Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon troutcontrol » 15.03.2017, 07:57

orkdaling hat geschrieben:Wie ist es also møglich das eine Firma eine Rute wie die Aquila (Toppmodel EH) fuer ca 5000 Nkr oder eine 15"DH fuer 4000 Nkr verkaufen kann?


Hendrik,
das ist doch irgendwie ein ganz durchschnittlicher Preis, schau dir im 2Hand-Bereich einfach die Spitzenmodelle von ECHO (E3 USD 549) oder Greys (GR70 GBP 429) an.
Eikre macht es mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht anders als diese Unternehmen. :mrgreen:

Grüsse
Martin

p.s.: Und du bist dir sicher, dass die Flagge am Stofffutteral und nicht etwa am Cordura - Rohr ist ??
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon moma » 15.03.2017, 08:41

Hallo Heiko,

leider hab ich nie Fotos (wie deine) von ähnlichen Schäden (und mehr) an Premium-Ruten gemacht...
Die Sache relativiert sich da für mich hier immer mehr...
Ja zum Glück gibt es da auch humoristische Einlagen, sonst wäre die Diskussion schon eher langweilig. Danke Frank!

grüße
Markus
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon orkdaling » 15.03.2017, 09:39

Moin moin,
Martin, die schreiben selber das sie aus Japan beziehen (Blank).
Der Preis von rund 500€ wird ja auch von GL oder Zpey und LTS aufgerufen, Alles wie ich hier erfahren habe Stangenware aber ich bin zufrieden damit.
Eikre ist eine Manufaktur von 2 Bruedern, muesste nach den Regeln(Stueckzahl/Lohnkostenusw) also ihre Teile auch fuer 1000 verkaufen wenn man denen Glauben schenken kann.
Ich werde es nicht, høre oft von schechtem Kork, sehe das Gejammer nach gebrochener Spitze, schlechtem Service und darum bin ich der festen Ueberzeugung das die Stangenware der 1000er Fraktion ihr Geld nicht wert ist (Preis/Leistung), meine nicht das sie alte Technologien verwenden.
Ich freu mich schon auf den 25.3./Melhus, da hab ich ja Gelegenheit mit Eikre und LTS zu quatschen. Ich werde ihnen doch mal die Frage stellen wo sie ihre Billigteile beziehen denn die anderen muessen ja den doppelten Preis aufrufen. Werde dann berichten was sie mir erzæhlt haben.
LTS bietet fuer die DH Fischer als Service an, das sie ihr Geschirr mitbringen was dann am Demoplatz getestet und abgestimmt wird.
Bjørnar Skjevdal ist am Pool und Jon Erik Grøset am Bindetisch und gibt Tips zum Lachsfliegen binden.
Und dann werd ich ,wie weiter oben geschrieben, uebern Fluss zu Sport 1 und meine Eintrittskarte vorzeigen. Mir ist nach einer neuen 6er , die von LTS kenne ich ja nun, will gerne die 9,3"6# von Eikre testen und alles an diesem Tag fuer 50%!
Du hattest deine Vermutung zu den Rohlingpreisen geschrieben, ich denke mal das die noch viel billiger sind. Wenn jemand seine teile fuer 50% verkaufen kann, bei den Produktionskosten und Betriebskosten (Miete) hier im Land und wenn er nichts verschenken will, dann denke ich mal das er den Blank fuer ca 100€ bezieht (meine Vermutung).
Ach da fallen mir noch andere Dinge ein, muss aber leider noch was tun sonst wirds nichts mit ner neuen Rute.
Gruss Hendrik
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon troutcontrol » 15.03.2017, 10:27

Moin Markus,
wenn Heiko an seinen Ruten unbekannter Herkunft regelmäßig Instandhaltungsarbeiten (Kork spachteln? Ringwicklungen erneuern? Was gibt es noch?) vornehmen muss ...
Magellan hat geschrieben:Natürlich ist es logisch das diese Art Beanspruchung „Instandhaltung“ braucht und auch nicht ewig hält (...)


relativiert sich natürlich alles.
moma hat geschrieben:Die Sache relativiert sich da für mich hier immer mehr...


Irgendwie schein ich einfach Pech mit meinen Ruten von der Stange zu haben, ich durfte in 12 Jahren noch nie einen Ring austauschen, Kork flicken oder sonstiges erledigen.
Ist ja bei den Pkw eigentlich auch nicht anders - so ein südkoreanisches Grossserienfahrzeug von KIA / Hyundai braucht per se einfach mehr Wartungsaufwand als so ´ne Einzelanfertigung.... :wink:

Grüsse
Martin
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon Michl » 15.03.2017, 10:54

Moin.
Eigentlich ist dem was Hardy weiter vorne geschrieben hat nix hinzuzufügen.

Ich machs trotzdem:
Mir ist der Kork z. B. nicht egal, gar nicht.
Ich möchte keinen guten Blank mit besch... Korkgriff, ich möchte diesen mit einem passenden Griff für meine Pfoten, und das in guter Qualität.
Ich bin nicht bereit viel Geld für etwas auszugeben bei dem eine Komponente nicht passt.
Wenn ich mir z. B. die Griffe der Amis im Einhandbereich ansehe (und anfasse) frage ich mich immer ob die das für Kinder bauen, sowohl in der Länge als auch im Durchmesser.
Deshalb eher Blank als Rute und Eigenbaugriff.
Weiteres Auswahlkriterium, zumindest bei mir, ist das Budget, das steht mir leider halt nicht unbegrenzt zur Verfügung.
Da kommt mir der Blank dann auch gelegen.

Beim Preis der (Stangen)Ware selbst gibt es m. E. 3 Faktoren, den Blank, das "drumrum" und die Ausführung der Montage dieser Komponenten.
Glaube schon das es da Unterschiede gibt die einen Preisaufschlag rechtfertigen, auch wenn der Blank der Gleiche ist.
Aber auch nur in einem bestimmten Maß, das was da teilweise aufgerufen wird ist damit nicht zu rechtfertigen.
Da schließt sich der Kreis zu Hardys Beitrag wieder.

Nun bleibt hier in der Diskussion ein Faktor unberücksichtigt:
Der Protagonist der das Geraffel benutzt.
Die Bandbreite geht von intensivster Nutzung ohne jegliche Pflege bis zu intensivster Pflege ohne jegliche Nutzung, alles ist möglich.
Ebenso wirkt sich die Behandlung bei der Nutzung definitiv auf die Lebensdauer aus, genauso wie die Lagerung des Geraffels.
Ich hab schon erlebt das eine Rute fertig aufgerödelt jahrein, jahraus (außen!) an der Hüttenwand hing, mit entsprechenden Folgen für das Material.

Vor Jahren hab ich mal gleichzeitig mit einem Kumpel das gleiche Moped gekauft.
2 Jahre später waren da doch deutliche Unterschiede zu sehen, bei annähernd gleicher Kilometerleistung........
Das ist jetzt nicht 1:1 vergleichbar, aber es ist ein Faktor, ich sehe das auch bei meinen Fischerkollegen immer wieder.

Gruß Michl
Die Beute ist unwesentlich, entscheidend ist nur das Gefühl.
Michl
 
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon urs.wehrli » 15.03.2017, 11:02

Es gibt etliche kleine Manufakturen, die ihre Blanks fertig beziehen und dann einfach den "hochwertigen" Aufbau machen. Bei gewissen Blankherstellern kann man ja auch Wünsche zum Aufbau des Blanks anmelden. Einen Blank beziehen, das kann jeder von uns auch und der Aufbau ist denkbar einfach - youtube anwerfen. Da braucht's prinzipiell kein wirkliches handwerkliches Geschick. Wenn ich das privat mache, dann entscheide ich, was für einen Blank ich dazu nehm und ob zum Schluss der Rollenhalter teuerer als der Blank ist (was durchaus möglich ist, grmbl...). Da kann ich einen Sage-, CTS- oder einen 30-Dollar ARE-Blank nehmen - freie Wahl.

Kleine Manufakturen tun sich hier hervor, wenn sie bspw. Horn- oder Acryl-Rollenhalter drehen, oder sonst was ganz Spezielles mit Kork und Rinden machen, was sonst niemand anderes hat. Der Blank ist aber das Herzstück der Rute und lässt uns als Werfer überzeugt sein oder nicht. Da könnten wir die gleiche Diskussion weiterführen: günstige Blanks vs. teure Blanks...

Und dann gibt's noch die kleinen Hersteller, die die Ruten inkl. Blank selbst herstellen. Meiser und Burkheimer wurden genannt (bei Meiser bin ich mir nicht sicher, dachte, dass er CTS Blanks (DQ oder SK) für seine Highlander und MKS verwendet, kann mich aber irren).
Da müssen wir uns schon bewusst sein, dass diese zwar wunderschöne Ruten bauen, die perfekt auf den Käufer und seine Wünsche abgestimmt sind, aber die werden niemals irgendwas Revolutionäres hervorbringen. Manch einer mag in seiner kleinen Bude tüfteln, wie es wäre, wenn - aber er hat schlicht nicht die finanziellen Mittel, an 20-100 Versuche zu versuchen, bis es passt; bis ein Blank doppelt so zäh, halb so schwer aber immer noch fischbar ist. Sie orientieren sich am bestehenden, verbessern es und stimmen es auf den einzelnen Kunden ab. Arctic Silver könnte eine der seltenen Ausnahmen sein, wird sich aber in den nächsten Jahren noch zeigen müssen.

Der Unterschied dieser kleine Manufakturen zu den mittleren, liegt in meinen Augen darin, dass sie keinem Preisdruck ausgesetzt sind und somit ganz andere Komponeten verbauen, als bspw. mittlere Unternehmen, die dank der Forschung der grossen Hersteller an gute und günstige Blanks kommen, entweder schlechte oder mittlere Qualität bei den Komponeten verbauen und dann zum Schluss eine tolle Rute zu günstigem Preis auf den Markt bringen können. Aber auch die werden nie was wirklich Revolutionäres hervorbringen, da sie primär auf die Kosten achten und auf ihr Image des "anders denkend, ausscherend, preisbrechend, revolutionär" - scheint bei den Kunden toll zu funktionieren.

Aber ich bin überzeugt, nur dank der grossen und teuren Stangenwarenhersteller gibt es nachhaltig Produktweiterentwicklung.
Da bin ich den Grossen dankbar, dass sie solche Aufwände und Risiken eingehen (können sie auch, verdienen ja an jeder Rute 50% und mehr, wie wir hier gelesen haben).

Und wenn dann was Neues gefunden wurde, haben die Kleinen und Mittleren wiederum die Möglichkeit, was noch besseres draus zu machen, weil sie nicht in der Masse und derart kostenoptimiert produzieren müssen. Schön ist doch, dass wir durch diese Situation bei den Blanks durch's Band weg ein extrem hohes Niveau erreicht haben und die Hersteller sich auf die Kundenwünsche konzentrieren.
Gäbs die Grossen nicht, hätten wir einen unstrukturierten Markt, mit extremen Qualitätsunterschieden auch bei den teuren Blanks und sehr viele unzufriedene und frustrierte Kunden.

Ich find's Klasse, wie es ist: ich habe freie Wahl, der spielende Markt bringt Innovation und günstigere Preise für immer bessere Qualität. Was wollen wir noch mehr?

Klar ist, dass wir von all diesen Produzenten auch über's Ohr gehauen werden - jeder von ihnen hat Produkte in der Vitrine, wo die Marge hoch, viel zu hoch ist. Aber das macht doch nix - dadurch können alle Betriebe überleben und wir haben die zuvor genannten Vorteile.

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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon dr-d » 15.03.2017, 11:59

hallo ,


ich denke die"ökonomie" hat der urs ziemlich gut auf den punkt gebracht.es ist halt eine
Mischkalkulation sehr häufig - und natürlich gibt es auch anständige und andere.

letztere haben mich aufgrund ihres frechen gebarens (produktpreis ca.1500€ - anfragen zum "Innenleben"
werden als majestätsbeleidigung und spionageversuch zurückgewiesen) so geärgert, daß ich meine
blankidee einem blankhersteller am ende der welt vorlegte.der war so erstaunt (fand ich einfach toll
die ehrlichkeit), daß er mir ein einzelstück bauen liess.

das ergebnis war wunschgemäss - der preis alles incl. ca 400€!

bei unserem email - kontakt über monate lernte ich sehr viel über die vielen Schwierigkeiten
der planung, herstellung und der vermeidung von folgeschäden.auch muss ein seriöser produzent
wirklich gutes personal haben und lfd. updaten um dran zu bleiben .

der mann beliefert auch extremsegler - wenn da was schief geht , ist er draussen.

da sind wir dann doch gott sei dank verständiger und geduldiger.

das mit dem kork nervt - da habt ihr vollkommen recht.das ist mir schon bei einem japanischen
highend - produkt (> 1000€ vk) passiert - ich hatte durch einen bekannten - gott sei dank - rabatt bekommen.

das kann dann aber unser einheimischer aufbauer zumeist für einen überschaubaren betrag dauerhaft "heilen" oder
gleich von anfang an besser machen - sind dann 2 schritte(wunschblank + aufbau) - im ergebnis für mich
immer sehr gut und preislich in der gehobenen mitte.


schöne Woche


thomas
dr-d
 

Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon troutcontrol » 15.03.2017, 15:09

fly fish one hat geschrieben:Und da ich gerade so schön in Fahrt bin. ..... Bei meiner Hardy ist der Kork das Letzte!!


Moin,
glaub ich dir gerne, die Qualität des Korks mag aber auch von Jahr zu Jahr unterschiedlich sein und ist mir zumindest so wichtig, dass ich da nicht zu Kompromissen bereit wäre.
Jedenfalls seh ich bei meinen Ruten den besten Kork aktuell bei den Zeniths (12´6", 13´6", 14´6"), die Cross S1 (12´, 13´, 14´) und verschiedenen T&Ts liegen knapp dahinter, dann kommt LTS.

Um welche Rute handelt es sich denn bei dir?

Grüsse
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon fly fish one » 15.03.2017, 16:56

Zenith Sintrix, die ich mir in 2015 angeschafft habe. Im Vergleich zur Winston oder Sage in meinem Bestand, ist das in meinen Augen der schlechteste Kork. Aber das ist doch nur Optik, fühlt sich in der Hand nicht anders an, als die besseren. Lochfrei wird das schließlich nie bei dem Werkstoff, oder? Für mich ist das gerade an der Hardy Zenith Sintrix mit Zapfen und den Titanringen absolut kein Problem.

Und Nachtrag: Du würdest also den Kork entscheiden lassen, wenn eine Rute angeschafft wird? Wenn eine Rute eine ansonsten lupenreine Konstruktion und Anbauteile hat, eine andere etwas schlechter daher kommt, aber den besseren Kork, dann würdest Du die "schlechtere" Rute kaufen?? Das glaube ich nicht.

Da ich das gerade lese und mich sehr interessiert, da ich die ZH Hardys auch im Auge hatte: Kannst Du mir per PN mal eine Einschätzung der ZH von Hardy zukommen lassen. Da haste einen feinen Stangenwald beisammen!
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon troutcontrol » 15.03.2017, 17:11

Ok. :?
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon troutcontrol » 15.03.2017, 17:31

fly fish one hat geschrieben:Zenith Sintrix, die ich mir in 2015 angeschafft habe. Im Vergleich zur Winston oder Sage in meinem Bestand, ist das in meinen Augen der schlechteste Kork. Aber das ist doch nur Optik, fühlt sich in der Hand nicht anders an, als die besseren. Lochfrei wird das schließlich nie bei dem Werkstoff, oder? Für mich ist das gerade an der Hardy Zenith Sintrix mit Zapfen und den Titanringen absolut kein Problem.


Ok. :?

fly fish one hat geschrieben:Und Nachtrag: Du würdest also den Kork entscheiden lassen, wenn eine Rute angeschafft wird? Wenn eine Rute eine ansonsten lupenreine Konstruktion und Anbauteile hat, eine andere etwas schlechter daher kommt, aber den besseren Kork, dann würdest Du die "schlechtere" Rute kaufen?? Das glaube ich nicht.


Nee, das wichtigste ist, dass mir der Blank zusagt.
Ich hab mit einer 3-teiligen leCie das Werfen gelernt (ohne Kurs geht gar nix!!!!) und bin seitdem Fan einer mittelschnellen Aktion, kann mich mit ultraschnellen Spitzenaktionen ebenso wenig anfreunden wie mit full flex.

Die von mir dann einige Jahre gefischten T&T DHs entsprechen dem mittelschnellen Niveau durchaus, sind aber vor 20 Jahren (?) entwickelt worden, die Rückstellgeschwindigkeit war / ist deutlich geringer, der Unterschied zu den dann erstandenen Cross S1 ist schlichtweg nicht zu übersehen, das merkt wirklich jeder.

Dessen ungeachtet reizte es mich, eine Rute im super-fast Bereich mit dem 3M - Material mal zu probieren, daher die Zenith. Die ist allerdings nicht ansatzweise superschnell, sondern in meinen Augen ein Zwilling der Cross S1... :mrgreen:

Die LTS Explosive und die Gaelforce sind eher Richtung full flex, die LTS hat mir letztes Jahr an der Drozdovka, wenn man häufig im Nahbereich anfängt, viel Spaß gemacht.
Hab auch gelegentlich eine Burkheimer in den Händen halten dürfen, weiß leider nicht das Modell, entsprach aber vom Gewicht und der Aktion her nicht meinen Vorstellungen, gilt auch für die (wesentlich leichtere) Graphene FX1, mit der hab ich jedoch nur gewedelt.

An der Reaction stört mich die etwas merkwürdige Ringverteilung und die Verarbeitung, die GA II ist wohl eher full-flex, die NRX sagt mir von der Optik nicht zu - jetzt hab ich alle durch ! :wink:

Grüsse
Martin
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon fly fish one » 15.03.2017, 19:21

Lieber Martin,
vielen Dank! Also hätte ich für mein Empfinden mit den Hardys durchaus nicht falsch gelegen. Sie dürften in der Aktion schneller als die Winstons sein, aber noch nicht zu schnell. Das merke ich mir für die "Zweitzweihand" irgendwann!

Dein Frank
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon Vogtlandsalmon63 » 15.03.2017, 19:35

Hallo in der Runde!
Ich lese schon lange hier mit. Genau wegen der genannten Probleme bin ich vom Kauf der Stangenwahre abgekommen. Seit langer Zeit bau ich mir die Ruten selber auf. Bisher hatte ich nur einmal einen Rutenbruch bei einer DH von CTS. Der Blank wurde anstandslos ersetzt. Verarbeiten tue ich nur die besten Komponenten, welche ich für geeignet halte. Habe damit bis jetzt keine Probleme, da man sich die Komponennten aussuchen kann. Trotz hochwertiger Ausstattung der Ruten und der Blanks komme ich mit einem Bruchteil der Kosten aus, welche so manche für ein Stangenteil nahmhafter Hersteller mit Freude bezahlen. Es gibt auch einige sehr schöne preiswerte Blanks, welche mit den Spitzenblanks mithalten können. Hauptsache man hat den bestimmten Namen auf dem Blank. Früher wurden auch noch sehr gute Komponennten verbaut und da war der Preis vielleicht noch gerechtfertigt. Nach dem man sah, daß es eine Klientel gibt, die die Preise mit Kusshand bezahlt. Hat man angefangen noch mehr rauszuholen. Da werden minderwertige Ringe an sehr guten blanks verbaut oder der Kork ist dritte Wahl. Aber der Preis steigt kontinuierlich, da man den Hals nicht voll genug bringen kann. Da ist eine Firma aus den USA besonders findig. So lange es aber solche Markenfetischisten gibt und jedes Jahr die neueste und teuerste Rute her muß, sollte man nicht auf solch hohem Niveau klagen. Denn spätestens in drei Wochen, nach der EWF, steht dann der neue Stock im Ständer. Das Wurfvermögen jedes Einzelnen steht auf einem anderen Blatt. Hauptsache man hat das Teil und kann es spazierentragen.
Hoffentlich hab ich jetzt nicht so manchen hier im Forum den Blutdruck in die Höhege trieben und er kann heute Nacht nicht schlafen.
Grüße
Robby Vogtlandsalmon63.
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon troutcontrol » 15.03.2017, 19:39

Vogtlandsalmon63 hat geschrieben: Das Wurfvermögen jedes Einzelnen steht auf einem anderen Blatt. Hauptsache man hat das Teil und kann es spazierentragen.


@ Frank: MACH EINEN WURFKURS !!
Ich hab in Russland schon wirklich irritierende Sachen gesehen ... :roll:

Grüsse

p.s.: Und hol dir keine Bogdan, Saracione, Abel, Olson, etc., nimm einfach die Beste: Danielsson Control ! :mrgreen:
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon Magellan » 15.03.2017, 19:49

urs.wehrli hat geschrieben:Ich find's Klasse, wie es ist: ich habe freie Wahl, der spielende Markt bringt Innovation und günstigere Preise für immer bessere Qualität. Was wollen wir noch mehr?


Urs, damit gehe ich d'accord!


troutcontrol hat geschrieben:Irgendwie schein ich einfach Pech mit meinen Ruten von der Stange zu haben, ich durfte in 12 Jahren noch nie einen Ring austauschen, Kork flicken oder sonstiges erledigen.


Warum Pech? Jeder fischt in seinem Komfortbereich mit logischen Konsequenzen fürs Equipment.

Gruss
Heiko
Magellan
 

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