semminaren/Lehrgängen oder anderen fischereilichen Veranstaltungen und kann nur noch mit dem Kopf schütteln. :evil: :twisted:

Ich sehe es sehr positiv, dass sich in den Diskussionen regelmäßig Fischereibiologen mit ihren Erfahrungen aus der Praxis beteiligen!

Liebe Grüße,

Olaf
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Re: Markierte Fische in der Wupper ...

Beitragvon hares ear » 27.11.2014, 13:43

@ Olaf: Danke für den guten Leumund, es hat soviel Mühe und Geld gekostet die meerwandernden Salmoniden wieder anzsiedeln, dass ich in der Tat nicht auf die Idee kommen würde einen Aufsteiger zu entnehmen.

Das Entnahme Verbot ist, meines Verständnisses nach, NRW weit, daher bleibt die Frage wie die Markierungen zurück zum Forscher kommen sollen ohne Fischerei Recht zu brechen:

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Re: Markierte Fische in der Wupper ...

Beitragvon vk_aus_op » 27.11.2014, 13:58

hares ear hat geschrieben:@ Olaf: Danke für den guten Leumund, es hat soviel Mühe und Geld gekostet die meerwandernden Salmoniden wieder anzsiedeln, dass ich in der Tat nicht auf die Idee kommen würde einen Aufsteigerr zu entnehmen.

Das Entnahme Verbot ist, meines Verständnisses nach, NRW weit, daher bleibt die Frage wie die Markierungen zurück zum Forscher kommen sollen ohne Fischerei Recht zu brechen:

TL
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Das ist in der Tat eine berechtigte Frage. Meerforellen und Lachse sind auch bei uns ein NOGO!!!
Wer die entnimmt, macht sich meines Wissens nach evtl. sogar der Wilderei schuldig! Und wenn nicht, sollte das eingeführt werden!
Ich war bis dato davon ausgegangen, dass auch BF und Äschen und RB damit bestückt werden, aber die ziehen ja nicht ...

Dilemma, Dilemma!

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Re: Markierte Fische in der Wupper ...

Beitragvon Olaf Kurth » 01.12.2014, 11:21

hares ear hat geschrieben:Das Entnahme Verbot ist, meines Verständnisses nach, NRW weit, daher bleibt die Frage wie die Markierungen zurück zum Forscher kommen sollen ohne Fischerei Recht zu brechen:


Vielleicht hilft diese Anmerkung von der HP des Institutes weiter:

"Der äußerlich nicht erkennbare Transponder beinhaltet einen Code, der seinen Träger das gesamte Leben lang unverwechselbar kennzeichnet. Identifiziert wird die Markierung automatisch zeit- und ortsgenau, sobald der Fisch eine Antenne passiert, von denen mehrere in der Wupper und vor allem in Fischwegen installiert werden."


Ich gehe davon aus, dass alle geschützten und markierten Fischarten erfasst werden, wenn sie die Kontrollstellen passieren. Laut den Angaben werden bis Herbst 2016 neben Aal bzw. Lachssmolts noch "weitere Fischarten" markiert und wenn Äschen, Döbel, Rotaugen, Bachforellen, Barben, Hechte, usw. mit Transpondern gefangen werden, bitten die Forscher um Mithilfe der Angler.

vk_aus_op hat geschrieben:Wer die entnimmt, macht sich meines Wissens nach evtl. sogar der Wilderei schuldig! Und wenn nicht, sollte das eingeführt werden!
Ich war bis dato davon ausgegangen, dass auch BF und Äschen und RB damit bestückt werden, aber die ziehen ja nicht ...


Ob die Entnahme geschützter Fischarten noch als Ordnungswidrigkeit oder als Straftat behandelt wird, wissen Juristen wahrscheinlich besser als ich, lieber Volker.
Soweit ich mich erinnere, waren Wilderei und Fischfrevel früher unterschiedliche Straftatbestände und wurden in einigen Bundesländern (z.B. Rheinl.-Pfalz) vor Jahren zusammengefasst. Ich kann mir vorstellen, dass Fischfrevel in seiner wiederholten oder schweren Form vor Gericht mit lebenslangem Entzug der Fischereierlaubnis und einer empfindlichen Geldstrafe geahndet wird.

Über Laichwanderungen von Äschen weiß ich nicht genug. Bf. wandern in der Laichphase definitiv viele Kilometer stromauf bzw. in Klein-Bäche um geeignete Habitate zu finden. Das ist derzeit in vielen Fließgewässern der Fall. RB beginnen mit ihrer heißen Laichphase bei uns ca. von Mitte März bis Mitte April, sie ziehen offensichtlich nicht so stark wie Bf., sie sammeln sich aber an geeigneten Laichplätzen. 20-30 RB auf engstem Raum im kleinen Wildbach und aufregendes Laichverhalten habe ich schon beobachtet.

Liebe Grüße,

Olaf
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