Erstes Hechtset von ADH

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Erstes Hechtset von ADH

Beitragvon putschii » 16.05.2018, 19:57

Huhu,

Habe ein Gewässer gefunden (Baldeneysee in Essen), wo ich vom Boot aus angeln darf und würde dort gerne mein Glück auf Hecht versuchen. Nun habe ich noch ein ADH Gutschein im Wert von 50€ weshalb ich erstmal dort nach fertigen Sets geschaut habe und die Auswahl ist ja recht groß: guideline epik Pike Kit, Loop Pike Booster mit Guideline Favo oder Loop xact, guideline exp4 mit xact, Vision Big Daddy Set und airflo greentooth mit loop xact. Dabei gehen die Preise ja von 200 bis 400 €
Jetzt habe ich mal gelesen, dass es besonders bei Hecht nicht teuer sein muss und würde gerne wissen, ob ihr ne Empfehlung aussprechen könnt, auch bezüglich Garantie. Auch bin ich mir bei der Schnurklasse und Schnur, also ob schwimmend etc., nicht ganz sicher?
Es muss jetzt nicht zwangsweise adh sein, wenn ihr gerade irgendwo ein gutes Angebot kennt! Ich hoffe ihr könnt helfen :)
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Re: Erstes Hechtset von ADH

Beitragvon fly fish one » 16.05.2018, 23:06

Hallo Putschi,

ich persönlich halte von (Hecht)Sets nix. Die Ruten sind in meinen Augen von den Wurfgewichten alle etwas zu heftig. Nicht das man damit nicht werfen kann, aber das ganze Setup wird vom Gewicht für den Fischer schon recht ungemütlich. Eine Klasse 9 oder 10 halte ich für das Hechtfischen für übertrieben. Werfe das mal einen ganzen Tag vom Belly Boot aus. Da fällt Dir abends der Arm ab. Die ganzen Hechtruten landen dann meist recht schnell im Mitgliederhandel. Und ich finde, dass ist aber persönliche Ermessenssache, eine gewisse Klasse im Sinne von Wertigkeit, sollte so eine Rute schon haben. Sie muss geschmeidig ihren Dienst verrichten, ansonsten artet mit den höheren Wurfgewichten alles in eine Plackerei aus. (Wohlgemerkt, ich rede vom stundenlangen beackern ganzer Wasserflächen. Die Wurffrequenz ist richtig hoch. Nach so einem Tag saugt mich die Coutsch förmlich auf.) Die Schnüre die es dafür speziell gibt, die machen dagegen schon einen Sinn. Aber weitere Details von den echten Experten, zu denen ich mich nicht zähle.

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Re: Erstes Hechtset von ADH

Beitragvon Harald aus LEV » 17.05.2018, 08:27

Hallo putschii,

ich habe mich auch lange vor den großen Klassen gedrückt und war bis #8 unterwegs.
Dann habe ich mich entschlossen, doch aufzurüsten.
Wenn das Setup ausgewogen ist, ist der Unterschied im Werfen und Handling auch nicht viel anstrengender als mit 'ner 8er.
Teilweise ist es sogar weniger anstrengend, z.B. wenn man versucht richtig großer, schwere Streamer zu werfen, kommt die 10er
wesentlich souveräner damit zurecht als die 8er. Außerdem kann man das Setup (mit Ausnahme der Schnur) auch noch einsetzen, wenn man mal in tropischen Gewässern auf große Fische unterwegs ist.

Ich weiß, dass es Hechtangler gibt, die auf die Big Daddy schwören. Ruf doch mal bei ADH an. Vielleicht können sie Dir Tips geben.
Die sind sehr hilfsbereit und kundenorientiert.

Gruß
Harald
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Re: Erstes Hechtset von ADH

Beitragvon ralph » 17.05.2018, 09:13

Hi!

ich bin selbst Anfänger was das Fliegenfischen auf Hecht angeht. Ich habe eine Vision Big Daddy (9' #9, Kork) und bin restlos begeistert. Die Rute ist nicht zu schnell und in Kombination mit den Big Daddy Schnüren (letzendlich integrierter Schusskopf) eine richtige "Schleuder".
Verarbeitet ist die Rute auch gut. Bezüglich der Schnurklasse habe ich bis jetzt nicht den Eindruck, dass die Rute zuviel ist. Ist natürlich keine 4er, aber durch die mittelschnelle Aktion ist das Werfen relativ ermüdungsarm. Ich selbst fische meistens Deceiver-artige Fliegen um die 12-18cm, welche die Rute absolut souverän meistert. Bei den richtig großen bzw. schweren Fliegen (20-30cm, Bunny Streamer, etc.) wäre eventuell auch eine 10er ineressant, ich weiß aber nicht ob du solche Teile fischen möchtest.
Was die Sinkraten angeht wirst du wohl um mehrere Varianten nicht ganz rumkommen, wobei die Intermediate wahrscheinlich die vielseitigste ist, vor allem wenn das Gewäser nicht sehr tief ist. Ich habe mittlerweile um eine Sink5 erweitert und bin der Meinung, dass ich so ganz schön was abdecken kann.

Ich habe selbst erst eine andere Hechtrute gefischt (älteres Vision-Modell mit einer schnellen Aktion), die meiner Meinung nach weit anstrengender zu werfen war.
Das alles sind nur sehr begrenzte persönliche Erfahrungen. Ich denke mit einer 9er mit mittelschneller Aktion (was wohl auf alle genannten Ruten außer der Guideline zutrifft) machst du nichts falsch.
Zur Garantie kann ich nichts sagen.

Viel Erfolg bei der Suche!
Ralph
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Re: Erstes Hechtset von ADH

Beitragvon Trockenfliege » 17.05.2018, 10:50

@ Frank Was hast du für dünne Ärmchen?? Wie oft hast du eigentlich schon für ein paar Stunden mit solchen Schnurklassen gefischt?
Und von Bellyboot war nicht die Rede, oder?

Ich habe gestern die Hechtsaison eingeläutet und war ein paar Stunden mit einer 9er Glasrute (Quartz, 8,8´)und einer WF9 Big Mama unterwegs, leider noch ohne Kontakt.

Meine Tips: RuteKlasse 8 oder 9, je nach dem wie sie ausfallen. Wenn bei den Sets ( wenn es denn ein Set sein musss) eine etwas kürzere Rute dabei ist, wäre das meine Empfehlung. 8,0 oder 8,5 ´ reichen völlig aus und sind aufgrund der kürzeren Länge angenehmer zu werfen.
Für Streamergrößen bis ca. 15cm reichen ca. 22gr. Keulengewicht aus. (Die Big Mama mit 28gr. ist mir zu heftig, ich hätte die 8er nehmen sollen).

Die beste Allroundschnur ist für mich eine Trockenschnur, die gegebenenfalls mit einem 10´Polyleader in verschiedenen Sinkklassen ergänzt wird.
Mit einem "Fast sinking" PL und einem leicht beschwerten Streamer kann man bequem in 3-4m Tiefe fischen.

Wenn es noch tiefer gehen soll, nehme ich eine schnell sinkende Sinktip mit ca. 5m Spitze. Die kommt aber nur selten zum Einsatz.
Meine schwersten Fliegenhechte letztes Jahr waren 2 x 17Pf., 11 und 10 Pf., letzterer an einer 6er Rute.
Ich fische mit verschiedensten Ruten, Kohle und Glas, alt und modern.

Gruß
Reinhard
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Re: Erstes Hechtset von ADH

Beitragvon fly fish one » 17.05.2018, 17:33

Lieber Reinhard,

er schrieb Boot. Stellst Du Dich in einem Ruderboot hin um zu werfen? Mit der Fliegengerte? Ob Du jetzt in einem BB sitzt oder in einem Boot, sollte wohl keinen großen Unterschied ausmachen, oder irre ich mich? Wenn ich stehend vom Ufer oder einem großen Boot werfen kann, ist die Sachlage etwas verändert. Korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liege.
Was meine Erfahrung mit schweren Einhändern > 8 betrifft: Nicht vorhanden. Mir reicht 8, um nach einem ganzen Tag, vom Ponton Boot (da sitzt Du schon ein gutes Stück höher), so ziemlich ausgelutscht zu sein. Und ich fische dann immer grundsätzlich von morgens bis abends, weil sich der Aufbau des Ponton sonst nicht lohnt. Ich habe explizit meine Meinung geäußert, meine! Wenn Du eine Andere hast, 2 Stunden Streamer baden gehst, dann ist das Deine Ansicht.

Frank
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Re: Erstes Hechtset von ADH

Beitragvon MaxS » 17.05.2018, 23:45

Lieber Frank,

Wie so oft, es kommt darauf an. Wenn du vorne auf einem skiff oder einem Ruderboot erhöht stehst, ist das werfen einfacher als vom belly Boot, weil du ein gutes Stück oberhalb der Wasserfläche wirfst. Bei einem großen Boot - gerade off shore Nerven Boardwand und Aufbauten. Gerade bei Wind von vorne rechts.
Hinsichtlich der Rute: die Größe der Fliegen bestimmen die Schnurklasse. Halbe Hühner werfen sich mit einer ordentlich angestimmten #10 besser, als wenn sie an der #7er rumschlagen. Wie groß man auf Hecht fischt ist dann aber rein Gewässer und geschmacksbedingt. Drillen kann man die meisten Hechte unproblematisch an der 7er (mit #10 wird teilweise auf Thun mahi mahi und baraccuda usf. die ganz andere power aufbringen)

Tl

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Re: Erstes Hechtset von ADH

Beitragvon dreampike » 18.05.2018, 06:27

Hallo Putschi, beim Hechtfliegenfischen fische ich zu 90% mit einer leicht sinkenden Intermediate-Schnur, da sie für mich am universellsten einsetzbar ist. Man kann damit einigermaßen flach fischen, die Fliege aber auch mal tiefer präsentieren, wenn man die Schnur absinken lässt. Bei der Wahl der Schnurklasse ist für mich das Gewicht der Schnur entscheidend, da dieses ein maßgeblicher Faktor dafür ist, wie weit man einen großen Streamer werfen kann. Daher fische ich eine schnelle 10er-Rute (CTS Affinity X in 3m Länge) mit 11er oder auch mal 12er Schnüren. Je leichter die Schnur, desto mehr muss ich sie beschleunigen, um einen großen Streamer zu werfen, daher kann es anstrengender sein, mit einer 8er zu werfen als mit einer 10er. Die lange Rute, weil ich fast ausschließlich vom Bellyboat aus fische und da machen die 30cm Extralänge schon einen Unterschied. Vielleicht habe ich deshalb auch keine Probleme mit dem tagelangen oder wochenlangen Werfen, ich finde das Werfen angenehm und habe eher Schmerzen im linken Arm vom Einstrippen, der Wurfarm hat sich noch nicht beschwert. Natürlich ist ein Hecht nicht so spritzig wie ein Mahi Mahi. Dennoch fühle ich mich beim Drill eines kampfstarken irischen Meterhechtes im Freiwasser mit einer 10er wesentlich wohler als mit einer 8er. Als ich noch mit einer 8er fischte, hatte ich einige Male den Eindruck, den dicken Hechtdamen nichts entgegensetzen zu können.
Für den Einstieg ist ein 8er-Set bestimmt gut geeignet, wenn Du oft und intensiv auf (Groß-) Hecht fischen möchtest, wirst Du irgendwann aufrüsten wollen. Auf jeden Fall viel Spaß dabei, ich fische seit über 20 Jahren intensiv auf Hecht mit der Fliege und es begeistert mich nach wie vor, wenn beim Einstrippen oft aus dem Nichts ein heftiger Biss kommt und dann ein 90er oder gar metriger Hecht dranhängt...

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Re: Erstes Hechtset von ADH

Beitragvon putschii » 18.05.2018, 09:50

Erst einmal vielen Dank für all eure Tipps! Dass die Antworten sehr unterschiedlich ausfallen werden, habe ich schon befürchtet, aber das zeigt ja, dass in diesem Fall viele Wege nach Rom ähm ich meine zum Hecht führen. Schwanke zwischen ner 8er und 9er Klasse bzw. der Big Daddy und der Loop Pike Booster. Riesen Schlappen werde ich wohl nicht werfen, dass habe ich beim Spinnfischen auch nie gemacht, da ich mich dabei recht unwohl fühle und mehr so der UL Angler bin.
Von der Schnur her werde ich wohl erst einmal eine schwimmende nehmen und nen sinkenden Leader. Von Schussköpfen etc habe ich 0 Ahnung, aber ich denke mit der Zeit und wenn ich gefallen an Hecht auf FLiege finde, baut sich da von ganz alleine eine Sammlung von Schnüren auf um jede Tiefe bedienen zu können.^^
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Re: Erstes Hechtset von ADH

Beitragvon LenSch » 18.05.2018, 10:29

Nimm die Booster! Die habe ich auch als Einstiegsrute zum hechtfischen genommen und war total begeistert.
Derzeit fische ich eine Loop Cross S1 #8 und mir fällt auf, dass mir ab einer gewissen Ködergröße ein paar Reserven fehlen die ich mit der Booster hatte. Werde daher bald wieder auf #9 oder sogar #10 hoch gehen.

Also von mir aus klare Kaufempfehlung für die Loop Booster :wink:
Gruß,
Lennart
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Re: Erstes Hechtset von ADH

Beitragvon Achim Stahl » 18.05.2018, 10:36

Moin,

die Anforderungen an eine praxistaugliche Hechtrute sind eigentlich nicht wirklich hoch. Es funktioniert praktisch jede kräftigere Rute zwischen 8' und 9' mit einer etwas tiefer gehenden Aktion (und auch das kann man bei einer steiferen Rute einfach hinbekommen, indem man sie etwas überlädt). Wohl genau deshalb tun sich viele Labels sehr leicht, ein "Hechtset" auf den Markt zu bringen - man kann ja einfach eine ganz billige Rute aus China, mit Presskork- oder Moosgummigriff und auch sonst unterirdisch billigen Komponenten einkaufen, eine ebenso billige Fernostrolle dran machen und bestenfalls etwas Geld in eine brauchbare Schnur stecken, dem ganzen einen möglichst griffigen Namen zu geben, und fertig ist das "Hechtset".

Oder andersrum: Nichts lässt sich selbst einfacher zusammenstellen, als das eigene Hechtset. Such dir eine achter oder neuner Rute, die dir gefällt und deren Preis-Leistungs-Verhältnis dich überzeugt, kauf dir die dazu passende Rolle und eine richtig gute Hechtschnur. Du wirst sehen, dass du für das gleiche Geld viel bessere Qualität bekommst als bei den meisten wohlklingenden Sets.


Viele Grüße!


Achim
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Re: Erstes Hechtset von ADH

Beitragvon Trockenfliege » 18.05.2018, 10:57

fly fish one hat geschrieben: Stellst Du Dich in einem Ruderboot hin um zu werfen? Mit der Fliegengerte? Ob Du jetzt in einem BB sitzt oder in einem Boot, sollte wohl keinen großen Unterschied ausmachen, oder irre ich mich? Wenn ich stehend vom Ufer oder einem großen Boot werfen kann, ist die Sachlage etwas verändert. Korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liege.


Mache ich gerne :) : Ja, ich stehe immer beim Fliegenfischen vom Boot. Wobei mein Ruderböotchen ca. 2,5m x 1,25m hat und einen klassischen runden Boden.
Trotzdem funktioniert es gut. Ich werfe aber hauptsächlich in Längsrichtung des Bootes, quer wird es beim Hechtfischen schon ein klein wenig wackelig.

Aber ich fische auch manchmal in meinem 14´Kanadier ( Flachboden) im Stehen! Dann aber nur leichtere Schnurklassen.Da brauchts dann schon etwas mehr Balance.

Wichtig für die Angestrengtheit beim Hechtstreamern ist die gewünschte Weite.
Wenn man immer in einem für sich angenehmen Rahmen bleibt, lassen sich auch schwere Schnüre leicht und lange werfen.
Anstrengender wird es bei mir immer, wenn ich unbedingt jeden Wurf maximal weit werfen will.

Das Werfen vom Bellyboot dürfte deutlich anstrengender sein, da man den Arm doch deutlich höher führen muss, (oder kürzer Werfen), als stehend im Boot.

Bezüglich Schnüren: Ich fische bisher beim Streamern eher längere Keulen, 12m+ , mit "normaler" Gewichtsverteilung, dh. innerhalb der Keule bleibt der Durchmesser gleich.
Meine neue BigMama hat ihren Keulen-Schwerpunkt auf den ersten ca. 5-7m , bei einer Keulenlänge von ca. 12m.
Da hatte ich jetzt nach einmaligem Fischen den Eindruck, dass die Keule beim Rückschwung schneller absinkt, als ich es gewohnt bin. Um das zu verhindern, muss ich schneller werfen, was ich bisher nicht gewohnt war.
Welche Erfahrung habt ihr mit solchen Schnurprofilen gemacht?

Gruß
Reinhard
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Re: Erstes Hechtset von ADH

Beitragvon strongbow » 18.05.2018, 11:45

Ich fische relativ viel mit dem Streamer auf Hecht und kann zu den Fragen daher mE drei relativ belastbare Antworten geben:

- Rutenklasse: Man kann eine #8 verwenden, aber leidlich gut funktioniert das mE nur an flachen und schmalen Gewässern wie den niederländischen Poldern. Für alle anderen Gewässertypen und Angelsituationen ist eine # 9 (m.E. ist die ideale Hechtrute immer noch eine #9) oder sogar eine #10 deutlich besser. #10er Salzwasserruten sind auf Dauer allerdings belastend für den Wurfarm. Wenn Du eine #10 in Erwägung ziehst, lohnt sich daher entweder der Kauf einer speziellen Hechtrute, die leichter sein kann als eine klassische Salzwasserrute. Denn Hechte, auch jenseits der 20 lbs., reichen von der Kampfkraft her nicht annähernd an die Fische heran, für die #10er Salzwasserruten eigentlich konstruiert sind. Oder Du greifts bei der #10 zu einer kürzeren Rute. Ich verwende u.a. zum Beispiel eine #10 in 8`. Diese läßt sich selbst für mich als älteres Semester einen ganzen Tag lang problemlos mit großen Streamern werfen.

- Schnüre: Die Frage an sich ist falsch gestellt. Es gibt mE kaum eine andere Fischerei als die Hechtfischerei, bei die Wahl der richtigen Schnur so entscheidend ist. Du wirst mind. 3 verschiedene Schnüre benötigen, die Schwimmschnur ist mE die am wenigsten wichtige. Ich fische hauptsächlich F/Intermediate, Fast Intermediate, Sink 1 und Sink 3. Die meisten Fische habe ich wahrscheinlich mit der Fast I gefangen, einer typischen Slimeline, weil man die gut "runterzählen" kann.

- Der Set von Vision ist nach meiner Erfahrung brauchbar. Einer der Sets taugt nix. Rest kenn ich nicht. Bei der Rolle kannst Du aber jederzeit sparen. Selbst wirklich große Hechte gehen praktisch nie ins Backing (Faustregel: wenn sie es tun, sind sie entweder foulhooked oder im Sommer im Freiwasser gefangen - Maränenhechte haben mehr PS).

TL

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