Zielgruppe: Der deutsche Fliegenfischer

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Zielgruppe: Der deutsche Fliegenfischer

Beitragvon bokii » 04.11.2010, 13:35

Hallo zusammen,

durch einen anderen Thread, der sich mit Klamotten beschäftigt, bin ich ins Grübeln gekommen.

Gibt es eigentlich publizierte Ergebnisse zur Zielgruppe der "Fliegenfischer in Deutschland"?
Oder arbeitet die gesamte, zugegeben recht kleine Industrie, auf Basis von Erfahrungen.

Es gibt das Buch "Der unterschätzte Angler" von Arlinghaus.
Welches sich jedoch schwerpunktmäßig mit der Gesamtheit aller Angler
(Friedfisch-, Raubfisch-, Anistz-, Spinn- und Fliegenfischen, etc.) beschäftigt.

Wie alt ist der durchschnittliche Fliegenfischer?
Wie ist die Geschlechterverteilung (98% - 2%)
Aus welchem Sinus-Milieu kommt er?
Wieviel gibt er im Jahr für was aus?
Und so weiter...

Meine provokante These: Die Branche könnte ihren Umsatz drastisch erhöhen,
wenn sie die unterschiedlichen Bedürfnisse Ihrer sehr heterogenen Zielgruppe besser bedienen würde,
anstelle ihr vorzuschreiben, was sie möchte.

Auf eine lebhafte Diskussion,
Daniel
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Beitragvon Kevin NRW » 04.11.2010, 15:42

Hallo Daniel,
hmmm,nicht so ein ganz einfaches Thema :wink:
Ich denke mal der durchschnittsfischer ist eher im 2.Lebensabschnitt zu finden (wobei ich mal von einer Lebenserwartung um die 80 Jahre ausgehe,also meine in 40+).Regional gibt es meiner Meinung nach sehr deutliche Unterschiede bei den Fliegenfischern wobei ich da ein starkes Nord-Süd-Gefälle sehe;soll heißen das ich glaube im Norden ist man "offener" gegenüber modernem,im Süden geht es eher klassisch.Soll absolut keine Wertung sein,nur mein Eindruck nach gut 10 Jahren quer durch Europa.
Ich galube aber nicht das ein "SuperstyleFlifiLabel" gut gehen würd.Warum?Weil eben der durchschnittliche Fischer eher auf die gedeckten Farben,klassische Schnitte etc.eingeschossen ist. Die Kleidung sollte in meinen Augen auch ein bisschen tarnen,na ja zumindest nicht auf 100 m übers Wasser Leuchten.Funktion ist die nächste Sache;was nützt mir ein weiter,lässiger Kapuzenpulli der soviel schlabbert das er mich beim Werfen stört?Da schon lieber ein passendes Hemd,hat sogar noch Taschen für Tackle :wink:


Just my two cents
Cheers
Kevin
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Beitragvon bokii » 04.11.2010, 15:45

Aus nachvollziehbaren Copyrightgründen keine Screenshots mehr (sorry Frank),
sondern anbei die Essenz der bisher gefundenen Infos aus dem Zwischennetz in eigenen Worten.

Der Fliegenfischer in Deutschland ist alt und wohlhabend und und kauft deswegen nur Dinge die er kennt und die teuer sind.

Irgendwie ein bisschen holzschnittig, oder?

Daniel
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Beitragvon Maggov » 04.11.2010, 17:37

Hi Daniel,

ich kann mich noch gut an einen Artikel aus der Werben und Verkaufen erinnern - müsste so 2005 gewesen sein - wo man Fliegenfischer auf die gleiche Stufe bei den jährlichen Ausgaben wie Golfer gesetzt hat.

Diesen Stereotyp halte ich für generell haltbar - sieht man ja gut an den Preisen von Fliegenfischer-spezifischen Artikeln im Vergleich zu "konventionellen" Angelsachen. Das Argument niedrigere Auflage der Produkte sei mal aussen vor bzw. erklärt dieses nicht die Spreizung bei den Preisen zwischen verschiedenen Herstellern.

ich könnte mir vorstellen wenn Du die Karpfenfischer gezielt analysieren könntest soe würdest Du auf eine ähnliche Kaufkraft stossen.

Nur, was bringt die ganze Segmentierei Dir als Kunden wirklich?

In Bezug auf Mediaplanung und Kundensegmentierung gibt es sicherlich Möglichkeiten diese Daten zu beziehen und zu benutzen. Nur kostet das nicht wenig und als Kaufmann muss ich meine Ausgaben über Erlöse erzielen. Wenn ich also mit einer effizienteren Werbung nicht entsprechend mehr Ruten verkaufe ist das unwirtschaftlich. Deshalb denke ich werden die meisten Anbieter eher auf persönliche Erfahrungen basierend planen und handeln.

LG

Markus
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Beitragvon bokii » 04.11.2010, 18:27

Hallo Markus,

Nur, was bringt die ganze Segmentierei Dir als Kunden wirklich?

Ketzerisch: Dass ich das bekomme, was ich will.

Ich gehe mangels besserem Wissen einmal von mir aus:
Ich kaufe meine Ausrüstung (Tackle und Klamotte) zu 90% im Internet, weil
a) die Geschäfte in meiner Umgebung dicht haben, wenn ich Feierabend habe, oder
b) eine nur sehr geringe, lieferanten-spezifische Auswahl haben.

Im Internet bekomme ich beim jeweiligen Segmentbediener alle Marken, alle Produkte, alle Größen. Sprich:
Die Segmentierei / Spezialisierung bietet mir als Kunde den Vorteil, dass ich mich direkt an den für mich passendsten Lieferanten wenden kann.
Ich konsumiere den Mix, der mir schmeckt (sonst vielleicht niemandem) und fühle mich individuell, authentisch und konsumbefriedigt.


Wenn ich also mit einer effizienteren Werbung nicht entsprechend mehr Ruten verkaufe ist das unwirtschaftlich.

Darum geht es mir nicht. Es soll jetzt keine auf Marktfoschungsergebnissen basierende Werbeplanung erfolgen.
Bei der im schlimmsten Fall etwas versprochen wird, was ich mir tatsächlich erwarte und dann im Produkt nicht eingelöst bekomme.
Nein, es soll eine auf Marktfoschungsergebnissen basierende Produktentwicklung erfolgen.
Und die soll dann gezielt beworben werden.
Dort steckt glaube ich das Potential.


Gruß,
Daniel
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Beitragvon bokii » 04.11.2010, 18:39

Hi Kevin,

Die Kleidung sollte in meinen Augen auch ein bisschen tarnen,na ja zumindest nicht auf 100 m übers Wasser Leuchten.Funktion ist die nächste Sache;was nützt mir ein weiter,lässiger Kapuzenpulli der soviel schlabbert das er mich beim Werfen stört?Da schon lieber ein passendes Hemd,hat sogar noch Taschen für Tackle.


was hältst du z.B. hiervon.

Ist doch stylisch und funktional, oder?

Abgesehen davon, dass man über Geschmack natürlich streiten kann.

Gruß,
Daniel
Besser draußen wenn's regnet, als drinnen wenn die Sonne scheint.
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Beitragvon Lutz/H » 04.11.2010, 18:59

Maggov hat geschrieben:Nur, was bringt die ganze Segmentierei Dir als Kunden wirklich?

In Bezug auf Mediaplanung und Kundensegmentierung gibt es sicherlich


Dem potentiellen Anbieter soll es was bringen, nicht dem Kunden/Verbraucher. :lol:

Nun, ich denke der Markt in Deutschland ist nicht groß genug und mehr als ausreichend versorgt, als das tiefschürfende Marktanalysen noch etwas durdringend neues bringen würden.

Letztendlich werden die Anbieter überleben, die sich schnell und dynamisch auf die Wünsche ihrer Kunden einstellen, und nicht in alter Verkäufer Habachtstellung hinterm Tresen verharren,leider gibt es auch solche noch. Bei einem Geschäft, wo ich mich persönlich gut betreut wiederfinde, merke das der Betreiber sein Programm uptodate hält ohne Spinnereien hinterher zu laufen, und ich weiß das ich meistens das auch bekomme was ich möchte, da bin ich auch bereit, den einen oder anderen Taler mehr auszugeben.

Ein Attribut fehlt mir allerdings, der typische deutsche Fliegenfischer(Nord/Süd/West/Ost egal) sollte Mitglied in diesem Forum sein.

Grüßle
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Beitragvon laverda » 04.11.2010, 19:04

Hi Daniel,
Tipp: machs einfach, aber nur, wenn nicht deine Existenz davon abhängt.
Soll heißen, Versuch macht klug und verausgabe dich nicht zu sehr.

Ein paar flottere und dabei trotzdem qulitativ hochwertige und praktische Klamotten würden bestimmt ihre Käufer finden...............aber die Pallette der Tarnfarben ist recht begrenzt und ohne sinnvolle und durchdachte Funktionalität werden die Klamotten Ladenhüter.

Übrigens mir, meiner Frau und vor allem den Fischen ist das ziemlich schnurz, wie mein Zwirn unter der Wathose aussieht, was Besseres als meinen betagten Overlander aus dickem Büffelleder kann ich mir als Kopfbedeckung nicht vorstellen. Was bleibt, ist die Weste und Jacke, ein ca 40cm breiter Streifen rund um die Männerbrust, verziert mit notwendigen Taschen. Kreativen Designerspielraum in den Grenzen der bereits erwähnten Tarnfarben sehe ich persönlich dann maximal zwischen den Schulterblättern. Obwohl, häufig hängt da ein kleiner Rucksack oder der Kescher.

Ich bin allerdings auch schon fast ein halbes Jahrhundert alt und passe daher wohl in die Fliegenfischer und Golfer Schublade und gebe mein Geld lieber für Fischzüge und Gerät als für ein paar cm² tarnfarbiges Design aus.

Gruß vom platten Niederrhein
Ruten werfen Masse.........nicht Klasse
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Beitragvon flatfischer » 04.11.2010, 19:56

bokii hat geschrieben:was hältst du z.B. hiervon.

Ist doch stylisch und funktional, oder?

Abgesehen davon, dass man über Geschmack natürlich streiten kann.

Gruß,
Daniel


Hallo, über Geschmack lässt sich wahrlich streiten. Bevor ich so was zum Fischen anziehe, müsste man mich schon prügeln. Allein schon der dezente Farbton in purpur.... :oops:.

Jetzt mal im Ernst: Ich habe noch keinen Angler getroffen, der bei seiner Kleidung Wert darauf legt, dass diese möglichst "stylisch" und "cool" aussieht. Die meisten legen wohl eher Wert auf Robustheit und Funktionalität.

Wie sieht der coole Kapuzenpulli wohl nach einem Tag am Wasser aus (so mit dem Erreichen des Gewässers durch mannshohes Ufergestrüpp, bestehend aus Brombeeren, Brennnesseln, Kletten; das ganze dann noch mit einer Kombination aus Fischschleim und -blut versehen...)? Da ist mir persönlich funktionelle und robuste Kleidung lieber (muss ja nicht gleich der Kampfanzug in Tarnfarben sein).

Gruß Helge
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Beitragvon sedge111 » 04.11.2010, 20:21

Schonzeitkollerthreadpotential!!
:twisted:
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Beitragvon Maggov » 04.11.2010, 20:35

sedge111 hat geschrieben:Schonzeitkollerthreadpotential!!
:twisted:


Geht so - der Äschenthread sieht da schon besser aus ;)
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Beitragvon Norbert WAF » 04.11.2010, 22:24

Hallo Daniel,

als Teil der Zielgruppe "Deutscher Fliegenfischer", wie du es im Titel dieses Threads so schön umschreibst, fühle ich mich vom hiesigen Markt mehr als gut bedient. Klares Indiz hierfür ist, dass ich, wie wahrscheinlich die Meisten hier, mehr kaufe als ich eigentlich brauche. Auch die von dir gesuchten trendigen Klamotten findest du heutzutage bei fast jedem Label, insbesondere bei den skandinavischen. Schau mal durch die Kataloge von Loop, Vision und Guideline, die haben alle T-Shirts und Kapuzenpullis mit denen du deine Passion auch während der Zeit, in der du nicht fischen gehst immer am Puls der Zeit nach Aussen dokumentieren kannst. Aber auch die amerikanischen Labels stehen dem in nichts nach. Simms, Sage und Patagonia haben auch alle was für dich auf der Stange. Wer suchet, der findet!
Deine These, dass die Branche ihren Umsatz drastisch erhöhen kann, kann ich nicht stützen. Um das zu schaffen bedarf es wohl noch einem Angelwunder wie in Buchstadt an der Simse, nicht wahr Frank :wink: !?

Schönen Abend

Norbert
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Beitragvon Frank. » 05.11.2010, 00:16

Norbert WAF hat geschrieben:nicht wahr Frank :wink: !?


Das fürchte ich auch. Hauptsache, es gibt keinen Ballonseide-Trend ...

Dein Frank
Das sind Deine Beobachtungen, mein Lieber, andere haben andere Beobachtungen gemacht.
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Beitragvon gespliesste » 05.11.2010, 00:44

Hallo,

Frank. hat geschrieben:Hauptsache, es gibt keinen Ballonseide-Trend ...


Ich fass es nicht :shock: , was gibt es den da gegen einen ordentlichen "Gelsenkirchner Anzug" wie man ihn Samstags zum Autoschrauben trägt, einzuwenden ...

Also Wathosen aus Balonseide sind auf jeden Fall eine Marktlücke ...

Aber der Knaller wären vielleicht FC-Bayern Wathosen, Ruten und Fliegen. Es gibt doch mittlerweile eigentlich alles im Leben als FC-Bayern Edition ...

LG,

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Beitragvon tea stick » 05.11.2010, 01:08

Da muß ich doch auch noch meinen Senf dazu abliefern, ob's Euch gefällt oder nicht.
Was die "Klamotten" angeht, sagt schon ein altes Standard-Werk:"Der Fliegenfischer sei nicht stutzerhaft gekleidet!" Also schon damals der Vorbehalt gegen hip und in.
Was die Ausrüstung betrifft, stelle ich immer wieder fest, daß sog. Non-plus-ultra-Teile zu horrenden Preisen angeboten und offenbar auch gekauft werden. Dabei bringen sie häufig nicht mehr als größere Exklusivität, zumindest sind sie den Aufpreis nicht wert. Es geht wahrlich auch schlichter bei gleicher Aufgabenerledigung.
Und hier liegt der Hund begraben, der lange Zeit eine Aversion gegen die Arroganz der Fliegenfischer erzeugt hat: Der Vergleich mit dem Golfspieler. Beim Golfsport war es nämlich genauso; man denke nur an die horrenden Aufnahmegebühren und Clubbeiträge der vg. Jahrzehnte. Dort ist inzwischen auch längst ein Umdenken erfolgt, nachdem man erkannt hat, daß man vor lauter Exklusivität den jugendlichen Nachwuchs total vernachlässigt hat und mit den "alten Herren" ein attraktiver Turniersport nicht zu realisieren war.
Gehen wir doch mal in's Detail: Vor wenigen Wochen habe ich in New York (Catskill Mts.) einen Flohmarkt des Catskill Fly Fiyhing Center & Museum besucht und fand dort neben durchaus günstigen Bindematerialien auch ein Angebot von DT-Flugschnüren. Auf meine Frage nach dem Preis erhielt ich die Antwort:"One-twenty." Nun ist Englisch nicht meine Muttersprache und ich sinnierte:'1,20$ kann ja nicht sein, dann wird er mir wohl sagen wollen, daß eine Schnur 20$ kosten soll. Der Dollar hatte in diesen Tagen einen Wechselkurs von 1,25 und dann wär's für mich immer noch ein Schnäppchen gewesen.Ich zückte meine Geldbörse und blätterte umständlich in meinen Scheinen, da machte mich der 'local vendor' darauf aufmerksam: "onehundredandtwenty Dollars". Ich denke mal, auch für ihn war das etwas peinlich, als ich erschrocken den Rückzug antrat. Es handelte sich wahrlich um eine namhafte englische Schnur, aber der Preis war wahrhaft ebenso.
Auf dem Rückweg schaute ich bei Cortland im Shop 'rein; dort lagen die von mir gesuchten DT-F in verschiedenen Gewichtsklassen im Abverkauf für 15 (fyfteen!) Dollar. Da habe ich mich natürlich eingedeckt! Wer glaubt schon, daß der Qualitätsunterschied der beiden Marken analog zum Preis 900 % ausmacht!
Und diese Beobachtung mache ich immer wieder in Katalogen: der Fliegenfischer wird erheblich rüder zur Kasse gebeten als Spinn-oder Grundfischer. Die Situation hat sich inzwischen schon etwas verbessert, aber manchmal schlackere ich doch noch mit den Ohren, wenn ich die Preisvorstellungen einiger Anbieter sehe. Allein schon die Preise für Fliegen: wenn ich an einem ganzen Angeltag 10 Fliegen im Gestrüpp verliere, bin ich 15 - 18 € los; deshalb binde ich sie mir selbst. Wenn ich eine hochwertige Bambus-Gespleißte suche, müßte ich 1300 € hinlegen; deshalb baue ich sie mir selbst. Und die Äschen werde ich mir künftig auch noch selber züchten...
Doch, doch, der Vorschlag mit der Nachfrageanalyse erscheint mir sehr sinnvoll.
Sehr aufgewühlt,
der Freimut
TL!
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