Solitip??

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Re: Solitip??

Beitragvon stillwater » 01.10.2018, 22:38

guten Abend zusammen,

der Ausgangspunkt für dieses Thema war u.a. auch diese Anfrage vom 24.09.2018:

Hallo Rutensammler ,
hat noch jemand ein Spitzenteil für meine Lieblingslachsrute von
Guideline LPXE 12,6 ´ 8/9# 3 tlg.
ist mir beim Drill abgebrochen

Bei kurzen Einhand-Ruten kann ich das ja noch halbwegs nachvollziehen, aber 2-Handruten?

Hardy hat bereits in den 80er Jahren Vollkohlerfaserspitzen in seine legendären Matchruten verbaut. Dann frage ich mich, warum dieses nicht seinerzeit werkseitig auch bei den Fliegenruten geschehen ist? Das Thema Solitip ist in den 90er auch in der Zeitschrift "der Fliegenfischer" mehrmals behandelt worden, Autor seinerzeit glaube ich Volker Engelmann (o.s.ä).

Übrigens bin ich im Besitz einer Rute mit Solitip-Spitze, eine SAGE RPL III 6100-2, habe diese von einem Freund geschenkt bekommen, der die gebrochene kulanterweise - da hatte er sie schon bei TM in Auftrag gegeben - ohne Rückgabe an SAGE/Heger ausgetauscht bekommen hat. Ehrlich gesagt fische ich meine 4100 bzw. 5100 (sind meine "Bootsruten") mit Original-Spitze lieber.

Und warum Fjorden fast regelmäßig auf seine Solitip-Ruten bzw. Theo M. hinweist ...

beste Grüße

Uli
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Re: Solitip??

Beitragvon fjorden » 01.10.2018, 23:36

Hallo Uli,
weil ich von den Ruten total begeistert und überzeugt bin, fische seit Jahrzehnten nichts anderes! Könnte das gleiche bei Rollen auch machen, aber leider hat dieser Rollenbauer - Steel Fin - im Wettbewerb gegen die Großen aufgegeben. Ich habe mich ziemlich gefreut, dass Theo Matschewsky vor ein paar Jahren wieder angefangen hat Ruten zu bauen und das finde ich in jeder Beziehung unterstützenswert.
Gruß
Fjorden
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Re: Solitip??

Beitragvon Philzlaus » 02.10.2018, 07:14

Eines ist mir aber jetzt aufgefallen. Meistens sind es pfeilschnelle Ruten welche die Solitip Spitze bekommen, Armapiscari Aventis, Sage XP, Sage RPL, etc.. Das sind alles Ruten welche im Originalzustand einem wirklich liegen müssen ansonsten sind sie zu schnell. Hier würde ich sofort unterschreiben dass mehr Gewicht in der Spitze ein angenehmeres Werfen ermöglicht.

Aber wie würde der vergleich aussehen Sage RPL "Solitip" vs. Sage ZXL oder um in der Neuzeit zu bleiben Sage Method "Solitip" vs Sage MOD?
gruss
Philipp
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Re: Solitip??

Beitragvon fjorden » 02.10.2018, 08:00

Hallo,
also ich würde nie eine Rute von Sage, etc mit Solitip umrüsten, alleine weil man dann bei den hochpreisigen Ruten die Garantie verliert. Finde Solitip ist dann sinnvoll, wenn es bei einem Spitzenbruch keine Garantie mehr gibt. Ich habe immer von Theo auf Blanks komplett aufgebaute Ruten gekauft. Hier muss man immer schauen was einem liegt. Mit den Far & Fast kam ich nie klar, fische deshalb Sensifast Ruten, also nicht so schnelle. Das kann man aber alles mit Theo besprechen und er baut euch die Rute, die ihr haben wollt.
Gruß
Fjorden
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Re: Solitip??

Beitragvon Magellan » 02.10.2018, 14:41

Hallo Phillipp

Sorry, ist jetzt sicher offtopic im Sinne deines Eingangs-Fadens, aber die Sage RPL ist zweifellos eine stramme, allerdings keine "pfeilschnelle Rute"

Gruss
Heiko
Magellan
 

Re: Solitip??

Beitragvon Thomas E. » 02.10.2018, 20:42

Philzlaus hat geschrieben:Hier würde ich sofort unterschreiben dass mehr Gewicht in der Spitze ein angenehmeres Werfen ermöglicht.


Hallo,

dann wickle doch mal 3- 5 Gramm Blei mit Klebeband an die Spitze und Du wirst merken, wie negativ sich "totes" Gewicht auswirkt. :wink:

Genau umgekehrt ist es, so leichter, um­so besser !

Das merkt man schon, wenn man einen schweren Spitzenring gegen einen leichteren austauscht.
Zuletzt geändert von Thomas E. am 02.10.2018, 23:25, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
Thomas Ellerbrock
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Re: Solitip??

Beitragvon jo » 06.10.2018, 14:42

Eingangs wurde gefragt, wie die Ruten so sind. Ich sage: Es kommt immer auf den Einsatzzweck an. Bereits mehrere Solitip-Ruten konnte ich ausprobieren und war damit zufrieden - je nach Einsatzzweck würde ich sie verwenden oder auch nicht. Daher am besten einfach mal ausprobieren und selbst eine Meinung bilden. Alles andere ist Spekulation. Von der Hechtrute war ich angetan und habe sie mir mit allem Schnickschnack in der Luxusversion aufbauen lassen. Damit sind wir preislich zwar ganz weit oben, doch ich würde es wieder tun.

Noch zum Thema Spitzengewicht: Nicht das gesamte Spitzenteil bildet die Solitip, sondern nur der vordere Bereich. Wer jetzt nicht gerade wettkampfmäßig (werfen) unterwegs ist, sondern die Rute auf mittlere Distanz am Bach fischt, wird davon nicht wirklich etwas merken.
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Re: Solitip??

Beitragvon archi69 » 08.10.2018, 22:16

Welcher Einsatzzweck käme denn für Dich nicht in Frage? (Rasenmähen mal ausgenommen...)
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Re: Solitip??

Beitragvon jo » 08.10.2018, 22:51

Welcher Einsatzzweck käme denn für Dich nicht in Frage? (Rasenmähen mal ausgenommen...)


Wenn ich jetzt einfach nur einen Einsatzweck nenne, wirst du sicherlich anmerken, dass es dennoch mit einer Solitip möglich ist. Deshalb drücke ich mich jetzt anders aus: Es gibt bestimmte Dinge, bei denen ich persönlich eine andere Rute für noch besser geeignet halte. Beispiel: Stimulator im Zickzackmuster aggressiv furchen lassen. Da ziehe ich eine Rute mit steifer Spitze vor.
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Re: Solitip??

Beitragvon Philzlaus » 11.10.2018, 07:57

Thomas E. hat geschrieben:
Philzlaus hat geschrieben:Hier würde ich sofort unterschreiben dass mehr Gewicht in der Spitze ein angenehmeres Werfen ermöglicht.


Hallo,

dann wickle doch mal 3- 5 Gramm Blei mit Klebeband an die Spitze und Du wirst merken, wie negativ sich "totes" Gewicht auswirkt. :wink:

Genau umgekehrt ist es, so leichter, um­so besser !

Das merkt man schon, wenn man einen schweren Spitzenring gegen einen leichteren austauscht.


Das kannst du doch nicht ernst meinen? Man nehme den schnellsten Blank am Markt und mache die leichtesten Ringe drauf und nachher soll das Ding besser werfen? Das weißt du doch besser dass es so nicht stimmt.

Ich habe diesen Fehler bereits mit einer Method #8 gemacht mit Recoil Ringe. Das Ding war am Ende zwei Klassen höher gelabelt aber im Endeffekt nicht wirklich schön zu werfen. Jetzt mit schwereren "Standard" Schlangenringen zwar etwas Kopflastiger aber deutlich harmonischer zu werfen.

Zuviel Gewicht kann aber auch schaden. Es kommt immer auf die Kombination an und ich denke hier schlägt Solitip in eine Niesche. Blanks die zu schnell sind bzw für nicht harmonisch ausfallen werden durch das bissl extra an Gewicht ausgeglichener.
gruss
Philipp
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Re: Solitip??

Beitragvon fly fish one » 11.10.2018, 11:01

Hallo Philipp,

die Methods sind immer schon eine Klasse höher angesiedelt als drauf steht. Deshalb habe ich eine 7 genommen, um dann 8er Schnüre zu schmeißen. Weiterhin zweifel ich es wirklich an ob du in diesen hohen Klassen, auch nur ansatzweise irgend einen Unterschied durch eine "normale" Beringung spürst, egal wie die ausgelegt wird. Wenn man jetzt nicht irgendwas ganz krass ändert. Die Gewichtsunterschiede der Ringe sind doch oft gar nicht so gross - Reinhard bitte übernehmen und korrigieren falls nötig.

Ich bin gespannt wie das hier weiter geht!

Frank
Wathosenfetischist und Angeltheoretiker
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Re: Solitip??

Beitragvon Philzlaus » 11.10.2018, 14:00

Hallo Frank

Ich habe bin zweimal in die Recoil Falle getappt -> ONE 890, Method 890 und ONE486. Die Ruten waren mir jedes Mal zu schnell auch wenn ich es anfangs nicht wirklich wahrhaben wollte. Nach dem Umbau auf andere Ringe bei gleichem Beringungsschema war selbst für mich ein deutlicher Unterschied spürbar. Und zwar wirklich eklatant. Man merkt auch den Unterschied zwischen Einsteg und Zweistegringen.

Ph.
gruss
Philipp
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Re: Solitip??

Beitragvon Magellan » 11.10.2018, 16:46

Philzlaus hat geschrieben:Ich habe diesen Fehler bereits mit einer Method #8 gemacht mit Recoil Ringe. Das Ding war am Ende zwei Klassen höher gelabelt...


Hallo Phillip

Ich beschäftige mich schon seit geraumer Zeit mit dem THEMA Rutenbau etc.pp. weil ich mir selbst etwas aufbauen möchte.

Wenn ich dich richtig verstehe hast du mit dem Wechsel auf Recoil Ringe die Performance deiner 8er Rute zu einer # 10 ändern können.

Berichtige mich bitte, sollte ich das falsch verstanden haben!

Gruss
Heiko
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Re: Solitip??

Beitragvon Philzlaus » 12.10.2018, 08:00

Naja ich glaub ich muss genauer werden

1) Die Method 890 alleine ist eigentlich schon eine 9er
2) Die Recoil Ringe alleine machen keine 8er zur 9er aber durch das minimale Gewicht ist der Stecken so steiff dass er sich anfühlt wie eine höhere Klasse.
3) Auch sind die Recoils so leicht dass sie Einfluss nehmen auf die Trägkeit und die Biegekurve der Rute im Wurf. Das ist vielleicht keine ganze AFTMA Klasse aber man merkt es

Man kann mit den Recoils coole Ruten bauen welche vom Feeling einer leichteren Klasse entsprechen aber eine höhere Schnur vertragen. Überzogen: 890er Blank der sich wirft wie ein 990er aber anfühlt wie ein 790er

ABER.. Ich hab 3 Ruten damit gebaut und alle nach kürzerer Zeit wieder auf normale Ringe rungerüstet. Jede Rute wird dadurch nicht automatisch zu einem Prügel aber man sollte sich im klaren sein dass die Rute deutlich schneller wird dadurch.
Was ich mir gut vortellen könnte wäre ein wirklich langsamer Blank damit aufzubauen. SAGE Circa zb. Ich glaube dass könnte eine interessante Kombination werden.
gruss
Philipp
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Re: Solitip??

Beitragvon Trockenfliege » 12.10.2018, 11:00

Phillip hat sich etwas undeutlich ausgedrückt: Die größte Schnelligkeit und Rückstellgeschwindigkeit hat der blank ohne Beringung.

Mit einer sehr leichten Beringung mache ich ihn am Wenigsten langsamer - aber natürlich nicht noch schneller!

Und je schwerer die Ringe ( + Lackierung!!) werden, desto langsamer kann er wirken/sein.

Wie stark sich dies bei einem blank bemerkbar macht, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Meiner Meinung nach hängt es zb. auch vom Ausgangsgewicht des blanks, bzw. vor allem der Spitze ab.
Ein hochgezüchteter spröder 8er blank mit geringem Gewicht reagiert dann vielleicht anders als ein schwererer 8er mit ähnlicher Aktion.

Ich wollte mal eine 7`"4er" Bachrute, die mir zu kräftig und schnell war durch eine schwere Beringung mit Einlageringen etwas gmütlicher machen - es hat wenig gebracht.

Das von Thomas gemachte Beispiel mit den 3-5gr ist natürlich heftig überspitzt, da sollte eher noch eine 0 davor, auch das würde sich schon deutlich bemerkbar machen.

Man darf auch das zu transportierende Gewicht ( Schnur) nicht mit dem fest verbauten Gewicht am blank vergleichen. Natürlich macht sich bei voller Auslenkung der Rute bei Vor-und Rückschwung in 1. Linie das Schnurgewicht bemerkbar, aber dann, zwischendrin und vor allem beim durchlaufen der 12-Uhr Position macht sich das Eigengewicht der Rute und der Anbauteile bemerkbar.

Verändertes Wurfgefühl/ -verhalten durch schwere Ringe kann für manche durchaus als angenehmer zu Werfen empfunden werden, da würde ich nicht verallgemeinern, das hängt einfach vom Wurfstil und Rute ab.

LG
Reinhard
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