Von Einem der auszog mit der 2H das Fürchten zu lernen!

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Re: Von Einem der auszog mit der 2H das Fürchten zu lernen!

Beitragvon fly fish one » 05.09.2017, 13:59

Lieber Hendrik,

grau ist alle Theorie, was zählt ist auf dem Platz - oder so, frei nach Sepp Herbeger. Da hast Du absolut recht. Für mich sind Deine Ausführungen und Ansichten, nachdem ich mal wirklich knapp 7 Tage Lachstuben baden durfte, um einiges nachvollziehbarer und da gehe ich bei vielem mit. Überhaupt haben sich viele Parameter mit den SK, Leadern und Tipps, für mich klären lassen. Ich habe vieles ausprobiert. Dadurch haben sich Fragen beantwortet, aber auch neue haben sich aufgetan. Nicht so sehr im Equipment, sondern natürlich im Werfen. Aber mir ist deutlich geworden, wo ich Schwächen habe. Zusätzlich habe ich natürlich überhaupt mal eine Vorstellung davon bekommen, was es für mich bedeutet, mit Uferseiten, Strömungs- u. Windrichtungen konfrontiert zu sein. Ich erinnere mich noch gut an Norberts (CPE) Hilfen, wo er mir das hat erklären wollen und ich mir die Auswirkungen aber nur schwer vorstellen konnte. Jetzt habe ich das mal live erlebt und vieles ist jetzt zu verstehen.

Dieses "Gefeile" am Wurfstil um sich dem ständig wechselnden Umfeld, oft von einem Moment auf den anderen, immer anzupassen und die "Fliege" zu beherschen, dass ist das Begeisternde am 2Hfischen . Dieses Gefüge ist beim 2H viel komplexer. Ich behaupte: 2Hfischen ist um einiges schwerer als mit den EH - wenn ich jetzt nicht unbedingt die sehr kurzen und schweren SK an den 2H fische. Mit der EH bringe ich die Fliege immer irgendwie raus, sebst wenn ich lauter Knoten ins Vorfach tüdel oder die Hälfte meiner Fliegen in den Büschen versenke. Aber eine eher längere Leine an den 2H nutzend, da bekomme ich die Fliege nicht mal annähernd aus dem Wasser und zum Fisch, wenn ich den Wurf nicht halbwegs beherrsche. Da kann ich ein Lied von singen! :badgrin:

Ich finde diese ganz eigene Welt aber sehr schön und es begeistert mich absolut. Wer auf schnelle Erfolge aus ist, ist ja im Fliegenfischen grundsätzlich verkehrt, aber bei den 2H und Spey Leinen ganz sicher. Der Weg ist etwas länger und steiler, um es bildlich auszudrücken.

Frank
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Re: Von Einem der auszog mit der 2H das Fürchten zu lernen!

Beitragvon fly fish one » 05.09.2017, 15:59

Ich habe mich die letzten Tage noch einmal mit dem Wurf beschäftigt, der mich fast das Ohr gekostet hat. Das war ein völlig verunglückter Snap-T, oder wie auch immer ihr das nennt, wo zur Vorbereitung die Leine auf die andere Seite des Fischers durch die Luft geschleudert wird. Der selige Bill Lowe hat das sehr schön in seinen Filmen gezeigt. Für mich ist das deshalb so interessant, weil ich sonst für einen Doppel Spey auf die linke Körperseite wechseln und umgreifen müsste (ich weiß Lowe zeigt das auch ohne Handwechsel, aber dabei verknote ich mich irgendwie) oder so elegant schlenkern wie der Hendrik es macht.

Mein Fehler war, dass die Fliege nicht ausgefischt im rechten Winkel zu meiner Position und Rute lag, sondern wirklich nur leicht schräg in spitzem Winkel. Da habe ich echt Schwein gehabt, dass ich nicht ein Ohrlochpiercing bekommen habe, obwohl die Tube sehr hübsch war! :badgrin: Lowe zeigt sehr schön, das die Leine vor dem Fischer gewendet wird und nicht über dem Fischer! :oops:
Lowe zeigt das aber mit einem Skagit Kopf und mit dem langen Spey Kopf ist allein das Abheben aber schon schwieriger. Da kommt nun wieder Hendriks Schlenkern, wo der Kopf einmal von der Adhäsion des Wassers befreit, in der Luft in Position geschlenkert wird. Außerdem hat sowas natürlich deutlich weniger Scheuchwirkung.

Frank
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Re: Von Einem der auszog mit der 2H das Fürchten zu lernen!

Beitragvon CPE » 05.09.2017, 17:47

Hallo Frank,

Es gibt wenig Gründe, Zweihandwürfe nicht auch mit der Einhandrute zu üben. Gerade bei zugewachsenen Bächen kommt man damit oft weit genug und fast ohne jeden Krafteinsatz raus. In jedem Falle schult es das Gefühl für Geometrie und für's Timing des Aus dem Wasser Hebens, Beschleunigens, Ankerns, gesamten Wurfes enorm. Jürgen Friesenhahn hatte dazu mal eine kleine Serie in der Fisch & Fliege.

TL, Norbert
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Re: Von Einem der auszog mit der 2H das Fürchten zu lernen!

Beitragvon fly fish one » 05.09.2017, 18:09

Lieber Norbert,

auf Dich ist einfach immer verlaß! Vielen lieben Dank. Ich suche mal danach.

Dein Frank
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Re: Von Einem der auszog mit der 2H das Fürchten zu lernen!

Beitragvon fly fish one » 05.09.2017, 18:15

lax0431 hat geschrieben:Lieber Frank,

die vergangenen 3 Jahre waren auch fast überall, bis auf Island und Kola, sehr schwierig. Allerdings hatten einige norwegische, irische und schottische Flüsse in diesem Jahr einen recht guten Juli und auch die erste Augustwoche war noch ziemlich gut. Dann sind die Fänge aber irgendwie eingebrochen. Allerdings gab es das gleiche Szenario schon mal Ende der 90er Jahre. Danach wurde es wieder deutlich besser. Hoffen wir mal, dass das auch diesmal so ist!
Wo geht es bei Dir in nächster Zeit so hin?

Dein Robert


Lieber Robert,

für dieses Jahr ist Schluß mit Lachsheini. Nächstes Jahr würde ich gerne noch einmal zu Hendrik an die Orkla und vermutlich nach Island. Alex und Matthias haben mich angefixt. Ich muss noch mit der Familie verhandeln - das sind knochentrockene Verhandlungspartner, kann ich Dir sagen.

Dein Frank
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Re: Von Einem der auszog mit der 2H das Fürchten zu lernen!

Beitragvon orkdaling » 06.09.2017, 09:36

moin moin,
kann ich nicht unterschreiben was Norge betrifft.
13/14 war ein sehr geringer Austieg aber seit 15/16 ca ein Drittel mehr und nun 2017 ca 26,5 Tonnen was fast eine Verdopplung ist.
Fisch ist nicht das Problem, zumindest nicht in Norge.
Problematisch sind die Aufstiegszeiten die sich je nach Region,Klima , Lachsstamm und Fressgebiet im Meer verlagert haben.
So gibt es Fluesse die dieses Jahr einen extrem spæten Aufstieg hatten, wo der Grossteil erst ab Mitte Juli und noch jetzt im September aufsteigt.
Hier in der Trondheimregion erfolgt der Aufstieg der grossen Lachse bereits ab Mitte Mai so das im Juni zu Saisonbegin Fisch im Fluss ist.
Natuerlich mengenmæssig nicht so viel wie zur Hauptaufstiegszeit ab Sommersonnenwende. Also von Mitte Juni bis Mitte Juli ist der grøsste Aufstieg.
Dann spielt Wasserstand eine wichtige Rolle. ZB Gaula, ueber 200kubik kommt nichts ueber den Gaulfossen und im oberen Teil wird nicht gefangen.
Oder fallen Schneeschmelze und ein feuchter Juni zusammen, dann ist besonders in den unteren Teilen der Orkla, Gaula der Wasserstand zu hoch, aber oberhalb gut fischbar.
Da betriffft aber nicht die Kleinfluesse, die steigen mal 1 høchstens 2 Tage an durch regionale Regenfælle und kønnen immer (ausweichend) befischt werden wenns in Gaula oder Orkla nicht geht.
Generell kann man sagen, Juni - Grosslachs aber mit dem Risiko das besonders die ersten beiden Wochen einen zu hohen Wasserstand haben kønnen.
Mitte Juni - Mitte Juli ist eine sichere Bank. Auch in den Kleinfluessen.
Aber was heisst sichere Bank, gibt ja trotzdem Schneider und das bei aller schønstem Sommer/Ferienwetter.
Genau das ist das Problem, Fisch steht in tiefen Pools und steigt besonders bei Niedrigwasser an Nieseltagen, mit fallendem Sonnenstand (da jedoch sehe ich oft die Leute in geselliger Runde, Fussballuebertragung) oder bevor die Sonne direkt in den Fluss knallt (7 -9uhr) und da liegen sie im Koma.(freu mich schon auf 2018 da ist es wieder soweit)
Dann wære noch die Gerætezusammenstellung und Aufstiegswege zu beachten. Im Juni mit Skagit oder zumindest Sink 5 Kopf unterwegs aber im Juli platscht es immer noch und da verscheuchst du schon Fische wenn die Schnur drueber schwimmt. Niedrigwasser und Hochwasser bedeuten auch andere Wanderwege (siehe weiter oben Metli Zone).
Kommt aber Regen und der Wasserstand steigt manchmal extrem, stehen die Fische wieder in Pools und steigen mit fallendem Wasserstand.
Die schøne mittlere orange/schwarze Fliege die schon so viele Fische in den leicht torfartigem Wasser gebracht hat versagt pløtzlich bei niedrigem Wasserstand, da ist sie noch zu gross.
Aber selber Platz und Wasserstand gegen 22 Uhr fængt man mit einem 10-12 cm schwarzem Shadow.
Nicht die Fische sind also das Problem, wir sind es weil wir nicht denken wie der Fisch und durch geænderte Taktik, Umbau darauf reagieren.
Und da bin ich noch nicht mal auf Gezeiteneinwirkung eingegangen (was alle Fluesse in den Unterlæufen betrifft) Sonneneinstrahlung (Orkla,Gaula fliessen von Sued nach Nord aber nicht die Flusse an der Kueste die von Ost nach West fliessen) und auch nicht auf Wasser/Lufttemperatur/Windrichtung.
Es sind so viele verschiedene Faktoren die mehr oder weniger die einzelnen Fluesse bzw Aufstieg beeinflussen, keiner weiss wie das Wetter næchstes Jahr ist, wie der Winter wird...
Dort wo Orkla und Gaula entspringen liegt die Wasserscheide, wenn wir Niedrigwasser haben saufen die am Mandal oder Bjerkreim vielleicht ab.
Es ist also Quatsch wenn manche berichten Norge war gut oder schlecht oder besser Juni oder vielleicht doch August. Ca 400 befischbare lachsfluesse, 20.000km Kuestenlinie!
Gruss Hendrik
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Re: Von Einem der auszog mit der 2H das Fürchten zu lernen!

Beitragvon fly fish one » 06.09.2017, 10:52

Norge ist ganz sicher nicht schlecht! Davon bin ich auch überzeugt. Und wichtig ist vor allen Dingen genau das was Hendrik schreibt: Die Fliege muss ins Wasser und am besten noch zu den richtigen Zeiten. Ich persönlich hätte meine Chancen theoretisch noch verdoppeln können, wenn ich auch Nachts gefischt hätte. Mit Familienanhang lief das nicht. Hendrik ist deshalb vor allen Dingen so erfolgreich, weil er neben seinen Kenntnissen als Local einfach konsequent im Wasser steht. Was ich so spassig über ihn geschrieben habe, entspricht den Tatsachen. Um wirklich erfolgreich Lachse zu wuppen, musst du wirklich ein richtiger "Beißer" sein. 1 Stunde fischen, 2 Stunden ausruhen, da ist Norge nicht schuld wenns nichts beißt. Ganz unabhängig von Fertigkeiten, Kenntnissen oder sonst was. Leidenschaft heißt auch Ausdauer! Alle Kollegen die ich beobachten durfte, an allen 3 Flüssen in Norwegen, die für mich hochprofessionel vorgegangen sind (im Wurf, in ihren ganzen Bewegungen und für mich zu Vorbildern wurden - die Armen, wenn die wüßten) die habe ich vor allen Dingen immer wieder gesehen, an allen möglichen Abschnitten im Fluß und das über viele Stunden. Wenn ich völlig am Ende vom Rumturnen und Schmeißen heim zu Mutti auf den Campingplatz gefahren bin, war mein letzter Blick auf die Kollegen die immer noch im Wasser standen! Unter den Lachsfischern gibt es echt Typen, dass ist unglaublich!!

Frank
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Re: Von Einem der auszog mit der 2H das Fürchten zu lernen!

Beitragvon orkdaling » 06.09.2017, 12:16

moin moin nochmal,
Norge oder Island oder ...?
Eigentlich wurst egal, es gibt Uebersichten ueber den Aufstieg ( wie Lakseinnsig til Trondheimsfjorden ), es gibt Fangstatistiken fuer die jeweiligen Lachsfluesse, also kann man schon etwas planen.
Was mir aber auffællt ist die Fliegenauswahl, naja da wollen viele vedienen. Schaut was die Einheimischen fischen!
Mit jeder Art Fliege wird der eine oder andere lachs gefangen, es gibt aber bewæhrte Muster die ueberall fangen und es gibt Muster die nur in bestimmten Fluessen erfolgreich gefischt werden.
Da gibt es viele Gruende , Wasserfærbung, Temperatur, Jahreszeit...
Theoretisch bræuchte ich nur 4 Fliegen. Einen Shadow in schwarz/blau und einen in schwarz/orange um 10-12cm fuer die zeitige Saison und ab Sankt Hans Aften diese beiden in 4-6cm.
Ich glaube das ich nicht einen Fisch weniger fangen wuerde. Im kleinen Skjenald dagegen, der nur wenige hundert Meter neben der Orkla muendet, reichen kleine schwarze Tuben.
Hab experimentiert, schwarze Microtube und davor oder dahinter eine gelbrote Gummistopperperle, egal mehr braucht man nicht, Aber besonders im unterem Teil ging es Schlag auf Schlag
wenn die Fische mit der Flut aufstiegen und die nahmen vorzugsweise eine Garnele. Oder was so aussieht, nehme nur 1cm Tube, 2-3 verschieden lange orange/schwarze Fuehler und um den Kørper etwas bræunliches Dubbing. Bindezeit ca 1 min.
Gleiche Fliege in der orkla brachte mit mehreren Versuchen nur Mefo. Theorie- die Orklalachse fressen meist Fisch im Meer, der kleine Lachsstamm des Skjenald mit seinem fast rotem Fleisch wandert bei weitem nicht so weit und lebt von Garnelen. Da wuerden also eine schwarze (kontrast im torfigem wasser) und eine Garnele ausreichen.
Aber Frank, einen hab ich noch! Grau ist alle Theorie schreibst du ja. Meine Experimentphase startet ja immer erst im August, also wenn man im Juni/Juli den Sack voll gemacht hat, dann muss man sich mit solchen Dingen motivieren :badgrin: Fuer die næchste Saison binde ich mit eine grøssere Garnele in orange/braun und fange damit an!
Gruss Hendrik
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