Hallo Laverda (frohe Weihnachten

),
ich gehe bei Begrifflichkeiten immer gerne möglichst synchron mit der Industrie bzw. dem, was am Markt verkauft wird. RIO steht im Bereich Skagit-Schnüre an vorderster Front. Verkauft werden z.B. zwei Sorten Skagit-Köpfe:
"Short Head" & "Flight Head"
Diese Köpfe sind um die 6 und 7,5m lang. Typischerweise knüpft man vorne ein "MOW"-tip von RIO an. Dieses ist 3m lang.
Wenn man nun die Gesamtlänge nimmt, so kommt man auf 9-10,5m Länge. Der reine Kopf ist also kürzer und hat ein vergleichsweise sehr komprimiertes Gewicht.
Die Gesamtlänge liegt (wie Du richtig schreibst) ähnlich der typischen Länge des Scandikopfes ohne Polyleader.
RIO selbst schreibt auf ihrer Seite, dass Skagitköpfe in der Regel noch etwas kürzer als Scandiköpfe ausfallen. In Anbetracht dessen, dass ich selbst z.B. auch Scandiköpfe um die 12-14m fische, passt das.
Nehmen wir mal ein konkretes Beispiel:
G.Loomis NRX 13' AFFTA 8/9 = 32 Gramm Wurfgewicht lt. Loomis (passt perfekt für Scandi) >> RIO empfiehlt 500 Grain für den zur Rute passenden Skagit Kopf (32,6 Gramm). Es kommt also noch das Tip hinzu.
Was die RIO MOW Tips (3m Länge) im Schnitt wiegen, weiss ich aus dem Stehgreif nicht. Aber ich glaube mit meiner Annahme von 3-4 Gramm liege ich da im Rahmen.
Im Vergleich zu den RIO-Empfehlungen (und meinen eigenen Erfahrungen) empfinde ich Deine Werte als vergleichsweise sehr hoch. Werfen kann man das natürlich durchaus noch...
Ob wir den im Wasser geborenen ("waterborn") Anker nun auf oder unter der Wasseroberfläche umpositionieren hängt von der verwendeten Dichte, der Wurfgeschwindigkeit, sowie der Rutenspitzenführung ab. Skagitschnüre können eine Sinktip oder auch eine schwimmende Spitze haben. Ich stimme Dir zu, in den meisten Fällen wird der Anker bei exakter Betrachtung (überwiegend) unter der Oberfläche "liegen" (wie beim Scandiwerfen auch).
Der entscheidene Punkt bleibt für mich der "sustained anchor". Das Zeitfenster ist aus meiner Sicht deshalb so gross, weil wir mit einem leichten Anheben der Rutenspitze umgehend den gesamten Kopf (Hauptgewicht) in der Luft halten können. Bei einem langen Speykopf ist dies unmöglich, und man muss das Timing perfekt treffen.
Ich bin ganz Deiner Meinung, das Aufladen der Rute ist mit gut abgestimmten Skagitkopf vergleichsweise einfach.
Beim erheblich direkteren Scandiwurf allerdings erreicht man die gleiche Aufladung mit weniger Gewicht, weil der Wurfablauf deutlich dynamischer ist. Das macht es natürlich nicht einfacher, den Ablauf zu kontrollieren (wie Du gut beschreibst).
Den Anker brauchen wir aus meiner Sicht NICHT zum Aufladen der Rute, sondern um zu verhindern, das die Ladungsenergie hinten verpufft, wenn das Schnurende (der Anker) nach hinten durch schiesst. Dies ist der einzige Punkt in dem ich mit Ed Wards Erklärungen nicht übereinstimme. Er sagt, dass er den Wasser-Anker für die Rutenladung benötgt. Ironischerweise zeigt er direkt danach in seiner DVD wunderschöne Skagitwürfe mit guter Aufladung auf der Wiese

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27-30 Gramm ist das Schnurgewicht, welches solche Streamer "erfordern". Es gilt die passende Rute und Technik zu wählen. Meine Angabe war nicht auf eine Zeihandrute bezogen, auf der eine 9 steht.
Lieben Gruss
Bernd