Braucht man eine Czech/ Euro Nymphing Rute

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Re: Braucht man eine Czech/ Euro Nymphing Rute

Beitragvon Thomas E. » 11.01.2017, 09:34

Moin,

generell bin ich gegen jede Art von "Fliegenfischermeisterschaften", wie auch sonstiges "Wettfischen."

Dieses "Czech/Euronymphing", bei der man nicht einmal Fliegenrute und Fliegenschnur braucht, beeindruckt mich nicht. :lol:

Die Frage von Michael war aber, ob eine spezielle Rute für das Nympfenfischen erfolgreicher ist und mehr Spaß bringt ?

Ich persönlich fische dafür meist Ruten der Kl. 5 von 275cm unter Verwendung einer Fliegenschnur !
Denn Anbietetechniken, wie z.B. Roman Moser sie für tiefstehende Fische auch in größeren Gewässern entwickelt hat, sind sehr erfolgreich und machen mir seit langem viel Spaß.
Außerdem kann man ggf. auf gr. Entfernung anbieten.

Wenn aber Michael mit langer Rute Tippfischen will, soll er das vielleicht mal probieren...wenn es an seinem Gewässer erlaubt ist.
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Thomas E.
 
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Re: Braucht man eine Czech/ Euro Nymphing Rute

Beitragvon Hawk » 11.01.2017, 11:23

Thomas E. hat geschrieben:wenn es an seinem Gewässer erlaubt ist.


Es gibt Gewässer wo es Verboten ist die Fliege auf kurze Distanz anzubieten?
Das interessiert mich jetzt wie da die Formulierung des Verbots aussieht :D
Gruß
Sven
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Re: Braucht man eine Czech/ Euro Nymphing Rute

Beitragvon Trockenfliege » 11.01.2017, 11:25

"::die Frage war nach meiner Erinnerung bezgl."Czech/Euronymphing" und v.a.bei letzterem werden von den
entsprechenden Könnern aus dem anglo-amerikanischen wie auch franko-europäischen Raum seit Jahrzehnten
auch sehr anspruchsvolle Würfe gezeigt.Diese benötigen z.T. eine sehr ausgefeilte Technik,um z.B. damit
nach dem Ablegen eine dreggfreie Drift von 25-30 m darzustellen."

Hallo Thomas,
da vermischst du aber 2 sehr unterschiedliche Techniken: Das typische Czech/Frenchnymphing hat nichts mit dreggfreien Driften von 25-30m zu tun.
Lezteres ist natürlich hohe Kunst, vor allem die Bisserkennung!

LGruß
Reinhard
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Re: Braucht man eine Czech/ Euro Nymphing Rute

Beitragvon dr-d » 11.01.2017, 13:48

Hallo Reinhard,


ich verweise freundlich auf die diversen eingehenden Publikationen des ehemaligen britischen Teamleiters und Ex-Weltmeister
Jeremy Lucas.Zudem habe ich mich bewusst v.a.auf "Euronymphing" bezogen.
Aber auch Frenchnymphing wurde ca 1980 von Piam u.später ca 1990 von Boisson u.Morillas in diese Bereiche vorgetrieben(Fänge von 7-9 pfündigen Bafos auf 15-18m angefischt).Heute ist der Weltmeister
Daguillanes in den von mir genannten Bereichen tätig - natürlich auch in allen anderen - wie z.B.von dir erwähnt.
Selbstverständlich gibt es auch "Frenchnymphing" in kürzeren Spielarten.
Die Frage war aber eben ausgangs nach "Euronymphing" gestellt u.a.
Mir geht es ausdrücklich nicht um Wettkampf sondern darum,daß für mich persönlich es sich hierbei
um sehr interessante und tw.extrem anspruchsvolle Erweiterungsmöglichkeiten meiner "Palette" handelte.


Nicht mehr und nicht weniger.


Freundliche Grüsse


Thomas

P.S.:Viel Verwirrung stiftet m.E.auch der Begriff "leader" - das induziert u.U.den verständlichen Rückschluss:Vorfach-Fischen!
Wenn man aber die "Taper" von moderneren langen oder sehr langen "leadern" inclusiv der Durchmesser genau anschaut,
wird evident , daß man damit auch werfen kann - zugegeben mit angepasster Technik.
dr-d
 
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Re: Braucht man eine Czech/ Euro Nymphing Rute

Beitragvon gespliesste » 11.01.2017, 21:54

Hallo Thomas,

ich war selbst mal unfreiwilliger Zeuge einer "Weltmeisterschaft" im Fliegenfischen. Ich wollte an dem Tag an die mir bekannte Strecke in Slowenien fischen und der Angelladen meinte, da würden heute die Weltmeisterschaften stattfinden, ich könnte zwar eine Karte bekommen, aber nur von dem Bereich stromauf fischen. War O.K. für mich. Als ich ankam ein Heer von Ordnern mit Megafon und Helfern in Warnwesten. Das Italienische Nationalteam stand gerade unter der Brücke, welche ich auch kannte und hat sich mit Chez-Nymphing Technik an den kapitalen Brückenforellen versucht. Ich kannte die Stelle von den Tagen davor und war gespannt was die Weltmeister da so an den Tag legen. Leider ohne Erfolg, wie ich den offizielen Ergebnissen im Internet entnehmen konnte.

Ich fische seit 30 Jahren aus Prinzip nie mehr als eine Fliege (ist meist so oder so verboten). Überlange Vorfächer mit fluroszierenden Spiralbissanzeigern, die man mit Überlangen Ruten von stromab nach Stromauf schwingt haben für mich mehr mit Stippen als mit Fliegenfischen zu tun. Wozu braucht man dann überhaupt noch eine Fliegenschnur? Nur um das ganze Geraffel im Zweifel 20 Meter mit 3-5 Nymphen in den Pool treiben zu lassen?

Ich hab auch 7-9 Pfündige Bachforellen mit einer Nymphe und dead Drift gefangen.Ich will nicht in Abrede stellen, dass die Methode gerade für Anfänger mit begrentzter Erfahrung unerwartete Erfolge verspricht. Aber Tiroler Hölzl, Maden und Spinner können das auch.
Wir sollten uns noch mal klar machen: Fliegenfischen ist und bleibt eine freiwillige Selbstbeschränkung. Ich hab selbst einen Elektroschein und könnte in Kürze wohl alle Fische aus dem Fluss holen. Aber die Methode ist zu Recht halt nur zu Hegezwecken anerkannt.

Für mich geht es nicht darum, möglichst viele Fische in kurzer Zeit zu fangen, sondern vor allem auch darum, wie man sie fängt. Ich denke das war, und ist, immer der grundlegende Geist des Fliegenfischens.

Das soll weder überheblich noch snobistisch klingen. Auch mit Brot und vielen anderen "Schweinerein" kann man an der Fliegenstrecke seine Fangstatistik aufwerten. Ich will das überhaupt nicht verurteilen, ich hab selbst genug Kumpels die gerne mal schwach werden. Ist auch O.K. Aber am Abend wissen sie selber das Ganze einzuordnen. Wenn wir abends nach dem Fischen zusammen ein Bier trinken, spürst du genau was wirklich gezählt hat. Wir sind da erhlich zueinander und oft ist der Held mit der meisten Anerkennung der, welcher eine durschnittliche Forelle mit viel List und Rafinesse überlisten konnte, als eine Kapitale mit zweifelhaften Methoden. Es braucht aber vielleicht auch etwas Zeit ... Wenn du mal deine Fische gefangen hast, wirst du ruhiger.

LG,

Olaf
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Re: Braucht man eine Czech/ Euro Nymphing Rute

Beitragvon dr-d » 11.01.2017, 22:26

hallo Olaf,


nach knapp 52 Jahren ,die ich mit diesem Hobby verbracht habe, bin ich immer noch ganz
wissbegierig auf Neuerungen und freue mich deswegen auch über den offenen Informationaustausch
mit den jungen Sportler international - ich kann und will von denen immer noch das eine oder andere annehmen ... und was mir
persönlich nicht gefällt - muss ich ja nicht machen.
Seit langen Jahren betreibe ich schonend -wo gewünscht und genehmigt- c+r und fische nur die Schwierigen an.

Ruhiger werde ich aber - Gott sei Dank - nicht...das hat hoffentlich noch Zeit...


In diesem Sinne - Grüsse


Thomas
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