Wieviel Eitelkeit verträgt das Fliegenfischen?

Was macht FLIEGENFISCHEN aus? Hier darf nach Herzenslust gefachsimpelt werden! Auch Termin- und andere Ankündigungen passen hier herein.
(Bitte prüfe zuerst, ob nicht eine der nachfolgenden Rubriken geeigneter für Deinen Beitrag ist).

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Re: Wieviel Eitelkeit verträgt das Fliegenfischen?

Beitragvon orkdaling » 20.07.2016, 16:07

Na dann ich nochmal,
@ Matthias, sicher hat jede Methode ihr Berechtigung solange sie vertretbar ausgefuehrt wird, ich hab mich fuer die Fliegenfischerei entschieden was aber nicht heisst das ich keinen Rotbarsch mehr fange aber das geht nun mal nicht mit der Fliegenrute.
Mit Wurm auf Mefo oder Lachs lehne ich ab weil besonders die kleineren gierig schlucken, Todesurteil.
Blinkerfischer werden jedes Jahr erwischt (und das ist eben mit Fliege nicht møglich) wenn sie in Flachwasserzonen genau zum Zeitpunkt der Aufstiegs ihren Blinker mit grossem Drilling durch den Schwarm ziehen, warum wohl? Erlaubt sind 13mm vom Hakenstamm, kommen aber Drillinge zum Eisatz da kannst mit ankern!
Das hat dann nicht mit Eitelkeit sondern Dummheit zu tun, meine Meinung.
Auch kann ich das Indianerfischen betreiben und im kleinem ueberwachsenen Fluss meine Fliege auf der gegenueberliegenden Seite hinter einem grossem Stein servieren. Ich meine Stellen die du mit Spinner nicht erreichst, brauch ich dir ja nicht erklæren.
So etwas lockt mich in die kleineren Fluesse, das reizt mich auch wenn dort nur Fische bis 3kg aufsteigen. Fuer mich auf jedem Fall anpruchsvoller als pausenlos mit 15ft die Orkla zu beharken oder dort mit Wurm auf einen Lachs zu warten.
Eitel sind wir natuerlich alle, hier zb jedes Jahr intern - wer fængt den ersten, den grøssten, die meisten in der Saison.
Die Skjern Å Sammensluttning (DK) hatte ja vor der Saison Drillinge verboten, musste nach Protesten die wieder erlauben.
Gruende sind zb das ein Lachs ohne Probleme an einer unbeschwerten Tube wie den (langen) Sunray am Einzelhaken hængt.
Kurze schwere Tuben die du brauchst um auf Tiefe zu kommen haben aber den Nachteil das der Fisch das Gewicht spuert und sofort ausspuckt, mit Drilling hast du da mehr Chancen. Bøse Zungen sagen die Hersteller wollen ihre Haken und gebundenen Fliegen loswerden.
Im Meer verwende ich nur Einfachhaken auch an Tuben zum Seelachsfischen. 2-3cm Alutube mit etwas blau oder gruen und schwarzer Schwinge.
Von anderen oft belæchelt oder bestaunt doch normale Fliegen brechen oft bei den grossen Teilen.
Z.Z. ist jemand aus dem "Nachbarforum" hier. Hab ihm ein paar Stellen fuer Seelachs und Pollack gezeigt. Nach dem erstem Schwall kurz vor den Fuessen sagte er mir das das ja besser als Lachsangeln ist und das ihm vor Schreck fast das Herz stehen blieb. Ja nun haben die eitlen Sæcke den Lachfluss vor der Nase und gehen abends an den Fjord - mit der Fliegenrute.
Gruss Hendrik
orkdaling
 
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Re: Wieviel Eitelkeit verträgt das Fliegenfischen?

Beitragvon Waldläufer » 20.07.2016, 16:20

Hallo beisammen,

ich wollte mich eigentlich aus dieser Diskussion raushalten, aber irgendwie will ich mich doch kundtun.

Die häufig gefallenen Argumente, wie jede Angelmethode kann man waidgerecht, fischschonend, abschreckend, grauenhaft, superedel oder sonst wie durchführen - okay daran besteht kein Zweifel.
Ich erlaube mir trotzdem die Aussage, daß das Fischen mit der künstlichen Fliege mit Sicherheit als Methode die Schonenste ist (auf alle Angler hochgerechnet - nicht nur auf die negativen Ausreisser bei den FliFis bzw. den positiven Beispielen bei den anderen Angelarten).

So, jetzt bin ich kurz noch ganz böse, aber folgendes entspricht meinen persönlichen Erfahrungen :
Den Angeltag nach dem Gewicht des Ausfanges beurteilen; über den "zu klein" geratenen Besatz schimpfen; untermaßige Fische zornig zurück ins Wasser schleudern; Aiteln als Abfall zappelnd nach hinten ins Gebüsch werfen; ungesetzliche Angelmethoden (Lebendfisch) verwenden; nach Norwegen fahren um die Kühltruhen zu füllen und gleichzeitig über die dortigen Berufsfischer schimpfen, daß sie soviel fangen; Fische über den Schotter ziehend landen;...
sind alles Dinge, die ich persönlich nicht von Fliegenfischern kenne.

Bin weder Snob, noch reich, noch brauch ich teures Getackle, noch bin ich Befürworter von reinem C&R.
Für mich ist Fliegenfischen einfach die schönste Art Fischen nachzustellen und für den Fisch sicherlich auch die Schonenste.
(Ist fast schon verrückt sich in einem FliFi-Forum für seine bevorzugte Angelart rechtfertigen zu müssen) - :shock:

Schöne Grüße
Thomas
"Die Zeit auf dieser Erde wird nach Tagen genau abgerechnet, nur die Zeiten die wir fischen, die zählen nicht dazu."
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Re: Wieviel Eitelkeit verträgt das Fliegenfischen?

Beitragvon Hardy » 20.07.2016, 16:42

AlexWo hat geschrieben:Hallo Hardy,

ich kenne Dich ja nicht, insofern ist es für mich schwer zu beurteilen, ob Du die von Dir genannte "Evolution" bereits abgeschlossen hast oder nicht, bzw. auf welcher Stufe Du in dieser "Evolution" stehst oder ob bei Dir fischereiliche " Evolution" überhaupt stattfindet...

Hallo Alex,
ich glaube schon, dass bei mir eine entsprechende Evolution stattgefunden hat. Ich habe den üblichen Werdegang für einen Angler hier bei uns in der Gegend hinter mir. Zuerst Schwarzfischer mit der Hand, mit 14 dann den Schein gemacht und im Verein am Weiher mit der Grundrute oder Stipprute begonnen. Eine Fliegenrute war auch im Repertoire, wurde aber nur am Teich recht erfolglos eingesetzt. Es folgten einige Versuche mit der Spinnrute auf Forellen und Hechte. Danach lange Zeit aus diversen Gründen gar nicht mehr geangelt. Als mein Sohn dann seinen Schein gemacht hatte und im Anschluss daran einen Fliegenfischerkurs mitmachte, habe ich mich auch angemeldet und bin seitdem lange Jahre nur noch mit der Fliegenrute unterwegs gewesen. Soweit sehe ich da schon eine gewisse Entwicklung. Ob man eine diesbezügliche Evolution abschließen kann, wage ich zu bezweifeln. Irgendeinen höheren Level könnte man immer erreichen, ich will das aber z.Zt. gar nicht.

AlexWo hat geschrieben: Ich kann nur sagen, es gibt genug Leute, die bei starkem Gegenwind, an der Küste, dann doch zur Spinnrute greifen,

Ich fahre, so oft es mir möglich ist, im Frühjahr an die Ostsee zum Meerforellenfischen. Sofern es die Umstände und mein Wurfvermögen erlauben, fische ich mit der Fliegenrute. Unter normalen Umständen scheint mir das die beste Methode zu sein. Allerdings gebe ich gerne zu, dass ich bei widrigen Umständen auch zur Spinnrute greife. Meistens kommt dann eine Fliege am Spirolino zum Einsatz, es kann aber auch mal Blech sein. Dabei verwende ich ausschließlich Einzelhaken.
Da ich eben nicht oft die Möglichkeit habe, auf Meerforellen zu fischen, scheint mir das durchaus im "erlaubten" Bereich zu liegen. Kollegen, die am Meer wohnen oder aus anderen Gründen mehr Zeit investieren können, werden auch mal auf einen Angeltag verzichten und bei besseren Bedingungen wieder mit der Fliegenrute aufschlagen. Für mich wäre das bei den 2-3 Tagen, die mir zur Verfügung stehen, keine geeignete Option.

AlexWo hat geschrieben:...bzw. ihren Lachs dann doch, an Bord eines versifften Kutters, vor Rügen, beim Schleppen fangen. Jedem das Seine! Ich habe kein Problem damit, nur mache ich mich mit diesen Kollegen nicht gemein.

Nein, gemein machst du dich nicht. Aber mit deiner Aussage "an Bord eines versifften Kutters" stellst du dich doch wieder ein bisschen über sie. Schleppfischen vor Rügen wäre auch nicht mein Ding und ich habe an anderer Stelle hier schon mal meine Mißbilligung darüber ausgedrückt, wenn Angler am Tag 10 oder 12 große Fische keulen. Allerdings fahren die sicher nicht an Bord eines "versifften Kutters" raus. Die Boote, die ich dort gesehen habe, waren alles Boote der Ü-50T€ Klasse.

AlexWo hat geschrieben:...Fliegenfischen ist sicher viel anspruchsvoller als Spinnfischen, wer das abstreitet hat vom Spinnfischen halt keine Ahnung!

Anspruchsvoller im Bezug auf was? Der Fliegenwurf mit einer Trockenfliege, oder mit leichter Nymphe im Bachtunnel ist sicher anspruchsvoll. Fliegenfischen bietet vielleicht mehr Möglichkeiten. Eine Trockenfliege am Spinngeschirr wird man ohne Wasserkugel nicht allzuweit schlenzen können. Andererseits eine große Hecht- oder Lachsfliege mit schwerem Gerät Richtung Horizont zu donnern, sehe ich auch nicht als große Herausforderung.

Geräte-Fetischismus

Damit meine ich nicht diejenigen, die sich aus purer, reiner Freude teures oder schönes Gerät kaufen. Wer mit Spaß an der Sache etwas kauft, dem gönne ich das von Herzen! Teuer ist hierbei ja auch durchaus relativ, gemessen an den unterschiedlichen monetären Möglichkeiten jedes Einzelnen.
Ich meine die, über die ein Kollege mal trefflich ausgeführt hat: "Teure Rute, klasse Jacke, der Fischer der wirft trotzdem Kacke...", die sich teures Gerät kaufen, um damit am Wasser zu protzen. Das betrifft ja nicht nur Fliegenfischer, bei Autos, Uhren, Whisky und dergl. mehr trifft man solche Mitmenschen ebenfalls in großer Zahl. Arme Würstchen, die sich über materialistische Dinge definieren müssen.

AlexWo hat geschrieben:Wie gesagt, wie oder besser gesagt mit welcher Methode gefischt wird ist mir egal, solange das vernünftig betrieben wird. Aber mal ganz ehrlich in den Raum gefragt: Was zählt für Euch mehr, ein Lachs auf Wurm oder mit der Fliege?

Da sind wir doch wieder d'accord! Genau das macht für mich Angeln aus! Vernünftig mit der Kreatur und der Natur umgehen, daran erkennt man, auf welcher Evolutionsstufe der Angler steht. Völlig egal, welcher Methode er sich bedient.
Ich würde heute keinen Wurm mehr an den Haken hängen, weil ich weiß, was ich damit anrichten kann. Aber kann ich jemanden verurteilen, der vielleicht gerade anfängt und es noch gar nicht besser kennt? Zumal ich ja, wie oben beschrieben, genauso angefangen habe. Wenn ich das täte, stellte ich mich wieder über ihn und wir wären wieder beim ursprünglichen Thema des Freds hier.

AlexWo hat geschrieben:...Fischen fangen um jeden Preis, stets mit der effektivsten Methode, das ist mir zu dumm! Zusammenhänge erkennen, Schlussfolgerungen ziehen und durch den Fang bestätigt werden, das ist doch das Reizvolle.

Auch hier wieder volles d'accord! Auch darin kann man die Entwicklung des Anglers erkennen. Ich beschränke mich ja auch (am Bach) freiwillig auf eine Methode, habe es bei Weitem nicht zu großer Könnerschaft gebracht, trotzdem habe ich Spaß an der Sache. Ich gebe aber offen zu, als Antrieb steht bei mir immer noch zu allererst: Einen Fisch zu fangen!

In diesem Sinne
Groetjes
Hardy
Hardy
 

Re: Wieviel Eitelkeit verträgt das Fliegenfischen?

Beitragvon AlexWo » 20.07.2016, 19:08

Hardy, wenn Du jetzt noch, bei Starkwind an der Ostsee, lieber ins Museum oder spazieren gingest, anstatt zur Spinnangel zu greifen, wären wir auf einer Linie :) Das meinte ich halt damit, fangen um jeden Preis, wenn es mit der Fliege nicht geht, dann halt nicht. Fische mit der Spinnangel zählen nicht..... :P Wie bereits gesagt, es geht um das Wie, mir jedenfalls und damit stelle ich mich nicht über andere Fischer, ich nehme sie nur nicht ernst.

Viele Grüsse

Alex

P.S.: ich war vor zwei Jahren an der Blanda im Beat 1, 1700,00 Euro der Tag. In meinen drei Tagen hat niemand dort mit der Fliege u. das trotz Guiding einen Lachs gefangen. Ich übrigens auch nicht. Ein Schweizer und die anwesenden Spanier haben dann mit Würmern gefischt und recht gut gefangen. Ich habe mich davon trotzdem nicht beirren lassen. Entweder bin ich Fliegenfischer dann fische ich mit der Fliege oder ich bin einfach Angler, dann wähle ich die Methode die am besten funzt.
Zuletzt geändert von AlexWo am 20.07.2016, 21:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wieviel Eitelkeit verträgt das Fliegenfischen?

Beitragvon moma » 20.07.2016, 21:05

Lieber Maggov-Markus,
du hast meine Stellungnhmen wohl nicht gründlich durchgelesen...


Maggov hat geschrieben:Die Dolomitenstrecken mit Entnahmemöglichkeit die ich kenne haben ein recht niedriges Schonmaß und hohe Entnahmelimits oder sind entsprechend reglementiert. Analoges höre ich aus der Schweiz von Strecken wo Naturköder erlaubt sind. Wenn dort jemand mit der Kopfrute und der Bienenmade binnen kurzer Zeit sein Fanglimit erreicht, dieses konsequent nutzt und anschließend aufhört dann verhält sich dieser aus meiner Sicht ethisch korrekter als jemand der einen ganzen Tag in einer No-Kill Strecke Fische drillt und releast, egal mit welcher Methode. Warum, nun der Naturköderfischer geht mit dem Ziel der Entnahme ans Wasser und nutzt sicherlich eine recht brutale Methode aber er geht nicht mit dem Ziel ans Wasser sich auf Kosten von Lebewesen zu amüsieren. Genau das war aber Deine Kritik beim Fotografieren...


Mit der Bienenmade oder mit dem Wurm hat ein Fischer vielleicht in kurzer Zeit seine Fangquote erreicht, das stimmt. Aber in dieser kurzen Zeit haben die meisten dieser Angler vielleicht 10 untermaßige Fische zurück ins Wasser “geworfen“ (das sind meine Beobachtungen)... die Hälfte davon wird es wohl nicht überleben... Was da ethisch korrekt ist müsst du mir erklären!!
Wenn du meine Stellungnahmen durchliest wirst du sehen dass ich auch nicht für tagelanges Fischen in C&R Strecken bin...

moma hat geschrieben:Fliegenfischer, die sich in No Kill Strecken wie am Lunapark stundenlang austoben kenne ich ebenfalls. Das ist schon ein Thema, da muss ich dir teilweise recht geben.



Maggov hat geschrieben:Falls Du der Meinung bist dass No-kill Strecken den Bestand schonen so würde mich interessieren warum dann an diesen Strecken jedes Jahr der Besatzlaster anhalten muß.


No Kill Strecken in denen der Besatz jährlich aufgebessert wird kenne ich persönlich keine…
Allerdings sind einige der C&R Strecken so angelegt, dass sie in der Mitte oder im unteren Bereich eines Gewässers liegen. So sind diese für die restliche Wasserstrecke auch von Vorteil. Die Fische ziehen dann natürlich weiter und verteilen sich… In den Dolomiten ist es auch so, dass unsere Bäche raue Lebensräume sind. Nach Unwettern schwemmen Sturzfluten v.a. den Kleinbestand weiter… Da und dort werden sie eben deswegen alle 3-4 Jahre etwas korrigiert…

Maggov hat geschrieben:Ich verstehe auch nicht warum es naturnäher ist wenn ich an diesen Strecken im Sommer mit knallgelben Eifliegen oder Reizmustern wie pinke Streamer fische. Ein Wurm ist nach einem Hochwasser Bestandteil der natürlichen Nahrung in einem Bach, ein Ei von der Größe einer Weintraube oder Erbse ist mir in unseren Bächen noch nicht untergekommen. Ich kenne auch keine Fischart die im Hochsommer in der Forellenregion laicht...


Das sind komische Argumente… Ein Wurm gehört wohl „kaum“ zur natürlichen Nahrung, geschweige denn eine Bienenmade… ;)
Ich persönlich habe noch nie mit Eifliegen gefischt, Streamer benutze ich am Bach auch keine… Trotzdem finde ich solche Köder eindeutig besser als Würmer oder Maden.

Maggov hat geschrieben:Ich glaube auch nicht dass eine Bienenmaden- oder Wurmimitation mit der Fliegenrute (also ein gelbes Nympherl oder der San Juan Worm) von einer Forelle anders genommen wird als die Naturversion.


Damit liegst du eindeutig falsch, die werden de facto anders genommen. Das zeigt mir auch, dass du wahrscheinlich kaum Fliegenfischererfahrung hast… Auch wenn ich diese Art von Fliegen ebenfalls nicht befürworte.

Maggov hat geschrieben:Wenn Du noch nie einen Fisch in der Zunge gehakt hast, in den Kiemen oder einer blutete dann ist das meiner Meinung nach nur eine Frage der Zeit bis Dir das auch beim Fliegenfischen passieren wird.


Ja das wird mir wahrscheinlich (irgendwann…) passieren. Wie oft passiert das mit der Bienenmade oder mit dem Wurm? Also diese Diskussion wird bald lächerlich… dass man da noch die klarsten Unterschiede zwischen Fliegenfischen und “Wurmangeln“ abstreiten will… Ich komme mir da wie ein Lehrer vor…

Maggov hat geschrieben:Schau Dir mal an wie viele kaufbare Fliegen es mit Widerhaken gibt. Warum eigentlich wenn wir alle ohne Widerhaken fischen wollen? Schau Dir die Lachsfliegen, Huchenzöpfe und andere Großfischfliegen an, da gibt es jede Menge die Drillinge enthalten. Tubenfliegen warden meines Wissens nach auch oft mit Drilling gefischt.


Natürlich gibt es Fliegen mit Wiederhaken auf den Markt. Sensible Fliegenfischer verwenden die eben nicht oder schleifen bzw. drucken den Wiederhaken weg…
moma hat geschrieben:Schonhaken sind natürlich ein MUSS, das setze ich einfach voraus!


Ja es gibt aber auch unkorrekte Fliegenfischer! Das ist ja Klar, habe ich hier schon erwähnt…

Maggov hat geschrieben:Ich sehe mittlerweile Fischer die mit Spirolino und Nymphe fischen - warum ist das weniger schonend oder unedler?


Es kommt auch hier auf den Fischer an…

Maggov hat geschrieben:Ich finde es schade dass Du nicht über den Tellerrand des Fliegenfischens hinaus schaust sondern einfach pauschal über alle anderen Angler ein Urteil fällst. Das muss ja nicht gleich heißen dass Du es für gut befindest oder praktizierst.


So pauschal habe ich da auch nicht hergezogen… auch da hast du meine Stellungnahmen nicht gründlich durchgelesen…
z.B.
moma hat geschrieben:Es gibt sicher Fliegenfischer die total unsensibel und grob vorgehen... das kommt aber bei konventionellen Fischern noch öfter vor... Verallgemeinern will ich aber nicht. Meine Erfahrungen und Beobachtungen sind aber eindeutig.



Waldläufer hat geschrieben:
So, jetzt bin ich kurz noch ganz böse, aber folgendes entspricht meinen persönlichen Erfahrungen :
Den Angeltag nach dem Gewicht des Ausfanges beurteilen; über den "zu klein" geratenen Besatz schimpfen; untermaßige Fische zornig zurück ins Wasser schleudern; Aiteln als Abfall zappelnd nach hinten ins Gebüsch werfen; ungesetzliche Angelmethoden (Lebendfisch) verwenden; nach Norwegen fahren um die Kühltruhen zu füllen und gleichzeitig über die dortigen Berufsfischer schimpfen, daß sie soviel fangen; Fische über den Schotter ziehend landen;...
sind alles Dinge, die ich persönlich nicht von Fliegenfischern kenne.

Bin weder Snob, noch reich, noch brauch ich teures Getackle, noch bin ich Befürworter von reinem C&R.
Für mich ist Fliegenfischen einfach die schönste Art Fischen nachzustellen und für den Fisch sicherlich auch die Schonenste.
(Ist fast schon verrückt sich in einem FliFi-Forum für seine bevorzugte Angelart rechtfertigen zu müssen) - :shock:

Schöne Grüße
Thomas



Ja Thomas, solch brutale Beobachtungen habe ich auch gemacht… Das traue ich auch “kaum“ einem Fliegenfischer zu… zu 100% sicher bin ich mir da aber auch nicht mehr.

Ja ich bin auch sehr verwundert. Es kommt mir nicht vor in einem Fliegenfischerforum zu diskutieren…

LG
Markus
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Re: Wieviel Eitelkeit verträgt das Fliegenfischen?

Beitragvon matthias z. » 21.07.2016, 11:29

Waldläufer hat geschrieben:Fische über den Schotter ziehend landen;... sind alles Dinge, die ich persönlich nicht von Fliegenfischern kenne.Bin weder Snob, noch reich, noch brauch ich teures Getackle, noch bin ich Befürworter von reinem C&R.Für mich ist Fliegenfischen einfach die schönste Art Fischen nachzustellen und für den Fisch sicherlich auch die Schonenste.(Ist fast schon verrückt sich in einem FliFi-Forum für seine bevorzugte Angelart rechtfertigen zu müssen) - Schöne GrüßeThomas


Hallo,

Bzgl. Fische über den Schotter ziehen, habe ich ein Video aus Island zur Information verlinkt.

https://www.youtube.com/watch?v=iEeYFhCdlas

Die schonendste Art Fischen nachzustellen ist das "Pöddern". Hierbei wird kein Haken benutzt.

Viele Grüße

Matthias
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Re: Wieviel Eitelkeit verträgt das Fliegenfischen?

Beitragvon orkdaling » 21.07.2016, 12:16

Hallo Matthias,
da hast du wohl recht, pøddern funktioniert ohne Haken aber fuer Lachs, Forelle, Barsch, Hecht, Renke .... wohl keine Alternative.
Warum hat den ein Haken oder auch eine Harpune einen Widerhaken? Sinn und Zweck der ganzen Uebung ist es seit Jahrtausenden Fische zu fangen und nicht zu verlieren. Selbst gefundene Haken aus Knochen hatten schon Widerhaken, genau wie Pfeile oder Speerspitzen. Aber da war auch noch kei C&R angesagt.
Man ging auch nicht zur Erholung, Entspannung oder der schønen Natur wegen ans Wasser und sicher war es nicht der Eitelkeit wegen wenn einer ein Elchfell trug und der andere hatte ein schickes Bærenfell um die Lenden.
Um das Thema (fuer mich) abzuschliessen, man hætte auch fagen kønnen wieviel Eitelkeit vertrægt das Motorradfahren.
Da hætte sich sicher so ein Mod gemeldet der auf die bayrischen Knatterbuechsen steht und ich hætte versucht ihm vom hoch drehenden japanischen der Knatterbuechse das Ruecklicht zeigende Edelbike zu ueberzeugen :badgrin: Und wieder ein anderer hætte uns schonen beigebracht das nur die amerikanischen Halbtraktoren (den Namen nehme ich nicht in den Mund oder schreib ihn aus) das einzig Wahre sind. Und dann wuerde sich sicher noch jemand finden der uns Radaubrueder, Umweltverschmutzer oder Organspender bezeichnet.
Ja frueher war alles besser als man noch Fische essen musste!
Skitt Fiske
Hendrik
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Re: Wieviel Eitelkeit verträgt das Fliegenfischen?

Beitragvon matthias z. » 21.07.2016, 12:29

Moin Hendrik,

du bist ein Diplomat. Danke.

Ich wünsche Dir für den Rest der Lachssaison noch viele tolle Stunden am Wasser.

Viele Grüße

Matthias
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Re: Wieviel Eitelkeit verträgt das Fliegenfischen?

Beitragvon orkdaling » 21.07.2016, 12:48

Na ja, einer geht noch.
Nun hab ich mir so schøne Tuben gebunden um bei dem wenig Wasser die Løcher abzuklopfen.
1cm Kupferrøhrchen, Bucktail in gelb,gruen,rot,orange,schwarz,blau ordentlich vermischt und gleichmæssig um die Tube gelegt, umwickelt und mit schwarzem Nagellack gesichert. Sieht aus wie eine farbenfrohe Cascadefliege. Was soll ich sagen, hab keine Quote mehr. Nun bin ich auch C&R Fan :badgrin:
Gruss Hendrik
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Re: Wieviel Eitelkeit verträgt das Fliegenfischen?

Beitragvon Maggov » 21.07.2016, 14:05

Hallo Markus,

bevor die Zitierthreads Meterlänge erreichen versuche ich es ohne Zitate:

- klar ist es ethisch "korrekter" eine schonende Methode zu Nutzen. Ein verangelter Jungfisch ist blöd - egal mit welcher Methode. Ich teile Deine Meinung dass halbwegs normal praktiziertes Fliegenfischen schonender ist als das Naturköderfischen. Aber ans Wasser zu gehen mit dem Vorsatz nichts zu entnehmen ist für ich ethisch und tierschutzrechtlich sicherlich nicht korrekt. Das wollte ich damit ausdrücken. Die Diskussionen hierzu laufen heiß in DE - das Ergebnis ist offen.

- klar ware es schöner wenn die Naturköder nicht mehr genutzt werden. Aber wenn Du Dir den Markt anschaust findest Du Wurmimitate auch bei Fliegen- und Kunstköderfischern, Diskussionen über die Aromatisierung von Fliegen und was Fliegenfischen eigentlich ist. Was ist da edler dran mit einer aromatisiertes Gummimade mit der Fliegenrute zu fischen? Was ist unedler daran einen Koppenstreamer oder einen Huchenzopf mit der Spinnrute zu fischen?

- Wenn Du bei fallendem Wasserstand nach dem Hochwasser eine Forelle fängst ist diese bei uns mit Würmern vollgestopft. Diese werden ausgespült, von Strassen gewaschen und offensichtlich gerne genommen. Deshalb gehören Würmer für mich durchaus zum natürlichen Nahrungsaufkommen einer Forelle. Bei der Bienenmade kenne ich mich nicht aus - aber als Insektenlarve ist es für mich natürlicher als Forellenteig.

- Hochwasser hat es schon immer gegeben und ein endemischer Bestand kann sich darauf einstellen, ein naturnahes Gewässer mit extremen Hochwassern weist u.a. deshalb eine geringere Fischdichte auf als ein nahrungsreicher Wiesenbach. Ich fische viele Gewässer mit starkem Kiesgeschiebe. Kiesbanken verlagern sich nach jedem kleineren Hochwasser und die Fische können nicht Ihr Leben lang den gleichen Standplatz behalten und behaupten. Eine Auffrischung über Besatz bringt m.M. und Erfahrung nach nichts da sich diese nicht auf derartige Gewässerbedingen einstellen können, verdriften, verhungern oder (hoffentlich) über endimische Fische verdrängt werden.

- Wenn an den No-Kill Strecken in de(ine)n Dolomiten nicht besetzt wird wäre das einzigartig für mich. In Südtirol kenne ich keine No-Kill Strecke die nicht besetzt wird. Wo in den Dolomiten fischst Du den genau? In AT, SLO und DE werden alle derartigen Strecken regelmäßig besetzt. Es soll sogar Fliegenfischer geben die genau deshalb dort hinfahren weil dieses Wasser so "toll" gepflegt wird. Wenn Du von 3-5% Mortalitätsrate bei reinem C&R, widerhakenlosem Fliegenfischen ausgehst ist es nur eine Frage der Anzahl der Fischtage am Wasser bis Du auch einen endemischen Bestand dezimierst. Die No-Kill Strecken haben meist exklusiv-Charakter (sind meist teurer und stärker reglementiert was den Befischungsdruck angeht) - meinst Du dass sich das vermarkten läßt wenn Du dort genauso gut fängst wie im angrenzenden Abschnitt. Wenn die No-Kill Strecken durchgängig sind und in der Mitte andere Abschnitte liegen, meinst Du dass die Fische diese Grenzen kennen und beachten?

- Mir ging es nicht um bessere oder schlechtere Köder sondern um Dein Argument "naturnah", "sich an der Natur orientieren" und diese imitieren. Reizmuster sind in der Fliegenfischerei nichts Neues und die Diskussion ob diese ethisch korrekt sind oder nicht haben Hallford & Co. angefangen und wird bis dato fort geführt. Wenn ich mit einer Brotfliege auf die Brückenforelle fische die regelmäßig von Fußgängern gefüttert werden ist das streng genommen "matching the hatch", beinhaltet es doch die Analyse der Umgebung, das Verständnis der Zusammenhänge und deren Imitation. Auch naturnah? Wenn ich also nach Hochwasser und fallendem Wasserstand eine Wurmfliege fische ist das nicht "naturnah"? Was ist weniger naturnah an einem Wobbler im Vergleich zu einem Streamer? Was ist weniger naturnah an einer Hopper oder dem Original?

- Ich verstehe nicht warum die Imitation eines Naturköders nicht genauso gierig genommen wird wie das Original. Kannst Du mir das erklären? Klar kenne ich das noch aus meinen Jungen Jahren als man mit dem Köderfisch auf Hecht fischte dass man dem Fisch Zeit gab - aber beim Fischen auf Forellen ist doch das gierige Nehmen das Problem und nicht die Zeit bis zum Anhieb.

- Natürlich entfernen sensible Fliegenfischer den Widerhaken, aber wenn die Mehrzahl ohne fischt warum werden die überhaupt mehrheitlich mit Widerhaken angeboten? Das ist das was ich nicht verstehe...

- ich sehe Fehlverhalten bei allen Angelarten und schließe deshalb daraus dass es nicht die Angelart ist sondern die Einstellung desjenigen der sich dessen bedient ob etwas naturnah und tiergerecht ist.

Wir können das jetzt endlos fortführen und uns Beispiele von Fehlverhalten aller Fischereiarten an den Kopf werfen oder gegenseiteig aufmandeln wer mehr Fliegenfischererfahrung hat nur wird uns das in der Frage "Was ist den jetzt edler oder naturnäher am Fliegenfischen" nicht deutlich weiter kommen.

Mein Statement "Es liegt am Fischer und nicht an der Methode ob er/sie sich richtig und naturnah verhält" und Deins "aber die Mehrzahl der Bösewichte benutzt andere Methoden" stehen sich gegenüber und sind für mich voneinander unabhängig und für Dich aneinander gekoppelt.
Ich finde Thomas (Waldläufer) hat es Super auf den Punkt gebracht indem er schreibt dass Fliegenfischen für ihn einfach die schönste Art darstelltund sicherlich eine der schonendsten Arten darstellt Fischen nach zu stellen. Die Selbstbeschränkung spielt bei mir auch eine Rolle sowie dass man sich dabei aktiv verhält und auch das (gezielte) Fischen auf Sicht. Deshalb habe ich mir oft den Stempel eines Puristen hier im Forum abgeholt und will anderen nicht mehr mein Verständnis vom "richtigen" Fischen auf optruieren...

Gruß

Markus
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Re: Wieviel Eitelkeit verträgt das Fliegenfischen?

Beitragvon moma » 21.07.2016, 17:16

Hallo Markus Maggov,
ja, du hast recht die Diskussion könnten wir unendlich fortführen... Ich glaube inzwischen, dass unsere Meinungen (deine und meine) nicht so stark auseinander gehen.
Zu den No Kill Strecken bin ich ja ebenfalls skeptisch solange man da, an einem Tag ungebremst fischen kann... Das Fischen sollte (für mich) ein Mittelweg zwischen seltene Entnahme und sorgfältiges und sofortiges Freilassen des Fischens (ohne Foto :) )sein. Das würde ich für alle fischbaren Strecken gelten lassen... Mit einer sensiblen Fliegenfischerei (und mit wenigen anderen Methoden) würde sich das machen lassen.

Ich bin deiner Meinung, wenn du sagst, dass die Korrektheit eher vom Fischer selbst abhängt, aber mit der Methode kann man auch viel dazu beitragen. Mit der Fliege ist es für mich einfach leichter den Fisch zu schonen. Das bleibt für mich doch eher eine Tatsache.
Meine Beobachtungen haben halt leider auch gezeigt, dass Fischer, die andere Methoden verwenden (eine Minderzahl klarer Weise) leider recht grob mit untemaßigen Fischen umgehen, diese dann halb Tod ins Wasser zurück werfen... Ich werde schon die falschen Fischer treffen... Das hat auch nichts mehr mit Vorurteilen zu tun, aber Fliegenfischer mit solchen Vorgangsweisen bin ich noch nicht begegnet. Das sind einfach nur meine Beobachtungen.
Deine Frage zu den Wiederhaken kann ich nicht beantworten. Vor allem ungeübte und Jungfischer brauchen vielleicht eine Sicherheit um den Fisch nicht zu verlieren...Andere stellen sich vielleicht kaum Fragen zum “ethischen“ Fischen (kann auch sein)…

Diese Diskussion ist aus meiner Sicht aber nicht nutzlos... Einige Kommentare und zu mir gerichtete Kritik bringen mich natürlich auch zum Nachdenken… :wink:
Ich bin dann aber froh wenn der eine oder andere von uns, in Zukunft z.B. die Wiederhaken entfernt, die Fische im Wasser schonend befreit. Ich wäre dann auch froh wenn einzelne zukünftig überlegen wie sie sich und die Fliegenfischerei in der Öffentlichkeit präsentieren, vielleicht bestimmte Ideale oder Werte vermitteln die nicht mit Leistung zu tun haben und den Fisch nicht ausschließlich als Sportgerät degradieren…

LG
Markus
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Re: Wieviel Eitelkeit verträgt das Fliegenfischen?

Beitragvon Olaf Kurth » 21.07.2016, 18:56

orkdaling hat geschrieben:Warum hat den ein Haken oder auch eine Harpune einen Widerhaken? Sinn und Zweck der ganzen Uebung ist es seit Jahrtausenden Fische zu fangen und nicht zu verlieren. Selbst gefundene Haken aus Knochen hatten schon Widerhaken, genau wie Pfeile oder Speerspitzen. Aber da war auch noch kei C&R angesagt.



Doch, doch, lieber Hendrik,

meine Vorfahren angelten ausnahmslos ohne Widerhaken an ihren Knochenhaken. Sie waren vor 31796 Jahren die Gründer der ersten C+R Bewegung. Ja, sie wurden oft schief angesehen, aber seit dieser Zeit gibt es in Nord-West-Spanien auch die ersten No-Kill ("sine muerte") Strecken. Untereinander verständigten sie sich mittels Bilder über die gefangenen Fische. Mit Kohlestrichen (abwaschbar) wurden die Höhlenwände jeweils aktualisiert und die Gäste kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. In vielen Höhlen wurde die Wochenfänge der Beutetiere dargestellt, man war untereinander stets auf dem Laufenden. Im Grunde genommen waren die Zeichnungen die Vorläufer des Fliegenfischer-Forums. Hier siehst Du, wie das damals gemacht wurde: http://deutsch.rondatoday.com/benaojan- ... hoehle.php

Das Fischbild entstand übrigens vor 31795 Jahren, mein Vorfahr fing donnerstags um ca. 16 Uhr damit an und beendete erst am nächsten Sonntagabend sein Werk. Die Oma hatte am Samstag Geburtstag und es wurde viel getrunken, deswegen dauerte das länger ...... :mrgreen:

Ach ja, hochdrehende, japanische Knatterbüchsen gehören verboten oder verschrottet. Ein Boxermotor ist alles, was ein Motorrad braucht.

Liebe Grüße,

Olaf
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
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Re: Wieviel Eitelkeit verträgt das Fliegenfischen?

Beitragvon Trockenfliege » 21.07.2016, 23:01

Da haben deine Vorfahren, Olaf, aber schon mächtig Anglerlatein betrieben!
Die Zeichnung stellt eindeutig einen hochrückigen Karpfen dar, den es damals aber noch garnicht gab. Der wurde, wie wir alle wissen, erst ein paar Jahre später ( ungefähr 31000) von den Mönschen gezüchtet. Zur Zeit deiner Vorfahren waren die Karpfen noch rank und schlank, also ist das Bild Angler-typisch übertrieben dargestellt! :lol:

Gruß
Reinhard
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Re: Wieviel Eitelkeit verträgt das Fliegenfischen?

Beitragvon Olaf Kurth » 21.07.2016, 23:19

moma hat geschrieben:
Das Fliegenfischen ist ja die schonendste und edelste Art des Fischens:
- Man muss sich auf die Natur einlassen und identifizieren können um überhaupt erfolgreich zu sein.
- Man ahmt die Natur nach.
- Das Fliegenfischen ist eine Kunst, bei der Können, aber vor Allem Respekt zum Tier im Zentrum stehen “müssen“.



Meine Gedanken zum Thema, liebe Mitstreiter,

das, was Markus oben schreibt, kann ich nachvollziehen. Fliegenfischen als schonendste Angelmethode? Ja, darüber gibt es zahlreiche Studien, das ist Fakt.

Aber auch die edelste Art des Fischens?
Wenn ich auf meine eigene Fisch-Vita zurückblicke, kann ich das nicht immer bestätigen. Ja, mit den hochwertigsten Geräten und der besten Watbekleidung, die man kaufen konnte habe ich viel Zeit an exclusiven Gewässern verbracht. War das immer edel auf offensichtliche riesengroße Besatzfische mit malträtierten Mäulern zu fischen? Nee, ganz bestimmt nicht.

Ja, ich lass mich auf die Natur ein, ich bin bei Wind und Wetter draußen, ich kenne meine Gewässer und weiß, wie ich mich verhalten muss.
Ja, Fliegenfischen ist eine Kunst, die ich blind beherrsche. Ich kann etwas, um das mich viele andere Angler beneiden. Mit Leichtigkeit und zahlreichen Trickwürfen überliste ich jeden Fisch, das ist so.
Ja, auch die Achtung vor der Kreatur spielt für mich eine Rolle. Meine Entnahmequote spottet jeder Beschreibung, obwohl ich gern Fisch esse. Aber ist das alles wirklich edel und bin ich deswegen eitel? Ja, vielleicht......

Die Kommentare zeigen, dass wir auf unterschiedlichsten Wegen und von zahlreichen Angelmethoden zum Fliegenifischen gekommen sind. Irgendwann habe ich für mich eine bestimmte Entscheidung getroffen und dies bestimmt mein Handeln am Wasser.


AlexWo hat geschrieben:Fischen fangen um jeden Preis, stets mit der effektivsten Methode, das ist mir zu dumm! Zusammenhänge erkennen, Schlussfolgerungen ziehen und durch den Fang bestätigt werden, das ist doch das Reizvolle.



Alexs Aussage kann ich uneingeschränkt teilen, sie erinnert mich an die Frage, wann man ein richtiger Fliegenfischer geworden ist. Zuerst will man möglichst viele Fische fangen, auf der nächsten Stufe will man möglichst große Fische fangen und auf der letzten Stufe ist es völlig egal, was man fängt, Hauptsache man ist als Fliegenfischer am Wasser unterwegs. Gebhard hat das glaube ich mal erwähnt. Damit kann ich mich anfreunden.

Liebe Grüße,

Olaf
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Re: Wieviel Eitelkeit verträgt das Fliegenfischen?

Beitragvon Olaf Kurth » 21.07.2016, 23:35

Trockenfliege hat geschrieben:Da haben deine Vorfahren, Olaf, aber schon mächtig Anglerlatein betrieben!
Die Zeichnung stellt eindeutig einen hochrückigen Karpfen dar, den es damals aber noch garnicht gab. Der wurde, wie wir alle wissen, erst ein paar Jahre später ( ungefähr 31000) von den Mönschen gezüchtet. Zur Zeit deiner Vorfahren waren die Karpfen noch rank und schlank, also ist das Bild Angler-typisch übertrieben dargestellt! :lol:

Gruß
Reinhard



Vielleicht waren das damals schon mächtige Aufschneider, lieber Reinhard,

oder meine Vorfahren waren weise und vorausschauend und wussten, dass solch hochrückige Fische irgendwann in großer Zahl im europäischen Raum vorkommen würden. Im Ernst, mit dem Beitrag wollte ich die Diskussion humoristisch würzen, weil sie aus bekannten Gründen schnell schärfer oder verbissener werden kann.

Liebe Grüße,

Olaf
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