Tageskarten Horror; Isar, Loisach, Leitzach, Mangfall

Wie der Name schon sagt: Vor der Haustür fischt es sich fast immer am besten. In Deutschland gibt es eine Vielzahl großartiger "Fliegenwasser". Habt Ihr Fragen oder wollt Ihr eine Empfehlung aussprechen?

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Tageskarten Horror; Isar, Loisach, Leitzach, Mangfall

Beitragvon tom* » 01.07.2016, 19:33

Servus,

da ich in unserer schönen Voralpen- Region wohne, habe ich mich dazu entschlossen, endlich meinen lang gehegten Traum zu erfüllen und mit dem Fliegenfischen anzufangen.
Gesagt, Getan, im Frühjahr die komplette Ausrüstung besorgt und dann das Werfen am Vereinsgewässer geübt bis zum umfallen. Das klappt alles wunderbar und habe auch schon ein paar Fische erwischt.

Nun wollte ich doch mal dort angeln, wofür das Fischen mit der Fliege erfunden wurde, auf Salmoniden in unseren schönen, wilden Flüssen der Voralpen!

Ich habe erst einmal Wochenlang für Tageskarten Recherchiert, Angelläden in der Region abgeklappert und Vereine kontaktiert mit dem Ergebnis, dass für fast ALLE Fließgewässer ein Übernachtungsnachweis einer Pension erforderlich ist, auch für Einheimische!!

Man kann zwar bei den Aiblingern eine Karte für die Mangfall kaufen (39€) und Besatzforellen fangen, aber das entspricht nicht meiner Vorstellung, da kann ich ja gleich zum Puff in Polling.

Auch die Mitgliedschaft in einem Verein gestaltet sich sehr mühsam, da entweder keine Mitglieder mehr aufgenommen werden (meistens), oder aber die finanzielle Hürde sehr hoch liegt.

Ich frage Euch, wer ist für diese Politik verantwortlich? Ist es die Lobby der Pensionen/ Gasthäuser/ Gemeinden die den Hals nicht voll bekommen, oder doch die Vereine selber, die IHRE Gewässer für sich alleine haben wollen?

Warum darf ich als Einheimischer nicht an unseren Gewässern mit Tageskarte fischen?

Ich glaube, dass ich nicht der einzige bin den das nervt. Und ich spiele mit dem Gedanken, eine Petition an die zuständige Stelle zu richten, weil ich der Meinung bin, dass die Bayrischen Gewässer auch für uns Bayern nutzbar sein sollen, vor allem für die, die hier auch Wohnen!

Tight Lines, Thomas
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Re: Tageskarten Horror; Isar, Loisach, Leitzach, Mangfall

Beitragvon luedeolli » 01.07.2016, 21:46

Ich bin mal auf die Antworten gespannt. In Anbetracht des hier gepflegten standard Vokabulars von 'Eitelkeit', 'Edel' und einem in Schubkarren transportiertem Pathos kann das hier amüsant werden. :D
Genanntes klingt vielleicht sehr Pauschal, ist aber nicht so gemeint.
Beste Wünsche,
Olli
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Re: Tageskarten Horror; Isar, Loisach, Leitzach, Mangfall

Beitragvon webwood » 02.07.2016, 07:49

Servus Thomas,

frag doch mal beim Egner Sepp in Huglfing nach Tageskarten.
Für ein paar Gewässe bei uns gibt es ja schon Tageskarten.

TL

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Re: Tageskarten Horror; Isar, Loisach, Leitzach, Mangfall

Beitragvon Huddell » 02.07.2016, 11:00

Hallo Thomas,

Ich finde es schön zu lesen, dass es wohl doch noch Leute gibt, die das ganze Thema ähnlich sehen.
Ich bin ebenfalls aufgewachsen in der Nähe von wirklich schönen Salmoniden Flüssen.
Seit ich denken kann, war ich am Fluss und habe Forellen und Äschen beobachtet, habe Brot geworfen und mich gefreut eines Tages einen Angelschein zu haben um dort fischen zu können..

War aber leider nichts.. Alles Privat, alles verpachtet oder in Vereinshänden. Das kann es doch nicht sein. Nicht nur ein Fluss oder ein Stück sondern quasi Alles. Tageskarten gibt es dann für jeweils 1-2 km wo sich lieblos keiner drum kümmert, es müllt, keine Fische etc..

Wenn du in deiner Heimat einfach mal Angeln willst, solltest du vielleicht vorher im Lotto gewinnen, könnte helfen. Mein Opa hatte früher die Fischereirechte für 4 km Salmoniden Wasser. Da Er zu dieser Zeit nicht angelte, hat Er sie seinem Bruder GESCHENKT :roll: . Dieser Bruder (mein Großonkel mit dem ich sogar eher viel Kontakt hatte) möchte 8000 Euro im Jahr von mir.. :roll: :roll:

Und in Bayern sind die Pachtpreise ja noch viel höher..

Ich träume ja immer noch davon das alle Gewässer den Bürgern des Landes gehören und sie das Recht haben dort auch zu angeln (gegen Tagesscheinerwerb). Wie wunderbar wäre es denn, wenn es zumindest bei den beliebten Flüssen sogenannte (Riverkeeper oder Flussaufseher) gäbe, die sich um den kompletten Fluss als Ganzes kümmern und davon quasi leben. Bei den meisten Flüssen, würden diesen Arbeitsplatz vermutlich sogar die Tageskartenverkäufe finanzieren. Aber wir bezahlen auch Steuern.. Und das ökoligische Wohlbefinden unserer Flüsse und Seen wäre damit wohl besser abgesichert als wenn wir alles in kleine Parteien einteilen und jeder in seiner Partei macht was er will. Aber okay, lass uns lieber Milliarden woanders verpulvern.

Heutzutage ist doch vor allem in Deutschland alles Privat, alles verboten und jeder will mehr haben und besser sein wie der Andere.

Es ist einfach ein ganz komisches Gefühl wenn ich am Fluss stehe, an dem ich schon vor 20 Jahren stand und ich unter mir einen Fliegenfischer aus der Großstadt sehe, der sich für sehr viel Geld seinen Platz in meiner Heimat erkauft hat..
Nicht das ich was dagegen habe das er dort fischt. Würde sogar mit ihm fischen wenn er nett ist..

Es sind die Umstände.
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Re: Tageskarten Horror; Isar, Loisach, Leitzach, Mangfall

Beitragvon orkdaling » 02.07.2016, 16:56

Moin moin,
das ist ja tragisch aber so ist eben Marktwirtschaft.
Ich kenne ja nicht eure Eigentumsverhæltnisse und Strukturen. Hier mal ein Beispiel wie es funktionieren kann.
Jeder Grundeigner kann ja meistbietent seine Fischrechte verpachten oder Karten verkaufen.
Unsere Kommune pachtet also mehrere Abschnitte der Orkla und ueber den ørtlichen Verein werden Tageskarten verkauft.
Ist leicht gesagt aber bei ca 650 Mitgliedern wird sich die Kommune hueten an dieser Praxis etwas zu ændern, alle wollen wieder gewæhlt werden.
Ausserdem ist das ein Beitrag der Kommune das Fischen fuer alle zu ermøglichen, besonders fuer Jugendliche und Rentner die sonst keine Chance hætten.
Die kleinerren Fluesse werden von Eigentuemer(Genossenschaften) selbst bewirtschaftet. Es gibt keine Saisonkarten, nur Tageskarten die du an der Tanke kaufst bzw bestellst.
Die Eigner geben nur Beginn/Ende der Saison und Anzahl der Tageskarten vor. Wenn das Jahr gut ist ueber die volle Saison, schlechter Aufstieg oder zu wenig Wasser dann wird verkuerzt.
Gruss Hendrik
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Re: Tageskarten Horror; Isar, Loisach, Leitzach, Mangfall

Beitragvon webwood » 02.07.2016, 17:50

Hallo Thomas,

Ich finde es schön zu lesen, dass es wohl doch noch Leute gibt, die das ganze Thema ähnlich sehen.


Ich habe doch gar kein Statement abgegeben? Lediglich einen Tipp, wo man sehr wohl Tageskarten für Fließgewässer bei uns in Oberbayern bekommt, auch ohne Übernachtungsnachweis.
Wie ich über die Gewässer, die Vereinspolitik, den Arbeitseinsatz der Vereine, die Besatzpolitik, den Befischungsdruck etc. denke ist eine andere Sache und nicht Thema dieses Threats.

TL

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Re: Tageskarten Horror; Isar, Loisach, Leitzach, Mangfall

Beitragvon CPE » 02.07.2016, 20:24

tom* hat geschrieben:Ich glaube, dass ich nicht der einzige bin den das nervt. Und ich spiele mit dem Gedanken, eine Petition an die zuständige Stelle zu richten, weil ich der Meinung bin, dass die Bayrischen Gewässer auch für uns Bayern nutzbar sein sollen, vor allem für die, die hier auch Wohnen!


Hallo Thomas,

http://www.gesetze-bayern.de/Content/Do ... ayFischG-3

Du hast nicht nur in Bayern die Situation, dass das Fischereirecht in der Regel mit dem Eigentum an dem Gewässer verbunden ist. Und der Eigentümer kann (abgesehen von seiner Pflicht zur Einhaltung der Gesetze, insbesondere zur Hege) damit machen was er will. Das schließt ein, daß er es Dir für 8.000 € pro Jahr verpachten darf, oder daß er es Dir kostenlos oder gar nicht überläßt.

Im Rahmen der Landreform, sprich: der Enteignung der Großgrundbesitzer, hat sich in der DDR nach dem Krieg etwas erheblich anderes ergeben. Ob das in den alten DAV-Gewässern zu einer so tollen Situation geführt hat, ist bestimmt diskussionsfähig. Kurz gesagt: Mit Petitionen scheint es mir da in Bayern nicht getan. Unter eine ausgewachsenen Revolution wird sich an dieser Situation nichts ändern.

TL, Norbert
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Re: Tageskarten Horror; Isar, Loisach, Leitzach, Mangfall

Beitragvon Huddell » 03.07.2016, 03:31

Ich habe doch gar kein Statement abgegeben? Lediglich einen Tipp, wo man sehr wohl Tageskarten für Fließgewässer bei uns in Oberbayern bekommt, auch ohne Übernachtungsnachweis.


Lieber Thomas,

Ich meinte damit den Ersteller dieses Themas. Auch dieser heißt Thomas :biggrin:

Hallo Thomas,

http://www.gesetze-bayern.de/Content/Do ... ayFischG-3

Du hast nicht nur in Bayern die Situation, dass das Fischereirecht in der Regel mit dem Eigentum an dem Gewässer verbunden ist. Und der Eigentümer kann (abgesehen von seiner Pflicht zur Einhaltung der Gesetze, insbesondere zur Hege) damit machen was er will. Das schließt ein, daß er es Dir für 8.000 € pro Jahr verpachten darf, oder daß er es Dir kostenlos oder gar nicht überläßt.


Hallo Norbert,

Die 8000 Euro habe ich ins Spiel gebracht. Und Thomas hat damit nichts zu tun. Den Preis darf mein groß Onkel selber bestimmen. Er hat mir ja gesagt, wir können über den Preis verhandeln.. Zumal ich von NRW sprach. Das Ganze war auch nur als kleines neben Beispiel gedacht. Sollte jetzt nicht vom eigentlichen Thema den Gewässern der Voralpen Region ablenken.



Scheint hier ja etwas durcheinander zu sein alles. Sorry Thomas, das wollte ich mit meiner Antwort sicher nicht bezwecken. Und nun zurück zum eigentlichen Thema.


Lieber Hendrik,

Klingt nach einer anständigen Lösung. Es gibt einige Länder in der "Residents" eher bevorzugt werden. Finde ich an sich auch sehr gut so, immerhin ist es die Heimat dieser Leute.


Lieben Gruß,

Marc
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Re: Tageskarten Horror; Isar, Loisach, Leitzach, Mangfall

Beitragvon CPE » 03.07.2016, 07:45

Hallo Marc,

Ist nur ein bisschen durcheinander, denn Eigentümerfischereirecht ist in NRW nicht anders geregelt als in Bayern. Wenn durch Dein privates Grundstück ein Bach fließt, hast Du in der Regel das Fischereirecht, es sei denn, es ist die Bergheimer Fischereibruderschaft oder die öffentliche Hand (dann gibt es eine Gebietskörperschaft, die das Recht inne hat). Außerdem gibt es noch ein paar verbriefte Fischereirechte, weshalb der Ramsauer auf seinem Grundstück nicht angeln darf. Die können verpachten oder Tagesscheine ausgeben, müssen aber nicht. Das Jagdrecht hat das anders geregelt (Eigenjagd vs. (Zwangs-) Mitglied einer Jagdgenossenschaft), aber da darfst Du ganz sicher keine Tagesscheine erwarten...

Cheers, Norbert
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Re: Tageskarten Horror; Isar, Loisach, Leitzach, Mangfall

Beitragvon tom* » 03.07.2016, 09:20

webwood hat geschrieben:Servus Thomas,

frag doch mal beim Egner Sepp in Huglfing nach Tageskarten.
Für ein paar Gewässe bei uns gibt es ja schon Tageskarten.

TL

Thomas


Hallo Thomas,
Danke für den Tip, habe gestern mit Egner Sepp in Huglfing telefoniert.
Nach seiner Aussage, gibt es nur Tageskarten für einen kleinen Teil der Loisach bei Murnau, aber erst ab August.
Uns dass es sich nicht Lohnen würde dort zu fischen, weil angeblich nichts eingesetzt würde!

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Re: Tageskarten Horror; Isar, Loisach, Leitzach, Mangfall

Beitragvon Achim Stahl » 03.07.2016, 10:04

Hallo Tom,


ich habe selbst einige Jahre in Bayern gelebt und gefischt. Das waren für mich die Jahre mit der besten Fischerei an nahegelegenen Tageskartengewässern auf traumhafte Salmoniden in einer atemberaubenden Landschaft, die ich bisher hatte...

Einen Übernachtungsnachweis brauchte ich dafür sehr selten. Ich habe zum Beispiel in der Traun, der Tiroler Achen, der Mangfall, der Berchtesgadener Ache, am Großen Regen, der Mosach, der Loisach und der Isar gefischt - ohne Übernachtungsnachweis.

Ich verstehe auch nicht, was du erwartest:

Man kann zwar bei den Aiblingern eine Karte für die Mangfall kaufen (39€) und Besatzforellen fangen, aber das entspricht nicht meiner Vorstellung, da kann ich ja gleich zum Puff in Polling.


Uns dass es sich nicht Lohnen würde dort zu fischen, weil angeblich nichts eingesetzt würde!


Ein Gewässer mit unbeschränkter preisgünstiger Tageskartenausgabe mit reichlich Wildfischen und eventuell noch großzügiger Entnahme wirst du jedenfalls nirgends in einem dichtbesiedelten Land mit vielen Anglern und wenigen Gewässern finden. Besatzfische hast du in fast allen Vereinsgewässern.

Ich war in Bayern in zwei Vereinen Mitglied. Eine Hürde gab es dafür eigentlich nicht. Allerdings war mir klar, dass ein schönes gut gepflegtes Gewässer Geld und Arbeit kostet. Da muss man als Vereinsmitglied eben seinen Beitrag leisten.

Ich denke, man kann nie alles zugleich haben, sondern muss sich entscheiden: Will ich einen guten Wildfischbestand oder uneingeschränkten Zugang und großzügige Entnahme? Will ich ein schönes gepflegtes Gewässer mit vernünftigem Besatz oder will ich einen Verein, der nichts kostet?

Ich komme jedes Jahr aus Schleswig-Holstein nach Bayern zum Fischen (mit Tageskarten ohne Übernachtungsnachweis), genieße es jedes Mal und wäre heilfroh, solche schönen und gepflegten Tageskartengwässern mir vergleichbaren Salmonidenbeständen bei mir irgendwo in der Nähe zu haben.


Viele Grüße!


Achim
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Re: Tageskarten Horror; Isar, Loisach, Leitzach, Mangfall

Beitragvon flo staeuble » 04.07.2016, 08:17

hallo threadersteller thomas,

ich würde dir eine vereinsmitgliedschaft bei den miesbachern (bezirksfischereiverein miesbach-tegernsee) empfehlen. die haben meiner ansicht nach für das nie ganz lösbare problem nen super ansatz gefunden:
für eine übersichtliche aufnahmegebühr und einen kleinen jahresbeitrag wirst du mitglied. und als solches kannst du tageskarten (keine jahreskarten!) für deren wirklich attraktive fließgewässer erwerben: diverse abschnitte von leitzach, schlierach, mangfall. teilweise ausgesprochen schöne strecken. und der tageskartenpreis ist wirklich übersichtlich.
allerdings gibts bei denen immer wieder mal nen aufnahmestop - ich hab aber gehört, dass die wartezeit nicht lang ist.

zum thema "alle sollen überall fischen dürfen" ein für die residents extrem deprimierendes beispiel aus island.
BEVOR die laxa myvatn in jeder postille dieser welt als bester forellenfluss des erdballs beschrieben wurde, konnten die einheimischen (und nur solche fischten dort) für ca 10 euro pro tag fischen. heute: rundumpaket übernachtung, vollpension und tageskarte: bis zu 400 euro. ausnahmen für die einheimischen? nee. das finde ich noch extremer. da wohnste 500 meter von fluss und kannst ein paar amis zuschaun, die in ner woche 3000 euro rausblitzen.
Go Iceland:-)

grüße vom flo
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Re: Tageskarten Horror; Isar, Loisach, Leitzach, Mangfall

Beitragvon Kläuschen » 04.07.2016, 11:36

Mahlzeit Jungs,
das ist, so denke ich, ein schwieriges Thema und Achim (und andere) haben schon allerlei Vernünftiges dazu gesagt.
Nur dazu etwas:Ich fände es auch schwer erträglich, wenn mein "Heimatfluß" um die Ecke von irgendwelchen Auswärtigen bewirtschaftet und befischt würde und ich keine Chance mehr auf Zugang hätte. Aber gibts so etws wirklich in nennenswerter Zahl bei uns?? Normalerweise wird man Mitglied in einem nahe gelegenen Angelsportverein, der dieses Gewässer bewirtschaftet und das Problem ist behoben. Kann ja mal sein, dass es eine Wartezeit gibt. Aber im Allgemeinen sind die Vereine froh, wenn sich ein aktiver Angler um die Aufnahme bemüht und man muß nicht zu lange warten. Bei uns werden Ortsansässige oder wenigstens "in der Nähe" wohnende viel eher aufgenommen als Auswärtige. Das ist vielerorts auch in den Vereinssatzungen enthalten.
"Einheimische" haben durch Vereinszugehörigkeit im Allgemeinen die klar besseren Chancen. Auch die Preise für Jahreskarten an "Externe", so überhaupt welche vergeben werden, sind meistens viel höher.
Andere Länder haben das teilweise anders geregelt. In der CH gibt es in einigen Kantonen das Kantonspatent, das kann man als "Alien" ohne Probleme erwerben, zahlt aber deutlich mehr, als ein Kantonsbürger, in F gibt es die AAPMA-Strecken für Alle, aber für Ausländer ist das oft teurer (wenn auch nicht teuer).Auf die Bewirtschaftung, Fichereidruck und Fischökologie haben diese Regelungs- Systeme natürlich ganz verschiedene Auswirkungen. Aber das ist dann wieder ein ganz anderes Thema......
Bis bald
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Re: Tageskarten Horror; Isar, Loisach, Leitzach, Mangfall

Beitragvon Maggov » 04.07.2016, 13:36

Hi Thomas,

neben den bereits genannten Tips bieten sich bei Dir die Lengrieser an - schöne Isarstrecke!

Das mit den Wartelisten ist so eine Sache... mal am Stammtisch vorbeischauen und sich als Fliegenfischer "outen" hat schon oft den Listenplatz deutlich verbessert ;)

Hintergründe her

LG

Markus
Reflection is a broad deep and quiet pool into which the stream of an angler's thought opens out from time to time.
A. A. Lucas in Fishing and Thinking, 1959
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Re: Tageskarten Horror; Isar, Loisach, Leitzach, Mangfall

Beitragvon dreampike » 04.07.2016, 17:51

Hallo Tom (TE),

ich kann mit Deiner Jammerei nichts anfangen, die Du hier und in anderen Foren mit diesem Thread anzettelst. Worum geht es Dir damit eigentlich?

Brauchst Du (Insider-) Informationen zu Möglichkeiten zum Fliegenfischen in Bayern? Scheinbar nicht, zumindest hast Du in Deinen bisherigen Threads nicht danach gefragt. Ich bin mir sicher, dass Du dann gute Tipps bekommen hättest. Von mir wäre jedenfalls ein konkretes Angebot gekommen. Außerdem reagierst Du nicht auf entsprechende Informationen, die Dir hier im Thread von anderen Forumsteilnehmern gegeben werden.

Einem Deiner Einträge in einem anderen Forum entnehme ich auch, dass Du bei einem Fischereiverein MItglied bist, der neben einigen Stillgewässern immerhin 6 Kilometer Isarstrecke Nähe Landshut hat. Ein fliegenfischereilich durchaus interessantes Revier - da müsstest Du doch eigentlich rankommen, was ist damit?

Das Vor-Ort-Wohnen-Argument ist für mich nicht stichhaltig. Wer in Bayreuth lebt, der kommt deswegen auch nicht leichter oder billiger an Karten für die Wagnerfestspiele als ein Hamburger oder Berliner. Ich habe z.B. 30 Jahre direkt neben den BMW-Werken gewohnt, Lackierdämpfe inklusive, und muss nun das Gleiche für einen BMW hinlegen wie jeder andere auch. Wenn ich einen solchen Wagen fahren will, dann spare ich eben lange genug oder suche mir einen Job, der mir entsprechend Kohle bringt, aber ich stelle mich nicht ans BMW-Tor und maule rum, dass die Objekte meiner Begierde so teuer sind oder verlange vom Gesetzgeber, dass er die Vergabe von Luxusautos nach Gesichtspunkten regelt, die meinen Geburts- oder Wohnort berücksichtigen.

Ohne das jetzt auf Dich persönlich zu beziehen oder Dir etwas unterstellen zu wollen: Einheimisch zu sein und eventuelle "Privilegien" zu genießen ist in meinen Augen nicht unbedingt nur eine Frage des Geburtsortes, sondern auch das Ergebnis intensiven MItmachens vor Ort, der Kontaktpflege und des sich Einsetzens für die Gemeinschaft, z.B. indem man sich in Vereinen ehrenamtlich engagiert. Aus dieser Perspektive betrachtet gibt es wohl vielerorts etliche Leute, die sich den Einheimischen-Status eher verdient hätten als Leute, die mit ihrer Geburtsurkunde oder ihrer Wohnadresse wedeln.

Viele Deiner Zielreviere liegen in vermutlich in Regionen, die vom Fremdenverkehr leben.Wahrscheinlich ist die Koppelung von Unterkunft und Erlaubniskartenvergabe häufig eine Bedingung für die Verpachtung von Fischereirechten, um die lokale Wirtschaft zu unterstützen. Mache den Einheimischen dort doch die Freude, miete Dich in einer günstigen Pension ein und genieße die Auszeit! Vielleicht ergeben sich daraus neue Bekanntschaften und Du erfährst von Möglichkeiten, die nur von Einheimischen-Mund an Einheimischen-Ohr weitergegeben werden. Vor Ort und persönlich besprochen sieht das oft ganz anders aus als im Internet...

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