Float Trip in Deutschland (oder Mitteleuropa) möglich?

Wie der Name schon sagt: Vor der Haustür fischt es sich fast immer am besten. In Deutschland gibt es eine Vielzahl großartiger "Fliegenwasser". Habt Ihr Fragen oder wollt Ihr eine Empfehlung aussprechen?

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Float Trip in Deutschland (oder Mitteleuropa) möglich?

Beitragvon Hickey » 03.01.2018, 12:57

Hallo zusammen,

Mich würde mal interessieren, ob es in Deutschland (oder von mir aus Mitteleuropa) Fließgewässer gibt, auf denen "Float Trips" nach amerikanischem Vorbild möglich sind - natürlich kürzer, in kleinerem Maßstab, weniger wild. Zur Klarstellung: Mit Float Trip meine ich einen Fischereiausflug per Boot (Kanu, Raft etc.), bei dem man - wenigstens für ein paar Stunden, müssen ja nicht gleich Tage und Wochen sein - flussab fährt und an vielversprechenden Stellen fischt. In den USA ist das ja recht weit verbreitet, ganz egal, ob es nun ein Float Trip von ein paar Stunden auf dem Deerfield River in Massachusetts ist oder eine Woche auf dem Missouri River. Auch in Russland wird das von manchen Abenteurern gerne gemacht, wenn ich da an die tollen Reiseberichte über Lena, Jana und Co. denke. Aber hierzulande?

In einem anderen Thread wurde das ja auch schon mal für Europa angefragt: urlaub-fliegenfischen-weltweit-f26233/flusswandern-und-fliegenfischen-reviere-der-welt--t267817.html . Das ist aber leider schon bald im Sande verlaufen...

Problem wird halt sein, dass man eigentlich ein Fließgewässer braucht, das längere Tageskarten-Strecken hat. Meiner Erfahrung nach reichen schon ca. 10km lange Strecken eines nicht allzu reißenden Flusses (max. Abschnittsweise WWI), um gemütlich so 2-4 Stunden Kanufahrend zu verbringen. Fügt man noch Brotzeit-, Bade- oder Angelpausen hinzu, so würde schnell ein voller Tagesausflug draus...

Spontan würde mir, was so lange Fluss-Strecken angeht, allenfalls die Isar-Strecke des FV Lenggries einfallen, die zumindest mal 13km lang ist. Ein anderes Beispiel wäre evtl. die Donau des KFV Kehlheim (45 km!), wobei auf einer Wasserstraße natürlich der romantische Aspekt des Float Trips irgendwo verloren gehen würde und wobei hier natürlich nicht Salmoniden die Hauptrolle spielen würden. Vielleicht ginge aber auch die Abens des KFV Kehlheim, die es immerhin auf 16km bringt. Das Verbot, vom Boot aus zu fischen, finde ich jetzt nicht so schlimm, weil man ja auch immer wieder an spannenden Stellen anhalten und vom Ufer oder einer Kiesbank aus Fischen kann. Wichtiger wäre die Frage, ob der jeweilige Fluss groß genug ist, dass man sich nicht gegenseitig auf die Füße tritt bzw. als Bootfahrer andere Fliegenfischer ärgert. Absolutes Negativbeispiel scheint mir hier die Wiesent zu sein, die ja nicht nur eines der berühmtesten Deutschen Fliegenfischer-Gewässer ist, sondern auch eines der beliebtesten Kanu-Reviere - und gleichzeitig in unzählige Mini-Angelstrecken aufgeteilt ist.

Gibt es außer den von mir benannten noch andere Tipps?

Viele Grüße
Michael
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Re: Float Trip in Deutschland (oder Mitteleuropa) möglich?

Beitragvon patagonienangler » 24.01.2018, 22:04

Hallo Michael

Meine Erfahrungen ist, das es derartige Floattrip Angebote in Mitteleuropa nicht gibt. Das Problem sind keine zusammenhängende Fischereirechte über so viele Flusskilometer, um einen Tag mit Boot unterwegs zu sein.
Falls Du Interesse an einem Floattrip in Patagonien hast, kannst Du mich gerne kontaktieren.
Mit freundlichen Grüßen
Peter
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Re: Float Trip in Deutschland (oder Mitteleuropa) möglich?

Beitragvon DarthWader » 24.01.2018, 23:05

Moin Michael,

die Warnow hat eine Salmonidenstrecke von 21 km mit "gutem" Bachforellenbestand. Außerdem steigen Meerforellen in diese Bereiche hinauf und Äschen werden auch hin und wieder gefangen.
Einziges Manko an der Sache, man muss Mitglied in einem Verein in MV sein, um eine Angelberechtigung für diese Strecke zu erwerben. Aber zum Glück halten sich die Fische ja nicht nur auf Salmonidenstrecke auf :wink:
Ach und Kanutouristen gibt es auch...mal mehr mal weniger. Ihr werdet also nicht die Einzigen sein, die einen Float Trip machen :biggrin:
Unter der Woche und außerhalb der Ferien ist man aber dann doch recht ungestört.
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Re: Float Trip in Deutschland (oder Mitteleuropa) möglich?

Beitragvon dreampike » 25.01.2018, 08:00

Hallo Michael,

Mitteleuropa ist doch etwas größer als Deutschland. Floattrips sollten überall dort möglich sein, wo es befahrbare Flüsse und regionale Lizenzen oder lizenzfreie Strecken gibt. Entsprechende Berichte habe ich aus Frankreich, Spanien, Skandinavien und Irland gelesen. Ich kann mich gut an meinen letzten Floattrip in Irland mit dem Bellyboat erinnern, das war eine sensationell spannende und sehr fischreiche Erfahrung! Wenn nicht so sehr das Fliegenfischen auf Salmoniden im Vordergrund steht, sondern das Erlebnis, dann sind sicherlich einige französische Flüsse sehr empfehlenswert.
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Re: Float Trip in Deutschland (oder Mitteleuropa) möglich?

Beitragvon daNiedabaya » 25.01.2018, 20:09

Servus Michael,
als langjähriger Abens- und Donaufischer muss ich dir leider sagen, dass ein Floattrip an der Abens allenfalls auf den letzten drei oder vier Flusskilometern überhaupt möglich ist. Die gesamte Strecke vor Abensberg ist entweder zu schmal, im Sommer zu seicht oder zu stark durchwachsen, von Wehren, Treibgut oder Mühlschüssen verengt. An der Donau ginge es gut von unterhalb Vohburg bis Poikam oder gar Regensburg. Ist aber nicht immer so eine reizvolle Angelegenheit wegen der Binnenschifffahrt ab Kelheim. An der Donaustrecke kannst du auch vom Boot fischen, wenngleich die Bootskarte meines Wissens nach für ein paar Tage mit € 100.- sich wohl nicht rechnet. Daher mein Tipp: Schau doch mal im Bereich der Naab / Laaber, der ist eher was für einen netten Kanutrip. Und sollte es dich dennoch an die Donau verschlagen: melde dich einfach!

Tight Lines, Mirko


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Re: Float Trip in Deutschland (oder Mitteleuropa) möglich?

Beitragvon Hickey » 25.01.2018, 20:35

Danke euch allen! Kommt doch noch ein bisschen Leben in diesen Thread. :)

@Wolfgang: Klar, Mitteleuropa ist größer als Deutschland - aber weder Irland noch Skandinavien gehören dazu. ;) Mir ging es eher um Destinationen, wo man mit dem eigenen Kanu ohne größeren logistischen/zeitlichen Aufwand tätig werden kann...
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Re: Float Trip in Deutschland (oder Mitteleuropa) möglich?

Beitragvon Chillipp » 26.01.2018, 16:12

Hallo Michael,

es gibt noch die Restrheinstrecke zwischen Weil am Rhein und Breisach, ca 30km. Perfekt für gediegenes Floating, weniger für fischen auf Salmoniden.

Grüße,
Philipp
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Re: Float Trip in Deutschland (oder Mitteleuropa) möglich?

Beitragvon Maggov » 29.01.2018, 10:41

Hallo Michael,

theoretisch an der Tiroler Ache vorstellbar - die Strecke hat 25km. Ist nicht durchgehend, man müsste sicher ein, zwei Stellen umgehen. Die oberen 2-3 km sind Rafting-Revier, ob die Fischerei mit dem Raft erlaubt ist müsstest Du aber anfragen...

LG
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Re: Float Trip in Deutschland (oder Mitteleuropa) möglich?

Beitragvon Hickey » 29.01.2018, 11:19

Hi Markus,

Wie gesagt: Vom Boot aus fischen wäre gar nicht unbedingt das Ziel. Kann mir auch vorstellen, dass das meistens nicht erlaubt ist, obwohl es wohl nirgends klar formuliert ist.

Viele Grüße
Michael
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Re: Float Trip in Deutschland (oder Mitteleuropa) möglich?

Beitragvon Maggov » 29.01.2018, 17:59

Servus Michael,

umso besser - die T.A. ist für dich ja nicht so weit weg. Die Rafter steigen auf der Tiroler Seite ein und kommen durch die Klamm. Steigen dann nach der Klamm aus. In der Klamm kannst Du prima auf eine Kiesbank und Fischen, nach dem Wehr in Marquartstein müsstest du eine weitere lange Strecke haben die Du floaten kannst.

LG
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Re: Float Trip in Deutschland (oder Mitteleuropa) möglich?

Beitragvon Oli » 30.01.2018, 21:36

Mir fällt dazu spontan die Glomma/Norwegen ein. Mehr Kilometer kann man nirgendwo floaten und fischen :wink:
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Re: Float Trip in Deutschland (oder Mitteleuropa) möglich?

Beitragvon sepp73 » 06.02.2018, 16:39

Servus,
meine Hausstrecke, die untere Salzach des Fischereiverein Burghausen ist von Laufen bis zur Mündung in den Inn 47,8km lang und würde für so nen Float-Trip schon passen. Die Strecke ist auf ganzer Länge unverbaut, als Grenzfluss aber natürlich nur einseitig auf der bayerischen Seite befischbar. Fliegen-Fischereilich macht sowas halt nur im Herbst bei Niedrigwasser Sinn, ab Mitte Mai trübt meist Schmelzwasser den Fluss was oft bis in den August hinein andauert . Auf der ganzen Strecke gibt's dann viele Kiesbänke, Zielfisch für die Fliege wird i.d.R. die Äsche sein.
Gruss, Sepp
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