Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausgabe

Wie der Name schon sagt: Vor der Haustür fischt es sich fast immer am besten. In Deutschland gibt es eine Vielzahl großartiger "Fliegenwasser". Habt Ihr Fragen oder wollt Ihr eine Empfehlung aussprechen?

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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon DerRhöner » 20.03.2019, 23:39

Hallo Michl, Hallo Jörg

Da Ihr also offenbar aus Pächtersicht argumentiert, dann Euch auch die Frage: Wir bitte sollte ich Euch freundlich und fair ansprechen können?

Ich hoffe Ihr versteht, dass ich ja vorrangig auf der Suche nach einem Weg bin, Leute wie Euch freundlich fragen zu können. Euch stünde dann ja immer noch frei "Nein" zu sagen. Meine Frage nach einer Pflicht zielt ja nicht daruf, dass ich jemanden zwingen will mir eine Karte zu geben, sondern einen Mechanismus zu finden, dass ich wenigstens Kontakt aufnehmen kann.

So wie Ihr das vertretet, schottet Ihr Euch ab und wollt sogar verhindern, dass man Euch auch nur freundlich anfragen kann.

Sorry, aber das finde ich nicht gut. Ich respektiere Euren Besitzt am Fischrecht, aber sich auf die Position zu stellen, dass man Euch nicht mal fragen darf?! Ist das fair? Könnt Ihr Euch vorstellen, dass man so eine Haltung überheblich finden kann? Wenn jemand schon Wert darauf legt, höfliche Anfragen von Anfang an zu blockieren, macht das nicht sympathisch. Ich finde es sehr schade, wenn man sich unter Anhängern eines geteilten Hobbies nicht wenigstens den Anstand hat so eine Anfrage zu erwägen, auch wenn man am Ende Nein sagt. Müssen wir's uns denn unnötig gegenseitig schwer machen?

Gruss

Christian
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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon Joerg Giersbach » 20.03.2019, 23:56

Hallo Christian,
vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt?
Klar bekommt man von mir eine Karte zum Fischen, aber nur wenn ich ich auch dabei bin.
Sieh es als Guiding.
Bei einem meiner Bäche bist du ohne Guide, bzw. einem der sich da auskennt ziemlich am Ende.
Da ist Indianerfischen im grünen Tunnel angesagt, und kannst mir glauben, ich weis wo man fängt, und wo nicht.
Da ist alles etwas anders.
Da wo man bestimmt keinen Fisch vermutet, ist einer.
Und andersrum genauso.
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Gruß Jörg
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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon hubi » 21.03.2019, 00:05

Wenn ich privat ein Gewässer pachte, dann geht das nicht nur damit einher, dass ich dort nach der Arbeit/am Wochenende mal so ein bißchen rumangle. Das geht noch ein ganzes Stück weiter, ich pachte nämlich die Hegepflicht mit dem Nutzungsrecht zusammen und untrennbar. Also ist vom Pächter Einsatz gefragt, finanziell wie auch an Arbeitskraft. Mit einer Pacht kauft man sich Arbeit. Jetzt hat man das Gewässer jahrelang nachhaltig bewirtschaftet und erste Erfolge werden sichtbar, seien es die ersten fangreifen oder gar kapitalen Forellen/Äschen aus natürlicher Reproduktion oder einfach nur, dass das Insektenaufkommen zahlreicher geworden ist und u.U. verschwundene Arten zurückgekehrt sind. Man hat sich ein Kleinod geschaffen, auf das man zurecht stolz sein kann. Das weckt natürlich Begehrlichkeiten, wie hier zweifelsfrei erkennbar geworden ist. Andere, Aussenstehende, wollen daran partizipieren, allerdings in einer eher konsumistischen Art und Weise. Mit der Vermutung, für ein paar Euros da einen Tag angeln zu können. Möglicherweise ohne zu erkennen, welche Unmenge an Arbeit und auch Frustration da drin steckt. Natur konsumieren. Ich bin mir sehr sicher, dass Menschen, die mit einem solchen Einsatz ein Gewässer herrichten, dem Konsumdenken eher ablehnend gegenüber stehen. Drum wird da in den seltensten Fällen am Wohnhaus eine Leuchtreklame für die Tageskartenausgabe zu finden sein. Oder auch nur irgendwo eine Kontaktadresse im WWW stehen. Ich hätte auch überhaupt keine Lust, samstagabends am Telefon dem 27. Fremden in dieser Woche erklären zu müssen, dass da am Sonntag nichts geht. Und dafür darf man diesen Leuten auch gar nicht böse sein oder trotzig reagieren. Oder sich in irgendeiner art ein recht darauf zu konstruieren. Das gibt es weder gesetzlich noch moralisch.
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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon flo staeuble » 21.03.2019, 08:56

Ähhh täusch ich mich oder fürchtet man sich hier vor seiner eigenen Ehrlichkeit?

Ich kenn beide Situationen gut, bei uns in der Region gibts einen attraktiven Fluss, der seit Jahrzehnten in viele Privatstrecken aufgeteilt ist. Nur an einer einzigen kurzen Strecke gibts Tageskarten.

Meine Situation 1: Jahrelanges Fischen an der Tageskartenstrecke kombiniert mit gewaltiger Sehnsucht, mal die anderen Strecken zu befischen. PLUS ein Stückchen Neid auf die elitären Privatpächter, die vll einmal im Jahr zum Fischen gehen und MICH tollen aufrechten naturbegeisterten Fliegenfischer nicht ranlassen. Diese Ekel.

Meine Sitation 2: Plötzlich selbst Pächter einer Strecke an diesem Fluss, euphorisiert von Bestand und Natürlichkeit sitze ich auf der Strecke wie ne Henne auf dem Ei. Lasse ich andere Fischer ran? Wenn ich sie kenne und mag, gerne (in meiner Begleitung). Würde ich einem mir Unbekannten ne Tageskarte geben? Never ever. Ich Ekel.
:-)
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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon FlyandHunt » 21.03.2019, 11:25

Ich geb jetzt auch mal meinen Senf dazu:

Also ich muss sagen man merkt, dass in Deutschland oft Missgunst und Neid überwiegen. Dem anderen wird nichts gegönnt und das was der andere hat will man haben. (Ich schließ mich bei den Behauptungen nicht aus)
Man hofft an Tageskartenstrecken auf niemanden zu treffen, damit man selbst alles befischen kann und begutachtet missgünstig den Angler der an einem "HotSpot" vor einem fischt.

Ich bin mit Glück letztes Jahr an zwei Privatpächter(aus dem Dorf) gekommen, die mich mit offenen Armen empfangen haben und ich seitdem kostenlos (Erlaubnisschein) so viel angeln kann wie ich will.

Vielleicht sollten hier manche ihre Meinung / Einstellung überdenken und auch nicht ggüber jedem Fremden voreingenommen sein (DER WILL NUR AN MEINEM GEWÄSSER FISCHEN!!!). Oft kann auch ein "Fremder" zu einer Hilfe und Stütze werden sei es um jährliche Arbeiten zu erledigen, finanziell oder sei es sonst etwas. Ganz nach dem Motto eine Hand wäscht die Andere.

Ebenso kann man über alles reden. Sofern sich die Absichten des "Fremden" und die Vorstellungen des Pächters von einander abweichen, muss auch keine Kooperation zustande kommen. Und wie Jörg schon sagt, kann man erstmal jemanden als Gast mitnehmen und ihm das Gewässer zeigen und den Guide spielen. Hat man einen guten Draht zueinander und dieselben Ansichten und Vorstellung so kann doch daraus was schönes entstehen und hat einen neuen Angelkameraden gefunden!
Wie weit man gehen möchte, ob Erlaubnisschein, Gastangler oder Mitpächter ist ja immernoch jedem vorbehalten.


_________________________
Kleine Anekdote noch:

Ich war letzte Jahr 6 Wochen in Neuseeland und ich muss sagen, dass ich selten so nette und offene Menschen kennengerlernt habe. Egal in welchem Bereich, immer hat man Ratschläge, Tipps und Tricks erzählt bekommen.
So haben dort auch die Einheimischen Angler, Bauern etc. ihre besten Stellen, Flüsse, Fliegen usw. gerne weitergegeben.
(Mir ist bewusst, dass man das Fischereisystem nicht mit Deutschland vergleichen kann, mir ging es allein um die Bewohner und deren Verhalten wirklichen Fremden ggüber.)


Soweit der Senf,

Gruß
Ferdinand
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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon DerRhöner » 22.03.2019, 19:27

Hallo zusammen

@ Jörg: Volles Verständnis und Akzeptanz für Dein Vorgehen. Du hast dafür nachvollziebare Gründe, blockierst den Zugang zum Wasser aber nicht grundsätzlich und betrachtest es nicht als ungebührlich, wenn man Dich um eine Chance bittet. Das ist doch eigentlich alles was ich mir von einem Fischereirechtsinhaber wünsche.

@ Hubi: Oh doch, ein moralisches Recht sehe ich absolut. Zumindest ein moralisches Recht Dich einer Anfrage zu stellen. Ich setzte jetzt voraus, dass Du - wie in den meisten Fällen - ein öffentliches Gewässer pachtest. Bei Fischereirechten im Privateigentum mag man das noch anders sehen. Wenn Du aber ein Gewässer von Gemeinde, Landkreis, Land etc. gepachtet hast, pachtest Du etwas, das der Gesellschaft gehört auf Zeit. Und da sehe ich Dich absolut in der Pflicht für die Gesellschaft ansprechbar zu sein.

Exkurs: Meine Erlebnisse mit einigen Fischern, die ein Wasser schon so lange pachten, dass sie als ihr Eigentum betracht ist, dass Sie jeden andern verscheuchen wollen, und dabei sogar vor Lügengeschichten nicht zurückschrecken. Aber wir haben es eben hinzunehmen, dass unsere Fischwasser auch für andere ein Paddelbootwasser, oder ein Badegewässer ist. Dass kleine Kinder Enten füttern und Steine hüpfen lassen. Und was es sonst noch alles gibt. Man kann freundlich kritisieren, dass Klein-Kevin die Steine unbedingt nach Deiner Fliege wirf und die Griller am Wasser gefälligst ihre Bierflaschen mitnehmen etc. Aber Gewässer gehöhren uns eben (leider) nicht alleine. Im Bezug auf die Gesamtnutzungmöglichkeiten eines Wassers müssen wir also immer teilen.

Und den Exkurs mache ich weil: Bei nicht wenigen geht dies Haltung eben so weit, dass sie auch innerhalb der Fischer-Gemeinschaft jeden anschnauzen, der sie daran erinnert, dass sie nicht alleine sind auf der Welt. Und ja, deshalb sehe ich ein moralisches Anrecht darauf, dass man sie nicht dabei gewähren lassen sollte, sich abzuschotten. Ich finde es zumutbar, dass sie wenigstens den Mumm haben müssen einem ins Gesicht zu sagen, dass sie einen nicht haben wollen.

Und da möchte ich nochmal auf Jörg zurückkommen: Der hat Gründe, der bringt Bedingungen vor und macht aber die Tür wenigstens einen Spalt auf. Finde ich okay. Ich hatte auch mal einen Inhaber, der sagte, er habe 3 Söhne und 5 Enkel und im Grunde habe er die Pacht für die und das Wasser sei damit ausgelastet. Akzeptiert! Ein anderer erlaubt mir 1 Fischtag pro Jahr und bestand wie Jörg darauf als Guide dabei zu sein. Seitdem er gesehen hat, dass ich mich anständig benehme, darf ich den jährlichen Fischtag alleine verbringen und kontrolliere für ihn Abschnitte seines Gebirgsbachs an die er aus Gesundheitsgründen nicht mehr hinkommt. Ein Student, den ich kenne, übernimmt für einen Pächter der weiter weg wohnt und nur an Wochenenden kommt, die Funktion der Schwarzfischer-Scheuche, weil der unberechenbar unter der Woche und am hellichten Tag aufkreuzt. Der darf umsonst Fischen so viel er will, aber nur C&R mit der Fliege, die "Trophäen" bleiben dem Pächter und seiner Spinnrute vorbehalten. Quasi wie ein Jagdaufseher.

Es gibt also viele Gründe nicht egoistisch zu sein und viele Möglichkeiten jemanden teilhaben zu lassen, ohne dass der Haupt-Rechteinhaber geschädigt wird.

Übrigens: Freut mich, dass hier immerhin die widerstrebenden Meinungen darüber ausgetauscht werden. Hilft allen Beteiligten sich in die andere Seite hineinzusetzen und hoffentlich Kompromisse zu finden.

Gruss

Christian
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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon Ede*** » 22.03.2019, 23:07

Im Kern geht es doch in der ganzen Diskussion darum, wie Hege und anglerische Nutzung auf Dauer in einem nachhaltigen Gleichgewicht zu halten sind. Christian hat schon Recht, wenn er sich darauf beruft, das Eigentum verpflichtet, das gilt auch für das Fischereirecht. Selbst das Bundesverfassungsgericht hat sich in einem Beschluss in einer fischererrechtlichen Sache bereits 1985 so geäußert, dass das Fischereirecht auch dem sozialstaatlichen Zweck der Volksgesundheit und Freizeitgestaltung dienen soll. Daher ist es mit den Fischereigesetzen zumindest in NRW nicht vereinbar, wenn ein Pächter trotz hoher Ertragsfähigkeit keine Erlaubnisscheine ausgibt. Allerdings ist es genauso wenig mit dem Gesetz vereinbar, wenn zu viele Fischereierlaubnisverträge abgeschlossen werden, d.h. die Entnahme die Ertragsfähigkeit übersteigt. Näheres findet man in der "Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des Landesfischereigesetzes" NRW. Leider kann man beide Übel in der Praxis vielfach sehen. Besonders in den westdeutschen Bundesländern. Der Markt regelt eben doch nicht alles zum besten Wohl einer Gesellschaft.
Es wäre meiner Auffassung nach auch gar nichts gegen Strecken als Totalresetvate einzuwenden, wenn diese denn wirklich nicht befischt würden und auch nicht besetzt! Solche genetischen Reservate gibt es z.B. in Spanien.
Es ist ein schmaler Grad, zwischen dem Ziel einem möglichst großen Bevölkerungsteil ausreichende Angelsportmöglichkeiten zu sichern und zu erschließen und dem Ziel der Schaffung bzw. des Erhalts eines möglichst typischen, naturnahen Fischbestandes und dem Schutz auch anderer Tier- und Pflanzenarten.
Fände es übrigens wirklich nett, wenn z.B. Olaf, der sich anscheinend im Fischereirecht und der Praxis gut auskennt, etwas zu meinen Fragen zum Thema "Landpachtverkehrsgesetz und Pachtpreise" im Forum Natur und Umwelt schreiben könnte.
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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon Michl » 23.03.2019, 00:03

Hallo Christian,
Ich muss zu Deinen weiter oben stehenden Beiträgen nochmal Stellung nehmen.
Du schreibst da:
DerRhöner hat geschrieben:Hallo Michl, Hallo Jörg

Da Ihr also offenbar aus Pächtersicht argumentiert, dann Euch auch die Frage: Wir bitte sollte ich Euch freundlich und fair ansprechen können?

Ich hoffe Ihr versteht, dass ich ja vorrangig auf der Suche nach einem Weg bin, Leute wie Euch freundlich fragen zu können. Euch stünde dann ja immer noch frei "Nein" zu sagen. Meine Frage nach einer Pflicht zielt ja nicht daruf, dass ich jemanden zwingen will mir eine Karte zu geben, sondern einen Mechanismus zu finden, dass ich wenigstens Kontakt aufnehmen kann.

So wie Ihr das vertretet, schottet Ihr Euch ab und wollt sogar verhindern, dass man Euch auch nur freundlich anfragen kann.

Sorry, aber das finde ich nicht gut. Ich respektiere Euren Besitzt am Fischrecht, aber sich auf die Position zu stellen, dass man Euch nicht mal fragen darf?! Ist das fair? Könnt Ihr Euch vorstellen, dass man so eine Haltung überheblich finden kann? Wenn jemand schon Wert darauf legt, höfliche Anfragen von Anfang an zu blockieren,


Wo steht das denn???
Das lese ich so weder bei Jörg noch bei mir.
Titel war doch "Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausgabe"

Wenn ich dann schreibe ich möchte nicht das meine Kontaktdaten ohne mein Einverständniss weitergegeben werden ist das mein gutes Recht und keineswegs unfair, hat damit nullkommanix zu tun.
Wenn Du mich freundlich am Wasser ansprichst bekommst Du eine freundliche Antwort.
Das ich nicht verpflichtet bin jemand eine Berechtigung zum Fischen zu geben ist ganz einfach eine Tatsache, und die habe ich so weitergegeben.
Das ich jemanden fischen lassen kann, wenn ich will, steht ausser Frage.


Noch weiter oben schreibst Du von sturen alten Böcken und wunderst Dich dann, wenn sich die Begeisterung in Grenzen hält.
Beim lesen der Beiträge hier hab ich zudem den Eindruck, alle Pächter sind steinalt, senil und aus gesundheitlichen Gründen eh nicht mehr in der Lage zu fischen, gönnen aber anderen keinen entspannenden Tag an ihrem Wasser.
Hauaha, starker Tobak!
Und dann wird Neid und Missgunst erwähnt.
Ja von welcher Seite denn das???

Weiter unten kommen dann schon akzeptable Töne, aber sei mir nicht böse, das eben beschriebene ist schlicht Bockmist.

Zum Thema " jemanden fischen lassen ", was ein ganz anderes ist, kann ich Dir sagen das an unserem Wasser öfter mal Gäste fischen.
Aber völlig unbekannte eben nicht, und diese Entscheidung hat auch gute Gründe.
Ich meine das nicht pauschal, aber es gibt einfach Menschen deren Tun sich von dem was sie propagieren doch erheblich unterscheidet.
Aber das ist definitiv ein anderes Thema.

Gruß Michl
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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon DerRhöner » 23.03.2019, 01:08

Also Michl,

Ich hab meine Schilderung des "alten Mannes mit Rollator" ziemlich klar als Klischee gekennzeichnet.

Ich habe von Anfang an klar gemacht, dass ich über die Frage der Kartenabgabepflicht eigentlich die Frage nach einer Auskunftspflicht klären will. Ich hab von Anfang an mehrfach klar gemacht, dass ich niemanden zwingen will mich an sein Wasser zu lassen, aber ich will ihn wenigstens fragen können. Dazu muss ich herausbekommen, wie er heisst. Da die Wahrscheinlichkeit nahe Null liegt einen Pächter persönlich am Wasser zu treffen und der seine Telefonnummer auch nicht an den Baum pinnt, wäre es eben gut wenn bei einem öffentlich verpachteten Gewässer die zuständige Behörde diesen Kontakt herausgeben würde. Ich hab dargelegt, warum ich dies Haltung für moralisch gerechtfertigt halte.

Du hast geschrieben, Du möchtest jemandem einen Schuh aufpumpten.
Und der Person vom Amt, die meine Kontaktdaten rausgibt, würde ich ordentlich den Schuh aufpumpen, das ist mal sicher.
Ich glaube das war deutlich genug gemacht, dass Du nicht ansprechbar sein möchtest. In diesem Zusammenhang finde ich das dann auch wieder "interessant", dass Du betonst, Bekannte fischen zu lassen, aber keine Unbekannten. Hmmm, bevor jemand Bekannter ist, fängt er ja immer erst mal als Unbekannter an. Da beisst sich die Maus wieder in den Schwanz, wenn man zu Dir keinen Kontakt aufnehmen kann. Es sei denn man kennt wen, der wen kennt, der Dich kennt... und dann muss man hübsch unterwürfig sein und kleine Brötchen backen. Diese Haltung wir hier ja durchaus auch vertreten und ich habe den Eindruck Du schliesst dich dieser an. Das drückt für mich ein Herrschaftsgefälle zwischen Beitzern und Habenichtsen aus, das unter Gleichgesinnten nicht nötig sein sollte. Wie gesagt finde ich diese Haltung unsympathisch.

Von Neid und Missgunst sprach ich nicht, das tat ein anderer Teilnehmer hier. Wobei ich dem was der Kollege insgesamt ausdrückt zustimme.

Wer meine durchaus differenzierten Beiträge und Bereitschaft andere Meinungen zu respektieren (obwohl ich sie nicht teile) als Bockmist bezeichnet, qualifiziert in meinen Augen seine eigenen Aussagen als solchen.

Gruss

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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon Michl » 23.03.2019, 05:50

Hallo Christian,
nochmal und abschließend:
Ich möchte nicht das jemand meine Kontaktdaten, und zwar aus welchen Gründen auch immer, an andere weitergibt.
Das hat primär erstmal gar nix mit dem Thema fischen zu tun und ist mein gesetzliches Recht.
Daher übrigens auch moralisch nicht zu beanstanden.
Sollte jemand dagegen verstoßen verhält er sich ungesetzlich und ich gehe dagegen vor.
Dafür steht "Schuh aufpumpen".

Was Du dann da weiter hineininterpretierst ist Deine Sache, hat mit meiner Meinung nix zu tun.
Worte wie "unterwürfig, kleinen Brötchen, Herschaftsgefälle, Habenichse" finde ich in dem von Dir konstruierten Zusammenhang aber ziemlich daneben und werte das nicht als Bereitschaft andere Meinungen zu akzeptieren.
Das wiederum finde ich unsymphatisch.

Da kann mir dann schon mal das Wort Bockmist rausrutschen, speziel wenn vorher pauschal sture alte Böcke im Spiel waren........

Das ist mein nicht interpretationsfähiger Standpunkt und ich habe hiermit fertig, bringt nix.

Gruß Michl.
Zuletzt geändert von Michl am 23.03.2019, 18:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon DerRhöner » 23.03.2019, 13:05

Also Michl,

Auf "Bringt nix!" können wir uns einigen.

Gruss

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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon Harald aus LEV » 23.03.2019, 21:15

Hallo Michl,

meines Wissens sind der Name und die postalische Adresse keine besonders schützenwerten Daten und können sehr wohl weiter gegeben werden.

Ich finde es immer toll, dass sich Menschen an irgendwelchen Preisausschreiben beteiligen, sich mit allen möglichen Daten in Foren und den social-media verewigen, aber bei Weitergabe ihrer Adresse 'nen Aufstand machen.
Das meine ich allerdings allgemein und nicht auf Dich bezogen,

Gruß
Harald
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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon heimania » 23.03.2019, 22:03

Hallo! Wenn ich hier "sture alte Böcke" lese muss ich mal was dazu schreiben! ich habe selbst zwei Bäche im Siegerland gepachtet (Jörg ist auch dabei). Hege und Pflege der Bäche, Besatz, Kontrolle, Reinigung usw. machen viel Arbeit. Einen Bach befischen wir selber kaum, sitzen manchmal nur am Wasser und freuen uns über die "Ernte" der Arbeit! Wenn ich dort jetzt Scheine für Fremde (nicht böse sehen) ausgebe und weiss nicht wie die Fischer sich an dem Gewässser verhalten, geht nicht! wir nehmen gerne mal einen Gastangler mit. Aber nur wenn einer von uns dabei ist! Wie gesagt! nicht falsch verstehen!

Der fast alte sture Bock! Gruss Jürgen
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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon DerRhöner » 23.03.2019, 22:46

Hallo zusammen

Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass ich die "sturen alten Böcke" ganz deutlich als Klischee gekennzeichnet habe. Ich habe diese drastische Beschreibung gewählt um mit diesem Klischee in wenigen Worten durch Überspitzung deutlich zu machen, mit welchem Prototypen an Pächter sich meine Thema am besten illustrieren lässt.

Ausserdem zitiere ich mit Startpost:

Bitte versteht micht recht: Ich behaupte nicht, dass er jeden ans Wasser lassen muss, vermutlich genügt eine ausgegebene Tageskarte im Jahr, falls es diese Vorschrift gibt. Und ich will auch niemanden zwingen. Aber vor diesem Hintergrund frage ich mich, müsste es nicht so sein, dass die zuständigen Behörden Auskunft darüber erteilen müssen, wer das Fischrecht aktuell hat?


Also nochmal: Mir geht es vorrangig nicht um das Erzwingen des Zugangs, aber um die Chance einer Diskussion.

Und da ist @Jürgen zu sagen: Das fände ich ja in Ordnung. Du bist restriktiv und willst kontrollieren können. Das ist akzeptiert, umso mehr wenn das von Dir verwaltete Ökosystem empfindlich ist. Aber Du schliesst Zugang nicht rigoros aus und legst keinen Wert auf 100%tige Abschottung.

Ich finde es übrigens sehr interessant: Wir schnell die Pächter sich hier sicher sind, dass man sich reindrängen und Ihre Beständen gefährden sind und dabei den ersten Schritt, nämlich den Kontakt und das freundliche Gespräch überspringen. Ich spüre sehr stark den Reflex "Mir kommt niemand an Wasser, er könnte ja was kaputt machen." Dass man vorher darüber reden könnte, was akzeptabel ist, wird dabei vergessen.

Dafür möchte ich hier einfach gerne sensibilisieren. Und man hier auf sein juristisches Recht auf Anonymität pocht (wobei ich das aus geschilderten Gründen nicht für so wasserdicht halte wie es manche glauben) dann fragt sich trotzdem: Nicht auf jedes Recht das man hat, muss man auch pochen, wenn es objektiv keinen Schaden verursacht und sich die Leute anständig benehmen.

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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon Ede*** » 24.03.2019, 00:41

Ich fände es wirklich angebracht in der Diskussion auf die Sachebene zurück zu kommen, die ist nämlich durchaus interessant! Über Fischereipachtverträge sollte es ein Register bei der unteren Fischereibehörde geben. Und in Register können Bürger eigentlich bei berechtigtem Interesse Einsicht nehmen. In öffentliche Register (z.B. Handelregister) sogar ohne den Nachweis eines speziellen Interesses. Nun weiß ich nicht, zu welcher Kategorie die Fischereiregister gehören. Ich finde übrigens auch, das es da eine gewisse Intransparanz gibt, die nicht mit Verweis auf Persönlichkeitsrechte und Datenschutz zu rechtfertigen ist. Z.B. wie lange ein Pachtvertrag noch läuft, ist für andere Pachtinteressenten aus nachvollziehbaren Gründen durchaus interessant. Das Verfahren wie Fischereipachtverträge abgeschlossen oder verlängert werden, ist in den Bundesländern sehr unterschiedlich! In Sachsen-Anhalt z.B. werden Vereine Einzelpersonen vorgezogen und das beste Nutzungskonzept soll Vorrang vor dem Höchstgebot haben! In anderen Bundesländern zählt der dickste Geldbeutel.
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