Saisonstart/Erfahrungsbericht Singold bei Augsburg!

Wie der Name schon sagt: Vor der Haustür fischt es sich fast immer am besten. In Deutschland gibt es eine Vielzahl großartiger "Fliegenwasser". Habt Ihr Fragen oder wollt Ihr eine Empfehlung aussprechen?

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Saisonstart/Erfahrungsbericht Singold bei Augsburg!

Beitragvon Martl » 04.03.2004, 16:41

Erfahrungsbericht zum Saisonstart (01. März an der Singold, südlich von Augsburg):

Hi Flifis,

ich hab mir lange überlegt, ob ich was über dieses schöne naturbelassene Gewässer schreiben soll. Denn eigentlich ist es einer dieser Geheimtipps, die man nicht sooo gerne veröffentlicht. Leider kann ich meinen kleinen Bericht mangels Digicam nicht bildmäßig unterstützen. Aber vielleicht reicht euch ja ne kurze Beschreibung, um auf den Geschmack zu kommen.

Wie oben erwähnt liegt die Singold südlich von Augsburg, in der Nähe von Landsberg a. Lech. Einen anderen Erfahrungsbericht könnt ihr der Homepage vom Augsburger Angelcenter (Thomas Haase) entnehmen, wo ihr auch die TK zum Preis v. 25,- EUR plus 5, EUR Pfand bekommt. Eine sehr gute Orts- bzw. Streckenbeschrei-bung ist auf der TK abgedruckt. Beim ersten Blick auf diesen 5 km langen Abschnitt der Singold (Fly only) war ich – aufgrund der geringen Breite von ca. 3 bis 5 m – im Bericht auf der Homepage vom AA war von 5 bis 15 m die Rede - etwas enttäuscht. Doch der weitere Blick aufs bzw. ins Gewässer und vielleicht auch die steigenden Fische überzeugten mich.
Trotz den Temperaturen fand über mehrere Stunden ein mäßiger bis starker Schlupf von sehr kleinen braungrauen Eintagsfliegen statt. So hatte ich bei der Staustufe am Sägewerk bei Igling nach wenigen Würfen den ersten traumhaft, gezeichneten Bachsaibling (ca. 30 cm.) – er biss auf ne kleine graue Klinkhammer (16`er) - am Haken. Kurz darauf fing ich einen noch farbenprächtigeren BS, den ich auch schonend zurücksetzte. Ich beschloss, eine Stück weiter flussaufwärts zu gehen. Oberhalb des Sägewerks im sehr ruhig fließenden Staubereich traf ich meinen Bruder, der bereits mit der Nymphe eine schöne Bachforelle gefangen und einige - frisch gesetzte - Rainis gedrillt und released hatte. Kurz darauf konnte ich nacheinander zwei schöne Rainis releasen. Wir zogen dann gemeinsam flussaufwärts und überquerten die Bahnlinie (Vorsicht, reger Bahnverkehr).

Hier kommt meines Erachtens das schönste Stück der Singold. Der Bach mäandriert naturbelassen und gemächlich bilderbuchmäßig durch die schöne Landschaft. Die Rainis konnten wir relativ leicht mit unseren grauen Nymphen überlisten. Aber Zielfisch war ja die Bachforelle. Die Singold ist in diesem Abschnitt z.T. stark verwachsen und man muss sich - im Sommer vermutlich noch viel mehr - vorsichtig zum Fisch durchkämpfen. Die vorsichtige Pirsch wurde aber mit schönen Fischen belohnt. Mit etwas Glück bissen sie sogar auf die Trockenfliege, da gegen Mittag ein etwas stärkerer Schlupf einsetzte. Mein Bruder und mein Freund konnten mit der Nymphe noch zwei sehr schöne Bachforellen um die 40 cm landen. Dann hatte ich auch endlich das Glück, die Bekanntschaft mit einer der schönen und scheuen Farios zu machen.
Die Witterungsverhältnisse waren nicht optimal. Es hatte minus 4 bis knapp über 0 Grad und starke Schneeschauer wechselten sich mit spärlichen sonnigen Abschnitten ab. Spätestens jeder 10. Wurf zwang uns dazu, die Rutenringe vom Eis zu befreien. Aber was kann einen hart gesottenen und „ausgehungerten“ Fliegenfischer schon erschüttern? Ein kleiner Schluck aus dem Flachmann erwärmte uns zumindest für kurze Zeit „von innen“ und der Gedanke, an diesem schönen Tag an diesem schönen Wasser verweilen zu dürfen, verdrängte jedes Kältegefühl.

Am Nachmittag wollten wir noch den Anfang der Strecke erkunden, marschierten zurück zum Ausgangspunkt (Sägewerk) und fuhren anschließend mit dem Auto flussaufwärts - in Richtung Eisenbahnunter-führung - zum nächsten Einstieg.

Auch dieser Abschnitt überzeugte nach dem Dorf zwar mit mäandrierenden landschaftlich herrlichen Abschnitten, nicht aber mit Fischen. Wir konnten hier keinen einzigen Fisch mehr landen. Entweder der Kormoran hatte sein Werk vollbracht oder der Bach wurde hier nicht besetzt bzw. war vom letzten Jahr relativ leer gefangen. Vielleicht war es aber auch der Umstand, dass wir jetzt flussab marschierten. Ich vermute aber ersteres.

Insgesamt waren wir aber recht begeistert und ich vermute, dass man hier in den wärmeren Monaten zur Abendstunde eine herrliche Trockenfischerei erleben kann. Singold, du siehst uns wieder.

Ich hoffe, euch hat meine kleine Gewässer-/Erlebnisbeschreibung gefallen und ich wünsche euch viel Spaß beim Erkunden der Strecke und natürlich TL! Martl.
:D :D
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Beitragvon Rewi/Thüringen » 04.03.2004, 21:30

hi martl !

erstmal glückwunsch zu deinem gelungenen saisonauftakt !!
ja es ist wirklich oftmals eine ziemliche gewissensfrage, ob man sich dazu durchringen kann über einen erfolgreichen angeltag an seinem hausgewässer oder an einem sogenannten "geheimtipgewässer" zu berichten !
wenn man sich überlegt wieviele leute hier im forum nachlesen könnte es ja passieren man steht beim nächsten besuch am hausgewässer oder "g.t."
zwischen "hunderten" fliegenfischern und findet keinen platz mehr !
also denke ich die meißten leute behalten ihre geheimtips für sich, was natürlich teilweise auch verständlich ist.
ich kenne da ein beispiel aus der nähe :
ein bach der vor einigen jahren in einer fachzeitschrift vorgestellt wurde, als geheimtip natürlich! , war in den folgenden jahren wirklich so stark frequentiert, daß der verein beschloß keine gastkarten mehr zu verkaufen, da die mitglieder des vereins"nichts" mehr fingen.
tatsächlich war der sehr gute bestand an salmoniden innerhalb kurzer zeit sehr stark dezimiert worden (allerdings auch durch K.)
jeder von uns sollte meiner meinung nach dementsprechend behutsam mit solchen geheimtips umgehen, da es sonst bald keine mehr gibt !!!
in diesem sinne herzlichen dank für deinen tollen bericht und die frage an alle anderen wie sie über dieses thema denken !

gruß rewi
Rewi/Thüringen
 

Beitragvon Noellgen, H » 05.03.2004, 09:01

Hallo Rewi,
ich sehe das genau wie Du. In meinem Einzugsbereich gibt es die
Wied und die Sieg, das sind landschaftlilch schön gelegene Flüsschen.
Fischereichlich gesehen handelt es sich grösstenteils um Vereinsstrecken
mit Tageskartenbetrieb, Geheimtipps sind das nicht.
Wenn ich einen Geheimtipp wüsste, würde ich ihn nicht ins Internet stellen,
dann ist es ja keine mehr.
Was passiert, wenn man für eine Strecke zu viel Reklame macht, sehen wir
ja an der M.... !
Tight lines,
Heiner
Noellgen, H
 

"Geheimtipp": Veröffentlichen, ja oder nein?

Beitragvon Martl » 05.03.2004, 11:37

Danke für euer Feedback,

ich habe diesen Bericht auch nur deshalb ins Gewässer gestellt, weil die Singold zum Einen kein Gewässer für Anfänger ist - sprich also schon etwas Erfahrung erfordert und zum Anderen ja eh schon auf der Homepage vom Augsburger Angelcenter veröffentlich ist. Es ist also kein "echter" Geheimtipp. Den würde ich wohl auch nicht - aus den von euch bereits genannten Gründen - ins Netz stellen.
Auf der anderen Seite sollte man den Leuten, die in der näheren Umgebung dieses Gewässers wohnen und nicht nur im Vereinsgewässer fischen wollen, auch mal die Chance geben, ein schönes anderes Gewässer kennen zu lernen. Da ist so ein Erfahrungsbericht mal ganz schön und soll einfach auch Anregung oder schlicht ein Beitrag zur Unterhaltung sein. Ich fahre ja nicht jeden Tag an ein Gewässer, an dem die TK 25,- EUR kostet, zumal ich ja ein Vereinsgewässer mit Fliegenstrecke habe, das mich sehr zufrieden stellt.

In der Hoffnung, dass auch ihr vielleicht mal über euren Schatten springt und einen schönen Bericht über ein schönes Gewässer (das wahrscheinlich nicht euer Geheimtipp ist;-) )schreibt.

TL, Martl.
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Beitragvon Robert F. » 05.03.2004, 18:03

Moin,
ich seh das ebenso. Leider hab ich keinen Geheimtipp mehr, aber wenn so hätte ich ihn nicht ins Netz gestellt. Würde eine Frage dazu kommen gibt es ja immernoch die Möglichkeit eine PN zu schreiben. Einen GT ein paar Kollegen verraten oder ins Netz stellen sind zwei paar Schuhe. Ich hab mich auch zu der Fjederholt Au damals nicht geäußert. Gaststrecke waren ca. 1,5 km bis obenhin voll mit Äschen. Jetzt gibts keine TK mehr, daher kann ich es beruhigt erzählen. Aber die Vorstellung 600km dorthin zufahren und die 1,5 km (bei einer Gewässerbreite von 3-4m) mit 5 Anglern zu teilen hat mich damals dann doch dazu bewogen eher über die größeren Flüsse zu berichten. Ich denke das viele ähnlich handeln. Deshalb gibt es auch soviele Berichte aus Canada, USA, usw. Davon kann man leicht erzählen. Aber solange die registrierten Benutzer untereinander auch mal hier und da etwas (wenn auch als PN) preisgeben lebt das Forum noch. Ich werfe auf jeden Fall niemanden etwas vor, der seinen kleinen Bach vor dem Zugriff der Massen schützen will.
Gruss
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Beitragvon Karl » 09.03.2004, 21:34

Hi Martl, die Singold ist in unseren Breiten kein Geheimtip mehr. AA hat sie auf seiner hp und im Angelführer Bayern steht sie auch drin. Wir haben vielleicht den Vorteil, daß wir mehr solcher Flüßchen haben und sich deshalb die Leute etwas verteilen, aber ich denke mal bei Schönwetter ist an der Singold auch viel los. (Minga ist ja auch nicht weit) Desweiteren finde ich 25€ auch nicht gerade günstig, da wird wieder mit fly-only ordentlich Kasse gemacht. Gruß Karl
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Beitragvon Martl » 10.03.2004, 11:30

Hi Karl,

stimme dir natürlich in allen Punkten zu. Ich war auf jeden Fall das erste Mal an der Singold und mir hat es gut gefallen. Sie ist halt sehr schmal. Mir sind etwas breitere Gewässer lieber.
"Wir im Süden" vor allem "ihr" Leut aus dem Augsburger Raum seid echt gesegnet mit guten Gewässern, von denen viele Flifi-geeignet sind. Aber ich will mich nicht beklagen, da ich ja auch nicht allzuweit fahren muss. Mein Vereinsgewässer liegt auch nur 30 km bzw. 30 Min Fahrt entfernt.

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