Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausgabe

Wie der Name schon sagt: Vor der Haustür fischt es sich fast immer am besten. In Deutschland gibt es eine Vielzahl großartiger "Fliegenwasser". Habt Ihr Fragen oder wollt Ihr eine Empfehlung aussprechen?

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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon DerRhöner » 24.03.2019, 12:45

Danke Ede,

Du hast meine langatmigen Ausfürhungen über mein Anliegen sehr schön auf den Punkt gebracht. Ich denke mir auch schon die ganze Zeit: Aus dem Grundbuch darf ich ja auch Auskunft verlangen. Und ich wäre nicht überrascht wenn so mancher Fischereiinhaber das schon genutzt hat um zu erfahren, welcher Bauer mit seinerm Düngerstreuer immer zu nah ans Wasser fährt...

Gruss

Christian
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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon Hans. » 25.03.2019, 11:10

Hallo Christian,

wie wäre es mit einer Mitgliedschaft in einem Verein? In Niedersachsen konnte ich in einem Verein sofort Mitglied werden, befische einen wunderbaren Forellenbach und diverse Teiche gibt es auch, sogar mit schönen Forellen. Und das Privileg in einer Trinkwassertalsperre zu fischen genieße ich ebenso. Beim zweiten Verein stand ich 10 Jahre auf der Warteliste. Hat sich aber auch gelohnt, die Möglichkeiten erweitern sich enorm.

Gruß,
Hans
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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon DerRhöner » 25.03.2019, 16:26

Lieber Hans

Das ist ein berechtigter Hinweis und das würde ich auch gerne werden. Da gibt es leider Hinderungsgründe.

Zunächst: Ich ziehe leider beruflich bedingt alle 2-3 Jahre um. Ein Gewässer zu pachten ist da im Grunde unmöglich, einem Verein beizutreten schwierig. Die Wartezeit nennst Du ja selbst.

Ich bin gerade mal wieder in eine neue Stadt gezogen und habe 3 Vereine angefragt. Und dies - das sei noch ergänzt - obwohl die Gewässer (Baggerseen, Kanäle, langsame tiefe Fliessgewässer) dieser Vereine für Fliegenfischer bedingt attraktiv sind. Alle Vereine haben Aufnahmestopp. Die wenigen Gewässer die fürs FliFi gut wären, sind teilweise den Mitgliedern vorbehalten. Also hier sind sogar Tageskarten nur bedingt interessant.

Deshalb sind Fischerferien in einschlägigen Hotels sowie Tageskarten für mich leider die einzigen praktikablen Lösungen. Und da wären die privaten Gewässer der Region ein interessantes Potenzial um etwas Abwechslung zu haben und nicht jedes Mal eine Reise draus zu machen (Übernachtungspflicht bei einigen Hotelstrecken).

Gruss

Christian
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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon Voggy » 25.03.2019, 17:26

Fischereirecht ist ja soweit ich weiß Ländersache.
In Bayern gibts die Auskunft aus dem Fischereirechtskartaster z.B. nur gegen Cash :(
Zumindest hat meine Recherche das ergeben.

https://www.ldbv.bayern.de/produkte/kat ... recht.html

LG
Christian
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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon Maggov » 25.03.2019, 18:29

Voggy hat geschrieben:Fischereirecht ist ja soweit ich weiß Ländersache.
In Bayern gibts die Auskunft aus dem Fischereirechtskartaster z.B. nur gegen Cash :(
Zumindest hat meine Recherche das ergeben.

https://www.ldbv.bayern.de/produkte/kat ... recht.html

LG
Christian


DerRhöner hat geschrieben:Danke Ede,

Du hast meine langatmigen Ausfürhungen über mein Anliegen sehr schön auf den Punkt gebracht. Ich denke mir auch schon die ganze Zeit: Aus dem Grundbuch darf ich ja auch Auskunft verlangen. Und ich wäre nicht überrascht wenn so mancher Fischereiinhaber das schon genutzt hat um zu erfahren, welcher Bauer mit seinerm Düngerstreuer immer zu nah ans Wasser fährt...

Gruss

Christian



Hallo Christian(s),

ich kann Euch aus eigener Erfahrung heraus leider keine Hoffnung machen - selbst wenn Du zahlen willst. Als ich auf der Suche nach Pachtstrecken war wurde mir seitens des Grundbuchamts (die waren damals der Hauptkontakt) mehrfach mitgeteilt dass Pachtinteresse kein berechtigtes Interesse darstellt (siehe auch Vorraussetzung rechts auf der verlinkten Seite). Das war vor den Reformen in der Datenschutzverordnung und ist sicher nicht einfacher geworden.

Die Bauern, die hier in eher negativen Kontext erwähnt werden, waren nebenbei meine beste Informationsquelle. Die wussten recht genau und schnell (wenn man sich kannte und nett gefragt hat) der das Fischrecht hat. Dann hieß es durchhangeln.

In Bayern sind eigentlich nur die ganz großen Flüße sowie einige deren Zubringer in Verbandshand ein Großteil ist privat. Mir ist nicht bekannt dass es einen Zwang für Gastkarten bei Verbandsstrecken gibt. Es gibt Auflagen was die Lizenzen betrifft aber die, die ich kenne, limitieren die Lizenzen und/oder deren Zusammensetzung (Jahres- vs. Tageskarten).

Ich denke das meiste lässt sich auf den Kontext übertragen. Eine Vergabepflicht von Tageskarten (sei es an Mitglieder eines Vereins oder an Gäste) kenne ich in keinem Fall und widerspricht auch für mich gegen den eigentlichen "Nutzen" einer Pacht. Genauso gibt es in Bayern viele Vereinstrecken die keine Gastfischer zulassen oder diese nur in Begleitung eines Mitgliedes erlauben. Die Logik ist die Gleiche wie bei den Privatpächtern: wenn Du viel Arbeit und Herzblut in die Hege steckst dann willst Du es Dir nicht durch einen unkontrollierten / unlimitierten Zugang zum Wasser zu Nichte machen.Ich bin sehr erstaunt wie gut sich viele Vereine hier mit dem Tourismus verzahnt haben - wenn man von weit weg kommt und sich im Vorfeld schlau macht organisieren viele Vereine Touristen den Zugang. Gerade in touristisch gut erschlossenen Regionen können die Touri-Infos mittlerweile aus- und weiter helfen.

LG
Markus
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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon DerRhöner » 25.03.2019, 21:48

Lieber Christian, Lieber Markus

Das ist in etwa, was ich gesucht habe. Nochmals: Eine Pflicht zur Herausgabe einer Karte ist mir weniger wichtig, es wäre nur ein Vehikel eine Auskunft über den Fischrechteinhaber nachdrücklich zu legitimieren.

Aber die Regelung, die hier über das Kataster erklärt wird, ist in etwa was ich suche. Was nun ein berechtigtes Interesse ist, wäre zu klären. Aber offenbar gibt es eine Chance den Fischrechteinhaber herauszubekommen. Ich wäre nie darauf gekommen, beim Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung danach zu suchen. Danke für den Gedankenblitz.

Und ich hab nix gegen Bauern, ich sehe das auch so, dass diese weiterhelfen könnten. Ich stellte nur zu Erläuterungszwecken die These auf, dass diejenigen die besonders laut nach Schutz ihrer Daten rufen, im Zweifelsfall selbst grösstes Interesse an den Daten anderer hätte.

Danke für die Unterstützung und die kontroverse Diskussion.

Gruss

Christian
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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon Ede*** » 25.03.2019, 21:56

Hi Markus,
im Grundbuch dürften eigentlich nur die Fischereirechte eingetragen sein, nicht aber die Pachtverhältnisse. Die sollten sich im Fischereikataster finden. Ein solches Kataster enthält bei weitem nicht so sensible Daten wie das Grundbuch (z.B. eingetragene Grundschulden, Hypotheken). Daher ist beim Einblick in ein Kataster meines (allerdings nicht sehr soliden) Wissens nach nur der Nachweis eines "einfachen" Interesse notwendig. Aber das ist auch wieder Landesrecht. Ich weiß sicher, dass in einigen österreichischen Ländern jedermann auch ohne nachuweisendes Interesse Einsicht in das Fischereikataster nehmen kann. Und für Österreich gilt auch EU Recht.
Ob in den deutschen Bundesländern indes das Interesse an einem Tageserlaubnisschein ausreicht, wage ich nicht zu beurteilen. Ein ernsthaftes Pachtinteresse dann wohl schon eher.
Hier wird immer wieder angeführt, es gibt keine Pflicht eines Pächters / Fischereirechtsinhabers Tageskarten auszugeben. Für NRW kann ich sagen, das stimmt so. Der Pächter muss allerdings "Fischereierlaubnisverträge in angemessener Zahl" abschließen. Der Wortlaut der Durchführungsvorschrift lautet: In jedem Falle sind die Genehmigungsentscheidungen jedoch unter der Auflage zu erteilen, dass der Pächter Fischereierlaubnisverträge in angemessener Zahl abschließt und dabei keine Gegenleistung fordern darf, die in einem Missverhältnis zum Verkehrswert der übertragenen Rechte steht. Und weiter heißt es: "Sofern nicht im Pachtvertrag geschehen, ist die Zahl der abzuschließenden Erlaubnisverträge im Genehmigungsbescheid selbst festzulegen. Von maßgeblicher Bedeutung ist in diesem Zusammenhang, welcher mittlere Fang am Gewässer jedes Jahr zu erwarten ist. Dabei ist ein mittleres Fangergebnis pro Jahr und Angler (Jahresfischereierlaubnisschein) von etwa 15 kg an Salmonidengewässern und von etwa 5 kg an den übrigen Gewässern zugrunde zu legen."
Es ist also dem Pächter freigestellt, wie er die Erlaubnisverträge gestaltet, nicht jedoch keine auszugeben (ausser in Ausnahmefällen) oder aber zu viele auszugeben. Ob dies jedoch ernsthaft überprüft wird, wage ich sehr zu bezweifeln! Ich meine ja, meistens sind es zu viele Erlaubnisverträge und manchmal allerdings auch zu wenige (aus sozialer Sicht). Bei den NRW Pachtpreisen sind Vereine ja geradezu gezwungen zu viele auszugeben, wollen sie den Mitgliedsbeitrag halbwegs sozialverträglich gestalten.
Ich hatte dazu im Thema Natur und Umwelt den Thread "Landpachtverkehrsgesetz und Pachtpreise" aufgemacht, leider hat sich kaum einer daran beteiligt. Hätte auf eine regere Diskussion gehofft.
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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon FlyandHunt » 26.03.2019, 14:55

Hallo Chrisitan,

ich bringe mal noch einen anderen Gedanken ein.

Wie wärs du sagst uns wo du derzeit wohnhaft bist. Dann haben die restlichen Mitglieder die Möglichkeit ihre Gastfreundschaft in Form von Angelmöglichkeiten zu offerieren !

Da hier ja eine ganze Menge Privatpächter sind, dürfte sich ja etwas finden!

Gruß
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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon Jürgen Gaul » 26.03.2019, 17:48

Hallo zusammen,

die Auskunftbereitschaft der Behörden bezüglich der Fischereirechts-/Pachtverhältnisse scheint von Bundesland zu Bundesland verschieden zu sein, wenn ich das Gelesene mit meinen eigenen Erfahrungen vergleiche. Ich erhalte sehr häufig Anrufe von Interessenten für eine Tageskarte, und wenn ich sie frage, wer sie an mich verwiesen hat, erhalte ich in fast allen Fällen die Antwort, dass sie beim Landratsamt nachgefragt hätten. Die Behördenvertreter scheinen hier - DSGVO hin oder her :wink: - einen gewissen Ermessensspielraum zu haben.

Viele Grüße
Jürgen
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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon DerRhöner » 26.03.2019, 18:17

Danke für den Hinweis

Ich lebe derzeit in BAMBERG und freu mich sehr, wenn sich so die Möglichkeit ergibt, auch mal ein paar Leute aus dem Forum im real life kennen zu lernen.

Gruss

Christian
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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon webwood » 26.03.2019, 18:43

Mir ist nicht bekannt dass es einen Zwang für Gastkarten bei Verbandsstrecken gibt. Es gibt Auflagen was die Lizenzen betrifft aber die, die ich kenne, limitieren die Lizenzen und/oder deren Zusammensetzung (Jahres- vs. Tageskarten).


Was Markus schrieb, kann ich nur bestätigen. In meinem Verein war es früher möglich, Gastfischern in Begleitung eine Vereinsmitgliedes, das Angeln tageweise zu ermöglichen. Das ist nun leider nicht mehr möglich und zudem haben wir mittlerweile so viele Mitglieder, das sogar nicht mehr alle Mitglieder des Vereins eine Jahreskarte erhalten können.
Ist schade aber ist halt so.

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Re: Pächter herausbekommen / Verpflichtung zur Kartenherausg

Beitragvon Maggov » 28.03.2019, 10:01

Hallo Ede,

Danke für den Hinweis! Auf den ersten Gedanken war mir das Fischrecht wichtiger als die Info wer die Pacht hat - v.a. aus dem Hintergrung heraus dass ich ja pachten wollte und nicht eine Lizenz zum Fischen erwerben. Sofern Du Recht hast wäre das aber eine Riesenerleichterung für mich (!) und ich versuche es auf alle Fälle über das Kataster sobald es mich mit einer (weiteren) Pacht in den Fingern juckt.

Ich denke die paar EUR sind das allemal wert wenn Du die Zeit dagegen rechnest das mit meiner Methode zu evaluieren ;)

LG
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