Richtige Klasse fürs Hechtfischen ?

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Richtige Klasse fürs Hechtfischen ?

Beitragvon Andreas aus B » 18.12.2003, 14:08

Hallo,

als Neuling im Fliegenfischen auf Hecht bitte ich mit diesem neuen Tread um Tips bzgl. der richtigen AFTMA Klasse für die Hechtfischerei.

Im (Gott sei dank) vor Ort vorhandenen Shop wurde mir eine Rute der Klasse 7/8 bzw. 8 (hier war es eine Redington zum Schäppchenpreis) empfohlen. Diese Klasse würde auch für den ab und zu mal beisenden größeren Hecht ausreichen.
Bei der Rolle wurde mir gesagt bräuchte ich keine Anti-Reverse-Rolle. Die Anti-Reverse-Rollen wären nur für wirklich schwere Fänge erforderlich.

Ich bin jetzt am rätseln, ob eine Rute der Klasse 7/8 bzw. 8 und eine "normale" Rolle ausreichend sind. Ich hatte noch nie einen Hecht an der Fliegenrute und bin desalb auf eure Erfahrungen angewiesen.

Danke
Andreas aus B
 

Hechtrute

Beitragvon frank.h » 18.12.2003, 14:24

Hi !

Ich hab mir 'ne 6 - teilige 7/8 'er Rute gekauft + Rolle (Grey's 7/8) incl. 3 Ersatzspulen. Als Schnur benutze ich die Scierra H. Morgan, WF 8 F.

Damit lassen sich große Streamer bis 15 cm prima werfen und Drills von größeren Hechten kannst Du gut parieren.

Viel Spaß !

Frank

http://www.flycaster.de
frank.h
 

Beitragvon phsch » 18.12.2003, 16:10

Hi

Ich fische mit einer STEELFIN Trinity Rute der Klasse 8/9. Vorher fischte ich mit einer SAGE XP-Rute der Klasse 7/8.

M.E. eignet sich die 8/9 besser für die Hechtfischerei: Insbesondere die grossen Bunny-Streamer lassen sich besser werfen und beisst mal ein Hecht, besitzt die Rute genügend Kraft um "den Kerl" oder "die Dame" (besser, da immer grösser als die Männchen) drillen zu können. Insbesondere ist mir aufgefallen, dass der Anhieb bei der stärkeren Rute besser sitzt als bei der 7/8er, wo doch einige Hecht im Drill ausgestiegen sind.

Und, solltest Du mal das Glück haben, in Schweden oder in Irland auf die wirklich grossen Hecht (1.10m plus) zu fischen, bist du mit einer 7/8er-Rute definitiv fehl am Platz!

Zur Rolle: Eine Antirevers-Rolle ist nicht nötig. Eine Rolle mit ca. 50-100 m Backing Kap. und einem einigermassen tauglichen Bremssystem genügt. Meine Empfehlung: SYSTEM 2 LA 890 (gibts momentan bei e-bay ziemlich günstig).

Zur Schnur (hast Du danach überhaupt gefragt...?): Ich fische mit einem schnellsinkenden Sink-Tip Schusskopf von LOOP (im Winter), mit einer ORVIS Wonderline Klasse 9 Intermediate (meine Lieblingsschnur!) und einer Bass Taper Trockenschnur (für den Frühling, wo die Hecht hoch im Schilf stehen... probier's dann mal mit einem Popper und Du willst nur noch auf den Hecht fischen...!).

Solltest Du noch weitere Fragen haben, mail me.

TL

Philipp:winkie:
phsch
 

Beitragvon Gerry » 18.12.2003, 21:35

Hallo Moskito_01,

ich fische schon ca. 10 Jahre mit der Fliege auf Hecht und das ausschließlich in den südschwedischen Schären oder einem großen See. Es dürfte sich mittlerweile so um die 200
Hechte handeln. Der größte hatte 8,3 kg (107 cm). Ich habe die meisten mit einer 7/8er RST M3, 11 Fuss lang gefangen. Ich verwende eigentlich immer eine Billy-Pate-Antireverse Rolle.
Die Erfahrung über die Jahre hat aber gezeigt, dass eine Anti-R. nicht erforderlich ist, da die wenigsten Hechte große Fluchten machen. Selbst die richtig großen machen selten weltbewegende Fluchten (zumindest nicht an der Spinnrute). Ich bin auch schon leichtsinnig geworden und habe in einem See mit einer 6er-SAGE RPL+ 10 Fuss gefischt und einen Hecht mit 6,5 kg (106) damit gefangen. Der Drill dauert dann aber eigentlich schon zu lange, außerdem muss man immer damit rechnen, dass der wirklich große beißt und das passiert einem nicht allzu oft im Leben. In einem solchen Moment das falsche Getackle zu haben ist Frevel. Also immer mit dem "Schlimmsten" rechnen und sich darauf einstellen. Durch ein Erlebnis im Herbst letzten Jahres in den Schären verwende ich jetzt fast ausschließlich eine 8/9er- RST M3, 11 Fuss lang. Ich hatte bereits 6 oder 7 Hechte bis ca. 4 kg gefangen und muss gestehen, dass mir diese Brüder an der 7/8er schon das Leben schwer machten. Ich habe dann die 8/9er genommen weil ich mir dachte, dass ein noch größerer mir wirklich Probleme bereiten könnte. Ich hatte gut daran getan. Eine Weile später fing ich dann den besagten Hecht mit 8,3 kg (107 cm). Es war der erste Hecht der mich mein Backing sehen ließ und der Drill hat, obwohl hart geführt, 15 Minuten gedauert. Ich bin ja starke schwedische Hechte gewöhnt, aber so einen hatte ich noch nie an der Angel. Als Schnur verwende ich in den Schären (da man fast immer in relativ flachem Wasser – 1,5m bis 0,3 m) fischt eine Cortland 444 Lazerline Rockettaper #9, in dem bewußten See aber ab und zu auch sinkende Schussköpfe. Als Köder verwende ich Streamer verschiedener Art bis 20 cm Länge u.a. auch Bunnies mit in der Regel 3/0er Haken ohne Widerhaken. Für hiesige Verhältnisse dürfte eine kräftige 8er Rute in jedem Fall ausreichend sein.

Viele Grüße

Gerry
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Beitragvon John S. » 18.12.2003, 22:58

Ich habe Hechtruten von 6er bis zu 9er klasse. Wenn es möglich ist greif ich die 6, kleines Wasser, kleinere Hechte bis 80 cm und Bucktailstreamer bis 12-13 cm. Wirt das Wasser grösser und damit auch die Hechte und die Streamer würde ich schwerere Ruten nehmen bis hin zu ein 10er Rute. Damit kann mann auch die grosse Zonkerstreamer von 20-25 cm werfen und für ein echt grosser Hecht über 100 cm ist die Power einer 10er Rute auch notwendig. Zu lange Drilzeiten schaden nur der Hecht und wir wollen so ein Superfisch doch ohne schaden und verletzungen zurück setzen.
Mit eine 7/8 er Rute kannst du in die meiste Gewässer gut auf Hechte fischen und mit solche Rutenklassen hat mann normalerweisse genügend Power üm etwas grössere Streamer zu werfen.

Mfg. John.
John S.
 

Beitragvon dreampike » 19.12.2003, 18:37

Hallo,

ich fische in Irland meist mit einer 10er, weil sich damit meine "Doppel-Whopper" (= Bunny-Tandem in 6/0) besser werfen lassen und weil ich es schon einige Male erlebt habe, dass sich große Hechte mit einer 8er nicht so gut drillen lassen. Die bleiben dann einfach unten stehen und die Rute ist bis zum Anschlag durchgebogen. Das ist mir mit einer 10er noch nicht passiert. Und eine Antireverserolle ist absolut überflüssig, selbst meine großen Hechte (einige über 110cm) haben mir nie mein Backing gezeigt. Wichtiger ist vielmehr, dass du schnell aufspulen kannst, wenn du den Hecht von der Rolle drillen möchtest und noch viel Schnur draußen ist. Nimm also eine Large Arbor oder eine Rolle mit Übersetzung!
Wolfgang
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Beitragvon Andreas aus B » 22.12.2003, 13:31

Ich bedanke mich bei allen Fischerkollegen für die umfangreichen und sehr hilfreichen Beiträge.

Wünsche allen hier ein frohes Fest und die eine oder andere FliFi-Überraschung unter dem Baum. :-)
Andreas aus B
 

Beitragvon Büffel » 22.12.2003, 16:52

Hallo,
ich fische eine Steelfin Trinity #8/9 und bin der Meinung das diese Schnurklasse ausreicht. Diese mit einer 8ter XXD Schnurr bestückt, wirft sämtliche Streamer und hat genug Power auch einen großen Hecht sicher zu landen.
Büffel
 

Beitragvon Matthias » 22.12.2003, 17:22

Hallo Moskito,

ich kann das Geschriebene nur bestätigen, bei kleinen Gewässern, kleinen Streamern und kleinen Hechten kommst Du mit 7er Gerät noch ganz gut klar. Für alles was über das "klein" in Hinblick auf Gewässer, Fliege und Fisch hinaus geht, sollte es mind. eine 8er Ausrüstung sein. Mit den angegeben Klassen meine ich die Schnurklasse, welche Rute das wirft, kann man letztendlich nur ausprobieren. So habe ich z.B. eine 6/7er Rute, welche locker eine 7er WF, Sinkvorfach und dicke Streamer wirft, während meiner 8/9er Rute mit einer 9er Schnur schon fast die Puste ausgeht und eine 8er Schnur deutlich besser wirft.

Viele Grüße, Matthias
Matthias
 


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