Von Schußköpfen, Meerforellen und dem Wind

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Von Schußköpfen, Meerforellen und dem Wind

Beitragvon fly fish one » 15.04.2017, 16:50

Prolog

Letztes Jahr auf Usedom bin ich kläglich gescheitert. Es gab dort zwar jede Menge Ostsee, aber genau soviel Sand. Mein erster Versuch endete in der Brandung und lauter losem Algentang, der meine Streamer verschleimte. Mir war schon klar, dass da nichts beißt, aber ich hatte wenigstens gehofft ein wenig zu werfen. Naja, habe ich dann auch, von irgend einem beknackten Steg unter lauter ostzonalen Zuschauern. Ob ihnen die Vernanstaltung gefallen hatte, lies sich im Nachhinein nicht mehr feststellen. Ich gehe einfach mal von schierer Begeisterung für meine Wurfkünste aus - was sonst, bei einem Ästheten der langen Leine, wie ich einer bin.

Kapitel: Jahrszeit und Ort

Dieses Jahr folgte zur richtigen Zeit der richtige Ort: Dänemark nähe Arhus kurz vor Ostern.
Das hatte ich mit einem kurzen Blick aus dem Augenwinkel gegoogelt, als mir Termin und Ort des Großfamilienurlaubes kurzerhand mitgeteilt wurden. Vor Ort, wie immer leicht verwirrt, hatte ich dann Probleme eine Lizens zu bekommen. Ich wollte einfach nicht glauben, dass man die jetzt auch über das Inderned erlösen kann. Na gut, dass ist eine andere "Gechichte", wie unser Altkanzler Birne zu sagen pflegte.

Ich hatte also eine Lizens und die ersten 2 Tage heuchlerisch der Familie gewidmet. Ein kurzer Check der Küste zeigte: Steine!! Jawohl,da wo Steine, da Fischnährtiere, da Meerforellen meterweise! Es konnte losgehen.

Kapitel: Es geht los

Aufgerödelt zur Simmslitfaßsäule und Sagewerbetrommel, also warm behütet und grandios equipt, stolperte ich an den Strand und ins Wasser. Der erste Herzschlagmoment geschah, als sich meine Rutenspitze der Sagenhaften mit einem Plöpp ins Wasser verabschiedete. Petrus sei Dank, der Shrimppinkladystreamer hielt. Euer Held hatte die Rute vorher nur sanft zusammen gesteckt, wurde durch die liebliche Ehefrau die zusah, abgelenkt und das Beinaheunglück nahm seinen Lauf. Merke, man soll Abläufe immer korrekt zu Ende führen - alte Fliegerweisheit.

Kapitel: Eiskunstlauf in Pflicht und Kür

Nun nahm das Werfen seinen Raum. Der Wind blies das Hirn frei und den Streamer vor sich her. Steife Brise aus Ost Süd Ost schräg ablandig - nicht gerade der heimische bayerische Forellenbach. Da Euer Held nicht auf Links wechseln kann, er versucht aber daran zu arbeiten, schwirrte die Shrimppinklady mit Mach drei vom Winddruck gefördert stets gefährlich nah am Öhrchen vorbei - hurra, wir schmeißen Schußköpfe und fette Streamer über Kopf!

Dann kam der erste eingesprungene Toeloop über einen als Wasserpflanze getarnten Stein, der die Dichtigkeit der Simmslitfaßsäule auf die erste Probe stellte. Der abstützende Arm war bis zum Brustnippel feucht, aber die Hose hielt.

Das war die Pflicht, nun kam die Kür: Der Doppelrittberger. Diesmal in der Schrittkombination eingeleitet durch große Felsbrocken und in der Landung elegant nur auf die Knie, den Arm nicht abstützend. Volle Punktzahl, alles trocken und die 5 Lagen Simms auf den Knien schützten souverän.

Aber was war jetzt eigentlich mit dem Wind und vor allen Dingen mit den Meerforellen?

Kapitel: Wind

Meine Fresse war ich erstaunt als ich in Dänemarks Küstenregion ankam. Der Wind auf gefühlter Orkanstärke und mein erster Gedanke: Ihr ganzen Spinner von der Küste wollt mich verarschen und schmeißt eigentlich kiloschwere Blinker von der Multirolle, aber von wegen Fliegenfischer, dass ich nicht lache!
Bei genauerer Betrachtung allerdings, war der Wind zwar kräftig, aber verlässlich und das Wurfgewicht des Schußkopfes der 2H Klassifizierung 4 an der Sage Einhandklassifzierung 7 goldrichtig! Auch wenn das eigentlich eine 8 nach EH ist, ist das für die Küstenfischerei irgendwie in dem Bereich goldrichtig! Genau wie alle immer behaupten. Diesmal haben Alle recht - ich auch!

Kapitel: Schußkopfschmeißen mit Alzheimer

Ich hatte 2 Sorten SK von Rio mit, den Scandi Short Versi Tip und das Gegenstück, dessen Name gerade meinem Alzheimer zum Opfer fällt, also jedenfalls einen Meter länger als der Scandi Short. Ich begann mit dem Alzheimeropfer an einer Stelle die mir mehr Rückraum bot und das fühlte sich richtig gut an. Jetzt lass ich mal die Hosen runter: Meine Wurfweiten sind in dieser Konstellation und Erfahrung so bei guten 15 Metern. Ich hab das an der Leine vor einiger Zeit mal nachgemessen. Messen ist schrecklich, Glauben wird erschüttert. Aber wartet mal! Nach 3 Tagen Schmeißerei waren ca. 20 Meter drin.

Dann kamen Strandabschnitte, da reichte der Rückraum nicht mehr. Brustnippelwaten hilft auch nicht, dann hängt Shrimpinklady zwar nicht im Schilf, aber im Wasser. Also Rio Scandi Short - Bingo. Zappelt zwar etwas mehr, aber drauf geschissen.

Kapitel: Meerforellen

2 Tage nüschsts. Kein Anfasser oder sonst was. Das ganze Arsenal durchrotiert. Pinkschrimplady gegen Women in Black, aber alles half nix. Letzter und dritter Tag, zweiter Wurf, einstrippen bis vor die Füße und keine 2 Meter vor mir folgt ein breiter Rücken meiner Dominaschrimp! Ich war elektrisiert. SIE sind also da!! 2 springende Forellen beobachtet und 2 Anfasser. Um mich herum lauter Fliegenfischer, ich liebe die Dänen, die auch nix gecheites rauszerrten, nicht weiter warfen und alle mit Katzenklo. Euer Held natürlich nicht, aber auch Schneider. Damit hat Arhus und die Meerforelle eine Rechnung mit mir offen.

Kapitel: Schneider

Es waren 3 rattenscharfe Fliegenfischertage. Meinen absoluten Respekt für die Sturmfraktion unter uns. An der Küste wird der wahre Fliegenfischer geschmiedet und gestählt. Der Rest ist Warmduschen für Fliegenfischer! Das man dabei Schneider bleibt ist völlig nebensächlich. Ich habe in 3 Tagen soviel gelernt wie in einer Saison.

Kapitel: Katzenklo

Wieso man das braucht, erschließt sich mir zumindest in diesen 3 Tagen nicht! Natürlich kämpfe ich immer mit der Schnur und dem Getüddel und den Klängen, aber die Wurffrequenz leidet nicht wirklich darunter. Und wie gesagt, die Weiten der Dänen waren jetzt auch mit Katzenklo nur irdisch und nicht weiter als die Eures Helden - behauptet er jetzt einfach mal. Das DING ist so häßlich, das lehne ich aus Prinzip schon ab.

Wenn man die Klänge mal richtig gut gelegt hat, diese wie von Geisterhand von den gespreizten Fingern gleiten - das ist wie eine Symphonie. Ich habe jetzt schon einige Videos gesehen, wo auch Könner die Klänge vorher ins Wasser werfen. Dann brauch ich eigentlich keine Klänge, oder? Das passiert mir auch noch öfter, aber das Ziel ist das der "Klang" aus den Fingern in den Führungsring gleitet. Die Ästhetik sprang mir sofort ins Auge, als das hier bei uns diskutiert wurde. Ich kann doch nicht mit edlem Gerät, womöglich noch 2H und Katzenklo ins Wasser toben! Wir sind doch auch Stilisten, oder?

Kapitel: Die Wurfweite bei heruntergelassener Hose

Das kann ich kurz abhandeln: Niemand schmiss ins Backing! Anders herum, ob Sk oder nicht, alle blieben deutlich unter 30 Meter. Ich schätze das alles was ich an diesen Tagen gesehen habe im Bereich 20 Meter Weite lag. Euer Held, seit 2 Jahren einen Schein, seit 2 Jahren Fliegenfischer, ohne dieses bescheuerte Katzenklo, bewegt sich gefühlt auf Augenhöhe mit seinen Weiten von 15 Meter im Durchschnitt, also bei guten Würfen an die 20 Meter. Vielleicht waren die Dänen leichter unterwegs, deshalb etwas kürzer, aber bei dem Wind verbläst es eine 5 oder 6 (nach EH) wirklich, selbst den 4 SK (nach 2H und ca. 18 Gramm schwer) trägt der Wind manchmal einige Meter auf die Seite. Alles was in diesen Tagen leichter war, wäre nicht werfbar bzw nur für den absoluten Nahbereich geeignet. So meine Einschätzung von mir als Anfänger.

Kapitel: Sagenhafte Begeisterung

Die #7 Sage 9" Method ist ein Rennpferd! Ich konnte ihr Potential nicht vollständig abrufen, ich, konnte das nicht. Die Method feuert sicher spielend bis ins Backing, nur Euer Held noch nicht. Ich weiß nicht ob ihr mich versteht? Wenn der Wind mal nachlies, der Held einen sauberen Schwung und Doppelzug hinbekam, dann war er gleich 4 - 5 Meter weiter. Die Sagenhafte fängt erst dann an sich so schön zu biegen. Das kann man aus dem Augenwinkel erhaschen.

Jetzt den Doppelzug noch feiner ausführen, noch agressiver ziehen, dann katapultiert dieser Araber unter den Ruten die verdammte Dominashrimp bis an den Horizont und bis an das Ende der Shooting Leine. Man kann das richtig spüren, dass noch mehr, noch viel mehr geht!! Dass hat mich richtig elektrisiert. Ich muss das wirklich mal auf einer Wiese bei Windstille austesten. Weite kann süchtig machen und Schneidermeerforellen vergessen lassen.

Kapitel: Zukunft

Das Meerforellenfischen hat mich bezaubert und gefangen. Die Dänen sind ausgesprochen liebenswürdig und anscheinend auch total infiziert vom Fliegenfischen. Zusätzlich haben die so feine Hot Dogs, Lakritzeis mit Schaum und Streusel, lecker Semmeln, sehr schöne Landschaft und schöne Frauen. Ich komm wieder, keine Frage, aber das nächste Mal mit noch mehr Weite und auch mal Meerforellen. Und für alle Sagealergiker noch ein Spruch: Die Method ist die ultimative Küstenwaffe, ausgestattet mit dem grandiosen Schußkopfsystem Scandi Short Versi Tip von Rio, scharf und schön wie ein Katana, so schneidet sie den Wind. Die Meerforellen müssten eigentlich völlig verzaubert an der Leine hängen.


Euer Frank - wie immer völlig verwirrt
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Re: Von Schußköpfen, Meerforellen und dem Wind

Beitragvon troutcontrol » 15.04.2017, 17:24

:mrgreen:
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Re: Von Schußköpfen, Meerforellen und dem Wind

Beitragvon Trout-Reload » 15.04.2017, 17:59

SAGEnhafter Beitrag :-) Ich danke dir !! Herzlichst aus dem Norden (wo immer Wind ist)
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Re: Von Schußköpfen, Meerforellen und dem Wind

Beitragvon Vogtlandsalmon63 » 15.04.2017, 18:41

Hallo Frank!
Schöner und unterhaltender Beitrag. Ich war auch letzte Woche auf Meerforelle, aber auf Bornholm. Hatte das selbe Wetter. Ich hatte 5. Die Meerforellen halten sich leider nicht an Simms und Saage. Ist Denen schnuppe, hauptsache zur richtigen Zeit am richtigen Ort und mit der richtigen Fliege.
Gruß
Robby Vogtlandsalmon63. \:D/
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Re: Von Schußköpfen, Meerforellen und dem Wind

Beitragvon orkdaling » 15.04.2017, 20:50

Hallo Frank,
auch von mir ein Danke.
Ich hænge mich gleich mal an Robby`s Aussagen dran, den Mefo ist es s..egal was auf der Rute steht und ich kenne auch keinen der egal mit welcher Rute mal locker ins Backing wirft.
Da muessen alle Bedingungen stimmen wie zb Schnur , Fliege, Wind. Also mach dir darueber keinen Kopf.
Und ich habe schon in vielen Beitrægen geschrieben das so mancher FF seine Mefo vergræmt weil er denkt bis zum Bauchnabel einwaten zu muessen und permanent 30m zum Horizont zu werfen.
Und wenn du zu dieser Jahreszeit deine Fliege in 3m tiefen kalten Wasser platzierst statt in einer ufernahen Rinne voller Kraut ,,Muscheln Garnelen ,Wuermern, da hilft keine Rute egal wie gut die ist.
Das Klo hat schon seine Berechtigung, zb Kaut, Strømung und abtreibende oder sinkende Schnur. Unter "normalen" Bedingungen lasse ich das Teil gern weg, lege die schwimmende Running in kurzen und længeren Klængen ab und vermisse da keinen Meter Wurfweite. Sehr duenne Runninglines verkringeln sich sogar schneller im Klo als sauber auf der Oberflæche liegend.
Und zur richtigen Fliege am richtigem Ort, das sind auch Erfahrungswerte bzw Ortskenntnisse.
Und speziell fur dich Spassvogel eine Erklærung - wann liegt der Elefant unterm Affenbrotbaum - na wenn die reifen Fruechte fallen und da frisst er sich so voll das er durch alkoholische Gærung nicht mehr auf die Beine kommt.
Also wo findet die Mefo zuerst Futter - ufernah. Was nimmst sie wennn Sandaale da sind - Tobisfliegen. Was frisst sie wenn am Ufer nichts zu holen ist - sie folgt den Heringsschwærmen.
Da fællt mir grade ein was ich die Woche ueber Stockholm und Mefo gelesen habe, die waren voll mit Junghechten. Tja, Stockholmer Brackwasser Schærenguertel, im Gegensatz zu Bornholm wirst du da mit einer Brendas Mor weniger erfolgreich sein.
Ich werde im April/Mai manchmal dumm angeschaut wenn ich eine Orange/braune Tube im Fjord fische , EH 7 oder 8#, WF mit Interm. Keule.
Warum - noch kein Kleinfisch da und die Dorsche kommen in der Dæmmerung zum Krabbensammeln bis ins 1m tiefe Wasser bzw stehen an den Krautkanten wo es schnell abfællt.
Da erntet der Blechangler nur Blasentang mit seinem Drilling.
Gleicher Platz mit einer 6# und Wooly oder Tangloppe dran bringt eher Mefo. Sind aber Jungheringe in der Bucht wechsle ich zur 8# und knalle den blau/schw./weissen Streamer auch gegen den Horizont weil dann der Seelachs da ist.
Aber du weisst ja, alles hat ein Ende, Nacht vom 31.5./1.6. steh ich aufgebaut an der Orkla weil da die Elche kommen (oder waren es Lachse?)
Gruss Hendrik

Ach ja, solltest du dich mal verfahren, du brauchst hier eine EH 6, 7 ,8, Switch, DH 8/9 und 10/11 um uebern Sommer zu kommen :badgrin:
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Re: Von Schußköpfen, Meerforellen und dem Wind

Beitragvon Vogtlandsalmon63 » 16.04.2017, 07:27

Halo Hendrick!
Mal kurz was abweichendes vom Thema. Da Du ja auch nach Bornholm bestimmt über Ostern fährst. Die beiden entnommenen Meerforellen hatten Sandaale, Garnelen und Koppen im Magen. Vielleichht hilft der Tipp.
Gruß Robby.
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Re: Von Schußköpfen, Meerforellen und dem Wind

Beitragvon fly fish one » 16.04.2017, 09:15

Lieben Dank Kollegen, es ist mir eine Ehre!

Zum Thema "beackern" der Wasserfläche:
Ich habe immer direkt an Dich denken müssen, lieber Hendrik, habe deshalb mit kurzer Leine direkt vor den Füßen und im Flachen stehend begonnen. So wurde die Wasserfläche "abgefächert", um dann am Ende auf mehr Weite zu werfen. Einige Schritte zur Seite und das ganze Spiel von vorne.

Zum Thema "Fliegen":
Das war der größte Unsicherheitsfaktor in diesen Tagen. Ich hatte einfach keine Ahnung was an diesem Strandabschnitt in der Nähe von Arhus passen könnte. Ich muss mir beim nächsten Tripp mal richtige Lokals suchen und die ansprechen. Vermutlich ist das der Grund, dass ich Schneider geblieben bin.

Zum Thema "Markenwahn":
Ihr sollt mich nicht so ernst nehmen, dass ist auch immer etwas real existierende Satire. Aber Ihr kennt mich inzwischen ja schon ganz gut.

Euer Frank - und eine dicke Gratulation an Alle die heuer schon ordentlich Mefos auf die Schuppen gewuchtet haben
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Re: Von Schußköpfen, Meerforellen und dem Wind

Beitragvon Achim Stahl » 16.04.2017, 10:23

Moin,

ja, manchmal klappt das... aber nicht immer.

Manchmal klappt das, dass man zur besten Meerforellenzeit einfach mal aus dem Süden einfliegt, sich zwischen die "Locals" stellt und, ohne sich sonderlich tief mit der Materie befasst zu haben, eine Meerforelle nach der anderen fängt.

Das ist aber leider, oder Gott-sei-Dank, nicht immer der Fall. Oft sind die "Locals", die man am Wasser trifft, gar keine "Locals", sondern annähernd ebenso ahnungslose Touri- oder Gelegenheitsfischer wie man selbst. Die wirklichen "Locals", die sich auskennen, meiden nämlich Angleraufläufe am Wasser. Die können dann oftmals auch mit ihrer Fliegenrute umgehen, und man erkennt bei ihnen unschwer, wozu ein Schnurkorb gut ist (wenn man keine Runningline schießen lässt und nur auf Schußkopfweite wirft, braucht man ihn natürlich nicht... :wink: )

Ich lese solche Berichte des Scheiterns an der Küste (bzw. nette Tage, aber ohne Fisch) immer wieder und wundere mich nur, warum man so schlecht vorbereitet ans Wasser geht. Statt sich mit Leuten, die sich wirklich auskennen, über die richtige Gerätezusammenstellung, Fragen zur Standortwahl, Präsentation und Führung der Fliege, Fliegenmuster etc. zu unterhalten, fragen viele Küstenreisende lieber andere Gelegenheits-Meerforellentouristen oder glauben einfach, sie wissen das sowieso besser.

Und wenn sie dann mal eine Woche an der Küste abgeschneidert haben,kennen sie sich aus. Sie wundern sich auch nicht, dass sie keinen Fischkontakt hatten, denn sie standen ja zwischen anderen Anglern, die auch nichts fingen. Nur, dass die Angler, die Fische gefangen haben, sich eben nicht irgendwo in ein Rudel von Leuten eingereiht hatten, die das Wasser mit Einschägen von schweren Blinkern und Sbirollinos stundenlang beunruhigen, sondern für sich allein irgendwo anders fischten.

So, ich pack jetzt mein Bellyboat und suche mir eine Stelle an der Küste, wo ich auch am Ostersonntag in Ruhe fischen kann. 8)


Frohe Ostern!


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Re: Von Schußköpfen, Meerforellen und dem Wind

Beitragvon CPE » 16.04.2017, 11:08

Achim, deine Art der Neukundengewinnung hat immer wieder Unterhaltungswert. TL, Norbert


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Re: Von Schußköpfen, Meerforellen und dem Wind

Beitragvon orkdaling » 16.04.2017, 12:40

Hallo Frank,
næchstes mal klappt es!
Nachdem ich ein paar Fragen zu Bornholm bekommen habe, wohin wenns an der eher sandigen Westseite zu sehr blæst, hab ich ein paar Plætze hier rein gestellt.
(Bornholm bei Westwind) Wie mir gestern ein FF aus den "Nachbarforum" bestætigte wurde ihn auch von Einheimischen dazu geraten zb Bølshavn.
Die Ostseite ist bis auf die grossen Buchten sehr felsig und vor den Steinnasen ist es oft gleich 5m tief. Dazwischen aber 1 bis 2m mit stark bewachsenem Grund.
Da sind keine 30m Wuerfe erforderlich, gefangen hat der Sportfreund ca 5m vor den Felskanten. Deckt sich mit meinen Erfahrungen der letzten Jahre.
Und man hat dort echt grosse "Fischfresser". Je nachdem wie die Strømung ist, klappert man die vielen kleinen Buchten ab, irgendwo ist Futterfisch und die eine oder andere Mefo.
Ich staune immer wieder wenn ich 5 Angler sehe die mit Sbiro oder Blinker auf einer Stelle verharren weil diese im Angelfuehrer steht oder mal eine 5kg Forelle gemeldet wurde.
Hier mal ein Bild (zwischen Rønne Kommunalhavn und Hotel Radisson) http://www.367ture.dk/media/Galgeloekke ... eb1200.jpg wo ich fische wenn ich im Sept auf Bornholm bin. Zwischen den Molenkøpfen sind immer Sandaale und um die Køpfe herum ordentlich Strom, besonders am letzten Kopf. Da hilft nur eine inter.Schnur oder S1, strippen und lange sinken lassen.
Ja zur richtigen Zeit am richtigem Ort, das ist eben Glueckssache oder Ortskenntnis. Aber im Gegensatz zu der Heimlichtuerei die du sicher kennst, ein nettes Gespræch mit den Einheimischen, egal ob auf Bornholm oder hier am Lachfluss, ist sehr hilfreich wenn es um Plætze oder Fliegenmuster geht.
Als ich das erste mal im Angelladen in Ystad (S) war hat das Gespræch mit dem Besitzer und einiger eintrudelnder FF fast 2 Stunden gedauert. Danach wusste ich aber wann und wo sie auf Mefo gehen und sie wussten wo es bei uns hier Rotbarsch und Heilbutt gibt. Und der Besitzer sagte mir, alles Quatsch, im Fruehjahr pink Reke oder Kobberbassen, spæter Brendas Mor und Sandaal, mehr braucht man nicht in Suedschweden. Auch sehr verkaufsførdernd, haha. Recht hatte er allerdings - was mich aber nicht wunderte bei dem flachgruendigem Mischgrund.
Noch schøne Ostern,
Gruss Hendrik
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Re: Von Schußköpfen, Meerforellen und dem Wind

Beitragvon NBerlin » 16.04.2017, 13:44

Schöner lustiger Beitrag =D>
Danke .

Gruß Norbert
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Re: Von Schußköpfen, Meerforellen und dem Wind

Beitragvon fly fish one » 17.04.2017, 09:23

Lieber Achim, altes Küstenbatteriegeschütz,

auch Meerforellenfischen ist nicht unbedingt eine Raketenwissenschaft. Sehr viel, wirklich sehr viel findet man auch zügig ohne fremde Hilfe heraus. Zumindest alles was das Euqipment betrifft, wenn man jetzt nicht ganz naiv daher kommt. Einzig die Orte und Tipps dazu, wo man gute Aussichten auf Mefo hat, da sind Tipps sicher gold wert. Für mich war das aber Kappes, weil ich den Ort nicht aussuchen konnte, sondern die Großfamilie (alle nicht fischend) das vorgeben hat. Auch meine Mobilität dort war eingeschränkt. Das Fliegenfischen lief so nebenher. Ich habe gar nicht erwartet was zu fangen. In der Retroperspektive dieser 3 Tage bringt mich das dazu sowohl meine Vorfächer, als auch meine Würfe noch etwas anders anzugehen. Dafür brauche ich wirklich keine Experten! Mich endlich mal mit meinen Würfen und dem Euqipment unter Küstenbedingungen zu beschäftigen, dass war mir die Hauptsache.

Dein Frank - DER mit der Schußkopflänge an Wurfweite und dem Katzenklo war gut
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Re: Von Schußköpfen, Meerforellen und dem Wind

Beitragvon orkdaling » 17.04.2017, 10:36

Hahaha, Frank.
Woher weisst du das unter diesem Teil auf der Fosen Halbinsel super fangplætze sind - Ortskenntnisse???
https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q= ... 7HGbAj0klA
Gruss Hendrik
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Re: Von Schußköpfen, Meerforellen und dem Wind

Beitragvon BergLutz » 18.04.2017, 08:44

Hallo Frank ....
Da hast Du ja wieder schön "mit den Flügeln geschlagen" lieber Frank.
War nicht frei von Humor.
Und wenn Du nun noch die -'ostzonalen Zuschauer' weggelassen hättest - die dort gewiss in der Minderzahl sind ....

...ja dann wäre es für "ostzonale Fliegenfischer" noch leichter verdaulich gewesen.....
Aber das wird schon noch.... ;-)

Gruß
Lutz
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Re: Von Schußköpfen, Meerforellen und dem Wind

Beitragvon fly fish one » 18.04.2017, 13:54

Lieber Lutz,

vielen lieben Dank. Endlich reagiert mal einer auf meine leichte Provokation. :biggrin: Aber ich kann Dir sagen, dass ich es als Preuße in der bayerischen Enklave auch nicht immer leicht habe.

Auch Dir viel Erfolg beim Meerforellenfischen. Es ist schon etwas Besonderes. Meine Familie konnte gar nicht glauben, dass es in der Ostsee sowas gibt: "Ist doch alles völlig überfischt." Viele Arten wohl ja, aber nicht alle und nicht überall.

Dein Frank
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