Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

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Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon Magellan » 11.03.2017, 14:42

Hallo

Da der parallel laufende Faden “4er Rute und Rolle für leichtes Nymphen- und Trockenfischen“ themenbezogen aus dem Ruder lief, hier ein neuer.

Ganz direkt also: Bekommen wir für nicht Stangenware mehr für unser Geld? Bieten die hochpreisigeren Produkte qualitativ hochwertigere Komponenten für ein langlebigeres Gesamtprodukt oder tuts auch die Preiswerte Alternative? Egal ob nun Einhand oder Zweihandruten.

Ich beziehe das nicht auf die gespliessten Ruten.

Gruss
Heiko
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon Dietmar0671 » 11.03.2017, 16:13

Hallo Heiko,

ich denke für Deinen Beitrag sollten noch ein paar Randdaten ergänzt werden...z.B. wieviel durchschnittliche Angeltage.

Wie Markus schrieb reicht eine Shakespeare Salmon EXP für denjenigen, der nur wenige Tage auf Lachs fischt...was nicht unbedingt meine Meinung ist.

Ich war gerade auf Tierra Del Fuego am Rio Grande, Aurelia Lodge, und hatte meine Meiser Highlander S 13,9' 450-700 Grains und die 8er EXP mit. Beide Ruten haben sich dort gut bewährt. Bis zu 19 Pfund Seatrouts pariert, nun ja, meine Rolle, Einarsson Invictus, hat sicher auch ihren Teil dazu getan.

Die Ausstattungsdetails unterscheiden sich jedoch deutlich, Einstegringe zu Schlangenringen und Führungsringe mit TiCr Coating...etc. Kork hochwertige, also Porenärmer. Anerkannte CTS Blanks bei der Meiser.

Fangen wird und tut man mit beiden Ruten.

Aber eines ist sicher...die Shakie ist auf allen Fällen ihr Geld mehr als wert!

Für denjenigen, der ins Zweihandfischen hinein schnuppern will sicher eine sehr gute Option. In der Regel folgt dann eine höherwärtige Rute.

Zu Einhandruten kann ich nur wenig sagen...die Erfahrungen sind zu alt im Vergleich zu den Ruten die heute in dem günstigen Preissegment zu finden sind. Sicherlich brauchbare bis gute Ruten sind dort zu finden. Damals eher greulich. Aber das gilt nur für meine Erfahrung und beinhaltet persönliche Empfindungen.

Viele Grüße

Dietmar
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon moma » 11.03.2017, 16:20

Hallo Heiko,

ich hab meine Meinung schon oft geäußert und möchte jetzt auch nicht ewig Menschen langweilen... Natürlich bietet eine Rute zu 1000 € mehr als eine Rute um 150 €. Es wäre ja absurd wenn es nicht so wäre. Meine bescheidene Erfahrung zeigt mir aber, dass der Preisunterschied in diesem Ausmaß nicht gerechtfertigt ist. Meine Beobachtungen haben mir auch gezeigt, dass bei den meisten Ruten über 300-400 € im Wert zu hinterfragen sind. Dann gibt es natürlich Ausnahmen...

Wir finden seit einigen Jahren im unteren-mittleren Preissegment (100 - 400 €) immer öfter verblüffend gute Qualität. Das ist eine Tatsache und da werden die Protzruten, die sehr viel für Werbung und Marke investieren, es in Zukunft immer schwerer haben den Preis zu halten... ist meine Meinung.

Langlebiger sind Luxusruten (aus meiner Erfahrung) eher nicht. Ich beziehe mich da nur auf Einhandruten... oder ich hab immer sehr viel Glück od. einen guten Riecher gehabt...

Ich hätte noch eine Frage: was verstehst du unter Stangenware? Ich kann mir zwar denken was du meinst, aber die Blanks werden überall "gleich" hergestellt...
Man könnte auch sagen, dass Loomis oder die hervorragenden Hardy Ruten nur Stangenware sind, da diese in Asien hergestellt werden.

LG
Markus
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon moma » 11.03.2017, 16:26

Hallo Dietmar,
was die Shakespeare Salmon EXP angeht war es von mir nicht so streng gemeint... hab mich da etwas unklar ausgedrückt.
Für 120 € ist die EXP ein tolles Gerät, und um diesen Preis kenne ich persönlich nichts besseres. Das soll jemand mal nachmachen.

LG
Markus
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon Dietmar0671 » 11.03.2017, 16:36

Markus,

mal abgesehen das der Ausgangsstoff, das Carbon, sicherlich einige Unterschiede bieten kann, ist der Preisunterschied bei den Ausstattungsdetails sicher nicht zu unterschätzen.

Weiterhin ist sicherlich die Produktzahl, also die produzierten Stückzahlen, nicht zu vernachlässigen. Und die Lohnkosten.

Hardy finde ich ein ganz schlechtes Beispiel...die verkaufen heute Korearuten zu Alnwick Preisen...legitim solange diese Preise bezahlt werden. Ich war lange Jahre Hardy Fan und habe nur Hardy gefischt...bis Hardy nach Korea produzieren ging...ich habe darauf alle meine Hardys verkauft.

Markus, sorry für vorgenannte Kritik.

Aber für mich persönlich macht es einen Unterschied eine Rute zu fischen zu dessen Hersteller ich direkten Kontakt habe und ein Unikat entsteht mit dem ich fische...und sei es nur das mein Name auf dem Blank steht.

Fangen tut man sicher mit jeder Rute...

Viele Grüße

Dietmar
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon moma » 11.03.2017, 16:54

Ja die Produktzahl ist sicher ein wichtiger Punkt in der Preispolitik ist aber nicht Qualitätsenscheidend. Was ich kritisiere ist nur der große Preisunterschied, was auch im Material nicht immer hervorgeht.

Manchmal wenn ich zwei Ruten in der Hand habe (ohne Marken zu nennen) und vergleiche denke ich mir schon oft: "Warum kostet die Eine 800 € mehr... 5 x mehr?" Eine gut begründete Antwort habe ich bisher nicht bekommen...
Ich will das halt nicht unterstützen indem ich diese Produkte kaufe. Das ist eine individuelle Entscheidung.

Ich finde dass Hardy immer noch eine gute Qualität liefert auch wenn ich aus den bekannten Gründen keine kaufen würde. Der Produktionsstandort ist für mich nicht entscheidend.
Es gibt für mich tolle Alternativen mit denen ich super happy bin.

LG
Markus
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon Trockenfliege » 11.03.2017, 16:59

Also das sind eigentlich 2 Fragen:
1. bekomme ich für "nicht Stangenware", also custom made mehr fürs Geld als bei Stangenware - unabhängig vom Preis?

2. hat eine hochpreisige Rute bessere Komponenten und ist dadurch langlebiger, bzw. was rechtfertigt den höheren Prei?

zu 1: Eine custommade bietet häufig auf alle Fälle die Möglichkeit, auf die Ausstattung Einfluss zu nehmen. Griffform und -länge zB.

Viele amerikanische Ruten haben einen eher kurzen Griff und häufig auch in den niedrigen Schnurklassen einen full wells, sind also für Daumenhaltung gedacht.
Dies könnte ich bei custommade für mich anfertigen lassen. Auch Rollenhalter ect. sind wählbar.
Die Qualität beim blank ist im Schnitt höherwertig, bzw. man wählt einen höherwertigen blank, sofern eine blankauswahl möglich ist.
Bei den häufig angesprochenen Burkheimern muss man doch auf Burgheimer blanks zurückgreifen, oder?
Es gibt aber sehr gute blanks im Bereich +- 100,-, zB. PB Quickline, fireneedl, die den Vergleich mit deutlich teureren blanks nicht scheuen müssen.

Aber wie sieht es mit den Garantien bei einer custom made aus? Wenn mir meine auf einem Sageblank aufgebauten Rute bricht, bekomme ich problemlos Ersatzteile? Den blank hat ja der Rutenbauer gekauft.

Viel interessanter ist für die Meisten doch Frage 2:

Da ist es so, das günstige Stangenruten eine vergleichbare Aufbauqualität bieten können wie zb. 400,- - 500,-€ Ruten.
Korkqualität im gehoben Sektor? Kann richtig furchtbar sein.
Sauberer Aufbau? Hier im Geräteteil des Forums wurde mal vor 1-2 Jahren eine Orvis für ca. 400,- vorgestellt, wo der Autor zwar von der makellosen Qualität schrieb, aber auch ein paar aussagekräftige Bilder beifügte. Und was war leicht zu erkennen? Schlecht gepackte Wicklungen, zT. zu kurz geraten....

Da ist manche 100,-€ Rute sauberer aufgebaut!

Die mit Abstand am schlechtesten aufgebauten hochpreisigen Ruten in den 90ern waren RST Ruten. Ich hatte nicht nur einige in der Hand, sondern besitze auch eine M5 aus ungefähr der Zeit (1995 - 2000). Die war damals die mit Abstand teuerste Rute auf dem Markt.
Billiger Kork, einfacher Rollenhalter mit miesem Holzspacer ( von den Nickelsilber RH von RST habe ich früher aus Ermangelung anderer Möglichkeiten einige verbaut, ganz schlechte Holzspacer, Kosten in den 89er - 90er : ca. 65,- DM!!)
Wicklungen schlecht gepackt, keine tollen Lackierung, Überschübe schlecht angepasst. Für so viel Geld nur das Beste?? Ne,ne.

Ein wichtigr Punkt sind die taper der blanks.
Heutige Ruten haben fast nur noch die over/under Verbindung, aber nicht weil die besser als verzapfte Ruten sind, sondern weil es einfacher und billiger ist,4 einzelne kurze blanks herzustellen als einen langen Einteiler, der dann zersägt und verzapft werden muss.
Die taper von 1-Teilern sind aber besser!!
Es ist bei over/under äußerst schwierig, einen vernünftigen Biegeverlauf hinzubekommen!
Das Mutterstück hat ja einen deutlich größeren Durchmesser als das Vaterstück. Also müsste da eigentlich sehr aufwendig mit den Wandstärken gespielt werden, um eine homogene Kurve zu erreichen.

Das ist letztendlich ein Unterschied zwischen billigen und teuren Ruten, den ich häufiger feststellen konnte: die günstigeren habe öfter diesen "Knick" unterhalb der Verbindung, da dort der blank einen deutlich geringeren Durchmesser hat aber nicht genügend Wandstärke um dies auszugleichen.

Wie bei meiner im anderen thread angesprochenen Greys. (Neupreis 89,-)
Die hatte zudem einen furchtbaren Griffaufbau: Einen schweren Vollalu RH, der jetzt auf einer 8er Streamertute seinen Dienst tut, und einen Fullwellsgriff!!
Zur Erinnerung: das war eine 7`Klasse 2 Rute!! Normalerweise baue ich meine Ruten selber, aber es gibt nicht viele 2er blanks auf dem Markt und noch seltener im günstigen Bereich.

Im anderen thread wurde die Shakespeare Expedition 2-Hand als Lösung für den Gelegenheitsangler genannt: Warum?
Ich habe eine und finde sie werferisch, also vom blank her, richtig gut. Ok, der Korkgriff ist nicht so doll, einfacher RH, Wicklungen ohne Verzierung, also einfach ausgestattet. Aber im Vergleich zur Nachfolgerin, der S. Oracle gefällt mir die Ex. deutlich besser. Die Oracle sieht sehr viel besser aus, hübscherer Griff, mehrfarbige Wicklungen, fürs Auge deutlich besser, aber die Performance?

Was die Langlebigkeit angeht: Ich glaube nicht, dass Ringwicklungen an günstigen Ruten sich schneller (wenn überhaupt) auflösen als die bei teuren Ruten.
So schlechte Korkgriffe, dass man mit ihnen nicht mehr vernünftig fischen könnte, habe ich auch noch nicht kennengelernt.

Ringqualität? Die einzigen eingelaufenen Ringe, die ich bisher kennengelernt habe, waren an meiner 2. Eigenbaufliegenrute von 1981. Das waren Chromringe auf Mesiingkern statt auf Stahl. Aber sonst? Ach ja, die M5, s.o.; hatte einen Spitzenring mit Riefen, von wegen teure Ruten haben hochwertige Ausstattung. Ok, vielleicht war die Rute wirklich sehr viel im Einsatz. ( Wie sind eure Erfahrungen mit eingelaufenen Spitzenringen?)

Meine Meinung: Teure Ruten können mal von der Performance den kleinen Deut mehr bieten als günstigere, sie haben meistens zumindest keine schlechten Materialien verbaut, sind sauberer lackiert und sehen häufig besser aus. Und diese letzte Argument würde für mich, wenn ich kein Rutenbauer wäre, durchaus wichtig sein.
Darum wollte ich immer mal eine originale Winston mit dem schönen grünen blank haben. Nachdem ich mir schon eine BII aufgebaut habe, lief mir dann mal eine 6er MX über den Weg zum halben US Preis ( 270,- € stand dann in der Kreditkartenabrechnung :D )

So, genug geschwallt, habe schon Hornhaut an den Fingern.

LG
Reinhard
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon Dietmar0671 » 11.03.2017, 17:00

Markus...

...und diese, Deine Entscheidung, steht Dir sicherlich zu!!!

Viele Grüße

Dietmar
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon Joosti » 11.03.2017, 17:31

Hi in die Runde,

zum dem Thema hätte ich mal ne Frage die jeder mal für sich persönlich beantworten sollte wenn ihr über den Thread hier nachdenkt.

An dem Begriff der "Stangenware" oder "Massenproduktion" im Zusammenhang mit Fliegenruten störe ich mich regelmäßig hier im Forum.

Ich würde gern wissen wie viele Ruten von einem Hersteller von einer beliebigen Rutenserie in Länge X und Schnurklasse Y eurer Meinung nach in Umlauf gebracht werden?

An der Stelle mal ein konkretes Beispiel. Habe letztes Jahr eine neue Zweihandrute eines namenhaften in Europa ansässigen Herstellers geordert. Katalogpreis um die 1000€. Bestellt habe ich im Frühjahr. Meinem Händler wurde mitgeteilt dass das spezifische Modell derzeit nicht auf Lager wäre und man auf die nächste Charge vom Werk warte.
Gesagt getan. 3 Monate (!) später kam wieder eine Mail vom Hersteller an meinen Händler. Man entschuldige sich, aber von dem spezifischen Modell dass ich geordert hatte kamen 3 :!: Stück in der Lieferung vom Werk und diese seinen bereits anderweitig vergeben. So viel zum Thema Stangenware.

Mir ist jetzt völlig klar dass es ein Unterschied ist ob man eine Zweihandrute in der besagten Preiskategorie bestellt oder eine 9 ft #5 Forellenrute für bedeutend weniger. Aber selbst dann glaube ich nicht dass ein Hersteller viel mehr als ein paar hundert Stück in Umlauf bringt. Deswegen ist der Begriff der Stangenware für mich hier generell fehl am Platz.

Die Frage ob ich für Custom Made mehr bekomme oder nicht ist Pauschal nicht zu beantworten.
Mich persönlich kommt es günstiger mir eine Rute, auch eine sehr teure, zu kaufen als mich in die Werkstatt zu stellen und mir selbst eine Aufzubauen. Dass kann ja jeder mal mit seinem Stundenlohn hochrechnen. Die Frage der Individualität sei an der Stelle mal außen vor gelassen. Einen Markenblank kaufen und zu einem Rutenbauer schaffen... die Leute welche die Preise bei den Herstellern kalkulieren machen doch genau die gleichen Überlegungen und so kommen die Preise die aufgerufen werden zustande.

Was die verbauten Komponenten angeht muss man sich umschauen. Wenn ein Hersteller horende Preise aufruft und dann grottigen Kork verbaut dann muss man als Endverbraucher halt den Hersteller wechseln, ich meine so funktioniert die Marktwirtschaft.

Ich bin in den vergangenen Jahren immer recht gut gefahren Auslaufmodelle im Mittelpreissegment beim Händler zu kaufen. P/L passte dann für mich meistens und vollen Garantiesupport gab es auch. Aber das soll und muss am Ende jeder für sich entscheiden.

P.S das ende der Schonzeit kommt so langsam in Sicht!

Gruß und allzeit TL

Joosti
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon dr-d » 11.03.2017, 19:32

hallo liebe vorredner,


folgend einige meiner erfahrungen der letzten jahre.

1.low budget/backup : shakespeare agility -super preisleistung, ordentliches taper und verarbeitung.

2.mid budget(alles auslauf - oder abverkaufsmodelle):sage tcr,hardy zenith und zephrus - gute preisleistung,gute bis sehr gute taper und Verarbeitung.

3.high budget(cnd rabattiert):cnd ultimate ,carron comp. - gute bis mässige preisleistung,gute taper und gute bis sehr gute verarbeitung.

4.custom mit vorgabeblank:atomsix comp. - gute preisleistung,sehr gutes taper und verarbeitung.

5.custom mit blankwahl und rutenbauer:div cts ,sage method - sehr gute preisleistung,sehr gute taper und verarbeitung und zudem die möglichkeiten der individuellen beringung mit verspannungstest.weiterhin
mein geliebter leichtbau bezgl.aller komponenten und individualisierung im griffbereich.

meine favoriten: hardy zephrus (abverkauf) und punkt 5. -also eher die preisliche mitte. :D


schönen abend


thomas
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon Magellan » 11.03.2017, 20:25

Hallo

Vielleicht etwas unglücklich formuliert mit Stangenware, lasst es mich noch einmal defenieren was ich unter „nicht Stangenware verstehe“: Ruten die in eher begrenzter Stückzahl aufgebaut werden, und entsprechend hochpreisig angeboten werden.

Und wie schon im anderen Faden erwähnt: ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, das „Stangenware“ von welchen Herstellern auch immer, hinsichtlich der Qualität bei Intensivgebauch eher früher als später nicht mehr zu gebrauchen sind. Damit habe ich, so denke ich auch deine Frage beantwortet Dietmar.

@Thomas
Ich habe mit Absicht auf Markennamen verzichtet um die Diskussion nicht in die typische Ecke laufen zu lassen a la “Hersteller A ist besser als Hersteller B“

Gruss
Heiko
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon dr-d » 11.03.2017, 22:11

hallo heiko,


das ist schon o.k.


ich habe ja auch genau aus diesem grund jeweils persönliche highs ans lows "eingepflegt" - denn letztlich bleibt es m.e. immer eine subjektive entscheidung und
soll deshalb für andere vielleicht eine zusatzinfo geben.

deine "nichtstangen - ware" kann hochpreissig sein - gewiss - wenn man sich untereinander hilft reicht auch das mittlere budget sehr oft nach m.e.

schönen abend


thomas
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon fjorden » 12.03.2017, 07:54

Hallo,
ein Thema, wo jede*r seine eigene Meinung und Erfahrung hat. Für mich sind alle von Firmen herausgebrachte Ruten Stangenware. Von daher sehe ich kaum ein Unterschied über den Preis. G Loomis GLX Ruten z.B. waren von so miser Qualität, dass sie z.b. von der günstigen Greys GRX, der alten, getopt werden. Wenn ich die Greys GRX und die alte Sportex Diamond z.B. als "günstige" Ruten mit Sage, Scott, Winston,Hardy, etc. vergleiche, dann gibt es in meinen Augen keinen Grund, die hochpreisigen zu kaufen. Ich habe Mitte der 90iger mir zum ersten Mal eine M.A.C. Solitip gekauft und war von Qualität, z.B. Kork, Handwerk, Wicklungen und Lackierung und Garantie absolut überzeugt, so dass ich seitdem nur Matschewsky Ruten fische und froh war, dass Theo seit 2009 wieder am Start ist. Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte (http://www.solitip.de).
Gruß
Fjorden
Zuletzt geändert von fjorden am 12.03.2017, 08:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon orkdaling » 12.03.2017, 07:58

moin moin ,
mal eine Frage dazu, meint ihr das fuer jede ihrer Ruten die die "Namenhaften" aus der 1000er Fraktion jæhrlich in Program haben ein anderer Blank in Fernost bestellt bzw dort verbaut wird?
Und welche verbauen dann die aus der 500er Fraktion? Bestellen die dort 2.Wahl?
Nee , was ich so sehe ist, dass die Verarbeitung und der Service echt gelitten hat. Dazu gabs auch hier im Forum genuegend Beispiele.
Dagegen haben die Anderen mæchtig aufgeholt und selbst im "unterem Segment" findet man ganz brauchbare Ruten.
Und leztendlich muss doch jeder fuer sich bestimmen, was brauche ich, wie oft fische ich damit, kaufe ich alle 2 Jahre eine fuer 250 oder alle 5 Jahre eine fuer 500 usw.
Um mehr Fisch zu fangen oder grøssere zu bewæltigen braucht niemand eine 1000er Rute, aber vielleicht ist ihm das Teil einfach die Kohle wert.
Wisst ihr doch selber, Bandbreite bewegt sich auch bei der Angelausruestung vom Sammler bis Aufschneider.
Und zu den bereits erwæhnten Einstegringen als Zeichen von Einsparung bzw billig produzieren. Billiger wirds nur dur Massenproduktion und Verlagerung in Billigløhnlænder, das heist nicht das die automatisch Billigprodukte bauen, die 1000er beziehen ja ihre Ware von dort.
Hab mir zB in 2016 eine 13,9 ft Rute geholt, sechsteilige Reiserute, preislich etwas næher an der 500er Fraktion, Einstegringe!
Nach dem erstem Test zu Saisonbeginn hab ich sie nicht mehr aus der Hand gelegt, auf dem Autodach blieben die 13,6 und 15,2 von den "Namenhaften".
Keine Abnutzungserscheinungen festgestellt, werder am Geræt, Schnur, Schulter, Handgelenk :mrgreen:
Kønnte ja noch einen draufsetzen. Findet sich jemand aus dem Lager der Namenhaften der Lust hat auf einen Vergleichskampf zb 4 Wochen Lachsfischen? Der Verlierer bezahlt dem Anderen die Rute!. Frech ? Nee, mit Ortskenntnissen weiss wann und wo die Fische steigen, wo sie stehen, die Gewæsserstruktur, die Strømungsverhæltnisse usw. Das wiederum fuehrt dazu das man weiss wo man eine lange oder kurze Rute braucht, ob man ueberhand oder unterhand werfen muss, was man fuer Ausruestung braucht.
Gruss Hendrik
orkdaling
 
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Re: Ruten-Stangenware vs. Hochpreisige Ruten

Beitragvon Trockenfliege » 12.03.2017, 09:18

Hallo Heiko,
zu deiner Definition von Stangenware: Glaubst du, dass weltweit so viel weniger hochpreisige Sage/Winston/Thomas&Thomas/Loop ect. - Ruten verkauft werden als zb. günstigere Greys? Vor allem der amerikanische Markt ist sehr hochpreisig, dort geben viele Fliegenfischer gerne viel Geld für ihre Ausrüstung aus.

Hendrik, ein großer Unterschied von der 500,- zur 1000,- Klasse ist der Herstellungsort.
Die "mittelpreisigen" Ruten von Sage zB. kommen als blanks/Fertigruten aus Fernost, die teuren Serien, von denen man auch blanks einzeln bekommt, werden meiner Meinung nach in Amerika gefertigt.
Die 400,- -500,- Euroklasse von Orvis kommt bestimmt auch aus Asien, zumindest die blanks werden dort hergestllt, die teuren Serien werden komplett in den USA gefertigt.

Woher ich meine das zu wissen? Karl Bartsch hat mal (hunderte) blanks aus Asien mitgebracht. Die waren alle grob geschliffen und unlackiert, alle aus IM8 und hatten alle einen Sticker mit der Länge, Schnurklasse und der Firma drauf - es waren wohl Prototypen.
Man kann davon ausgehen, dass bei allen blanks der Herstellungsprozess qualitativ gleich war.
Die Firmennamen? - Beulah, Cast away, Blokerods, aber auch Sage und Orvis.
Den Sageblank habe ich mitgenommen, er hat eine sehr gute Allroundaktion.
Von den Dimensionen, sehr dünnes Handteil, konnte ich ihn damals keiner bekannten Serie zuordnen.
Kurze Zeit später bekam ich dann in Neuseeland die passende Sagerute in die Hand: Es war die Response, die damals teuerste Serie der günstigeren Ruten bei Sage, von denen man keinen blank bekommen kann, damaliger Preis 375,-€

Ich habe 4 von den blanks mitgenommen, den 6er Sage, eine 8er von Cast away und einen 9er von Beulah, alle 9`und einen 10`7er von Blokerods.

Interessant: Der 8er und der 9er waren beide mit Klasse 8 beschriftet, haben absolut die gleiche Aktion, nur der eine halt etwas schwerer u. kräftiger.

Im Verkauf hatten die entspechenden Ruten bestimmt deutlich unterschiedliche Preise, obwohl sie alle aus der gleichen Fabrik kamen. Und ob die Ausstattungen sich großartig unterschieden? Garantieleistungen vielleicht?
Laut Aussage von Karl, schicken die Firmen auch nicht ihre eigenen gerechneten blank- Vorstellungen, sondern wählt aus einem Katalog, wo man Material, Aktion, est. auswählen kann und dann bestellt.

LG
Reinhard
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