Warum angeln wir?

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Re: Warum angeln wir?

Beitragvon salat » 07.12.2012, 19:23

wenn ich mich mal in einen unserer Kritiker hineinversetzte, und mir würde zu Ohren kommen, dass Angler gezielt auf Fische aus sind, obwohl sie wissen, dass diese zurückgesetzt werden müssen, würde es mir auf gut Deutsch den Vogel raushauen. Die Gründe, ohne beabsichtigte Fischentnahme angeln zu gehen, sind wohl für einen Kritiker nicht ersichtlich, da er dieses Gefühl nicht verstehen kann.


In der Tat, es geht schlussendlich um die Stufe an Respekt gegenüber den jeweiligen Fischen, und die Gewichtung und Interpretation des Ganzen, und die daraus resultierende Palette (an Standpunkten und Sichtweisen)
Nach Vernunft, Sinn, Ethik, Situation sowie Gesetz ..

Gruess,
Cedi
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Re: Warum angeln wir?

Beitragvon Headi » 08.12.2012, 13:30

Maqua hat geschrieben:
KüFo hat geschrieben:Werden Fische gefangen, die einem Verbot nach Absatz 2 unterliegen, sind diese nach guter fischereilicher Praxis vom Fanggerät zu befreien und unverzüglich frei in das Fanggewässer zurückzusetzen, ohne Rücksicht darauf, ob sie unverletzt, verletzt oder tot sind.

Danke Olaf, damit ist eigentlich alles zu dieser Verordnung gesagt.
Solche Verordnungen sind leider notwendig geworden, um den "schwarzen Schafen" die Möglichkeit zu nehmen, sich genau mit solchen Begründungen wie "der Fisch hat geblutet" herausreden zu können.

Ist dazu alles gesagt? Ich weiß nicht, ob sich das Gesetz auch auf die Netzfischerei bezieht. Weil das sind tote/verletzte Tiere die Regel - könnte das ein Grund sein?

Und zum Thema: Fischen ist für mich eine Verantwortung, die Spass macht. Es gilt ein Gewässer zu Erhalten zu "Renaturieren". Das sehe ich als meinen wichtigsten Auftrag. Ab und an einen Fisch gezielt zu entnehmen und zu verwerten. Die Vorbereitung und Pflege des Materials. Die Geselligkeit unter Fischern. All diese Dinge gehören zum Gesamtpaket. Wie die Anteile verteilt sind hängt sehr von den Möglichkeiten ab. In jedem Fall ist die reine Fischerei am Wasser eher untergeordnet.


Gruß
Florian
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Re: Warum angeln wir?

Beitragvon Blauzahn » 08.12.2012, 13:57

Mahlzeit in die Runde "der sich findenden Angler und Fischer"

vor einiger Zeit, als wir mit unserer Vereinsseite im WEB präsent sein wollten,
machte ich mir auch Gedanken, warum wir tun, was wir tun.

Das kam dabei heraus:

Angeln eine Philosphie

Irgendwann einmal bezeichnete ein kluger Kopf das Angeln als die unverdächtigste Art des Nichtstuns, ein anderer als die einzige Philosophie von der man satt wird.
Auf den ersten Blick ist Angeln eine Sportart, welche durch die Verbindung zum Medium Wasser als Wassersportart bezeichnet werden kann. Segeln und Schwimmen sind bekanntlich ebenfalls Wassersportarten und wären somit vom Oberbegriff her artverwandt, aber sind diese Sportarten wirklich vergleichbar?
Unsere Antwort auf diese Frage wird mit einem klaren Nein beantwortet.
Angeln ist mehr als ein Sport, Angeln ist eine Lebensauffassung, eine Philosophie.
Der Urtrieb des Menschen, der Pirsch nach Beute, welcher in unseren Genen nicht ausgelöscht ist, wird beim Angeln ausgelebt und führt uns zurück zu den Wurzeln unserer Entwicklung. Der Fang eines Fisches, welcher getötet und anschliessend verspeist wird, ist in unserer Zivilisation nicht mehr überlebensnotwendig, jedoch ein unbeschreibliches Erlebnis und ein einzigartiges Gefühl . Nur wer einmal einen Fisch mit der Angel gefangen hat, kann das nachvollziehen.
Wer kennt nicht das Bild vom still auf die Pose schauenden Angler, regungslos dasitzend und auf etwas wartend, gelangweilt erscheint er, manchmal auch sinnentleert, jedoch ist er bis in die Haarspitzen konzentriert und wartet jeden Moment auf den Augenblick, dass die Pose unter Wasser tippt... nochmals tippt, um mit einem kräftigen Zug zu verschwinden .... oder das Bild vom bis zum Bauch im Wasser stehenden Watangler, der mit seiner Angelrute seltsame Bewegungen vollführt und an seine Angelschnur kunstvoll geknüpfte Fliegenimitationen bindet, oder kleine silbern glänzende Blechteile durchs Wasser jongliert. Auch er ist hochkonzentriert und in Erwartung dieses unvergleichbaren Gefühls, wenn die Beute/der Fisch anbeisst.
Angeln ist Genuss und Erleben, ein veschmelzen mit der Natur, Erfolg und Misserfolg, Leben und Tod, Leidenschaft und Passion, Verantwortung und Hingabe, Kraftquell für die Seele, Gemeinschaft und Einsamkeit zugleich.
Heute geht es beim Angeln nicht mehr ums Überleben, auch nicht um den Broterwerb, sondern um den fairen Umgang mit der lebenden Kreatur, der mit Respekt begegnet werden muss. Lange schon bevor Tierschutz in Gesetzen festgelegt war, entstanden für die Jagd und Angelfischerei ungeschriebene Regeln, die sogenannte Waidgerechtigkeit. Grundlage hierfür ist der Respekt gegenüber der Kreatur, die es zu erbeuten gilt. Waidgerechtes Angeln geht weit über die inzwischen in Fischereirecht, Tier- und Naturschutzgesetzen übernommenen Regeln hinaus. Denn es geht beim Angeln nicht um das bloße Beute machen. Ein Fisch soll eine faire Chance erhalten, dem Fang zu entgehen. Auch nach dem Fang gibt es klare Regeln um unnötiges Leiden des Fisches zu vermeiden.

Angeln ist eine Philosophie und eine Lebensauffassung.


Genau so sehe ich das heute immer noch und jeder Tag am Wasser,
egal ob mit Rute in der Hand,
mit Kescher als Helfer bei der E-Befischung,
mit Eimern beim Fischbesatz,
mit Fotoapparat in der Hand,
oder beim Arbeitseinsatz
....

gibt mir dieses beschriebene Gefühl, den Antrieb.

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