Wie umgehen mit (mutmaßlichen) Schwarzfischern

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Re: Wie umgehen mit (mutmaßlichen) Schwarzfischern

Beitragvon andi22 » 13.01.2014, 01:19

Postman76 hat geschrieben:Hallo Leute,

erstmal danke sehr für die rege Beteiligung.
Es scheint mir ein Sachverhalt in den Vordergrund zu treten: Was helfen alle, wie auch immer gearteten Rechte, wenn man Sie nicht durchsetzen kann? Zu geringes "allgemeines Interesse" mag sein, aber sind dann die ganzen Vorschriften/Gesetze nicht alle für die Katz? Wenn mir eine das Auto anfährt ist das "allgemeine Interesse" ja wohl auch überschaubar.
Fahr mal ein Reh an und schmeiß es danach als willkommenen Sonntagsbraten in den Kofferraum. Wenn Sie einem da draufkommen, dann pfeift der Strapps! Warum wird hier mit zweierlei Maß gemessen und geahndet?

Gruß

Peter

Wie es beim Reh ist kann ich dir nicht sagen , aber beim Wildschwein geht es ganz gut und wenn du dann noch einen guten Tierarzt kennst , der das Vieh noch untersucht(man will ja kein Risiko eingehen) hasst du für mehrere Tage legger Wildschwein.
Für den Doktor natürlich auch ne Portion.
Grüsse andi
andi22
 
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Re: Wie umgehen mit (mutmaßlichen) Schwarzfischern

Beitragvon Werbe » 13.01.2014, 10:24

Hallo,
andi22 hat geschrieben:
Wie es beim Reh ist kann ich dir nicht sagen , aber beim Wildschwein geht es ganz gut und wenn du dann noch einen guten Tierarzt kennst , der das Vieh noch untersucht(man will ja kein Risiko eingehen) hasst du für mehrere Tage legger Wildschwein.
Für den Doktor natürlich auch ne Portion.
Grüsse andi

in Deutschland bekommt man dafür ein "legger" Verfahren wegen Wilderei an den Hals, denn das ist hier ein "Rechtsstaat" und bei der unberechtigten Entnahme von Fisch oder Wild werden die Eigentumsrechte anderer verletzt.

Gruß
Werner
Zuletzt geändert von Werbe am 13.01.2014, 16:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie umgehen mit (mutmaßlichen) Schwarzfischern

Beitragvon Olaf Kurth » 13.01.2014, 15:00

andi22 hat geschrieben:Wie es beim Reh ist kann ich dir nicht sagen , aber beim Wildschwein geht es ganz gut und wenn du dann noch einen guten Tierarzt kennst , der das Vieh noch untersucht(man will ja kein Risiko eingehen) hasst du für mehrere Tage legger Wildschwein.



Sorry andi,

kein verantwortungsvoller Tierarzt wird seine Reputation für eine gefällige "Fleischbeschau" aufs Spiel setzen!
Werner hat die juristische Sicht bereits erläutert; weißt Du überhaupt, was "für mehrere Tage legger Wildschwein" auf Dich zukommen kann?

Nachdenkliche Grüße,

Olaf
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
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Re: Wie umgehen mit (mutmaßlichen) Schwarzfischern

Beitragvon Bäschwatz » 15.01.2014, 21:27

Hi Andy
Wenn legga Braten tot auf der Straße liegt wird Dich die zu erwartende Rechnung in der Werkstatt wohl eher beschäftigen.
Wildschweine vertragen einiges mehr als die meißten Autos und ihre Insassen. Schon aufgrund ihres massiven Körperbaus und auch wegen ihrer recht dicken Haut.
Wenn diese wirklich mal liegenbleiben sind die inneren Organe so beschädigt das an legga Braten eher nicht zu denken ist. Bis das Viech aus der Jacke geschält ist hat die Zersetzung schon lange begonnen.
Den Rest haben andere schon geklärt.
Gruß Thilo
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Re: Wie umgehen mit (mutmaßlichen) Schwarzfischern

Beitragvon asphaltmonster » 11.09.2014, 12:25

Ist zwar ein älteres Thema, aber wie ich meine, immer interessant.

Ich bin Fischereiaufseher im Ehrenamt, allerdings vom Landkreis "amtlich bestellt" und an mehreren Gewässern unterwegs die entweder in der Hand von einem Berufsfischer, dem Landesfischereiverband oder von Vereinen sind.

Einige dieser Gewässer weisen Schongebiete aus die wegen des Lachs2000 Programms ihre Berechtigung haben. Gerade hier wissen die Behörden (Ordnungsamt, SchuPo) oft nicht um die Brisanz dieser Gebiete.
Als mehrfach in der Ahrmündung gefischt wurde hat ein Freund die SchuPo verständigt. Die kamen nur sehr langsam in Fahrt und ich wurde von diesen wegen Unklarheiten kontaktiert.
Für die SchuPo`s war das nur eine Lapalie das da eine Gruppe bestehend aus drei Mann ohne jeden Schein und einer mit allen Erlaubnissen in einem ganzjährigen Schongebiet fischen gehen.
Erst nachdem die Behörden vor Ort über die SGD Nord und Jörg Schneider/BFS aufgeklärt wurden und sie sahen das man da fantastisch Geld einnehmen kann änderte sich die Sache...

Anderes Fall: ca. 2km unter der Saynbachmündung befindet sich eine Kiesbank die schon seit ewigen Zeiten ein Ruheraum bzw. Notlaichplatz ist. Hier wurd ein den vergangen Jahren vorrangig mit Poppern auf Rapfen gefischt und diese wurden verkauft (3,50-4,00€/kg).
Als Beifang gab es Lachs und Meerforelle die ebenfalls meistens verkauft wurden. Hier hatte eine Fischmafia Fuß gefasst, Angelplätze wurden "verkauft" und "nicht Russen" wurden unter der androhung von Gewalt vertrieben.
Obwohl es Aussagen von Anwohnern, Fischereiaufsehern und anderen Anglern und es Foto- und Videoaufnahmen gab mußten wir über 5 Jahre kämpfen das diese Stelle wenigstens Zeitweise als Schongebiet ausgewiesen wird.
Oft standen hier 30 Mann und mehr im Wasser und im gleichen Maße wie die Angler zunahmen verringerte sich der Aufstieg von Rückkehrern im Saynbach.

Oft wird ja gesagt das "die Russen" die Aufseher bedrohen würden usw... Ich gehe auch alleine (allerdings nur sehr ungern) kontrolieren oder habe "nur" einen Angelfreund als Zeugen dabei und wurde noch nie von einem "Russen" bedroht!
Ob es daran liegt das ich beim örtlichen Angelgerätehändler arbeite und wir auch die Scheine für diese Gewässer ausgeben weiß ich nicht... Ein höfliches, aber bestimmtes Auftreten hat bisher immer geholfen, ebenso ein freundliches Gespräch während bzw. nach der Kontrolle.

Fest steht aber eins: an Gewässerstrecken wo keine Kontrollen stattfinden herrscht innerhalb kürzerster Zeit "Wild West".

Auch interessant: ein hier sehr aktiver Guide wurde von der WaPo kontroliert... Er hatte Gäste an Bord, nicht den erforderlichen Erlaubnisschein für seine Gäste für diesen Gewässerabschnitt und da er während der Kontrolle die Schnüre durchtrennte, vermutlich lebende Köderfische am Haken.
Er nahm wohl an das ich mit dieser Kontrolle zu tun hatte und ging am nächsten Tag mit einem Kantholz, das mit zwei eiserenen Winkeln beschlagen war, auf mich los, natürlich unter den wüsteten Beschimpfungen.

Der Umstand das wir durch einen massiven Zaun voneinander getrennt waren hat schlimmeres verhindert.

Da ich um meine Gesundheit fürchten mußte habe ich, nachdem ihn mehrfach versucht habe zu beruhigen, die Polizei verständigt und Strafanzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft hat diese Tat nicht als Angriff auf eine Privatperson gewertet, sondern als Angriff auf einen Fischereiaufseher und hat eine Geldbuße von 1600€ verhängt - wohlgemerkt obwohl ich nichts damit zu tun hatte und auch nicht auf einem Kontrollgang war!!

Ich kann jedem nur raten: tut euch zusammen, geht kontrolieren - nur so kann man schwarze Schaafe daran hindern an unseren Gewässern ihr Unwesen weiter zu treiben. Und wenn wirklich ein Verfahren wegen "Mangels an öffentlichem Interesse" eingestellt wird: lest mal das Kleingedruckte!! Man kann Einspruch gegen diese Einstellung einlegen.
Fischereiaufsicht heißt aber nicht "jagen und zur Strecke bringen" - Fischereiaufsicht heißt Aufklärung und Prävenzion.
Was stört`s eine deutsche Eiche wenn eine Wildsau sich dran schabt...
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